Frage von Schwampel, 136

Soll man Essgestörten mit Körperschemastörung sagen, dass sie z.B. zu dünn sind?

Magersüchtige z.B. empfinden sich ja als zu dick, obwohl sie mitunter viel zu dünn sind. Ursächlich ist eine gestörte Selbstwahrnehmung. Soll man solchen Menschen dann (oft) sagen, dass sie zu dünn sind, damit sich Ihre Selbstwahrnehmung normalisiert?

Danke.

Antwort
von bubblefisch, 77

Das akzeptieren die eh nicht, also kann man es lassen. Man muss es denen anders zeigen und so läuft die Therapie auch ähnlich ab. Zum Beispiel nimmt man ein Seil und sie soll ihren Umfang vom Oberkörper (Bauch eigentlich) am Seil zeigen. Also was die denkt ,wie dick sie sei. Und dann legt man das Seil um ihr Bauch und zeigt ihr wie es wirklich ist. Meist verschätzen die sich um das doppelte oder dreifache oder sogar mehr, der eigentlich Größe. Davon gibt es noch mehrere Arten, aber ich empfehle eh eine professionelle Behandlung. Denen einfach nur ständig sagen das sie dünn sein bringt nämlich nichts. Man müsste es etwas anders machen, oder halt eine andere Methode nutzen, wie ich da oben schon erwähnt habe.

Antwort
von Mell1990, 66

Ich war selbst einige Jahre Magersüchtig. Auf der einen Seite fand ich mich zu dick, auf der anderen Seite habe ich es als Bestätigung gesehen wenn mir jemand gesagt hast: du bist viel zu dünn,...
Denn das ist ja genau das was ich erreichen wollte, dünn sein und somit hat es mich in meinem handeln bestärkt, was ja auch nicht sinn der sache ist.
Aber ich denke da ist jeder anders

Antwort
von recoveryjacky, 22

Hallo ich bin auch selbst gefangen in dieser krankheit und ich finde es am besten wenn man sich gar nicht darüber äussert wie andere meinen körper empfinden denn egal was sie sagen es ist immer falsch. Also lass es lieber sein und versuche das thema zu wechseln :)

Antwort
von dasadi, 57

Ich denke, es ist nicht gut, dieses Thema mit einem Essgestörten überhaupt zu thematisieren, sofern er sein Problem nicht schon erkannt hat und dagegen angehen will. Um Hilfe annehmen zu können, ist es zwingend erforderlich, dass der Erkrankte bereits weiß, dass er eine gestörte Selbstwahrnehmung hat. In so mancher Klinik wird der Körperumfang auf eine Tapetenrolle gemalt, da ein Blick in den Spiegel gar nichts bringt.

Antwort
von moopel, 66

Ich selbst konnte das überhaupt nicht haben... Als ich noch nicht wusste/ es nicht sehen wollte, dass ich magersüchtig war, habe ich immer gedacht, die Menschen wollen nicht, dass ich abnehmen will. Die wollten nicht, dass ich genauso schlank bin wie die. Ich sollte für die immer das Moppel bleiben, damit die selbst das nicht werden. Ich sollte nicht schöner werden als die. Ich fühlte mich angegriffen und dachte die Menschen sind gegen mich. Die würden mich anlügen, dass ich so dünn sei, damit ich aufhöre. Und wenn die mich da anlügen, lügen die auch bei anderen Sachen....

Jetzt wo mir es bewusst ist, dass ich krank bin, es trotzdem nicht sehe, dass ich dünn bin, mag ich es auch nicht. Ich weiß es und das ist auch gut. Aber ich möchte es nicht dauerhaft anhören müssen. Ich möchte normal behandelt werden. Will nicht darüber reden. Dafür habe ich Ärzte. Es gibt so viel anderes zu reden. Dann braucht man nicht über mein Gewicht zu sprechen.

Kommentar von Schwampel ,

geht ja nicht darum, was die essgestörten möchten, sondern, ob es gut für sie ist.

Kommentar von moopel ,

Wenn du das nicht aus der Antwort entnehmen kannst, dann noch einmal in ganz einfach:

NEIN es ist nicht gut! Sie können das nicht richtig verstehen, wenn sie selbst nicht einsehen/ wissen, dass sie magersüchtig sind. Es wird ihnen weder helfen sich richtig wahr zunehmen, noch wird das Ihre Ansicht ändern. Weil das alles mehr, tiefer und komplexer verwurzelt es. Nicht nur, dass sie es falsch aufnehmen können, könnte es auch passieren, dass sie sich weiter von Menschen isolieren, weil die sich belogen fühlen oder so. 

Und NEIN, es ist auch nicht gut, wenn Sie wissen, dass sie krank sind, weil sie wissen, dass Sie zu dünn sind und nicht immer daran erinnert werden möchten. Sie möchten von Freunden und Familie normal behandelt werden und nicht immer darauf angesprochen werden.

Es gäbe für mich kein Grund, dass die ganze Zeit einer Erkrankten zu sagen, weil es nicht helfen kann, bzw wohlmöglich noch weitere Folgen mit sich zieht. Es kann die Selbstwahrnehmung nicht normaliseren, dafür braucht man Psychologen, die durch Therapie und verschiedene Übungen, die richtige Wahrnehmung wieder zurück bringen. 

Ich hoffe, dass es jetzt verständlicher ausgedrückt

Antwort
von leonielala, 30

Auf keinen Fall!
Kommentare zur Figur/Gewicht sind das Schlimmste für Essgestörte. Sagst du ihr das sie dünn ist, sagt du ihr das sie alles richtig macht (denn dünn ist ja "gut" [denken Magersüchtige]) und nimmt noch mehr ab.
Außerdem geht es bei der Essstörung ja nicht direkt um das Gewicht. Es geht Ihnen eher psychisch nicht gut und sie wollen wenigstens etwas unter Kontrolle haben...
Sie denken eigentlich auch nicht das sie dick sind, sondern sie finden sich nicht dünn genug. Zwinge sie auch nicht zum Essen.

Kommentar von Schwampel ,

und wie schafft man dann eine bereitschaft, dass sie sich behandeln lassen?

Kommentar von leonielala ,

Es gibt diverse Hilfen für angehörige im Internet. Was ich dir sagen kann ist: SO NICHT! Ich war selber magersüchtig und dann ist echt nicht hilfreich.

Antwort
von KatzenEngel, 80

Ich mach sowas nach Gefühl, also je nachdem, wie Magersüchtige drauf ist, ich meine dafür ein Gespür zu haben, ob ichs sagen kann oder in dem Moment besser nicht.

Wie immer: kommt auf Dein Gegenüber an....

Du wirst es schon richtig machen :)

Alles Gute :)

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