Frage von PrincessKenny, 100

Soll ich mich in die Trennung meiner Eltern "einmischen"?

Hallo,

ich bin zwar schon 18, aber weil ich gerade noch mein Abi mache wohne ich noch bei meinen Eltern. Meine Mutter hat mir heute gesagt, dass sie es Zuhause (mit meinem Vater) nicht mehr aushält und gehen will, sobald ich mein Abitur habe.

Mein Vater ist der Alleinverdiener, da meine Mutter aufgehört hat zu arbeiten, um sich um mich zu kümmern. Danach wollte sie wieder anfangen, aber mein Vater meinte sie müsste das nicht, da wir genug Geld haben.

Ich habe das eigentlich nicht oft mitbekommen, aber mein Vater behandelt meine Mutter schon seit Jahren ziemlich mies. Er erwartet immer, dass der Haushalt perfekt ist, das wenn er ruft Essen auf dem Tisch steht und sie sonst auch alles erledigt, was er gerade haben möchte.

Heute wollte mein Vater, dass meine Mutter am Freitag etwas für ihn erledigt, was meine Mutter nicht wollte, da sie sich am Freitag mit einer Freundin trifft. Darauf hat er anscheinend nur soetwas wie "ja, das werden wir noch sehen" und "dann dreh ich dir den Geldhahn zu, du hast ja selbst nichts" geantwortet hat.

Meine Mutter hat bis jetzt geglaubt, dass mein Vater sich noch ändert, aber anscheinend ist daraus nichts geworden. Jetzt möchte meine Mutter demnächst einfach abhauen, sie hat auch gesagt, dass ich meinem Vater davon nichts sagen soll.

Soll ich mich da komplett raushalten? Soll ich meiner Mutter helfen eine Wohnung, einen Job oder Harz 4 zu bekommen? Habt ihr irgendeinen Rat?

Antwort
von Cercei, 24

Hi,

ich würde Dir auch raten, Dich inhaltlich absolut nicht einzumischen. Zwischen den Zeilen, sag ich mal, hab ich schon den Eindruck bei Dir rauszulesen, dass Du im Grunde eher Deine Mutter als Deinen Vater nachvollziehen kannst. Das solltest Du neutral halten, bzw Deinen Vater nicht spüren lassen, weil es Dich nichts angeht. Du hast später vielleicht auch mal ne Beziehung/Ehe und möchtest keine Einmischungen.

Aber helfen würde ich beiden wenn sie es denn möchten und annehmen. Aber es wird vermutlich schwierig sein, Deinen Eltern gegenüber klar zu machen, dass Du Dich weder auf die eine noch auf die andere Seite schlägst. Ich fürchte sie werden ziemlich entnervt sein, wenn Du jeweils dem anderen hilfst oder Zeit mit ihm, /ihr verbringst. Aber das ist nicht Dein Problem! Lass Dir nix aufdrängen oder einreden was das betrifft!

Niemand sollte sich zwischen Vater oder Mutter entscheiden müssen. Lehn diese Entscheidung ab und versichere jedem jeweils, dass Du weiter ihr Kind bist und sich daran ja auch nichts ändert.

Dass die ganze Situation echt mies ist, brauche ich nicht noch mal auszuführen. Es tut mir echt leid, dass Du das erlebst.

Ich kann nachvollziehen, was Deine Mutter meint, aber hilfreich ist es ja für Dich nicht, dass Du nun weißt, dass sie nach Deinem Abi geht. Komm also bitte nicht auf dumme Gedanken und viel Glück für die Situation und Deine Prüfungen! Ich hoffe, Du kannst für die Abiphase irgendwie abschalten und es macht Dich nicht zu fertig!

Das wird Dir jetzt im Moment nicht viel helfen, aber ich versichere Dir aus ähnlichen eigenen Erfahrungen: das Leben geht weiter und Du wirst weiterhin Kontakt zu beiden haben. Es wird anders, aber es geht weiter. :-/

Alles Gute!


P.S. Es ist absolut legitim, dass Du insgeheim auf der "Seite" Deiner Mutter bist. Ich würds Deinem Vater nur nicht auf die Nase binden ;-)

Kommentar von PrincessKenny ,

Ich werde schon versuchen möglichst neutral zu bleiben und will auch zu beiden Kontakt haben, aber ich hatte noch nie wirklich eine gute Beziehung zu meinem Vater, daher ist das etwas schwieriger.

Meine mündlichen Prüfungen werde ich schon hinbekommen, danke dafür :)

Und dann nochmal danke für deinen Rat!

Kommentar von Cercei ,

Gerne. 

Wenn Du eh keine super Beziehung zu Deinem Vater hast, wirst Du ja sehr gut verstehen können, was Deine Mutter verändern möchte. Dann kannst Du sie auch gut unterstützen.

Hat sie denn einen Beruf? Dann könnte sie da ja vielleicht wieder einsteigen. Oder sie jobbt erst mal ein bisschen. Unterstützung bekommt sie ja auch von der Agentur für Arbeit. Wenn man da erst mal nen Fuß in der Tür hat, kann man sich ja später noch beruflich verändern.

Die Antragsstellung und erste Zeit ist erst mal zum K*tzen. Aber es wird später besser... Sie scheint sich den Schritt ja gut überlegt zu haben und ich kenne Deinen Vater nicht, aber sollte er wirklich so ein Ehemann sein, wie Du etwas beschrieben hast, dann kann ich Deine Mutter gut verstehen.

Kommentar von PrincessKenny ,

Nein, sie ist eigentlich total abhängig von meinem Vater. Sie hat nur einen Hauptschulabschluss und war früher Friseuse, also nicht unbedingt die besten Vorraussetzungen.

Sie hat mir auch gesagt, dass sie sich ab und zu heimlich auf Stellenangebote beworben hat, aber es kamen nur absagen.

Kommentar von Cercei ,

Dann kann sie sich erst mal arbeitssuchend melden bei der Agentur für Arbeit und die haben dann Angebote für sie und sie kann gucken, ob das für sie Sinn macht, oder nicht. Das Gute ist ja, dass sie erst mal nicht mit Nichts da steht, sondern es die Hilfe noch gibt. Das ist ja erst mal auf jeden Fall besser als nichts. Die werden nicht Hurra schreien, wenn sie die Anträge stellt, aber sie müssen helfen, das ist ihre Verpflichtung. Und sie kann auch Zuschüsse für die Wohnungseinrichtung bekommen und Wohngeld. Sie ist nicht allein, es gibt Hilfestellen! 

Es gibt nen Spruch den ich ganz gut finde:

"Ob du glaubst du kannst oder ob du glaubst du kannst nicht - DU HAST RECHT!" (Henry Ford)

Was ich sagen will: wenn sie entschlossen ist und es schaffen will mit dem Neubeginn, dann wird es einen Weg geben.

Viel Glück!

Antwort
von BieneMaya86, 14

Er scheint ja ein ziemlicher Kontrollfreak zusein.

Als meine Mutter beschloss sich zu trennen, war ich 17. Wir haben gemeinsam Wohnungen angeschaut, ich habe dann all unsere Sachen gepackt und wir sind ausgezogen.

Die Zeit war weder für meine Mutter, noch für mich leicht. Doch wir haben es geschafft und ein befreiendes Gefühl machte sich bei uns beiden breit.

Du hast mit keinem Wort erwähnt, wie das Verhältnis zwischen dir und deinem Vater ist. Meins damals, war grausam. Er hat einen permanent kontrolliert und wie dein Vater bei deiner Mutter mit dem zudrehen des Geldhahnes gedroht.  

Wenn der Entschluss feststeht, ist es nur eine Qual, wenn sie wartet bis du mit dem Abi fertig bist.

Du musst es zwar nicht, aber es wäre schon sehr toll von dir, wenn du ihr hilfst. Allein nach sooo vielen Jahren in Ehe ist es nicht einfach und das egal wie sehr man sich wünscht frei zusein.

Er wird ihr und dir Unterhalt zahlen müssen. Der erste Weg wäre am besten zu einem Anwalt und den davon in Kenntnis zusetzten, dass sie sich trennen möchte und nicht genau weiß wie. Da sie finanziell von deinem Vater abhängig ist und du bist es ja auch. Da werdet ihr dann beraten, was und wie was möglich ist.

Und du überlegst dir bitten du dann mit deiner Mutter ziehen möchtest, bei deinem Vater bleibst oder dir doch was eigenes suchst.

Wünsch dir und deiner Mutter gutes Gelingen, viel Kraft und lasst euch nicht entmutigen. Es wird nicht einfach werden

Kommentar von PrincessKenny ,

Ich hatte noch nie so ne richtige Vater-Tochter-Beziehung, aber mir gegenüber ist er nicht so mies wie bei meiner Mutter.

Danke für deinen Rat!

Antwort
von XxLesemausxX, 27

Hallo PrincessKenny, 

direkt solltest Du Dich da nicht einmischen. Einmischen kann man sich, wenn man von den betroffenen nach Hilfe gefragt wird.
Aber Du kannst Deine Mutter dabei unterstützen. Sie ist nicht das Eigentum Deines Vaters, daher hat er kein Bestimmungsrecht über sie und ihren Aufenthaltsort. Wenn sie gehen möchte, dann kann sie das. Es geht ja auch darum, dass sie auch leben kann wie sie es möchte. Genauso wie Dein Vater und Du auch.

Du selber solltest dabei neutral bleiben. Jedenfalls soweit wie Du es kannst.

Sie wird Dir aber sicher dankbar sein, wenn Du ihr dabei etwas unter die Arme greifst.

L.G.
XxLesemausxX

Kommentar von PrincessKenny ,

Danke für den Rat!

Antwort
von Vyled, 33

Deine Mutter hat aufgehört zu arbeiten um sich um dich zu kümmern, obwohl du 18 bist?

Bei 1-10 Jahren ok, aber danach schafft man doch das meiste allein, wenn die Mutter für 1-2 Stunden arbeiten ist. Vorher ist man doch eh in der Schule?

Ich würde was die Trennung selbst angeht neutral bleiben. Es gibt für die selbst immer Gründe von denen du vielleicht auch nicht soviel weißt.

Was aber Zukunft deiner Mutter sowie Vater angeht, würde ich helfen. Sprich Wohnungssuche oder sonst was. Warum auch nicht? Das hat dann ja nichts mir direkt mit der Trennung zutun sondern nur mit der Zukunft.

Kommentar von PrincessKenny ,

Nein, das ist ein Missverständnis: Sie hat aufgehört zu Arbeiten als ich ein Kind war, danach wollte sie ja wieder arbeiten, hat es dann aber nicht getan.

Danke, für den Rat!

Kommentar von Vyled ,

Das ist dann natürlich ziemlich blöd, wenn man dadurch dann auch noch von anderen Personen abhängig wird...

Antwort
von DerBube01, 14

Das gleiche hatte ich bis Vorgestern auch. ( Nun bleiben Sie doch zusammen )

Wir haben das so gemacht:

Eingemischt haben wir uns Indirekt ( ich steh zu meinem Vater da es meine Stiefmutter ist ) Wir haben es ganz einfach so gemacht indem wir meinen Vater 2 Monate zu uns geholt haben, also bei uns wohnen lassen.

Da Sie sich trennen wollte und meinte sie kommt alleine klar, es wurde jeglichen Kontakt über diese 2 Monate untersagt. ( zumindest versucht )

Dann haben beide gemerkt, das es ohne den anderen nicht klappt, das da was fehlt.

Ende vom Lied war, Sie haben sich nach 2 Monaten getroffen und haben sich erstmal Ausgesprochen.

Ob das jetzt auf dauer so ist kann keiner Sagen, aber ein versuch ist es wert!

Hat deine Mutter oder Vater keine Möglichkeit, einfach mal ein paar Wochen zu verschwinden?

Kommentar von PrincessKenny ,

Das klingt zwar toll, aber ich glaube eher nicht, dass das funktionieren wird. Meine Mutter hat schon ein paar Mal versucht mit ihm zu reden, doch er dann alles nur belächelt und sie beleidigt von wegen sie wäre ja nichts und wüsste nichts.

Mein Vater wird schon einsehen, dass er alleine nicht klarkommt. Er rührt keinen Finger im Haushalt und kann nicht einmal die einfachsten Dinge kochen. (Wenn ich dann bei meinem Vater bleibe wird das alles an mir hängen bleiben ... ) Der wird meine Mutter dann sicher zurück wollen, aber ich weiß nicht, ob er das nur tut weil er jemand für die Drecksarbeit braucht.

Antwort
von martinzuhause, 31

das sollte deine mutter alleine entschiden. du kannst sie dann natürlich unterstützen wenn die entscheidung feststeht.

Antwort
von kreuzkampus, 22

"Soll ich mich da komplett raushalten? "  Ja!

"Soll ich meiner Mutter helfen eine Wohnung, einen Job oder Harz 4 zu bekommen? "  Wenn Du bei Deinem Vater bleiben willst: Nein! Das ist eine Sache zwischen Deinen Eltern. Wenn Du beim Vater bleibst und Deine Nase reingesteckt hast, gibt es Probleme. Eine andre Sache ist, dass Du künftig (auch oder nur?) zu Deiner Mutter stehen wirst.

Antwort
von nettermensch, 25

da liegt einiges im argen. auf alle fälle würde ich deine mutte unter der arme greifen. biete es ihr estmal an.

Antwort
von heide2012, 28

Du sollst nicht nur, du musst dich sogar da raushalten.

Kommentar von PrincessKenny ,

Tut mir leid, aber ich halte von diese Aussage "ich MUSS mich raushalten" absolut nichts, und da dies nicht weiter begründet ist: Danke für nichts.

Kommentar von highlandtiger ,

Ab 14 darf man mit entscheiden ^^

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