Frage von Guapotito, 146

Sollte das Brexit-Referendum als nichtig erklärt werde?

"Unsere" Medien berichten sehr einseitig. Sie stellen die Menschen, die für den Brexit gestimmt haben als alt, konservativ, dumm und lustigerweise auch als Minderheit dar. Es wird behauptet, dass die Menschen, die sich für den Brexit entschieden haben, dies aus Protest getan haben, aber eigentlich gar nicht in der Lagen wären ( sie sind ja dumm) die Auswirkungen abschätzen können.

Ich persönlich bin erstaunt, dass das Ergebnis der Abstimmung überhaupt erlaubt wurde...da hatte wohl niemand mit gerechnet...

Nun werden Stimmen laut, die den Wahlvorgang anzweifeln und ich gehe davon aus, dass diese Bürgerbefragung für "nicht relevant" erklärt wird.

Wem würde das nützen und wie würdet Ihr dazu stehen?

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 34
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

"Unsere" Medien berichten sehr einseitig. Sie stellen die Menschen, die für den Brexit gestimmt haben als alt, konservativ, dumm und lustigerweise auch als Minderheit dar.

Nun, folgende Fakten sind Tatsache:

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  • Gesamt: 72% Wahlbeteiligung
  • U25: 36% Wahlbeteiligung
  • Ü65: 83% Wahlbeteiligung

=> Je älter, desto aktiver bei der Wahl.

http://www.welt.de/politik/ausland/article156576085/Unfassbar-niedrige-Wahlbetei...

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  • Je jünger, desto "Bremain"
  • Je älter, desto "Brexit"
  • Je höher Bildungsgrad & Einkommen, desto "Bremain"
  • Je niedriger Bildungsgrad & Einkommen, desto "Brexit"

=> Je ungebildeter der Wähler, desto eher votierte er für den "Brexit".

http://www.theguardian.com/politics/ng-interactive/2016/jun/23/eu-referendum-liv...

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Daraus lassen sich eine Reihe an Schlussfolgerungen ziehen:

  • Die Jugend möchte gern in der EU bleiben. 
  • Da ihre Wahlbeteiligung bei gerade einmal 36% (U25) bzw. 58% (U35) lag, ist hier die größte aktivierbare Gruppe.

=> Bei einer höheren Wahlbeteiligung würde das Votum deutlich zugunsten des "Bremain" umkippen.

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All das haben sich die Medien nicht ausgedacht. Das sind Wahlbeobachtungsergebnisse. 

Es wird behauptet, dass die Menschen, die sich für den Brexit entschieden haben, dies aus Protest getan haben, aber eigentlich gar nicht in der Lagen wären ( sie sind ja dumm) die Auswirkungen abschätzen können.

Das dürfte ins Schwarze treffen. Tatsächlich kann heute NIEMAND die exakten Folgen abschätzen. 

  • Allerdings scheinen die Ankündigungen diverser Konzerne, dass sie zukünftig Arbeitsplätze abbauen und in die EU transferieren werden, viele Leute, die für "Brexit" gestimmt haben, zu überraschen.
  • Auch die Tatsache, dass das "350-Mio-Pfund-Versprechen" von Farage und Johnson, sich als Lüge entpuppte, scheint so manchen "Brexiter" überrascht zu haben. (Und hier war es schon lange vor dem Referendum offensichtlich und nachprüfbar, dass es sich um eine Wahlkampf-Lüge handelte.)
  • Und auch die Ankündigung des Finanzministers, dass man demnächst die Steuern in Großbritannien erhöhen müsse, dürfte ebenfalls viele Brexiter aufgeschreckt haben; obwohl ein derartiger Schritt zwingende Notwendigkeit nach einem Austritt, also vorhersehbar war und ist.
  • Und dass ausgerechnet die größten Streiter für den Brexit - namentlich Farage und Johnson - nun die Flinte ins Korn werfen und sich zurückziehen, dürfte den Brexitern das Verständnis ebenfalls nicht leichter machen. Immerhin ist ihre Bewegung gerade "kopflos" geworden.

Sicher ist nur eines: Großbritannien - und vor allem das "einfache" Volk - wird durch diesen Schritt GEWALTIGE VERLUSTE hinnehmen müssen. Die OECD kalkuliert den Schaden auf 2.200 Pfund pro Haushalt und Jahr und nennt es deshalb "Brexit-Steuer". 

Ich persönlich bin erstaunt, dass das Ergebnis der Abstimmung überhaupt erlaubt wurde...da hatte wohl niemand mit gerechnet...



Nein, damit hatte niemand ernsthaft gerechnet. Die Buchmacher behaupteten, es würde zu 85% auf ein "Bremain" hinauslaufen. Spekulanten orientierten sich auf den Bremain und verloren in der Wahlnacht unzählige Milliarden. Insgesamt vernichtete der Brexit allein an den Börsen 5 Billionen Dollar.

... aber was meinst du mit "erlaubt"? Das Referendum wurde von Cameron (Bremain-Lager) angestoßen. 

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Wem würde das nützen ...?

In einem Satz: Ein "Bremain" würde dem britischen Volk insgesamt - also den armen UND reichen Schichten - nutzen; aber der weiteren Entwicklung, vor allem aber der Stabilisierung der EU schaden.

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... und wie würdet Ihr dazu stehen?

Ich bin ausgesprochener Demokratie-Freund. Und insofern muss ich längst mit völlig idiotischen Abstimmungsergebnissen (lies: Wahlen) halber Völker leben. Warum soll ich nicht mit einer weiteren Idiotie eines halben Volkes leben können?

Das britische Volk hat sich - die jüngeren durch Enthaltung; die älteren durch Wahl - dazu entschieden, die Sicherheit der EU zu verlassen und sich "allein" auf das große Meer der Globalisierung zu wagen. 

Ich respektiere diese Entscheidung. 

Trotzdem halte ich diese Entscheidung für eine der größten Dummheiten, die ein europäisches Volk begehen kann. 

Da die Briten auf diesem Weg aber die weitere Stabilisierung und Entwicklung der EU erleichtern, hält sich mein Bedauern über den kommenden Abstieg der unteren und mittleren Schichten (und der ist so sicher, wie das "Amen!" in der Kirche) in sehr überschaubaren Grenzen. 

Insofern hoffe ich, dass die "Rest-EU" dieses Votum zum Anlass nimmt, noch einmal in sich zu gehen und zukünftig mehr den Verstand als das Rückenmark zu nutzen.

Kommentar von Agentpony ,

Erfrischend, mal einen ordentlich strukturierten Beitrag zu lesen.

Das britische Volk hat sich - die jüngeren durch Enthaltung; die älteren durch Wahl - dazu entschieden, die Sicherheit der EU zu verlassen [...]. 

Ich glaube, das kann man nicht genug betonen.

Das Geschrei der Jungen, die Alten hätten ihnen die Zukunft verbaut, ist ziemlich scheinheilig.

Kommentar von Guapotito ,

Nun, aber wenn die Jugend und die Brexit - Gegner, doch so klug sind, warum haben sie dann nicht gewählt. Das "beißt" sich doch irgendwie...

Kommentar von Unsinkable2 ,

Sie waren faul. Stinkend faul. Und politisch desinteressiert, weil sie - wie die meisten Deutschen auch - glaub(t)en, "die Dinge würden sich im Selbstlauf regeln" und "dabei würde schon nichts Schlechtes herauskommen".

Außerdem ist deine Schlussfolgerung falsch. "Jung" heißt nicht automatisch "klug". 

Antwort
von voayager, 35
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

Nein, denn dann würde das Volk zu bloßen Statisten der Hrrschenden umfunktioniert werden, die ja nach Belieben das Volk antanzen lassen und wenn`s nicht passt, dessen Entscheidung einfach abblasen. So was hat dann rein garnichts mehr mit Demokratie zu tun. Entschieden ist also entschieden und nix anderes. Das für Manche Unbequeme ist in Kauf zu nehmen.

Was meinst du wohl wie oft die Regierenden der Schweiz mit den Volksentscheiden unzufriden warn, diese aber stets akzeptierten, einfach weil dort Demokratie noch wás zählt.

Kommentar von oelbart ,

In der Schweiz sind Referenden allerdings auch bindend, oder?

Antwort
von wfwbinder, 41
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

Wozu macht man Volksabstimmungen?

Um den Willen des Volkes zu ermitteln.

Wenn man den hat, dann muss man ihn auch achten.

Wenn es heißt, die jungen haben für den verbleibt gestimmt, so ist das nur zum Teil richtig. Unter den Jungen war der Anteil der Brexitgegner viel größer, aber die jungen Wähler hatten einen großen Anteil "Stimmenthaltungen" weil viele nicht zur Wahl gegangen sind.

Ich kann nicht erst mein Desinteresse bekunden und mich dann beschweren, dass meine Ansicht nicht zählt.

Antwort
von Gpoer, 9
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

Das Ergebnis muss zur Kenntnis genommen werden. So lange abstimmen zu lassen, bis das gewünschte Resultat erzielt ist, halte ich jedenfalls nicht für sinnvoll. 

Antwort
von Almalexian, 75

Ist mir ehrlich gesagt gleich. Wenns dabei bleibt ist es zumindest ein Exempel dafür was passiert wenn man Populisten hinterherläuft. Polen hat wohlm nicht gereicht.

Antwort
von Askomat, 45

Also erstmal haben nur grob 70% der Wahlberechtigten gewählt, der Ausgang war ähnlich viel wie 52% zu 48% für raus aus der Eu. Rund die Hälfte der Wähler hat also für leave gestimmt. In dieser Hälfte für den Brexit ist der Altersdurchschnitt höher, als in der Gruppe die für den verbleib in der Eu gestimmt haben. Die älteren Menschen in Großbritannien haben also gewählt, was die jüngere Generation nicht haben will.

Antwort
von inicio, 9
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

ich vermute auch, dass da einige fuer Brexis gestimmt haben, nur um Bruessel einen denkzettel zu verpassen.

wie planlos und perspektivlos die EU gegener sind und waren, merkt man jetzt wo keiner verantwortung uebernehmen will..

es sit traurig, dass viele juengeren nicht abgestimmt haben und besonders unter diesem beschluss leiden muessen

trauirg finde ich auch, dass zu wenig auf poitives der Eu hingewiesen wurde.

langfritig wird es der englischen bevoelkrung sehr schaden und auch der europaeischen idee -die sowies schon wenig anhanger hatte.

ich finde s nur traurig. klar gibt es sehr viele dinge die zu kritisieren sind , aber das sollte man durch sachlicheund intensive kritk innerhalb der gemeinschaft vorran bringen!

Antwort
von CamelWolf, 30
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

Die Engländer haben sich entschieden und jetzt müssen sie mit den Folgen ihrer Entscheidung leben. 

Dass die Entscheidung als Ergebnis eines Appells an die niedrigsten menschlichen Instinkte zustande gekommen ist, spielt meines Erachtens keine Rolle mehr.

Antwort
von nixiiii, 26

Tja, dumm gelaufen.

Unabhängig vom Ausgang des Referendums gibt es da aber ganz andere Probleme. Zunächst mal hat dieses Referendum lediglich beratende Funktion. Ein Zwang, jetzt tatsächlich aus der EU auszutreten besteht nicht.

Darüber hinaus ist verfassungsrechtlich höchst unklar, wer die Schritte zum Austritt überhaupt einleiten DARF. Der Premierminister wohl eher nicht. Wahrscheinlich eher das Parlament.

Und da kommt der Knackpunkt. Abgeordnete sind ihrem Gewissen verpflichtet und nicht der Empfehlung durch ein Referendum ohne verfassungsrechtliche Grundlage. Und die Mehrheit im Parlament ist nunmal gegen den Brexit.

Auch das ist Demokratie. 

Klar ist, dass es in GB wohl für lange Zeit sehr spannend bleiben wird.

Antwort
von atzef, 24
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

Na ja, was sollen die Medien denn anderes als die nüchternen Fakten darstellen? Die brexit-Befürworter sind nunmal im Wesentlichen alt,  konservativ, dumm und wären mittlerweile wohl wirklich in der Minderheit.

Dennoch sollte das Ergebnis aus EU-Staatsräson heraus akzeptiert werden, alleine schon, um de Briten, der EU und dem Rest der Welt vorzuführen, dass man mit einem Ausscheiden aus der EU nichts gewinnt, sondern nur verliert.

Antwort
von oelbart, 32

Das Ergebnis muss nicht "für nichtig erklärt" werden, denn es ist schon so nicht bindend. Im UK ist das Parlament der Souverän, und wenn das Parlament nicht für den Brexit stimmt, wird der Antrag nicht gestellt.

Die Frage ist, ob es so klug wäre, ein derart aufwändig vorbereitetes Referendum zu ignorieren...

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 22
Vollkommen berechtigt. Es muss ein weiteres Referendum durchgeführt werden!



"Unsere" Medien berichten sehr einseitig.

           

Ich weiß nicht, welche Medien "eure" sind und wie sie berichten. Die Medien, die ich heranziehe, berichten durchaus vielseitig und differenziert.

            

Sie stellen die Menschen, die für den Brexit gestimmt haben als alt, konservativ, dumm und lustigerweise auch als Minderheit dar.



Wie ich schon schrieb, berichten die Medien, die ich heranziehe, differenziert. Es haben alte und junge, konservative, liberale, sozialistische ... Menschen, Ungebildete und Gebildete für den Brexit gestimmt. Aber es ist auch wahr, dass gerade unter älteren sowie unter ungebildeten Menschen der Anteil der Brexitbefürworter überwiegt.

Apropos "lustigerweise": bei genauem Hinsehen haben knapp über 50% der Wahlteilnehmer für den Brexit gestimmt, das sind ca. 36% der Wahlberechtigten - eine deutliche Minderheit des wahlberechtigten Volkes!!! Und ganz offensichtlich finden große Teile des Volkes es überhaupt nicht "lustig", sich von dieser Minderheit den Brexit aufzwingen zu lassen - mit Recht!

                

Es wird behauptet, dass die Menschen, die sich für den Brexit entschieden haben, dies aus Protest getan haben, aber eigentlich gar nicht in der Lagen wären ( sie sind ja dumm) die Auswirkungen abschätzen können.



Dass die Brexitbefürworter eine wahrlich sehr dumme Entscheidung getroffen haben, belegt besonders eindrucksvoll der feige Rückzug der Brexithauptagitatoren, die, nachdem sie begriffen haben, was sie angerichtet haben, nicht daran denken, die Suppe als politisch Verantwortliche auszulöffeln, die sie dem britischen Volk, das auf ihre simple und europafeindliche Propaganda hereingefallen ist, eingebrockt haben!

                   


Ich persönlich bin erstaunt, dass das Ergebnis der Abstimmung überhaupt erlaubt wurde...da hatte wohl niemand mit gerechnet...


"... dass das Ergebnis der Abstimmung überhaupt erlaubt wurde ..."? Das ist billige Propaganda! Da sieht der Fragesteller mal deutlich, wie leicht manche Menschen dümmlicher Propaganda erliegen können, wenn sie nicht in der Lage sind, sich politisch ein Urteil zu bilden und die Folgen ihrer politischen Entscheidungen abzuwägen.

                   

Nun werden Stimmen laut, die den Wahlvorgang anzweifeln und ich gehe davon aus, dass diese Bürgerbefragung für "nicht relevant" erklärt wird.



Bei den Briten, auch bei Brexitbefürwortern, setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein auf europafeindlicher, unbelegter Propaganda getroffener Volksentscheid eine Torheit war, die das Volk selbst revidieren müsste. Daher gibt es eine große Volksinitiative mit dem Ziel, den Volksentscheid zu wiederholen und auch Regeln einzuführen, wann ein Volksentscheid überhaupt gültig sein sollte. Das wäre vernünftig.


Wem würde das nützen ...?



Das ist doch klar: besonders dem britischen Volk, das seine Fehlentscheidung korrigieren, seinen Wohlstand erhalten und den Zusammenbruch ihres Staates verhindern kann, und auch den anderen europäischen Völkern, die Großbritannien als engen und wichtigen Partner in der EU nicht verlieren.

MfG       

Arnold          





Kommentar von Unsinkable2 ,

"... dass das Ergebnis der Abstimmung überhaupt erlaubt wurde ..."? Das ist billige Propaganda! 



Nein, das ist keine "billige Propaganda", sondern ein Bezug auf das griechische Referendum. ;) Oder etwa - zumindest aus der westlichen Sicht - ein Bezug auf das Krim-Referendum.

Ganz offensichtlich gibt es also "erlaubte & nicht erlaubte Referendums-Ergebnisse" bzw. sogar "erlaubte & nicht erlaubte Referenden".

Da sieht der Fragesteller mal deutlich, wie leicht manche Menschen dümmlicher Propaganda erliegen können, wenn sie nicht in der Lage sind, sich politisch ein Urteil zu bilden und die Folgen ihrer politischen Entscheidungen abzuwägen.

Wirklich? Die Einwohner der Krim haben das bewusst getan. Die Griechen haben bewusst abgestimmt. Sie alle haben ihre politische Entscheidung sehr gründlich abgewogen. 

Zumindest gab es nach den Referenden keine derartigen Proteste, wie es sie jetzt in Großbritannien gibt. Offensichtlich war man also mit dem Ausgang der jeweiligen Referenden in der Bevölkerung weitgehend zufrieden.

Dennoch unterscheiden "unsere Medien" offen und ungeniert nach "richtigen & falschen, guten & schlechten Referenden". ... Wer unterliegt also "dümmlicher Propaganda"? ;)

Apropos "lustigerweise": bei genauem Hinsehen haben knapp über 50% der Wahlteilnehmer für den Brexit gestimmt, das sind ca. 36% der Wahlberechtigten - eine deutliche Minderheit des wahlberechtigten Volkes!!!



In diesem Sinne wäre KEINE EINZIGE EUROPÄISCHE REGIERUNG "vom Volk legitimiert". Sie alle retten ihre "Wahlergebnisse" über die schweigende und gezwungenermaßen duldende Masse der Nicht-Wähler.

Warum - und mit welchem Recht - sollte das hier anders sein, nur weil dir das Ergebnis nicht gefällt?

Darüber hinaus war das britische Referendum eine extrem simplifizierte Wahl-Entscheidung. Es ging, anders als bei "normalen" Wahlen, bei denen letztlich Koalitionen jedes Wahlversprechen ad absurdum führen können, nur um ein klares "Ja oder Nein? - Drinnen oder Draußen?"

Es gab KEINERLEI komplexe Entscheidungen, Fragen oder Hintergründe. Es gab KEINERLEI Irritationen hinsichtlich möglicher Konstellationen nach der Wahl.

Wer sich hier enthielt, sagte also klar und bewusst: "Das Ergebnis ist mir egal. Ich kann mit beidem leben."

Eine Wiederholung oder das Ignorieren des Referendums ist also ausschließlich der Willkür jener Leute zuzuordnen, die glauben, dass man so lange abstimmen müsste, bis das Ergebnis gefällig genug ist...

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Nein, das ist keine "billige Propaganda", sondern ein Bezug auf das griechische Referendum. ;) Oder etwa - zumindest aus der westlichen Sicht - ein Bezug auf das Krim-Referendum.

Ganz offensichtlich gibt es also "erlaubte & nicht erlaubte Referendums-Ergebnisse" bzw. sogar "erlaubte & nicht erlaubte Referenden".

Ich lasse mal das Problem der Referenden der Krimbewohner und der Griechen dahingestellt, denn hier geht es allein um die Entscheidung der Briten.

Wenn es etwas gibt, was "erlaubt" wird, dann gibt es auch etwas, was "verboten" werden kann. Es handelt sich aber nicht darum, das Ergebnis des britischen Referendums zu "erlauben" - oder zu "verbieten"! Wer solcherlei Dummheiten behauptet, betreibt billige Propaganda! Sie ist nun einmal in der Welt, diese Referendumsentscheidung für den Brexit, was aber nicht bedeutet, dass es verboten wäre, die Entscheidung des britischen Volkes in Abwägung der Vor- und Nachteile zu beurteilen und diesem Urteil öffentlich Ausdruck zu verschaffen. Das nennt man Meinungsfreiheit! Sie gilt für jeden Menschen, also auch für Medienschaffende - und für dich.  ;-)

(...) Dennoch unterscheiden "unsere Medien" offen und ungeniert nach "richtigen & falschen, guten & schlechten Referenden". (...)

Du hast in deinem Beitrag doch selbst geschrieben bzw. dem Urteil der Medien über den Ausgang zugestimmt, dass die Briten die Folgen ihrer Entscheidung für den Brexit nicht absehen konnten bzw. ihre Entscheidung eine Dummheit sei. Kritik an diesem Volksentscheid ist also durchaus angebracht und richtig und auch den Medien nicht verboten! Ich frage mich, welche sophistische Propaganda du hier betreibst - und warum? :-)

In diesem Sinne wäre KEINE EINZIGE EUROPÄISCHE REGIERUNG "vom Volk legitimiert". Sie alle retten ihre "Wahlergebnisse" über die schweigende und gezwungenermaßen duldende Masse der Nicht-Wähler.

(...)

Darüber hinaus war das britische Referendum eine extrem simplifizierte Wahl-Entscheidung. (...)

Es gab KEINERLEI komplexe Entscheidungen, Fragen oder Hintergründe. (...)

Wer sich hier enthielt, sagte also klar und bewusst: "Das Ergebnis ist mir egal. Ich kann mit beidem leben."

Eine Wiederholung oder das Ignorieren des Referendums ist also ausschließlich der Willkür jener Leute zuzuordnen, die glauben, dass man so lange abstimmen müsste, bis das Ergebnis gefällig genug ist...

Zwischen einer parlamentarischen Regierung und einem Volksentscheid gibt es erhebliche Unterschiede, die deinen Vergleich schief machen. Regierungen müssen sich wenigstens verantworten, auch werden ihre Entscheidungen permanent beurteilt, nämlich durch die öffentliche Meinung und regelmäßige Wahlen, bzw. geprüft durch andere staatliche Gewalten. Insofern lassen sich Entscheidungen parlamentarischer Regierungen aufschieben, um vernünftiger Überlegung und Prüfung Raum zu geben, oder verbessernd abwandeln oder gänzlich kassieren.

Deinem Urteil, "das britische Referendum (sei) eine extrem simplifizierte Wahl-Entscheidung" gewesen und es habe "KEINERLEI komplexe Entscheidungen, Fragen oder Hintergründe" gegeben, kann ich nicht zustimmen, weil es vollkommen falsch ist. "Extrem simplifiziert" war die Wahl-Alternative, die Fragestellung, während die Wahl-Entscheidung selbst aufgrund ihrer sehr komplexen Folgen, die sich nicht nur auf die gegenwärtigen, sondern auch noch auf zukünftige britische Generationen auswirken werden, z. B. wenn Großbritannien auseinanderbricht, das genaue Gegenteil war! Mich wundert sehr - oder auch nicht mehr :-)) -, dass dir diese höchst bedeutsame Differenzierung nicht aufgefallen ist.

"Das Ergebnis ist mir egal. Ich kann mit beidem leben": woher weißt du denn, was die britischen Nichtwähler zum Fernbleiben bewegt hat? Du weißt es nicht, aber ein solches Denken passt dir in den Kram. Könnte es denn nicht auch sein, dass viele britische Nichtwähler deswegen nicht zur Wahl gegangen sind, weil sie es sich wegen der Kompliziertheit des Themas und der Unmöglichkeit, Wahrheit und Propaganda zu unterscheiden, nicht zugetraut haben, so oder so zu entscheiden?

Um es abschließend nochmals klar zum Ausruck zu bringen: eine so dumme, die Folgen nicht erkennende und berücksichtigende Entscheidung der Briten - in diesem Urteil sind wir uns ja einig - muss, wie auch eine unsinnige oder verfassungswidrige Entscheidung einer Regierung, korrigiert oder kassiert werden können. Eine Wiederholung des Referendums jetzt, da immer mehr Briten begreifen, welchen Unfug sie angerichtet haben, wäre eine sinnvolle Lösung des Problems. Wäre es nicht sogar angeraten und sehr demokratisch, dem Volk eine Möglichkeit zu eröffnen, sich selbst zu korrigieren?  Das hat mit "Willkür" - ein propagandistischer Vorwurf! - nichts zu tun, sondern mit politischer Verantwortung, die nicht nur jeder Politiker, sondern auch jeder Bürger seinem Land und seinem Volk - und der europäischen Gemeinschaft der Völker! - gegenüber schuldet!

Antwort
von Artus01, 28
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

Klar, nun paßt es einigen nicht. die Ratten (Initiatoren des "Brexit") verlassen das sinkende Schiff.

Nun stimmen wir so lange ab bis das Ergebnis paßt.

Antwort
von scorch, 59
Vollkommen berechtigt. Es muss ein weiteres Referendum durchgeführt werden!

Nach der Abstimmung haben viele bedauern für ihre Entscheidung bekundet und man hat über verschiedenste Wege erfahren, dass sich viele kaum oder gar nicht mit den Folgen der beiden Entscheidungen auseinandergesetzt haben. Für mich ist das ein Armutszeugnis des britischen Volkes. Dummheit und Desinteresse müssen bestraft werden aber nicht so und nicht auf kosten derer die ihre Zeit und Mühe investiert haben. Jetzt sollte Menschlichkeit vor Paragrafenreiterei gelten. Wenn das Referendum zu Gunsten der EU ausfällt kommen diejenigen die es fast verbockt haben mit dem schrecken davon und wenn der austritt nochmal bestätigt wird haben diejenigen die sich jetzt betrogen fühlen immerhin Gewissheit das es tatsächlich der Wille des Volkes war.

Antwort
von hydrahydra, 50

Ich persönlich bin erstaunt, dass das Ergebnis der Abstimmung überhaupt erlaubt wurde...

--- Häh? Wieso muss man denn ein Abstimmungsergebnis erlauben?

Kommentar von Herb3472 ,

Hab ich mich auch gefragt, als ich das gelesen hab.

Kommentar von Askomat ,

Hab's nachgeschaut: in Großbritannien muss einem Referendum durch das Parlament zugestimmt werden.

Kommentar von hydrahydra ,

Ja, okay... dem Ergebnis aber nicht. Und das ist doch die Frage...

Kommentar von nixiiii ,

Quelle? - Mir wäre das neu.

Antwort
von Resevers, 63
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

Natürlich feuern die Medien dagegen, sie werden ja schließlich vom Staat Kontrolliert .

Der Brexit, schlägt der EU ziemlich auf denn Magen. 

Das ziel der EU ist es einen super Staat zu errichten.  

Um die Völker zu entmündigen,  und neben Gesetze durch zu schmuggeln, zu gute der Konzerne

Natürlich auch zum vorteil der USA, die wollen Europa zu Vasallen machen, gegen Russland.

Kommentar von Almalexian ,

Beweise? Nicht? Ok.

Kommentar von Resevers ,

Beweise finden sich wie z.b im Brexit, warum so einen Hate gegen denn Brexit ?

Warum schmuggelt das EU Parlament Ceta, an denn Bürgern vorbei ?

Warum wird niemand im EU Parlament  gewählt ?

Warum nimmt die EU, Bankrotte Staaten auf ?

Warum Stationiert die USA immer mehr Truppen, an der Grenze zu Russland ?

Und da gibs noch viel mehr ! 

Kommentar von hydrahydra ,

Warum wird niemand im EU Parlament  gewählt ?

FAIL! https://de.wikipedia.org/wiki/Europawahl

Kommentar von Resevers ,

"meist über die nationalen Parteien"

Die Nationalen Parteien stellen die Kandidaten.

Wo hab ich da Mitbestimmungsrecht ? 

Wenn hast du denn zuletzt gewählt ?

Kommentar von Almalexian ,

Zunächst mal, das sind keine Beweise sondern Suggestivfragen. Der Brexit wird gehasst weil er ein von Populisten getriebenes widersinniges Großprojekt ist das Europa und noch mehr GB viel kosten wird.

Das EU-Parlament wird von den Bürgern der EU bei der Europawahl gewählt, Blitzbirne.

Die EU nimmt keine bankrotten Staaten auf. Sie hat strukturschwache Staaten aufgenommen und zum eigenen Vorteil aufgebaut.

Weil es von Russland aus momentan zunehmend Provokationen gibt und die NATo zu der auch die EU gehört Stärke demonstrieren möchte. Wir sind dabei geografisch gesehen die Grnez zu Russland, nicht Amerika, daher müssen sie die wohl hier stationieren.

Und dein Mehr will ich angesichts deiner bisherigen "Beweise" gar nicht hören. Du denkst mit deinem Bauch.

Kommentar von atzef ,

Wie kontrolliert denn bei uns der Staat die Medien? Du kannst nicht einfach russische Zustände auf den rest der Welt übertragen.

Das EU-Parlament "schmuggelt" gar nichts, auch nicht CETA "an den Bürgern" vorbei.

Alle im EU-Parlament sitzen da, weil sie gewählt wurden!

Die EU hat noch nie einen "bankrotten" Staat aufgenommen.

Die EU ist nicht zustädig für Militärentscheidungen der USA und der NATO. Die wiederum - einschließlich Deutschlands - stationieren Truppen in NATO-Partnerländern, die sich vor der auf der Krim und in der Ostukraine demonstrierten Aggressivität des russichen Neoimperialismus fürchten und machen dem Kremelzwerg unmissverständlich deutlich, dass er ein paar in den Nacken bekommt, wenn er dort ähnlich wie in der Ostukraine und auf der Krim die russische Minderheit als 5. Kolone missbrauchen möchte...

Kommentar von Herb3472 ,

@Resevers: na Du bist ja ein ganz ein schlauer! Du hast ja den vollen Durchblick! Fragt sich nur, bei was.

Kommentar von Resevers ,

Hast du nen Argument, gegen meine Theorie vorzuweisen ?

Kommentar von hydrahydra ,

Die Theorie, dass niemand im EU-Parlament gewählt wird, lässt sich schon mal ganz flott entkräften.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europawahl

Und auch ansonsten ist es so, dass der, der eine Theorie vorbringt, Beweise zu erbringen hat, und nicht umgekehrt. Abgesehen davon sollten sich manche Leute mal schlau machen, was eine Theorie von einer Behauptung unterscheidet.

Kommentar von Resevers ,

(sorry für denn doppel Post)

"meist über die nationalen Parteien"

Die Nationalen Parteien stellen die Kandidaten.

Wo hab ich da Mitbestimmungsrecht ? 

Wenn hast du denn zuletzt gewählt ?


Und auf meine Anderen aussagen kannst du nicht eingehen, weil du sie nicht "wiederlegen" kannst.



Kommentar von hydrahydra ,

Die Nationalen Parteien stellen die Kandidaten.

Zur Wahl stellen kann sich jeder, auch über Wählergruppen. Und ja, man kann nur wählen, wer sich zur Wahl stellt. So funktioniert das nunmal. Und ja, ich habe bei der letzen Europa-Wahl gewählt.

Und noch mal, du bist derjenige, der Behauptungen aufstellt ohne Beweise. Und nachdem du noch nicht mal wusstest, dass das EU-Parlament gewählt wird, sind deine anderen Behauptungen kein Stück glaubwürdiger geworden.

Antwort
von earnest, 13

Die Formulierung deiner Frage ist sehr einseitig.

Deine Schlussfolgerungen sind - Stand jetzt - reines Wunschdenken.

Was wirklich Sache ist: Das Referendum wäre für eine künftige Regierung nicht rechtlich bindend. Ein weiteres Referendum wäre nicht erforderlich.

Deine Umfrage ist in dieser Form irrelevant. Wir könnten auch über das Wetter abstimmen.

Gruß, earnest


Antwort
von DerJudas31, 47
So funktioniert Demokratie. Das Volk hat für den Ausstieg gewählt und dabei bleibt es.

So siehts aus

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