Frage von HinataHime, 66

Soll ich's nochmal versuchen(Selbsthilfegruppe)?

Letztes Jahr hab ich zweimal versucht eine Selbsthilfegruppe für Jugendliche(16-21)mit sozialer Phobie zu gründen.Es ist bei beiden Malen niemand gekommen,obwohl sich beim zweiten mal welche gemeldet hattet.Jetzt überlege ich,es wieder zu versuchen,ein letztes mal noch.Aber ich weiß,dass wenn's wieder nicht klappt (die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch) ich mich mal wieder richtig schlecht fühlen werde.Abgesehen davon kommt bei mir wegen diesen Aussichten wenig Motivation,wieder herumzulaufen und Flyers zu verteilen. Es ist mir aber irgendwo schon wichtig,Leute im realen Leben kennen zu lernen und mich mit denen auszutauschen.Damit ich nicht komplett den Bezug zur realen Welt verliere.Jedoch wird's mit fast absoluter Sicherheit nicht klappen.Egal wie sehr ich mich anstrenge. Was meint ihr,soll ich's machen oder lieber lassen?

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von XxAngerFreak2xX, 12

Hallo :)

erstmal eine klasse (sehr sehr gute) Idee ! 

Zu Deiner Frage sage ich auch Du sollst es nochmal versuchen, wenn
es irgendwie geht würde ich aber versuchen die Sache etwas langsamer, ohne Druck und vielleicht mit etwas Vorbereitung und Hilfe angehen.

Ich weiß natürlich nicht warum es bisher nicht geklappt hat, aber
ich halte es so sehr ich die Idee auch bewundere für nicht für sehr einfach.

Aber bevor ich jetzt anfange zu überlegen woran es gelegen haben
könnte: lass Dir diese Idee nicht ausreden, Du kannst das schaffen, ich
schreibe das nicht um Dich zu entmutigen, eher weil man vllt. darauf basierend,  eventuell auch mit Hilfe von anderen überlegen könnte, was man noch machen könnte damit so eine gute Idee auch ankommt.

Und nochwas vorab: ich kann natürlich nur mutmaßen, da ich das
Umfeld Deiner bisherigen Aktionen nicht kenne.

Also Probleme die ich sehe (für die es aber auch Lösungen gibt):

Das Thema Suizid, Depessionen/Ängste/Soziale Phobie ist (leider
!!!) immer noch ein Tabuthema in unserer angeblich so offenen Gesellschaft und das obwohl in Deutschland alle vier Minuten ein Mensch versucht sich das Leben zu nehmen und deutlich mehr Menschen durch Suizid sterben als durch Verkehrsunfälle (Autounfälle, Flugzeugabstürze und alle anderen Verkehrstoten). D.h. durch Unkenntnis ist das Thema bei vielen mit falschen Schamgefühlen belegt und insofern lassen sich Informationen dazu sehr schwer verbreiten.

Menschen die von den o.g. Problemen betroffen sind (das kennst Du
bestimmt auch, bei mir als gelernter Depri war das in meinen schwereren
depressiven Phasen auch so) sind meistens schon etwas sensibler (für mich eine positive Eigenschaft), aber in den akuten Phasen leider oft extrem ängstlich und unsicher. D.h. selbst wenn eine Idee gut ist oder ein betroffener Interesse hätte, er traut sich vielleicht nicht gleich, aus meiner eigenen Deprierfahrung würde ich sogar sagen, er kann sich unter Umständen gar nicht so einfach trauen. Natürlich ist gerade deswegen eine Selbsthilfegruppe eine gute Idee, weil es unter Gleichbetroffenen etwas einfacher ist, aber der erste Schritt bleibt dennoch sehr schwer.

Ein Problem kann auch sein, dass Betroffene nicht wollen dass
eventuell Bekannte oder z.B. die Eltern was mitbekommen. Ich bedauere zwar sehr dass sich Menschen schämen für etwas für das es gar nichts zu schämen gibt, aber ich glaube es ist bei den meisten Betroffenen leider Realität.

Naja, dann kann es noch jede Menge andere Probleme geben: fehlende
Mobilität, ein falsches Umfeld der Betroffenen (Angst vor der Reaktion von
Bekannten, Freunden, den Eltern, ....), ....

Leider bin ich kein Profi (Psychologe etc), so dass ich jetzt
erstmal nur Ansätze und Gedankenfetzen zur Problemlösung hinschreiben kann:

Gegen die Tabuisierung des Themas kann man nicht grundsätzlich was
machen, aber vllt. kann man (egal ob man die Idee über Flyer, übers Internet oder sonstwie verbreitet) sich nochmal Unterstüzung holen wie man das am besten so anspricht, dass es bei Betroffenen gut ankommt aber auch nicht Betroffene (die das halt mangels eigener Erfahrung und fehlender Erklärung schlichtweg kaum nachvollziehen können) soweit positiv anspricht, dass sie die Botschaft/das Angebot für eine Selbsthilfegruppe weiterverbreiten.

Das Problem mit den Ängsten der Betroffenen könnte man vielleicht
mit einem Raum im Internet, in dem man sich erstmal im Schutz der Anonymität  „kennenlernen“ kann, etwas entschärfen. Ob das
jetzt ein Blog, der Gasteinträge zulässt oder irgendeine Art von Mailkontakt/Chatgruppe müsste man mal schauen. Vllt. gibt es ja auch irgendeine andere Einstiegshilfe die es Betroffenen etwas leichter macht. 

Tja, was die Ängste vor den Reaktionen von Umfeld, Eltern etc. angeht, da könnte man eben auch mit Vertraulichkeit und einem entsprechend anonymen Einstieg, später eben durch die Wahl von geeigneten Treffpunkten etc. die Sache einfacher machen.

Ich befürchte dass ich hier leider nur sehr allgemeines Zeug schreiben konnte, aber es gibt wie gesagt Stellen wo man sich Hilfe zur Umsetzung der Idee holen kann. Ich weiß ja nicht wo Du wohnst, wobei heutzutage natürlich auch einiges per Internet zu machen ist. Stellen die mir einfallen bei denen man sich informieren könnte wären zum Beispiel der Arbeitskreis Leben, den es in vielen Orten von Baden-Württemberg gibt, auch die Caritas hat bestimmt Beratungsstellen. Gerade heute bin ich noch über eine Seite Initiative Tabu Suizid e.V. Düsseldorf gestoßen und so gibt es eine Reihe von Initiativen und Stellen. Ich habe da noch diverse Links, inwiefern die auch Informationen oder Hilfe für Selbsthilfegruppen bieten können, müsste ich noch in Erfahrung bringen.

 Sry für das viele Geschriebsel, jetzt habe ich Dich vermutlich ins Wachkoma gequatscht, kurz zusammengefasst:

Die Idee ist gut. Ich würde mir diese Idee nicht ausreden lassen, ich würde mir aber auch keinen Druck machen (es sollte nicht sein, dass Du hier
Enttäuschungen erlebst, für die Du gar nichts kannst). Vor dem nächsten Anlauf würde ich mal per Mail oder Telefon bei einigen Stellen anrufen, ob die Tipps oder Hilfe geben können. Ich kann auch gerne mal mich vorab informieren und die eine oder andere Stelle ansprechen wenn Du das willst.

Erstmal
alles Gute und lg :)

Antwort
von Mara2002, 36

Ich würde es nochmal versuchen. Aber du solltest den Leuten das Gefühl geben das du es wirklich ernst meinst damit. 

Antwort
von Seanna, 23

Tu dich doch mit Leuten aus Internet Foren zusammen. Grade Sozialphobiker dürften sich doch DORT am ehesten finden und ansprechen lassen.

Kommentar von HinataHime ,

Ich hab's lange genug im Internet versucht,hatte auch auf so einer Seite einen Aufruf gestartet.Da kam nichts,niemand kam aus der Umgebung.

Antwort
von Biberchen, 23

schau doch erstmal ob es nicht schon eine ähnliche Gruppe in deiner Umgebung gibt.

Kommentar von HinataHime ,

Es gibt keine,ich hatte es schon lange genug gesucht,bis ich auf die Idee kam selbst eine zu gründen.

Antwort
von Youareme, 17

Ich habe Selbsthilfegruppen nicht gerade für nur soziale Phobie aber untereinander helfen sich alle willst da rein?

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