Frage von Monseigneur, 243

Sollen wir jetzt den Griechen Geld für Flüchtlinge geben?

Griechenland verlangt Plan B von Brüssel  hinsichtlich des vermeintlich geplatzten Pakts mit der Türkei. Ist das wirklich besser, den Griechen die 6 Milliarden zu geben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von soissesPDF, 63

Das wird die EU schlicht müssen.
Der Türkei als nicht EU-Mitglied Milliarden zu spendieren und sich erpressbar zu machen, aber dem EU-Mitglied Griechenland nichts, ließe sich nicht begründen.
Dem würde sich Italien sofort anschließen und ihrerseits Milliarden einfordern.

Wer a sagt wird auch b sagen müssen.
Und Deutschland darf die Zeche bezahlen, für Merkels Einladung "wir schaffen das".
Wer die Musik bestellt der zahlt.

Antwort
von uncledolan, 102

Hallo,

Griechenland verlangt deswegen Geld von der EU, weil diese sich nicht an ihr eigenes Flüchtlingsabkommen hält. Die vereinbarte finanzielle und personelle Unterstützung der Griechen bei der Bewältigung der großen Zahl von Flüchtlingen ist an vielen Stellen ein Versprechen geblieben und wurde nicht umgesetzt. Griechenland muss jetzt viele Flüchtlinge aufnehmen und diese versorgen, ohne die entsprechenden Mittel und Ressourcen zu haben. Wenn das Ganze nicht in einer humanitären Katastrophe enden soll, müssen die anderen EU-Länder mehr Flüchtlinge aufnehmen oder zumindest finanziell Griechenland unterstützen.

Im Gegensatz zur Türkei ist Griechenland eine wirkliche Demokratie, die nicht an jeder Stelle und mit offensichtlich falschen und vorgeschobenen Begründungen die Menschenrechte verletzt und mit einem autokratischen Personenkult mehr und mehr auf eine Eskalation zusteuert. Griechenland ist also ein um Längen verlässlicherer und den deutschen Interessen mehr zugeneigter Staat als die Türkei. Wenn du mich fragst, ist das EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen ein von Machtpolitik und Nationalismus geprägtes Abkommen, dass die türkische Autokratie nur noch mehr stärkt und von allen den Flüchtlingen am allerwenigsten hilft. Natürlich ist es notwendig, Geld an die Türkei zu zahlen, damit diese den Flüchtlingsandrang bewältigen kann, aber es ist doch noch viel wichtiger, humanitäre Katastrophen in Ländern zu verhindern, in denen diese noch zu verhindern sind und es noch klare demokratische Rechtsstaatlichkeit gibt.

Kommentar von veritas55 ,

Die vereinbarte finanzielle und personelle Unterstützung der Griechen bei der Bewältigung der großen Zahl von Flüchtlingen ist an vielen Stellen ein Versprechen geblieben und wurde nicht umgesetzt. Griechenland muss jetzt viele Flüchtlinge aufnehmen und diese versorgen,ohne die entsprechenden Mittel und Ressourcen zu haben. Wenn das Ganze nicht in einer humanitären Katastrophe enden soll, müssen die anderen EU-Länder mehr Flüchtlinge aufnehmen oder zumindest finanziell Griechenland unterstützen.

So ist es !!!

Antwort
von veritas55, 21


Alle EU-Staaten die nicht bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen sollten zu einer anteilmäßigen Ausgleichszahlung verpflichtet werden ! Dabei muss natürlich das wirtschaftliche Potential mit berücksichtigt werden.

Von dem (fragwürdigen) Abkommen mit der Türkei sollte das getrennt behandelt werden - das ist eine ganz eigene Geschichte. Denn die Türken haben ja ebenfalls zahllose Flüchtlinge zu versorgen und sollten nicht noch zusätzlich für das despotische Verhalten ihres Staatschefs bestraft  werden - immerhin hat ihn jeder Zweite nicht gewählt und seine Gegner leiden sowieso schon darunter, ganz abgesehen davon, dass mit dem einbrechenden Tourismusgeschäft der Hauptwirtschaftszweig wegfällt.

"Entweder die Griechen oder die Türken zu unterstützen" ist also keine Lösung - die Probleme müssen nach Möglichkeit gemeinsam bewältigt werden.

Fakt ist aber was uncledolan geschrieben hat, dass die Griechen bislang - entgegen aller Versprechungen - völlig im Stich gelassen wurden und auf eine humanitäre Katastrophe zusteuern die uns alle im Endeffekt teuer zu stehen kommen wird.

Kommentar von pontios94 ,

nette idee mit den ausgleichszahlungen

wäre sicher auch durchsetzbar jedoch zweifle ich irgendwie an die motivation mancher staaten ganz vorne zB die ungarn oder die polen

im momentanen europa welches immer weiter nach rechts abdriftet ist dieser gedanke leider nur fiktion

Antwort
von Daria700, 3

Griechenland hat genug von Deutschland bekommen sollten keinen Cent mehr kriegen.Es kommt nichts zurück.

Wer gibt den Deutschland Geld für Merkels Flüchtlingswahn?

Antwort
von Monseigneur, 73

Gerade in der faz gelesen:

Nach kritischen Äußerungen ihrer Menschenrechtsbeauftragten hat die Bundesregierung klargestellt, dass sie an dem EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei festhält. „Die EU und die Bundesregierung stehen zu der Vereinbarung mit der Türkei und gehen davon aus, dass die Türkei das Abkommen erfüllt“, sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer

Das Abkommen sei nicht „perfekt“ und auch noch nicht in allen Punkten umgesetzt, sagte auch der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer. Aber die Bundesregierung stehe „in vollem Umfang hinter diesem Abkommen“.

Ist das vielleicht die Lösung?

Kommentar von PolluxHH ,

Sagen wir so - es wäre die Lösung, welche die Flüchtlinge vor den Toren der EU hielte, angesichts der aktuellen Flüchtlingspolitik der EU (hat etwas von den drei Affen) eine nicht zu verachtende Option ...

Antwort
von archibaldesel, 132

Das ist die logische Konsequenz, wenn sie die anderen EU-Länder weiterhin weigern, Flüchtlinge aufzunehmen. Wir können ja kaum die Griechen, die eh schon keine Kohle haben, mit dem Problem alleine lassen. Dasselbe gilt übrigens für Italien.

Antwort
von MrHilfestellung, 113

Es ist besser die griechische Regierung zu unterstützen als die türkische.

Alle Geflüchteten in Griechenland und Italien zu lassen ist aber trotzdem keine Lösung.

Kommentar von Gilgaesch ,

Na klar ist es keine Lösung aber zumindest eine erste Maßnahme außerdem glaube ich, dass die Leute di fliehen nicht gerade erpischt darauf sind in einem Diktaturstaat zu warten

Kommentar von MrHilfestellung ,

Richtig. 

Eine Lösung kann aber nur eine Verteilung der Geflüchteten auf alle EU-Staaten sein. Ich bin auch für das Einstellen von deutschen Fördermitteln an Staaten, die sich weigern. Wie zum Beispiel Polen oder die Slowakei.

Antwort
von 1988Ritter, 81

Ja natürlich.

Wobei man Griechenland das Geld ja gar nicht direkt geben muss.

Europa stellt sich als einheitliche Gemeinschaft dar, und tritt im Innen- und Außenverhältnis auch so auf. Dann soll Europa auch hingehen und im sich Bereich der Grenzsicherung von nationalem Denken verabschieden, und die Grenzen als europäische Grenzen ansehen.

Es ist ja sowieso total unverständlich, warum man in Europa Sicherheit schaffen will, und die größte Sicherheitsfrage, sprich die Grenzsicherung, dann einem Drittland wie der Türkei überläßt. So ein Unsinn dürfte in der Geschichte einmalig sein.

Zu Zeiten des kalten Krieges haben wir hier in Deutschland ein Tiefflieger-Radar installiert, um gegen einen Angriff der UDSSR gewappnet zu sein.

Dieses Radarsystem kann man zum Beispiel abbauen, und auf den griechischen Inseln und Festland installieren. Dabei würde wahrscheinlich sogar mehr rauskommen als Flüchtlingsaktivitäten.

Weiterhin können Teile der Atlantikflotten der europäischen Staaten ebenfalls ohne Probleme  zur Grenzsicherung verlegt werden.

Kommentar von veritas55 ,

Was die gemeinsame Verantwortung für die EU-Grenzen betrifft, hast du recht, aber die flüchtenden Menschen durch militärische Maßnahmen abzuwehren ist genauso zynisch wie der Vorschlag von NewKernroy.

Soll deine Atlantikflotte die Boote "ohne Probleme" torpedieren oder was ? Unmöglich was sich manche kranke Hirne hier ausdenken!!!

Kommentar von 1988Ritter ,

Das ist nicht krank sondern nennt sich Grenzsicherung.

Militärische Einheiten sind in dem Rahmen vor Italien schon tätig, und retten täglich Menschen. Es geht also weniger um das Torpedieren, als um das professionelle Handeln.

Der zugegebene Nebeneffekt wäre allerdings wirklich militärisch zu bezeichnen, da Herr Erdogan so einen Eindruck von Stärke erhalten würde. Das ist aber nur der Nebeneffekt.

Antwort
von PolluxHH, 100

Das Beste aus deutscher Sicht (und Deutschland wäre in jedem Fall Hauptfinanzier, mittelbar oder unmittelbar) wäre ökonomisch, die Flüchtlinge in Deutschland unterzubringen, denn sie haben eine Sparquote von annähernd Null und dann finanzierten sich die Flüchtlinge zu einem großen Anteil selber. Dies kann man vereinfachend in Analogie zum Haavelmo-Theorem betrachten.

Bei 6 Mrd. an Griechenland (ähnliches könnte man auch für Italien formulieren) wirkte es ähnlich, allerdings zum Vorteil für die griechische Wirtschaft. Da wir aber eh ständig Mittel nach Griechenland verbringen, die dort irgendwie versickern, könnte man durchaus einen Teil dieser Mittel für Flüchtlinge aufbringen, also müßte dann nicht volle 6 Mrd. zusätzlich zahlen, sondern nur den nicht selbstfinanzierenden Anteil, gemutmaßt 20%, also 1,2 Mrd. Euro. Es wäre sogar, richtig angefaßt, die zweitbeste Lösung. Zudem ließe sich hier eine vorteilhafte Mittellenkung erreichen, so daß die Hilfe auch in Griechenland wirklich etwas bewirkt.


Kommentar von Monseigneur ,

Ein sehr guter Ansatz. Ich sehe aber das Problem an der immer höheren Anzahl derer , die sich vor Fremdem fürchten , siehe afd.

Dass Deutschland Einwanderer braucht ist auch klar , aber so?

Unterstützung für Griechenland auch ok , aber an die richtige Adresse.

Kommentar von PolluxHH ,

Ich wollte ja auch zum Nachdenken anregen. Was auch zu berücksichtigen ist ist die große Bevölkerungsdichte in Deutschland im europäischen Vergleich, was die Aufnahmefähigkeit auch begrenzt.

Wir haben nur ein riesiges Presseproblem. Man zeige mir die Presseberichte, welche 2015 im Zusammenhang mit Flüchtlingen aus Syrien nicht von "Asylanten" sondern von Flüchtlingen in Abgrenzung zu Asylanten sprachen. 2015 wurden knapp 95% der syrischen Flüchtlinge eine Flüchtlingseigenschaft ohne Asylberechtigung zuerkannt, dabei auch hier beruhend auf höchstrichterlichen Entscheidungen vor dem Hintergrund der Rechtslage vor dem 01.12.2013. Durch die Einführung eines subsidiären Schutzes wäre ggf. zu erwägen, ob diese Urteile damit nicht obsolet wurden.

Asyl aber ist gedanklich mit "dauerhaftem Aufenthaltsrecht" verknüpft, Flüchtlingseigenschaft ohne Asylberechtigung und ein subsidiärer Schutz aber nur mit einer befristeten, wenn auch verlängerbaren Aufenthaltsberechtigung. Entsprechend sieht auch eine angemessene Integration vollständig anders bei den jeweiligen Status aus. Indem man alles unter Asyl faßt und von Integration spricht, wird ein komplett falsches Bild geschaffen. Dadurch hat die Presse (als auch Politiker wie Frau Roth, die z.B. in "Hart aber Fair" nicht nur Asyl unter Art. 16 GG einsortierte, seit 1993 ist es unter Art. 16a GG zu finden, sondern auch alle Flüchtlinge aus Syrien grundsätzlich als asylberechtigt darstellte, s.o.) auch einen großen Anteil an dem Rechtsruck in der Republik durch Desinformation, ob nun aus mangelnder Kompetenz oder vorsätzlich sei dahingestellt. Es ist immer PR-technisch gut, Feinde zu fördern, denn mehr Feind, mehr Ehr'.

Deutschland wie auch Schweden und Österreich sind an die Leistungsgrenze gegangen, schon alleine um Ungarn zu retten, nur die EU mauert weiterhin. Die größte Dreistigkeit war ja die Aussage von Herrn Tusk, welcher Deutschland Regelbruch vorwarf. Nach Griechenland darf seit 2011 keine Dublin-Überführung mehr stattfinden, nach Italien gemäß Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte nur bei Zusagen im Einzelfall und die Dublin-Verordnung läßt sogar - war es Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO? - ein Selbsteintrittsrecht zu, d.h. die freiwillige Entscheidung eines Staates, von der Anwendung eines Dublin-Verfahrens abzusehen. Damit hätte eine Anwendung der Dublin-III-VO nur Zeit und Geld gekostet, ohne etwas zu ändern. Der größte Witz aber war, daß Herr Tusk Deutschland die Schuld an bder Flüchtlingswelle in die Schuhe schob. Die Welle war längst da, als Deutschland die Grenzen öffnete, aber zu dem Zeitpunkt war insbesondere Ungarn komplett überlaufen und kurz vor dem Kollaps, was aber außer Österreich, Deutschland und Schweden niemanden zu interessieren schien. Im Außenverhältnis ist die EU verantwortlich und die EU hat die Flüchtlinge über die EU-Grenze gelassen, nicht Deutschland. Der Rest ist dann eine Verteilungsfrage. Doch die Presse hat nicht wirklich protestiert, sondern teils sogar Herrn Tusk Recht gegeben (vielleicht auch, weil in absehbarer Zeit Landtagswahlen anstanden).

Durch das so angeheizte Klima gegen Flüchtlinge ist das Potential zur Aufnahme natürlich nochmals subjektiv reduziert worden. Bliebe also die griechische Lösung. Wenn man nun Mittel, die derzeit in Griechenland versickern, umlenkte auf eine Unterstützung für Flüchtlinge, dann verteilten sich die Gelder automatisch über insbesondere den Einzelhandel auf die Wirtschaft und die Verwaltung wäre der Politik weitestgehend entzogen. Dies führte aber immer zu einer besseren Allokation der Mittel, als die derzeitige Form der Unterstützung. Man bräuchte sich nicht einmal großartige Gedanken machen, es regelte sich fast von alleine. Genau das meinte ich mit

Zudem ließe sich hier eine vorteilhafte Mittellenkung erreichen, so daß die Hilfe auch in Griechenland wirklich etwas bewirkt.

Kommentar von Monseigneur ,

Bezüglich der Presseproblematik kann ich dir nicht zustimmen.
Man bezeichnet es als Asyl , weil die Antragsteller keinen Antrag wegen Krieges stellen , sondern weil sie vom derzeitigem Regime verfolgt werden , bezogen auf Syrien.

Aufnahmefähigkeit in Deutschland begrenzt sehe ich auch nicht , da man außerhalb der Ballungsräume sehr wohl Platz hätte , man muss ja nicht alle in die Großstädte ansiedeln.

Nun zu Herrn Tusk. Teilweise hast du recht , man kann nicht alles den Deutschen in die Schuhe schieben. Das was man aber betonen sollte , war die jahrelange Lethargie der EU , insbesondere Deutschlands in der Flüchtlingspolitik. Erinnern wir uns doch mal an die ertrunkenen Flüchtlinge in Italien vor drei - vier Jahren. Empörung gegenüber Italien geäußert, trotzdem nichts unternommen.

Rechtsruck , was soll man dazu sagen. Gründe wird es immer wieder geben , ist kein Flüchtlingsphänomen , kann auch der Euro oder die Griechen sein.

Natürlich ist das Klima aufgeheizt , wir würden sonst ja kaum darüber diskutieren.
Bei der Umlenkung der Gelder sehe ich aber leider schwarz. Das klappt nicht mal in Deutschland , geschweige denn in Griechenland.

Zusammengefasst sehe ich keine wirklich befriedigende Lösung. Dadurch verschleppt man nur die Probleme in nicht absehbarer Zeit.

Kommentar von PolluxHH ,

Wie ist das mit Misswahlen und dem Weltfrieden? Eine wirklich befriedigende Lösung wird es nur geben, wenn nirgends mehr der Druck so hoch ist, daß man fliehen muß. Dann aber wären wir nicht mehr "zufrieden", denn das ginge nur unter Aufteilung des Lebensstandards der Industrieländer. Eine wirtschaftliche Problematik in Nationen schafft politische Probleme etc. ... . Übrigens liefen die überwiegenden Anträge von Syrern 2015 über Kriegsflucht als Begründung, aber §2,3 und 4 AsylG werden über einen Asylantrag entschieden, Asyl aber bedeutet den Entscheid auf eine Asylberechtigung, also § 2 AsylG, was in der Bevölkerung auch mehrheitlich so verstanden wird. Da aber alleine die Flucht selber (allerdings über die damals nötige Angabe einer Verfolgung für einen Asylantrag, Kriegsflucht war vor dem 01.12.2013 nur ein Abschiebehindernis) eine Verfolgung bei Abschiebung für Syrer vor dem 01.12.2013 auslöste, wurde ihnen höchstrichterlich die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt. Damit bleibt Asyl eine unwahre Tatsachenbehauptung hinsichtlich Syrer.

Sicher hat sich auch Deutschland bis 2015 der europäischen Lethargie untergeordnet, aber wohl, weil es keinen Alleingang starten wollte. Was hätte Deutschland inm Mittelmeer zu suchen gehabt? Es war EU-Sache und damit die EU in der Pflicht, nur die EU wollte mehrheitlich das Problem aussitzen. Ein Allöeingang, wie 2015 zeigte, hätte die Lethargie nicht durchbrochen.

Die Aufnahmefähigkeit sah ich auch weniger räumlich beschränkt als logistisch und politisch (wobei die Pressearbeit zusätzlich beschränkend wirkte), doch ist es politisch nicht klug, Flüchtlinge in die Pampa zu setzen, zumal es dort auch an Infrastruktur fehlt. Dennoch ist weniger besiedelten Ländern grundsätzlich ein höheres räumliches Potential zu Aufnahme von Flüchtlingen zuzugestehen.

Beim Rechtsruck ging es mir nicht um "natürliche Schwankungen", sondern um einen durch unsaubere Berichterstattung induzierten / provozierten Anteil.

Zusammenfassend wird es auf lange Sicht keine befriedigende Lösung geben, aber die aktuellen Ansätze sind wenig angetan, zumindest in die richtige Richtung zu wirken. Das aber ist ein Defizit, welches so nicht hinzunehmen sein sollte.

Kommentar von Monseigneur ,

Die Zufriedenstellung einer Misswahl , mit der eine Lösung für die Flüchtlinge gleichzustellen , empfinde ich als antonym.

Aus dem ständigen Paragraphenreiten , in Zusammenhang mit der Presse , mutmaße ich einen leichten Hang zu Verschwörungstheorien.

Unterordnung Deutschlands kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Es war nur bequem, aus dem Auge ....aus dem Sinn.

Deutschland ist sehr wohl in der Lage logistisch , als auch politisch zu agieren, wer will das bestreiten , das ist bestimmt nicht das Problem. Habe auch nicht über Hintertupfingen gesprochen , verteilen ist das Zauberwort.

Rechtsruck nun ja , in anderen Ländern sieht es auch nicht besser aus , und ich meine auch die außerhalb Europas.

In der Zusammenfassung gebe ich Dir aber recht , Glückseligkeit wird man sicher nicht erlangen. Der Weg dahin sollte aber nicht , aus welchen Gründen auch immer , durch Egoismus , Umstandskrämerei und Taktik erschwert werden. Es geht um Menschenleben , die keine Schuld an der Misere haben.

Kommentar von PolluxHH ,

Die Sache mit der Misswahl war nur dazu da, deutlich zu machen, daß der Wunsch nach "Weltfrieden" als allgemeine Formulierung allgegenwärtig ist (und auf dem abstrakten Niveau auch wirklich ernst gemeint), teils sogar bei der Planung eine entsprechende Zielausrichtung angedacht wurde, aber die konkrete Durchführung nicht selten sogar kontraproduktiv ist. Alle fürchten die Teile jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft, aber was ist mit der Kraft, die stets das Gute will, aber stets das Böse schafft? Da sind wir irgendwie blind. Dabei fand ich den Verweis auf Misswahlen noch die unschuldigste da direkteste Form. Ein Flüchtlingsproblem auf der abstraktesten Ebene wird es solange geben, wie kein "Weltfriede" hergestellt ist. Betrachtet man die aktuelle Realität, ist Weltfrieden entweder eine naive Vorstellung oder eine utopische Fiktion, aber dennoch eine finale Lösung für das Flüchtlingsproblem. Antinomie (ich denke, daß Du das meintest, denn Antonomie ist rein sprachwissenschaftlich definiert) ist also nicht ganz treffend.

Und die Sache mit der Paragraphenreiterei diente dazu, um hier eine sachliche Basis zu schaffen. Wenn ich den Vorwurf unwahrer Tatsachenbehauptungen erhebe, kommt mir eine Beweispflicht zu, der ich damit entsprochen habe. Nach Ziffer 2 des Pressekodex kommt umgekehrt der Presse eine Verpflichtung zur angemessenen Recherche zu. Dabei ging mir die Berichterstattung soweit an den rechtlichen Vorgaben vorbei, daß ich hier bei einer dem Pressekodex entsprechenden Recherche nicht mehr eindeutig von Fahrlässigkeit ausgehen kann. Umgekehrt wäre es an mir zu hinterfragen, weshalb jemand, der gerade inhaltlich eine unwahre Tatsachenbehauptung als gegeben sachlich begründet hat, sich dadurch den Vorwurf gefallen lassen müßte, ggf. einen Hang zu Verschwörungstheorien zu haben.

Infrastrukturelle Logistik bezog ich dabei nicht nur auf Unterkunft und Verteilung, sondern auch auf Unterstützungsleistungen, angemessene Integrationsangebote etc. sowie die zielgerichtete Koordination.

Kommentar von Monseigneur ,

Auch ein kleiner Held rettet öfter mal die Welt.

Kommentar von Gilgaesch ,

Klar wäre dieser Ansatz rein finanziell sehr gut aber politisch kann die Regierung das momentan einfach nicht machen. Das stärke dan Pegida und AFD und so kurz vor einer Wahl ist das sehr schlecht

Kommentar von PolluxHH ,

Auch Dir vielen Dank für deinen Kommentar, den ich im Kommentar auf Monseigneurs Einwand integrativ mit abzuarbeiten versucht habe, wovon ich hoffe, daß es Dir recht ist.

Antwort
von NewKemroy, 76

Auf jeden Fall ist es in Griechenland wärmer und man braucht nicht so dickwandige Häuser und Heizung wie in Deutschland, um über den Winter zu kommen. Die EU sollte am besten eine große unbewohnte Insel kaufen und dort ein lauschiges Flüchtlingsheim schaffen.

Kommentar von veritas55 ,

man braucht nicht so dickwandige Häuser und Heizung wie in Deutschland,

Da bist du falsch informiert: die letzten Winter waren in Griechenland zeitweise kälter als in Deutschland und erschwerend kommt hinzu, dass die Gebäude (Isolation, Heizungen) nicht darauf eingerichtet sind. Holz ist zudem Mangelware, so dass alles mögliche zum Heizen verwendet wird was in den Städten die Luft verpestet. Das ist bereits ein riesiges Problem.

Dir sollte zumindest bekannt sein, dass die griechische Bevölkerung seit Jahren "dank" der unmöglichen Auflagen selber extrem von Armut betroffen ist - die Versorgung der zahllosen Flüchtlinge trifft die Griechen unvergleichlich härter als unseren Wohlfahrtsstaat.

Außerdem sind unbewohnte Insel gewöhnlich unbewohnbar weil es entweder kein Trinkwasser und/oder nur eine ungenügende Vegetation gibt - Flüchtlinge dort aussetzen zu wollen ist deshalb an Dummheit oder Zynismus nicht zu überbieten !

Kommentar von NewKemroy ,

Nein.

Kommentar von veritas55 ,

Klar - du bist ein ganz Toller !

Antwort
von atzef, 50

Immer mit der Ruhe.

Noch ist das Flüchtlingsabkommen nicht geplatzt und die Türken können es sich eigentlich auch gar nicht leisten, es platzen zu lassen. Das ist nur maulheldische Großspurigkeit.

Sollte es wieder Erwarten doch passieren, muss natürlich Plan B her und die Geldströme werden nach Griechenland umgeleitet. :-)

Kommentar von Monseigneur ,

Natürlich ist es noch nicht soweit. Angesichts der aktuellen Lage in der Türkei , wird es aber nicht lange dauern.


Die Frage ist ja nicht wer das Geld kriegt.Ich denke eher an eine langfristige Lösung.


Deutschland hat ein Auswanderungsproblem , letztes Jahr sind knapp 1 Millionen ausgewandert. Geburtenproblematik , offene Ausbildungsplätze , kulturelle Vielfältigkeit , um nur ein Paar zu nennen.


Wäre es nicht besser das Geld im Land zu behalten , selber davon zu profitieren , und auch humanitär ein Zeichen zu setzen?

Wäre das nicht eine Win-Winsituation? ;-)

Kommentar von atzef ,

Nein.

Erstens wären die Zu- und Abwanderungsströme quantitativ nicht gleich.

Zweitens würde man weder kurz- noch mittelfristig aufgrund von Sprachproblemen und Ausbildungsdefiziten so umstandslos weder Ausbildungsplätze noch offene Stellen besetzen können.

Drittens ist das politisch der Bevölkerung nicht weiter vermittelbar. Die müsste derartige Zuwanderungsströme aber gesellschaftlich mittragen. In dieser Hinsicht sehe ich die Kapazitätsobergrenze mittlerweile erreicht. Bei Mehr droht die Stimmungslage immer weiter nach rechts abzukippen. Nicht mein Interesse.

Viertens verlassen uns ja nicht wirklich Deutsche, sondern zumeist Ausländer und ehemalige Asylanten. Und auch unter den jetzigen Flüchtlingen würden viele ein Leben in der Heimat in Sicherheit einem in Deutschland vorziehen. Insofern sind viele der aktuellen Flüchtlinge die Auswanderer von morgen und übermorgen...:-)

Kommentar von Gilgaesch ,

Und die Geburtenrate steigen mittlerweile auch wieder in DE

Kommentar von Monseigneur ,

1. Milchmädchenrechnung: 1Mio. gehen - 1 Mio. kommen , so ca. 

Meintest du vielleicht was anderes?

2. wir denken in größeren Dimensionen , wir werden ja nicht kurz oder mittelfristig aussterben nicht wahr?

3. Gebe ich dir recht.

4. Kann sein. Mich würde eine Quellenangabe interessieren. Wenn es nicht große Umstände macht , bitte angeben.

Kommentar von atzef ,

1. Ich dachte, dir würde vorschweben, sämmtliche knapp 3 Millionen Flüchtlinge aufzunehmen, die derzeit in der Türkei gestrandet sind...

2. ist natürlich richtig. :-)

3. trennt uns kein Blatt. :-)

4. Belegen kann man das ja nur mit vergangenen Zahlen. Für die Zukunft ist das nur eine These, die aud der Etrapolation dieser zahlen beruht...

2014 etwa verließen 744.000 Ausländer Deutschland und ca. 144.000 Deutsche. Das dürfte 2015 für eine insgesamt leicht erhöhte Zuwanderungszahl ähnlich sein.

https://mediendienst-integration.de/migration/wer-kommt-wer-geht.html

Kommentar von Monseigneur ,

1. Bei mir schwebt eigentlich vieles , das aber nicht. Es wäre schlichtweg eine Zumutung.

2. Konform 

3. Dito

4. Diese Information reicht mir. Dachte aber nicht das der Unterschied so groß ist. Danke nochmal für dein Engagement.

Antwort
von Gilgaesch, 88

Ja klar, ist nur fair, wenn man das Geld was die Türkei hätte kriegen sollen den Greichen gibt und diese dann auch stark unterstützt.

Zum einen sind die Griechen ohnehin noch hoch verschuldet, und das Geld können die gebrauchen und griechenlands Regierung ist vl nicht die beste der Welt aber wenigstens keine Todesstrafe oder Diktatur.  

Kommentar von Monseigneur ,

Auch ok , wir wollen aber nicht die Problematik Griechenlands lösen , sondern das der Flüchtlinge.

Stimme dir aber zu , dass Griechenland demokratisch nicht mit Türkei gleichzustellend ist.

Kommentar von Gilgaesch ,

Man könnte aber versuchen beide Probleme zu lösen, dann hätten die EU Staaten eine guten Grund, Schulden auch zu erlassen ohne die eigenen Bevölkerung zu verstimmen.

Antwort
von lesterb42, 60

Die Griechen schaffen das nicht. Sie sollten einen Teil ihres Theritoriums an die EU verpachten und die das machen lassen.

Kommentar von Monseigneur ,

Klar die schaffen das nicht.

Idee gut , leider nicht in der Praxis umzusetzen.

Kommentar von lesterb42 ,

Natürlich wird hier auch der Teufel im Detail liegen aber im Ansatz doch wohl besser als den Kommunisten in Athen einfach einen Scheck geben oder ?

Kommentar von Monseigneur ,

Na ja , ich erinnere mal an den Hunsrück-Airport-Deal. Flugahfen Hahn ohne jegliche Sicherheiten an Chinesische Investoren verkauft. :-)

Kommentar von lesterb42 ,

Wurde  nicht verkauft, weil nicht gezahlt wurde.

Kommentar von Monseigneur ,

Folgekosten aber in Mio. Höhe für die Landesregierung.

Kommentar von lesterb42 ,

Es gibt keine Gleichheit im Unrecht bzw. im Unvermögen. Nur weil A schlecht gelaufen ist muss man doch bei B nicht einen ähnlichen Fehler machen oder umgekehrt.

Kommentar von Monseigneur ,

Wo du recht hast , hast du recht

Kommentar von veritas55 ,

Welche "Kommunisten" ?

Antwort
von Biance, 4

Aber selbstvertändlich Türkei bekommt doch auch.

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