Frage von hiroki11, 56

Soll mein Eheman auch gleichzeitig mein bester Freund sein, habe Angst den Partner zu nerven?

Bevor ich für 6 Monate ins Ausland gefahren bin, habe ich mit meinem Freund beschlossen zu heiraten sobald ich zurück bin. Jetzt wo ich im Ausland bin habe ich öfters mal Probleme oder fühl mich einfach allein, aber ich erzähle von all dem meist nur meinem Bruder (der so ist wie ein bester Freund). Ich habe das Gefühl, dass ich meinen Partner damit nerven würde, v.a. weil ich wirklich oft was zu erzählen habe. Und meistens wenn wir dann so 1 Mal die Woche schreiben, beginne ich auch meistens das Gespräch. Er würde auch nie so was schreiben wie : "wie geht's dir die Woche? Wie ist deine neue Arbeit?" Jetzt die frage: Soll denn der EHemann auch unbedingt der Ansprechpartner Nummer 1 sein? Ich habe nie an der Entscheidung ihn zu heiraten gezweifelt, nur dass zwischen uns einfach diese enge beste Freunde Ebene nie wirklich da war.

Antwort
von 2012infrage, 18

Ein klares JA. Der Partner ist derjenige, mit dem man sein Leben verflechtet. Er sollte der allerbeste Freund und Ansprechpartner sein. Man teilt nicht nur den Körper, sondern auch den Geist und die Seele. Man teilt das Leid und den Schmerz und die Freude verdoppelt sich. 

Beziehung ist der Versuch, aus Zwei EINS zu machen. Das geht nicht, wenn man sein Innerstes anderen öffnet und dem Partner immer nur die Fassade zeigt. Das ist mühsam und anstrengend. Und es scheitert, alles bleibt nur an der Oberfläche, es findet keine wirkliche Ver-Bindung statt. 

In den östlichen Traditionen heißt es, dass es 21 Jahre braucht, bis man sich wirklich kennengelernt hat. 7 für den Körper, 7 für den Geist, 7 für die Seele. Das ist keine Instant-Beziehung.

Beziehung heißt deshalb Beziehung, weil man sich auf den anderen bezieht. In jeder Lebenslage. Wie soll man denn den anderen sonst verstehen, seine Worte, sein Handeln, wie wird man selber verstanden, wenn man sich nicht öffnet? Ohne sich verstehen zu wollen, enden Streitigkeiten nur in nervende Frustration und es gibt Mißverständniss zuhauf und bald stellt man die ganze Beziehung in Frage.

Es gibt verschiedene Ebenen beim sich-Öffnen, es kann immer tiefer gehen, das ist kein leichter Weg, denn ist man ehrlich, vor allem zu sich selbst, dann kommen auch alle "Leichen", Peinlichkeiten und Manipulationen ans Licht. Doch tragen wir die ALLE in uns, ohne Ausnahme. Das zu erkennen ist der Sinn des sich-Öffnens. Beide sind schon eines, sie spielen nur zwei. 

Bein einerräumlichen Trennung ist die geistige Ver-Bindung um so wichtiger, sonst schweift der Focus leicht mal ab auf einen anderen Bezugspunkt und man fängt an zu zweifeln. 

LG

Antwort
von konstanze85, 31

Er muss nicht Dein bester Freund sein, allerdings finde ich es schon merkwürdig und bedenklich, wenn seine zukünftige Frau im Ausland ist und er nicht mal fragt, wie es dort ist, wie es Dir geht und wie die Arbeit läuft. Das klingt nach starkem Desinteresse und da ist die Schneise zwischen gutem Freund und liebendem Partner doch zu groß.

Antwort
von MonikaDodo, 27

Das sollte dir zu denken geben!
Wenn er nie fragt ist das Desinteresse! Einen Mann, von dem ich das Gefühl hätte ihn evtl. Zu nerven würde ich nicht heiraten!

Antwort
von hiroki11, 22

Desinteresse in so fern, wenn ich ihm dann was schreibe, wie meine neue Arbeit ist, dann interessiert es ihn auch irgendwie.

Er ist halt generell sehr schüchtern, daher dachte ich vielleicht liegts daran. Und generell haben wir uns immer direkt unterhalten und nie gechattet, ist halt schon irgenwie anders.

Antwort
von kawaiiakiko, 26

Ich denke nicht, das der Ehemann der Ansprechspartner Nummer 1 sein muss, aber so wie du das hier beschreibst, ist er überhaupt kein Ansprechpartner für dich. Wenn du das Gefühl hast ihn mit deinen Problemen zu nerven.. wieso willst du ihn dann heiraten? Wie kann man mit jemandem den Rest seines Lebens verbringen wollen, bei dem man das Gefühl hat ihn zu nerven? Hört sich unangenehm an.

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