Frage von Ivaaana, 115

Soll oder Haben?

Ich kenne zwar die Definition von Soll/Haben aber ich schaffe es bei Buchungen einfach nicht zu verstehen wann etwas im Soll/Haben verbucht werden muss. Und kann mir jemand erklären wann man etwas als Forderung verbucht?

Lg :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Steuerbaer, 66

Wenn du einen Buchungssatz aufstellen sollst, versuche dir zuerst zu überlegen, welche Konten da betroffen sein könnten. Zum Beispiel, wir verkaufen Waren auf Ziel. Hier entstehen zum einen Umsatzerlöse und i.d.R. Umsatzsteuer. Da wir aber noch kein Geld als Gegenwert erhalten haben (Verkauf auf Ziel), haben wir eine Forderung auf die Kaufpreiszahlung gegenüber dem Kunden. Wir müssen also für diesen Buchungssatz die Konten Umsatzerlöse, Forderungen und Umsatzsteuer irgendwie unterbringen.

Als zweiten Schritt solltest du überlegen, was für Arten von Konten, die eben gefundenen sind. Forderungen zum Beispiel ist ein aktives Bestandskonto. Aktive Konten nehmen im Soll zu und im Haben ab. Hier haben wir einen Zugang der Forderungen - also SOLL. Umsatzerlöse ist ein Ertragsonto, diese nehmen im Haben zu. Unsere Erlöse sind durch den Verkauf gestiegen - demnach Umsatzerlöse im HABEN. Die Umsatzsteuer ist ein Verbindlichkeitskonto gegenüber dem Finanzamt - also ein passivisches Konto. Passivische Konten nehmen ebenfalls im Haben zu.

Fassen wir alle diese Erkenntnisse zusammen, können wir folgenden Buchungssatz daraus folgern: Forderungen an Umsatzerlöse und Umsatzsteuer

Wenn du dir bei einem Buchungssatz sehr unsicher bist, kann es hilfreich sein, sich zuerst das Konto herauszusuchen, wo du am besten weißt, ob es im Soll oder Haben stehen muss und baust quasi den Rest drumherum. Generell ist es aber am besten, sich die verschiedenen Kontenarten (Aktive und passive Bestandskonten sowie Aufwands- und Ertragskonten) und ihre Buchungsweise einprägen, dann läuft das Bilden der Buchungssätze (fast) wie von selbst.


Kommentar von Ivaaana ,

Vielen Dank! Sehr hilfreiche Antwort :)

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 27

Immer erst die betroffenen Konten aussuchen. Dann geht es um die Anwendung von ganz wenig auswendig gelerntem.

Ist ein Aktivkonto dabei? Mehrt oder mindert es sich? Mehrung Aktivkonto im Soll (steht ja auch in der Bilanz auf der 'linken Seite'). Auch der Anfangsbestand wird bei Aktivkonten auf die 'linke Seite' geschrieben - Das ist die erste Mehrung auf dem Konto.

Ich sein Passivkonto dabei? Mehrung oder Minderung? Steigt das Eigenkapital direkt durch eine Privateinlage oder steigen die Schulden? Also wie der Anfangsbestand der Passivkonten auf die 'rechte Seite', die Haben-Seite.

Und Mehrungen immer auf Seite verbuchen, wo das Bestandskonto in der Bilanz steht. Minderungen natürlich umgekehrt.

Besonders logisch ist jetzt der Sprung zu den Erfolgskonten nicht, man kann das zwar eleganter herleiten, aber manchmal ist holperig besser zu verstehen.

Verkauft ein Laden an der Kasse drei Irgendwas, was passiert? Der Kunde gibt Geld. Die Kasse ist ein aktives Bestandskonto. Steht in der Bilanz als Aktiva auf der 'linken 'Seite'.

Jetzt brauchen wir für die drei Irgendwas (denke Dir bitte selber für die drei Irgendwas was aus oder lasse es einfach weg) die Konten. Also Geld in der Kasse ist gebucht. Also haben wir als Konten hoffentlich schon Umsatzerlöse und Umsatzsteuer ausgesucht.

Die beiden müssen jetzt das Gegengewicht zur Kasse bilden oder tragen. Soll haben wir gerade in der Kasse gebucht, also ist hier jetzt Haben angesagt. Die 100 % auf Umsatzerlöse und die 19 auf Umsatzsteuer.

Bei Forderungen gem. Deiner Frage gleiches Spiel: Kunde kauft jetzt zahlt später. Die Forderungen gegen unsere Kunden steigen. Also wo stehen die Forderungen in der Bilanz? Auf der Aktivseite. Die Mehrung landet damit ebenfalls auf der linken Seite des Kontos Forderungen...

Wir tilgen ein Darlehen? Darlehen? Passives Bestandskonto. Sinkt. Also Darlehenskonto im Soll. 'Wir tilgen ein' heißt wir bezahlen per Bank, die wird als aktives Bestandskonto im Haben weniger. Also Darl. an Bank.

Wenn Du dass ganze etwas ausführlich brauchst, habe ich mal ein Tutorial auf You Tube gestellt. Video ist gerade über 100 Minuten, die reinen Erklärungen darunter.

Die wesentlichen Sätze, die man sich merken sollte werden genannt. Im Grunde kann man wenn man sich das richtig runter bricht 90 der Geschäftsvorfälle lösen.

Viel Erfolg.

Antwort
von Lazerion, 38

Ich habs immer mit T-Konten vorgestellt.

Da musst du "nur" wissen, wann welche Seite ab- bzw abnimmt wird.

Wenn du die Definition kannst, dann sollte es nicht so schwer sein :D

Und während eines Geschäftsjahrs bucht man vom Soll ins haben.

Bspw. Fll (Forderung) an Umsatzerlöse / an USt

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