Sollte der Batchelor nicht zu einem einheitlichen Studium führen?

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4 Antworten

Das Ziel der Bolgna-Reform war es zum einen, ein einheitliches System von Abschlüssen zu installieren, die bundes- und europaweit vergleichbar sind. Zum anderen wurde mit dem Bachelor ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss eingerichtet, der einen zeitigeren Einstieg in den Arbeitsmarkt erlauben soll.

Die Vereinheitlichung der Lehrinhalte war nicht Ziel von Bologna. Dies ist auch kaum möglich, da die Lehrenden an der Universität so genannte "Akademische Freiheit" haben. Sie müssen sich damit zwar nach den in den Studienordnungen festgeschriebenen Lernzielen richten, wie sie ihre Studierenden dahin bekommen, bleibt ihnen aber weitgehend selbst überlassen.

Ein weiterer wichtiger Baustein in diesem System ist der Vetrag von Lissabon. In diesem wurden die Bestimmungen für die Anerkennung von Studienleistungen in Europa festgelegt. Und dort steht die so genannte "Beweislastumkehr" drin. Diese bedeutet, dass nicht derjenige, der sich Studienleistungen anerkennen lassen will (etwa beim Hochschulwechsel) die Gleichwertigkeit nachweisen muss, sondern dass die Anerkennung nur verweigert werden kann, wenn die anerkennende Stelle "wesentliche Unterschiede" in den Studieninhalten feststellt. Und das ist bei gleichartigen Fächern fast ausgeschlossen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Nicht die Vereinheitlichung von Inhalten war das Ziel der Bologna-Reform, sondern die Angleichung von Strukturen, die Erleichterung der gegenseitigen Anerkennung und die Verbesserung der Vergleichbarkeit von Abschlüssen.

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Leider sind Dir die Begrifflichkeiten nicht geläufig, die Deine Frage etwas weniger wirr erscheinen lassen könnten.

Verkauft wurde der Bologna-Prozess u.a. als Standardisierung, um international vergleichbare Studienabschlüsse auch in Deutschland anbieten zu können. Dass man hierbei auf Eingangsprüfungen und Selektionen wie im anglo-amerikanischen Raum verzichtet, wirkt sich natürlich auf die Anerkennung solcher Abschlüsse an relevanten Universitäten aus. Der Ruf deutscher Bachelor-Abschlüsse an britischen Graduate-Einrichtungen dürfte - zu Recht - knapp über Jodel-Diplom liegen. Deine Klagen im Sinne von "es soll gefälligst allen gleich besch.ssen gehen", ist ein nettes Betriebsgeräusch dieser Entwicklung, die exakt so geplant war und wunderbar funktioniert.

Den wahren Hintergrund ahnst Du hoffentlich. Bertelsmann-Stiftung und andere Vordenker fingen angesichts von steigenden Studierendenzahlen schon in den 80er Jahren an, ursprünglich eher aus antiautoritäten Zusammenhängen kommende Ideale wie "Bildung für alle" umzudeuten. Die Fleischtöpfe mussten abgeriegelt werden.

Bis Mitte der 80er Jahre war ein VWL- oder BWL-Studium (BWL-Studienanfänger 1980 = 19.700 und WS2015/16 = 142.000) eine sichere Angelegenheit, um nach dem üblichen Volontariat unmittelbar erste Führungsaufgaben wahrzunehmen, und das bei einem Aufwand von 10-12 Semesterwochenstunden. Man machte sich nicht tot.

Nun kam man auf die tolle Idee, für den Mittelbau der Unternehmen Halbgebildete heranzuzüchten, für dessen Ausbildungskosten auch noch der Steuerzahler aufkommt, obwohl ein BWL-Bachelor alles ist, nur keine wissenschaftliche Ausbildung.

Der gesamte Prozess musste dann nur noch durch die Blödmaschine "alternativlos" und "Modernisierung" gejagt werden.


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Kommentar von tommy40629
11.05.2016, 10:57

Danke!

Wenn man coole Profs in BWL und VWL hat, dann lernt man auch noch etwas, leider erkennt man dann noch mehr, dass man Millionen Menschen mit Scheuklappen herumlaufen.

Leider sind die coolen Profs Mangelware, vor allem in Mathe, was hier abgeht, dass glaubt man mir gar nicht.

Naja, ich habe ja aufgehört mit dem Batchelor Schwachsinn.

Wenn alles gut geht darf ich nächstes Jahr anfangen auf Diplom zu studieren.

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Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

B A C H E L O R. Ohne T.

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Kommentar von tommy40629
11.05.2016, 10:58

Im Web findet man beides.

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Den Hintergrund der Einführung kenne ich nicht. :-)
Ich sehe allerdings schon Unterschiede zwischen den Hochschulen bzw. Ländern.

Noch viel schlimmer finde ich allerdings, das man sich auch global unterscheidet. Ich meine nun könnte man doch erwarten der UK-Bachelor oder Indische-Bachelor wäre nun das selbe, Pustkuchen! Nichts ist.

Die Frage ist hahlt auch ob man das kulturell bedingt überhaupt hinbekommen kann. Ein Land könnte vielleicht noch gehen, mehrere Länder, könnte schon schwierig werden.

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Kommentar von tommy40629
09.05.2016, 15:06

Mir ging es nur um Deutschland. Aber die Wirtschaft erkennt ihn nicht mehr an und in den USA kann man sich mit einem deutschen Batchelor in Mathe gleich wieder verpiesseln.

Und es ist ja auch sehr komisch, dass der Staat selber, also unser Staat des Diplom in seinen Studiengängen nicht ausradiert hat.

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