Frage von Liebemit50, 146

Soll ich trotz Liebe meinen Partner mit Verlustängsten verlassen, damit es ihm besser geht?

Wenn der Partner krankhafte Verlustängste hat, trotz langer Therapiezeit damit nicht klarkommt und der Partnerin quasi suggeriert, dass sie der Grund ist, dass ihn diese schlimmen Ängste fortwährend belasten.... sollte dann die Partnerin auch bei noch so großer Liebe nicht aus dieser Beziehung gehen, damit es dem Verlustängstler besser geht? Oder ist die Verlustangst gar nicht gekoppelt an diese Partnerin, sondern es könnte auch Partnerin xyz sein und eher das Gefühl, dass diese Person dem Verlustängstler gibt, der eigentliche Grund für die Verlustangst ist? Ich weiß, ist etwas chaotisch formuliert, aber mir fiel keine andere Fragestellung ein. Danke im voraus für die eine oder andere Antwort. LG

Antwort
von newcomer, 75

mit dem Verlassen des Partners mit Verlustängsten bestätigst du seine Befürchtungen und Ängste denn dann ist genau das eingetreten wovor er Angst hatte.
Nun kommt es aber hart. Da er dieser Verlustängste hat zeigt sich deutlich dass er in die Beziehung bzw den Partner nicht das geringste Vertrauen hat.
Ohne gegenseitiges Vertrauen ist eine Beziehung auf Dauer nicht tragbar da für den Teil der nicht eifersüchtig ist das Leben zur Hölle wird.
Ich weiß wovon ich rede denn ich war ca. 9 Jahre mit krankhaft eifersüchtigen Person verheiratet.
Einen Anlass zur Eifersucht hatte ich nie geliefert auch nicht im Ansatz.
Ich brauchte nach der Scheidung einige Jahre um wieder normal denken zu können.

Kommentar von Liebemit50 ,

Wir führen schon seit Anfang 2009 diese Beziehung, fast von Anfang an waren diese Ängste da, ich habe sie aber nicht als krankhaft angesehen, da ich mich eigentlich zuerst darüber freute, dass ein Mann sich um mich sorgt. Mein Ex-Mann hat das nie getan, im Nachhinein hat er aber wohl Vertrauen zu mir gehabt - das ist mir heute auch klar und es war zumindest... gesund! Mein Partner ist seit Januar in stationärer Behandlung (Akutstation mitgerechnet) - seit Februar habe ich ihn nicht mehr gesprochen und gesehen, Ende April hat er mir geschrieben, dass diese Kontaktsperre bzw. Armut "gewollt" ist und seitens der Therapeuten irgendwann aufgehoben wrd, wenn sie meinen, er bekommt das hin. Ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob das alles so richtig ist - wenn es ihm ohne mich besser geht, dann gebe ich ihn auf und lecke meine Wunden. So wie es war, darf es nicht mehr werden - aber wem sage ich das? Dankeschön für Deine Antwort!

Kommentar von newcomer ,

es gibt für euch 2 tatsächlich noch eine Möglichkeit wieder zueinander zu finden wenn er bereit ist da mit zu machen.
Die Grundeinstellung beider Partner muß es sein dass sie sich sicher sind dass sie auch ohne den Partner leben könnten.
Jeder hat die Möglichkeit sich in der Partnerschaft zu entfalten und weiter zu entwickeln so dass sich beide wohl fühlen.
Mit der Zeit lernen beide die Bedürfnisse des Partners zu akzeptieren und auch wenn möglich zu berücksichtigen. Falls sich davon etwas aber nicht realisieren lässt wird das ohne Zögern akzeptiert.
Sollten mal Konflikte auftauchen werden die sachlich ausdiskutiert und Lösungsvorschläge erarbeitet an die sich versuchsweise beide halten. Falls eine Lösung nicht funktioniert wird einfach was anderes probiert bis es beide akzeptieren können.
So nach und nach merken beide dass sie ein gut eingespieltes Team sind und sich Gedanken nach mehr sprich Familie machen können.
Nur wenn sie dabei gut kooperrieren klappt es auch mit den Problemen die Kinder mit sich bringen.
Bei alle dem unterhalten sich die Partner kollegial.
Es gäbe zwar noch viele 1000 Ratschläge aber das würde das Thema sprengen.
Viel Erfolg Newi

Kommentar von Liebemit50 ,

Alles was Du genannt hast ist richtig, ich für meinen Teil habe das in der Vergangenheit immer gemacht, denn ich bin weder verlustängstlich noch bindungsunfähig. Ich möchte eigentlich nur eine liebevolle Beziehung mit ihm führen, da habe ich meine bestimmten Vorstellungen von und musste bislang immer zurückstehen, leider. In den letzten 7 Jahren gab es so gut wie keine Konflikte - alleine das hätte mich schon stutzig machen sollen, schon viel eher. Aber ich habe für alles immer eine Entschuldigung gefunden. Obwohl ich dachte als ich ihn lieben gelernt habe, das wir auf Augenhöhe wären, habe ich mich da getäuscht, zumindest was die Beziehung anging - ansonsten verstehen wir uns prächtig und sind vom Intellekt, Gefühl, Sex etc. absolut auf Augenhöhe. Leider steht diese verdammte Angst zwischen uns und ich weiß nicht, ob er sie in den Griff bekommt. Wenn ja besteht sicher die Notwendigkeit, Deine genannten Schritte konsequent zu befolgen. Herzlichen Dank!!

Kommentar von newcomer ,

wenn nun dein Partner für sich selbst eingesehen hat dass er alleine die Ursache seiner Eifersucht ist und sich entsprechend therapieren lässt und nach seiner Therapie du merkst ja damit könnste dich anfreunden wäre ein letzter Versuch zu wagen. Eventuell könnte ihm eine Ehetherapie helfen damit auch der Alltag gelingt

Falls er aber die alte Richtung wieder einschlägt hat es keinen Sinn auch nur eine Minute da weiter zu machen.

Kommentar von Liebemit50 ,

Das sehe ich genauso und es ist leider das, worüber ich in den letzten Monaten durch seine Abwesenheit in der Klinik auch mächtig Zeit hatte, nachzudenken. Auf keinen Fall mehr zurück in das alte Leben mit ihm, wenn er die alte Richtung einschlägt, bin ich weg und ich denke, das weiß er auch, denn ich habe es ihm vor seiner stationären Therapie ganz offen gesagt. Er hat Baustellen, die muss er abarbeiten und ich habe ihm ja den Rücken in den letzten Monaten mehr als freigehalten - mehr geht nicht. Irgendwann muss er ja auch mal wieder aus dieser Käseglocke nach draussen kommen, der Alltag wartet und wenn er noch 1 oder 2 Monate eine Verlängerung bekommt, soll er darüber froh sein. Dann ist er 8 Monate aus dem Verkehr gezogen gewesen und dann muss er auch mal den Arsch hochkriegen und sein Erlerntes anwenden. Es bleibt sehr spannend.... obwohl, ich würde auch gerne mal auf Spannung in meinem Leben für einige Zeit verzichten, sehr gerne sogar!

Antwort
von Turbomann, 67

Wenn jemand krankhafte Verlustängste hat, dann muss er so lange eine Therapie machen, bis er die einigermassen in den Griff bekommt.

Er muss dann aber auch selber mitarbeiten, sonst kann er hundert Therapien machen und keine hilft.

Es bringt dem nichtbetroffenen Partner nicht, wenn er seinen Partner noch liebt und aus Mitleid bei ihm bleibt, oder aus Angst, der andere könnte sich was antun.

Krankfhafte Verlustängste machen die größte Liebe kaputt und manchmal bleibt dem anderen nichts anderes übrig, als dann trotzdem zu gehen.

Man kann sich auch nicht emotional erpressen lassen, weil der Partner nicht ohne ihn leben kann oder er wird als Grund genommen, dass man Verlustängste hat.

Verlustängste kommen nicht aus heiterem Himmel sondern sind tief versteckte Ängste, die teilweise sehr weit zurückliegen können und verschiedene Ursachen haben können.

Kommentar von Liebemit50 ,

Das stimmt alles, was Du schreibst und ich weiß das natürlich auch. Er wird schon seit Januar in der Klinik behandelt, allerdings haben wir seitens der Klinik eie Kontaktsperre (freiwillig, aber er hält sich dran, da er es unbedingt schaffen möchte - immerhin, da bin ich sehr stolz auf ihn!). Mittlerweile muss ich mir aber auch Gedanken in der Richtung machen, wie es weitergeht, denn ich weiß jetzt überhaupt gar nichts mehr über seinen Zustand. Wenn er es nicht schafft wäre es vielleicht wirklich besser, wenn ich mich aus der Beziehung löse, damit er sich nicht mehr so quälen muss. Danke Dir für Deine Antwort!

Kommentar von Turbomann ,

@ Liebemit50

Diese Kontaktsperre ist wichtig in dem Fall und wird nicht umsonst gemacht.

Du kannst stolz auf ihn sein, aber ob dein Stolz anhält wird sich erst nach der Therapie zeigen.

Vielleicht schafft er es ja, es kann alles möglich sein. Sehe doch die Zeit wo er sich jetzt in Behandlung befindet als eine Zeit an, in der du  die letzten Jahre mal revuepassieren lassen kannst und auch etwas Kraft auftanken.

Lasse alles nochmal an dir vorbeiziehen, wie er sich geäußert hat, was er getan hat, vielleicht siehst du jetzt vieles mit anderen Augen an.

Du hast jemand gefunden, der dir die Aufmerksamkeit geschenkt hat, die du vorher vermisst hast. Dann sieht du das mit anderen Augen und eine so starke psychische Störung, die kann man nicht immer sofort erkennen, weil man vieles in Schutz nimmt.

Dir wird einiges auffallen, was für dich vorher normal war.

Lasse die Zeit verstreichen und dann siehst du einiges mit anderen Augen an und dann wirst du für dich die richtige Entscheidung finden. Drücke dir die Daumen.

Kommentar von Liebemit50 ,

Ich glaube Du bist der Erste, der mir bestätigt, dass so eine Kontaktsperre tatsächlich Sinn macht und gewollt und nötig ist. Im WWW habe ich nichts dergleichen gefunden und Freunde und Familie zweifeln auch daran, obwohl ich mir das erklären kann, ich denke die Therapeuten arbeiten mit Konfrontation und da darf ich einfach nicht Bestandteil sein, da ich ja diese Ängste auslöse. Ich fand Deine Nachricht sehr wichtig für mich, denn genau das, was Du beschrieben hast, habe ich tatsächlich in den letzten Monaten gemacht - sehr viel Revue-passieren lassen, was war in den letzten den Ängsten geschuldet, was ist vielleicht sein "Charakter" und was will ich eigentlich... die Frage,  warum ich mir in den letzten 7 Jahren so viel habe gefallen lassen, konnte ich mir noch nicht beantworten, aber das werde ich mit professioneller Hilfe angehen. Positiv daran war, dass ich merke, dass ich mich mag und auch mit mir alleine zufrieden sein kann. Weh tut es nur, weil ich ihn sehr liebe aber ihn auch loslassen werde, wenn es nicht mehr geht. Das Aushalten habe ich ja in den letzten Monaten gelernt und auch das macht irgendwann einen Sinn. Es macht immer alles irgendeinen Sinn, auch wenn es erst einmal weh tut. Ich werde abwarten, bis er sich bei mir meldet und dann, nachdem ich nach 4 Monaten einmal wieder Kontakt zu ihm habe, entscheiden- Step-by-Step - die Chance habe ich unserer Beziehung von Anfang an gegeben, dieser Klinikaufenthalt war für mich (oder uns) die letzte Chance, in die "Schmerzen" unserer alten Beziehung werde ich nicht mehr zurückgehe, das ist mir definitiv klar geworden. Danke Dir für diese wirklich wichtige Info!!!    

Kommentar von Turbomann ,

@ Liebemit50

Ich wünsche dir alles Gute und die meisten Menschen finden das grausam und gemein, wenn man einen Menschen verlässt, der unter extremen Verlustängsten leidet. Aber wenn es überhand nimmt, ist das der einzige Weg.

Auch eine Therapie ist wichtig und die muss der Betroffene alleine duchziehen. In dem Moment wo die Kontaktsperre unterbrochen wird, bringen Personen von außen wieder Themen in die Therapie mit rein, wo der Patient wieder zurückgeworfen wird und wieder einen Tag braucht, um seine Therapie weiter zu machen.

Gerade bei Verlustängsten hat es Sinn, dass der Betroffene lernen muss, auch alleine klarzukommen. Verlustängste erdrücken den anderen. Sie stehen ständig unter dem Druck ihm helfen zu wollen., aber auch unter Angst was tut er sich an, wenn ich gehe, bin ich dann schuld, wenn er seine emotionalen psychischen Worte bei mir ablädt, womöglich noch unter Tränen?

Diese Patienten handeln nicht, weil sie jemand ärgern wollen, sondern einfach aus ihrer psychischen Situation heraus und in den meisten Fällen ist ihnen das nicht mal bewusst: dass es im Grunde genommen eine psychische Erpressung ist "verlasse mich nicht, wenn du das tust, dann bringe ich mich um" oder mit anderen Worten.. Genau das erweckt beim anderen Schuldgefühle und der steckt in einem Teufelskreis auf allen Ebenen..

Kann ich dann mit meiner Schuld leben? Genau dieses Auf-und Ab macht es schwer und das jahrelang, dann geht die beste Liebe flöten.

Ich denke mir aber auch, dass so eine Therapie unter Umständen dauern kann - später vielleicht ambulant weitergehen muss. Keine Ahnung, was Verlustpatienten für eine Kindheit oder Jugend hatten, aber von nichts kommt nichts. Was jahrelang, jahrzehntelang in enem Patient passiert, dauert fast ebensolang, bis man das richtig therapieren kann, falls man das überhaupt komplett wegbekommt.

Fakt ist aber auch, wenn ein Mensch eine ausgeprägte Verlustangst hat, dass dann auch noch andere Ängste oder psychische Probleme nebenher mitlaufen.

Auf jeden Fall, du machst das richtig und bitte ziehe dir nicht den Schuh an, dass du Schuld an seiner Lage bist. Da ist keiner Schuld und wenn sich jemand irgendwas antun will, das kann keiner rundum die Uhr verhindern. Nur wenn man selber in so einer Zwickmühle drinsteckt, dann sieht alles anders aus.

Du packst das und jetzt holst du dir selber erst mal irgendwo Kräfte her, denn nur wenn du selber genug Kraft hast, bist du in der Lage anderen zu helfen.

- Daumen drück -

Kommentar von Liebemit50 ,

Zu allererst danke ich Dir für das Daumen drücken - ich kann es brauchen denke ich. Zum anderen muss ich Dir sagen, dass mich gerade Deine Kommentare wirklich weitergebracht haben - ich bin darin bestätigt worden, dass alles gar nicht so falsch läuft, auch die Therapie scheint ja letztendlich wirklich auch von seiten der Therapeuten gut "angepackt" zu werden, zumindest scheinen die zu wissen, wie es geht (also theoretisch). Die praktische Seite muss ich leider meinem Partner überlassen, nur er kann das wuppen. Du hast natürlich recht, die Verlustangst ist nicht die einzige Hürde über die er zu gehen hatte in den letzten Monaten während seiner stationären Therapie. Er war 2 Monate auf der Akutstation, dort wurden seine Depressionen behandelt und er wurde für die Therapie stabilisiert. Diese dauert nun seit 3 Monaten an und er wird noch keine Ende in Sicht haben. Es hat mir unglaublich geholfen von Dir zu lesen, dass diese Kontaktsperre wichtig ist, denn auch ich hatte mir schon zurecht gereimt, dass ich - die von außen kommt - vllt. alles mit dem A.... einreißen könnte, was er sich aufgebaut hat - und so hast Du mir das jetzt auch noch bestätigt. Ich werde also weiterhin aushalten müssen, bis er sich bei mir meldet. Und ich muss tapfer bleiben, auch wenn ich von meinen lieben Mitmenschen immer wieder zu hören bekomme: "Aber er muss doch sehnsucht haben.... er muss sich doch Gedanken um Dich machen.... er liebt Dich bestimmt nicht mehr...." Na ja, sie wollen ja alle, dass es mir gut geht und ich kann das auch verstehen. Aber sie verstehen nicht, dass er sich gerade eben nur um sich kümmern muss, ich bin dabei egal! Er hat sich in den letzten Lebensjahrzehnten nämlich gar nicht gut um sich selbst gekümmert und das muss er jetzt nachholen - was sind da schon ein paar Monate? Ich gehe das Risiko ein, wenn wir hinterher vielleicht ein schöneres Leben miteinander haben können. Wenn nicht, dann wird es so sein, aber dann habe ich etwas endgültiges  und kann mich darauf vorbereiten. Nun werde ich mich erstmal weiterhin gut um mich kümmern und irgendwann wird es eine Entscheidung geben bzw. ein erstes Treffen nach über 4 Monaten ohne Kontakt, unglaublich aber wahr. Ich bin sehr sehr gespannt wie es ausgehen wird und danke Dir hier noch einmal ganz herzlich für die für mich wirklich wichtigen Ansichten - Du hast mir wirklich geholfen weiterhin dieser schlimmen Zeit entgegenzugehen und sie zu meistern!

Antwort
von Kasumix, 65

Ich weiss wie man sich fühlt, wenn ein anderer sein Glück und seine Laune immer nur von einem selbst abhängig macht... Die Person heult und alleine hyper depri ist...es belastet so dermaßen...Und die Person versteht es nicht richtig.

Wenn nicht ein mal die Therapie hilft...weiss nicht.

Du machst dich halt auf Dauer kaputt.

Vielleicht braucht er einfach mal den Schock?

Schlag ihm oder machs einfach eine Beziehungspause von 2-3 Monaten vor, komplett. Beide können sich dann mal so richtig Gedanken machen...

Und vor allem wieder zu Kräften kommen!

Kommentar von Liebemit50 ,

Hmm.... er ist seit 14 Wochen in stationärer Behandlung, der größte Teil der Therapie betrifft diese Verlustängste. Und nun: wir haben uns seit dieser Zeit weder gehört noch gesehen - strikte Kontaktsperre wegen genau dieser Krankheitsodyssee... also wenn wir gerade keine Beziehungspause haben, dann weiß ich auch nicht. Ich bin eben gerade am überlegen, wie es weitergeht, wenn er es eben nicht schafft diese Ängste zu überwinden. Vielen Dank für Deine Antwort!

Kommentar von Kasumix ,

Die Liebe zu ihm ehrt dich, aber wenn's nicht mehr geht, ist der Schritt der Trennung mutig und auch richtig /wichtig für euch beide...auch wenn's lange weh tun wird... Ein Leben...nutz es und hör auf dein Herz und werde glücklich. Ich drück dir die Daumen!

Antwort
von Peppi26, 56

Wenn ihr euch liebt und du ihn verlässt treten seine Verlust Ängste ja erst recht auf! Außerdem wenn ihr euch liebt warum dann trennen?

Kommentar von Turbomann ,

@ Peppi26

Dann waren aber diese Ängste schon vorher da und es ist sehr schwierig mit jemandem zusammen zu sein, der unter extremer Verlustangst leidet.

Der nie alleine sein kann, der klammert, der sich bei jeder Verspätung des Partners in Ängste verstrickt. Das alles ist sehr belastend für eine Partnerschaft und leider sind dann irgendwann auch die Gefühle weg. Der unbeteiligte Partner wird dann auch psychisch belastet, weil er sich dann quasi gezwungen sieht, bei diesem Partner zu bleiben, aus Angst er könnte sich was antun.

Ein Mensch muss lernen diese Ängste zu bekämpfen, die Ursachen zu finden und dann ohne sich an einen Menschen zu klammern zu leben.

Hört sich hart an, aber wenn dir z.B. den Partner sagt, ich bringe mich um, wenn du mich verlässt, was machst du? Bleibst du bei ihm aus Angst und du hättest Schuldgefühle, wenn er sich was antun würde oder wie reagierst du?

Das wäre eine seelische Erpressung und das würde demjenigen ganz sicher erst während einer Therapie bewusst: dass man dadurch niemanden halten kann.

Das ist alles nicht so einfach und viele bleiben bei ihrem Partner und werden so immer einem seelischen Auf-und Ab ausgesetzt sein.

Kommentar von Liebemit50 ,

Ich möchte mich ja gar nicht von ihm trennen, ich ziehe es lediglich in Erwägung, weil ich mir denke, dass es ihm dann besser geht - so wie es war hätte es keinen Sinn mehr, für uns beide nicht. Er wird schon seit 3 Monaten in der Klinik therapiert und wir dürfen uns nicht sehen, die Theras haben eine Kontaktsperre ausgesprochen, an die er sich hält, damit er an sich arbeiten kann. Der Wille ist natürlich da bei ihm, er hat auch schon immer einen Dickkopf gehabt und WILL etwas, das er sich in den Kopf gesetzt hat, auch schaffen. Manchmal reicht der Wille aber nicht aus und das Thema Verlustangst ist wirklich nicht einfach zu therapieren - jahrzehntelange Verhaltensmuster die dann nach 3 Monaten weg sein sollen? Niemals.... Aber ich gebe uns beiden natürlich noch die Chance auf die Zeit "nach dem Klinikaufenthalt", allerdings habe ich ja auch viel Zeit darüber nachzudenken, was werden könnte. Und mir ist mittlerweile ganz klar, dass ich diese Beziehung, so wie sie war, nicht mehr leben kann. Wir haben uns im Vorfeld vor dem stationären Aufenthalt darüber lange unterhalten und er weiß auch, wie ich darüber denke. Nun ist es quasi der letzte Versuch, ich habe IMMER Hoffnung, bin ein sehr positiv denkender Mensch (leider hilft ihm das in seinem Befinden nicht weiter, weil er widerum alles negativ sieht, leider). Alles in allem werde ich weiterhin aushalten bis er sich meldet bzw. bis seine Therapeuten grünes Licht geben für ein Wiedersehen. Oft denke ich: "Mensch, der ganze Sch.... muss sich doch irgendwie gelohnt haben. Ich bin in diesem Jahr bislang nur durch tiefe Täler gewandert... ich denke ihm ging es noch viel viel schlechter, aber mir hat das jetzt schon echt gereicht. Alles macht einen Sinn... irgendwann. Und diese Kontaktsperre macht auch einen Sinn, denn er soll sich ja auf sich konzentrieren - ich würde wieder irgendwas von "draussen" mitbringen und er scheint damit momentan noch überfordert zu sein. Ich sehe es mal positiv und versuche die mir dadurch verbleibende Zeit für Hobbys, Freunde und Spass zu verbringen. Auch wenn ich gefühlte 1000x am Tag an ihn denke, ich muss vielleicht auch wirklich lernen irgendwann ohne ihn zu leben, so schade wie es wäre. Aber auch dessen bin ich mir bewußt und auch das werde ich schaffen. Ganz lieben Dank für Deine Nachricht!!!

Antwort
von chrisi565, 61

Das ist ganz und gar nicht chaotisch formuliert :)

Aber es ist ein bisschen von beidem. Durch die Partnerin steigt in ihm das Gefühl hoch,da er ja genau wegen dieser Partnerin diese Ängste hat. ABER, dieses Gefühl ist in dieser Person eingepflanzt und würde mit einer anderen PArnterin genauso hochkommen.

Im anderen Fall, bekommt aufgrund der eindeutigen sichtbaren psychischen Belastung auch die Partnerin ein Gefühl eingepflanzt.

Das pProblem an der Sache, die Wurzel ist der Partner mit den Verlustängsten. Und wenn dieser das nicht in Griff bekommt... Dann ist die Frage wie man nun weiter macht. Ignorieren und Weiterkämpfen oder Aufgeben... und das @Liebemit50 kann leider nur die betroffene entscheiden

viel Glück noch
Lg chris

Kommentar von Liebemit50 ,

Das stimmt.... wie immer müssen Menschen alleine entscheiden, wie es im Leben weitergeht. Ich werde sicherlich die richtige Entscheidung treffen - aus Liebe - egal in welche Richtung. Danke Dir!

Kommentar von chrisi565 ,

Ich würde dir auch gerne helfen... Aber du wirst den richtigen Weg einschlagen

Kommentar von Liebemit50 ,

Das hast Du doch schon mit Deiner Antworte - herzlichen Dank dafür! Ich werde so langsam immer klarer Dank solcher tollen Kommentare. Liebe Grüße

Kommentar von chrisi565 ,

oke, das freut mich zu hören :)

Antwort
von robi187, 49

also wenn es wirklich krankhaft ist würde ich mit zum facharzt gehen und gemeinsam eine beratung wollen. oder ein paar therapie machen?

aber es kann auch dazu kommen das man in liebe loslassen notwindig wird?

es gibt auch eine selbsthilfegruppe deutschland weit

http://www.coda-deutschland.de/

Kommentar von Liebemit50 ,

Dankeschön für Deine Nachricht, den LINK kannte ich noch nicht und habe dort eine Selbsthilfegruppe bei mir um die Ecke gefunden und gleich einmal angeschrieben. Bislang habe ich bei Selbsthilfegruppen in unserem Umkreis immer nach "Angehörige von Depressiven" gesucht aber nie danach, auch mal unter "Angehörigen von Menschen mit psychischen Problemen/Störungen", das passt doch auch und da gibt es in der Tat etwas interessantes hier bei uns. Dankeschön für die Anregung!

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