Hallo
ich wäre sehr dankbar für gute Ratschläge in folgender Sache: ich habe einen 10-jährigen Stiefenkel, der von beiden Eltern, seinem Vater und leider auch meiner Tochter meiner Meinung nach zu hart angepackt wird. Er ist der Älteste, meine Tochter hat 3 kleinere Kinder aus erster Ehe, der 10-jährige ist der leibliche Sohn meines Schwiegersohnes, seine Mutter kümmert sich nicht bzw kaum im ihn. Gestern war ich zu einem Grillfest bei meiner Tochter und ihrem Mann mit einigen der Nachbarn und sonstigen Freunden im Garten eingeladen. Am Morgen hatte der 10-jährige mit dem Kleinen (4) gespielt und dabei ist ein noch fast ganz neues Spielzeug des Kleinen kaputt gegangen. Beide Kinder hatten gleichermaßen daran schuld, aber sie sind eben Kinder und haben es nicht mit Absicht gemacht. Der 10-jährige hätte vielleicht als Älterer besser aufpassen sollen, aber seine Strafe (er hat die alleinige Schuld bekommen) fand ich sehr überzogen. Er musste auf das Grillfest verzichten und hatte Zimmerarrest, während alle anderen Kinder drausen gespielt haben. Essen musste er alleine in der Küche und wurde danach gleich wieder in sein Zimmer gescheucht. Dabei ist mein Schwiegersohn, der Vater, noch viel strenger als meine Tochter und lässt kein gutes Haar an dem Jungen. Ich mische mich eigentlich nie in die Erziehung der Kinder ein. Sollte ich das in diesem Fall tun? Mir tut der Junge leid.

Ich würde es sachlich tun. Reagiert der Vater unsachlich kann man ja mal das Jugendamt vorbeisehen lassen. Soll schon manchmal was gebracht haben.
Man sagt aber eher nicht eingreifen.

Ich würde mit beiden über deine Bedenken offen und ruhig sprechen

Tut mir leid, dass du das als Stiefoma so miterleben musst. Der Kleine tut mir leid. Ich würde mich einmischen, vielleicht deine Tochter darauf ansprechen, denn das was dem Kleinen angetan wird, ist sehr ungerecht. Toll, dass er so eine Stiefoma hat, die das bemerkt. Ich glaube, du wirst nicht gut damit leben können, wenn du das nicht ansprichst (=dich einmischst). Viel Glück:)
Danke:-)! Er ist wirklich ein reizendes Kind, das schon viel mitgemacht hat. Schade, dass der eigene Vater das nicht mal sieht

Eigentlich sollte man sich da nicht einmischen aber so wie du die Sache hier geschildert hast, würde ich mal ein Gespräch unter 6 Augen (Tochter, Schwiegersohn und du) führen. Auch wenn das andere Kind jünger ist, muss doch eine Gleichberechtigung herrschen. In diesem Fall war es wohl keine Absicht also sollte gar keine Strafe erfolgen, sondern ein Gepräch mit den Kindern, wie es dazu kam, dass das Spielzeug kaputt ging und das es eben nicht passieren sollte usw.
Hallo, ich habe deine Schilderung gelesen und würde zuerst einmal mit dem Jungen sprechen. Vielleicht ist es gut, wenn er merkt, dass er zu dir kommen kann, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Du hättest auf der Gartenfeier auch offen Partei ergreifen können, z.B. indem du sagst: "Gut, wenn er drinnen essen muss, dann ess ich auch drinnen.." --> manchmal denken die Eltern dann über die eigene Ungerechtigkeit nach. Noch dazu, vor anderen Leuten. Immerhin haben sie den Jungen ja auch vor allen Anderen bestraft. Viel Glück und nochwas: Wenn du ein schlechtes Gefühl hast, dann greif ein. Ich erlebe als Lehrerin ständig Fälle, in denen nicht eingegriffen wird, obwohl es jeder in der Familie weiß. Und dann müssen immer die Außenstehenden ran, das kann viel schlimmer für das Kind sein, als wenn die Sache innerhalb der Familie geklärt wird. Viele Grüße Melanie
wenn du dich einmischst reskierst du im schlimmsten Fall, dass du deine Enkel nicht wiedersehen kannst.
Kann man den mit den Eltern reden? Wie ist da die Beziehung?
Das denke ich nicht, denn wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Mit meiner Tochter und auch ihrem Mann kann man eigentlich ganz gut über alles reden. Aber bei dem Thema blockte meine Tochter bisher immer völlig ab und wollte sich meinen Standpunkt gar nicht anhören. Ich weiss nicht, ob ich es noch mal versuchen soll
ich habe zwar keine eigenen Kinder, würde es aber nicht leiden, wenn meine Mutter sich bei sowas einmischt.
das gebe ich ehrlich zu
Das verstehe ich vollkommen und deshalb mische ich mich normalerweise auch nicht ein. Aber das Kind ist so unglücklich und mir fällt es schwer, das mitanzusehen
Du bist eine nette Omi, weiss du was. Wenn das Kind bei dir bist gebe ihm alles was du geben kannst.
So weiss, dass Kind das es geliebt wird.
Danke:-) Ja, das mache ich ganz bestimmt. Wir sind schon ganz gute Freunde geworden. Ich habe gemerkt, dass der Kleine ein ganz feiner Kerl ist und vor allem viel Liebe braucht.
Du bist nett. Auch freche Kinder brauchen Liebe. Dein Enkelkind bekommt sie halt von dir. In der Zeit, inder er bei dir ist geht es ihm bestimmt gut.
Biete doch an den kleinen öfter zu dir zu nehmen, wenn er den Eltern Probleme bereitet. So werden sie entlasstet und du und dein Enkel seid zufriedener.

Ich würde den Eltern sagen, daß Du es nicht schön fandest, daß der Junge so ausgeschlossen wurde - unabhängig davon, ob er nun tatsächlich Schuld hatte oder nicht.
Ansonsten hälst Du Dich besser aus der Erziehung raus, aber natürlich kannst Du jederzeit anbieten, das Kind des öfteren zu betreuen, damit die Eltern mal ein bißchen mehr Zeit für sich (oder so ähnlich) haben.
Allerdings würde ich nicht beide Sachen im selben Gespräch anbringen!
Ich habe gesagt, dass ich die Strafe völlig übertrieben fand, aber meine Tochter wollte davon nichts hören. Ich passe öfters auf alle Kinder auf, dabei habe ich auch gemerkt, dass der Junge eigentlich kein besonders schwieriges Kind ist. Er ist eben ein Kind, das vergessen die beiden glaube ich manchmal
rede doch mal nett mit dem Papa
ErsterSchnee am 31. Mai 2009 14:23 Ja, es ist schwierig. Wenn Du sagst, daß Du die Strafe übertrieben fandest, können die beiden das so verstehen, daß sie alles falsch machen und Du sowieso alles besser weißt. (Das soll nicht heißen, daß es so ist - aber ich kenne den Konflikt zwischen meiner Mutter und mir, ich reagiere auch immer extremst empfindlich!)
Trotz allem würde ich das irgendwie in der "Ich-Form" ansprechen - also "ich finde, daß der Junge traurig ist" (oder sowas in der Art) und dann vielleicht gemeinsam überlegen, wie und was man ändern könnte.
Ja, das ist das Problematische. Ich selbst fand es früher schrecklich, wenn sich meiner Schwiegermutter in die Erziehung eingemischt hat, deshalb wollte ich selbst nie so werden und nun bin ich doch auf dem besten Wege dazu...Aber es ist wahr, ich muss mir gut überlegen, wie ich es formuliere, dass sie sich nicht gleich angegriffen fühlen
versuch ihnen zu erklären das der junde irgendwann den kleinen gegenüber gewaltätig werden könnte falls sie ihn zu sehr bestrafen und die kleinen zu sehr bemuttern, wobei es garnichts zu meckern/bestrafen gäbe. zudem festigt es die bindung zwischen den kindern wenn sie sich eine strafe teilen müssen, so war es zumindestens bei meiner schwester und mir. hab da mal nen spruch gehört "mutterliebe teilt sich nicht, sie wächst mit jedem kind dazu" :)

Der Arme Junge :(( Das tut mir ja schon bei Lesen von Herzen weh...
In dem Fall solltest du dich einmischen und versuchen auf sachlicher Ebene beiden deinen Standpunkt und deine Sichtweise näherzubringen.
Und auch mitteilen, dass solche alten Erziehungsmethoden überhaupt nicht mehr angebracht sind und genauso verletzen , wie ein Schlag ins Gesicht!
Vielleicht wären Gespräche mit einer Erziehungsberatungsstelle sehr sinnvoll.
Ja, mir tut er auch so leid, und vor allem bin ich auch enttäuscht von meiner Tochter, das sie da mitmacht. So habe ich sie nicht erzogen und sie ist eigentlich nicht so. Zu ihren eigenen Kindern ist sie ganz anders und der Vater ist zu ihren Kinder, was ja nicht mal seine eigenen sind, auch ganz anders, was ich natürlich als Oma sehr schätze. Umso schlimmer finde ich es, dass sie den Großen so streng anpacken, denn er ist ja immerhin auch noch ein Kind. Das mit der Erziehungsberatungsstelle ist keine schlechte Idee, daran habe ich noch gar nicht gedacht, danke:-)
moon73 am 31. Mai 2009 14:35 Sie müssen ihn doch gerade etwas liebevoller behandeln, weil er eben die Stiefkindrolle hat. Damit hat er schon schwer genug zu tragen. Er kann doch nichts dafür :(
Rede so oft wie möglich mit deiner Tochter, viel Glück dabei.

Das ist aber wirklich hart! und gemein! Hat er es sonst gut, oder ist er eher der abgeschobene? Ich würde mal ganz diskret mit den Erziehungsberechtigten darüber reden. Sagen wie es aus Sicht eines Aussenstehendes aussieht und dass es Du extrem findest. Hoffe auf gute Gespräche!
Mit dem Jungen würde ich auch mal reden,ganz wichtig, der braucht eine Beziehungsperson!

Schade ist das! Und gerade wenn man es gut meint und etwas zu der Sache sagt, wird es noch schlimmer und die Fronten verhärten sich. Wenn es dir möglich ist, nimm ihn ab und an zu dir und bereite ihm schöne Stunden, macht einen kleinen Ausflug oder ähnliches. Dann ist es für dich leichter, ihm geht es auch besser und es ist keine Einmischung in die Erziehung. Der Junge wird wieder entspannter (da ihm sicher ein paar Sunden ohne Geschwister und Eltern gut tun), die Eltern haben ihn auch aus dem Sichtfeld und freuen sich vielleicht sogar, wenn er wieder da ist. Du kannst ihn dabei ja mal nach seinen subjektiven Gefühlen fragen und vielleicht tut es ihm gut zu reden, oder er sieht die Sache gar nicht einmal so arg. Verbringt eine schöne Zeit wenn es so möglich ist und so hast du dich nicht einmal eingemischt
ja,ein ehrlich gemeintes, vernünftig-besorgtes Gespräch mit dem Schwiegersohn.
Ja, ich glaube, das Gespräch werde ich noch einmal suchen. Meiner eigenen Tochter das Jugendamt auf den Hals zu setzen, ich glaube, das wäre ein Vertrauensbruch
Stimmt auch wieder