soll ich umziehen oder nicht?

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3 Antworten

So wie du die ganze Situation schilderst, hast du fast keine andere Wahl, als unter der Woche in der nähe der Uni zu wohnen. Dein Mann muss das akzeptieren.

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Hallo,

bevor ich (versuche) Deine Frage zu beantworten, muss ich (ich möchte gar nicht) mich in Euer Privatleben einmischen.
Du schreibst zwar nichts über das Alter Deines Mannes und auch nicht, ob Du jünger oder älter bist. Aber zwischen den Zeilen reime ich mir folgendes zusammen: (sei mir bitte nicht böse, wenn ich das jetzt so schreibe, aber ich habe Gründe, dies vorab zu schreiben).
Ihr seit jetzt noch 'frisch' verheiratet, Dein Mann (leider)ohne Job und ein Pflegefall in der Familie.
Und Ihr lebt weit weg von der nächsten großen Stadt.
Ich vermute, dass Du noch recht jung (vielleicht Mitte 20 bist) und versuchst Deine Qualifikation durch das Studium zu verbessern.
So weit, so schlecht. Die Bedenken Deines Mannes kann ich weder aus ausländerrechtlicher Sicht, noch aus Sicht der Ausländerbehörde, und auch nicht aus Sicht des Arbeitsamts bestätigen. Da liegt er falsch (dazu später mehr).
Ich denke eher, er versucht Dir Steine in den Weg zu legen, weil Deine Absicht 'weg'zuziehen nicht in seine Lebensplanung für Euch beide passt.
Alle Sachen, die Du beschreibst lassen sich relativ einfach lösen, wenn, ja wenn Ihr beide dasselbe wollt. Das aber sehe ich nicht. Ich denke es wäre sehr viel besser sich mal zusammenzusetzen und jeder beschreibt, dem Anderen, wie er sich die GEMEINSAME Zukunft vorstellt.
M.E. hat Dein Mann einfach Angst Dich zu verlieren, wenn Du nicht mehr (sagen wir es böse) unter seiner Kontrolle bist. Wenn Du 4 bis 5 Tage in der Woche von zu Hause weg bist, wirst Du an der Uni neue Leute kennenlernen, neue Freunde gewinnen. Vielleicht erhoffst Du Dir das auch und das ist auch vollkommen OK. Deinem Mann dagegen wird der Gedanke Angst machen, weil er sich vielleicht gerade sehr schlecht fühlt wegen seiner Jobsituation und der Verantwortung für seinen Vater. Bevor es wirklich Stress gibt und Du ernst machst mit der 'Wochenend-Beziehung' MÜSST ihr zusammen dieses Problem aus der Welt schaffen. Dabei kann ich Euch nicht helfen....Aber Ihr müsst das bedenken und wirklich klären BEVOR Du umziehst.
Dann wird Dich Dein Mann auch unterstützen.

Zur Sache:
1° - Eheleute KÖNNEN nur einen gemeinsamen 1. (ersten) Wohnsitz haben. D.h. egal ob Du in einem Studentenwohnheim bist oder mit eigener Bude, solange Ihr verheiratet seit (und Dein Mann dort bleibt wo Ihr jetzt seid) ist das Euer gemeinsamer 1. Wohnsitz. D.h. am Studienort das ist dann Dein Zweitwohnsitz. D.h. auch, dass dann IMMER auch die Ausländerbehörde des 1. Wohnsitzes für Dich zuständig bleibt. Und die wird es (erstmal) nicht interessieren, wo Du schläfst oder auch nicht.

2° meine Vorschreiber verweisen zu Recht auf BafÖG. Darum solltest Du Dich bemühen. Den Antrag zu stellen gleicht einer kleinen Magisterarbeit und ist ohne Hilfe nicht zu schaffen. An jeder UNI gibt es aber ASTA etc. Da gibt es Leute, die Dir helfen können. Da es bei BaföG immer um Geld geht, wird Dein Mann irgendwo UNTERSCHREIBEN müssen (hier geht es darum, ob Du nicht evtl. mit einem Scheich aus Dubai verheiratet bist, der Dein Studium finanzieren könnte). Du wirst also nicht umhin kommen das mit ihm zu besprechen. In Eurer derzeitigen finanziellen Situation bist Du qualifiziert Bafög zu bekommen. Daher verweise ich auf oben: Klärt Eure Zukunftswünsche!. Du musst das klären mit ihm, weil er im Antrag auf Seite XX bestätigen muss, dass er DEIN Studium nicht finanzieren kann. Du bist also auf seine Mithilfe(=Unterschrift) da angewiesen.

3° Ohne Bafög geht es auch. Nur wirst Du dann nebenher arbeiten müssen. Das empfehle ich aber gerade NICHT, wenn man gerade mit dem Studium beginnt/begonnen hat.

Die Frage ist, ob Du evtl. in Eurem Heimatdorf arbeiten gehen kannst (sozusagen als Kompromiss), da viele Studentenjobs (Kellnern, Dienstleistung) eben gerade fürs Wochenende angeboten werden ?

Zusammengefasst: Sprich mit Deinem Mann! Nimm ihm (falls er sie hat) die Angst, Dich zu verlieren! Beantrage BafÖG (mit Hilfe vom ASTA)!

Ich wünsche Euch viel Glück!

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So wie es sich für mich anhört, möchte dein Mann einfach
nicht, dass du unter der Woche wo anders wohnst/ und oder studierst.

Ich selbst studiere auch und ich kann dir sagen, dass eine
Fahrtzeit von 3,5 Stunden selbst einfach viel zu viel ist. Wenn du wirklich studieren möchtest, bleibt dir eigentlich keine Alternative, als umzuziehen.

Du hast einige Möglichkeiten. Hast du dich schon in einem Studentenwohnheim beworben? Sie sind meistens günstig und man kann sie auch als Student mieten, das heißt ohne regelmäßiges Einkommen nachweisen zu können. Das gleiche gilt für viele Studenten WGs. Bei einer 1 Zimmerwohnung kann (muss aber nicht) es tatsächlich ein Problem sein, dass dein Mann arbeitslos ist, allerdings bekommt er ja zusätzlich ein kleines Gehalt als Pfleger seines Vaters. Auch ist es die Frage, ob er Harz 4 bekommt, oder Arbeitslosengeld.

Wenn du mit einem Deutschen verheiratet bist, hast du ja ein
dauerhaftes Aufenthaltsrecht, oder? Es kann sehr gut sein, das du unter diesen Umständen BaFög beantragen kannst, also staatlichen Förderung für Studenten mit geringen finanziellen Mitteln. Das musst du zwar teilweise zurückzahlen, aber erst einige Jahre nach dem Studium und zu sehr günstigen Konditionen. Wenn du neben dem Studium noch arbeiten musst und am Wochenende nicht in der Stadt bist, ist auch mit einem Umzug nicht mehr allzuviel Zeit für das Studium und es wird sich sehr in die Länge ziehen. Das würde ich mir sehr genau überlegen, denn auch dein Mann wird wollen, dass das Studium so schnell wie möglich vorrüber ist. Ich würde mir deshalb auch überlegen, ob nicht ein KFW Studienkredit für dich in Frage kommt.


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Kommentar von null815nicname
09.04.2016, 19:26

Schau mal hier: http://www.bafög.de/de/wer-hat-anspruch-auf-leistungen--370.php und hier http://www.bafög.de/ und auch hier: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Studieren-Qualifizieren/F%C3%B6rderprodukte/F%C3%B6rderprodukte-%28S3%29.html

Manche Unis bieten auch ein Teilzeitstudium oder Fernstudium an, aber intesiver und schneller ist natürlich das Vollzeitstudium.

Dass das Amt schimpft, wenn du nicht bei deinem Mann lebst, kann ich mir nach über zwei Jahren Ehe nicht vorstellen. Ich würde auch am neuen Wohnort nur Zweitwohnsitz anmelden. Das sollte dann unter diesen Umständen  kein Problem sein, vor allem, weil du Ausbildungsbedingt anderswo wohnst und am Wochenende weiterhin bei deinem Mann lebst. Und wenn doch, kannst du  mit der Imatrikulation und einem Sperrkonto ein Studentenvisum beantragen. Das sollte aber in deinem Fall echt nicht nötig sein.

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