minister am 07.10.2007 um 12:26 Uhr
Wir wollen in einen lang ersehnten Kurzurlaub mit der Bahn fahren. Wir haben Angst, dass alles ins Wasser fällt, wenn die Lokomotivführer streiken. Ich würde mir im Falle eines Streiks am liebsten vornehmen, nie wieder Bahn zu fahren, da ein solcher Streik gewissermaßen alle schlechten Erfahrungen, die ich jemals mit der Bahn gemacht habe, auf die Spitze treiben würde. Wie sieht das das Forum?

Die Menschen sind nur immer bis zu dem Punkt tolerant, bis sie selbst betroffen sind. Ich persönlich finde deinen Einwand schon etwas merkwürdig. Weil du in den Urlaub willst stellst du die gesamten Forderungen der Lokführer, die teilweise berechtigt sind in Frage.

Ich kann Dein Argument leider nicht nachvollziehen. Verantwortungsvolle Tätigkeiten sollten auch gerecht entlohnt werden und dazu ist die Bahn wohl nicht bereit. Denn Du beschreibst eine Momentaufnahme, in der Menschen für eine Überzeugung eintreten und dem Nachdruck verleihen. Wenn Polizisten streiken würden, meidest Du dann auch den Notruf und wenn die Müllabfuhr streikt, fährst Du dann Deinen Müll selbst zur Kippe? Wohl eher nicht. Da Du ja jetzt schon weisst, dass der Streikfall eintreten kann, such doch nach Alternativen um das Urlaubsziel zu erreichen. Nur ein Beispiel: setz eine Annonce ins Netz, dass Du für die Hin- und Rückfahrt einen Fahrer suchst. Es gibt genügend Menschen, die bereit wären, sich auf dem Wege etwas dazu zu verdienen.
minister am 7. Oktober 2007 12:50 Ihre Antwort enthält alle meine Argumente mit Ausnahme dessen, dass dies alles Berufe sind, in denen Streiks Erpressung sind und wir alle Geiseln. Jeder, der Lokführer geworden ist, hat vorher gewusst, zu welchem Gehalt er das macht. Sie haben bereits 10 Prozent geboten bekommen. In welchem anderen Beruf gibt es zehnprozentige Lohnerhöhungen?
Knowledge am 7. Oktober 2007 15:08 Richtig, Minister. Und haben Reisebusfahrer, Krankenschwestern o. ä. keine verantwortungsvollen Berufe?
Falsch man hat den Lokführern auch nur 4,5% mehr gehalt angeboten. Und für jede weitere Stunde mehr Arbeit gäbe es weitere 2,5 %. Dies ist nicht wirklich ein prickelndes Angebot.
Eigentlich geht es doch gar nicht nur um die Lokführer. Es ist das Problem dieser Gesellschaft. wo jeder nur seinen eigenen Vorteil sieht. Ludwig Erhard hat übrigens sinngemäß einmal gesagt, daß es den Reichen nur gut gehen kann, wenn es den Armen gut geht. Und davon sind wir meilenweit entfernt.
Es würde mir sehr leid tun, wenn Dein/Euer Urlaub dadurch ins Wasser fallen würde.
Allerdings sollte auch Lokführern ein vernünftiges Gehalt gezahlt werden.
Die Sorge über eine möglicherweise stark beeinträchtigte oder ganz entfallende Urlaubsreise ist natürlich verständlich. Die daraus in Betracht gezogene Folgerung wäre aber übertrieben und hielte einer vernünftigen Reflexion nicht stand.
Ursache des Streiks ist ein Tarifkonfklikt zwischen der Gewerkschaft der Deutschen Lokführer und dem Unternehmen Deutsche Bahn AG. Die Folgen betreffen die Fahrgäste, diesen zu schaden ist aber keine Handlungsabsicht. Bei solchen Interessengegensätzen sind gestörte Reisepläne einzelner Fahrgäste kein berechtigter Grund, grundsätzlich einer Seite eine völliges Nachgeben vorzuschreiben (Verzicht auf wirkungsvolle Interessenvertretung bzw. Eingehen auf alle Forderungen). Das Angebot einer Lohnerhöhung ist anscheinend mit der Forderung nach Mehrarbeit verbunden, eine Annahme daher nicht selbstverständlich.
Der Gedanke wirkt wie eine emotionale Reaktion, die einen schon aufgestauten Ärger aufgrund schlechter Erfahrungen verstärkt, und mit einer Blickverengung verbunden ist.
Gibt es denn keine Möglichkeit, auch mit Verspätung zum Ziel zu gelanden oder nach Information über die aktuelle Streiklage in diesem besonderen Fall notfalls auf ein andere Weise hinzugelangen?
Der Streik selbst ist keine vernünftige Argumentationsgrundlage, das Verkehrsmittel Bahn völlig abzulehnen.

Persönlich kannst und solltest du es nicht nehmen, da die Lokführer ja nicht gegen die Mitfahrenden, bzw. Bahnnutzer streiken. Es sind die Arbeitsbedingungn (Zeiten, Geld etc. pp. ) im Großen, die diese Leute streiken lassen.

Wenn eine Gruppe - hier die Lokführer, früher mal die Fluglotsen - einen Grossteil der Bevölkerung als Geisel nimmt, um eigene Interessen durchzusetzen, dann ärgert mich das schon.
Herr Mehdorn, der eigentliche "Gegner" im Tarifpoker, wird davon eher nicht betroffen sein, da er wohl mit Dienstwagen und Chauffeur zur Arbeit kommt.

Ich empfinde diesen Streik auch als nicht angebracht - 30% Lohnerhöhung ist unverschämt. Die angebotenen 10% Erhöhung sind mehr, als die meisten anderen Arbeitnehmer je bekommen werden.
Und ich empfinde das sehr persönlich - ich kann auch nicht streiken: Wenn ich nicht Arbeite bekomme ich kein Geld!
Das Motto sollte sein: Nicht streiken - sparen.
fahr halts früher los, die bahnleuten werden nicht auf dich hören
Selbstverständlich, damit du politisch in Zukunft für bessere Arbeitsbedingungen eintrittst, sodass keine Streiks mehr nötig sind.