Frage von ralf512bbi, 98

Soll ich meinen damaligen Vermieter anzeigen?

Es geht um folgenden Sachverhalt: Wir hatten ein Gastroobjekt für 1 Jahr mit Option gepachtet. Hinter dem Objekt wohnt der Verpächter (nicht offiziell gemeldet) Nun wurde der Pachtvertrag nicht verlängert und es kam zu der Endabrechnung (Stromversorger). Die Summe kam uns sehr hoch vor und als wir den Versorger fragten, wieviel Strom/Zwischenzäher dort seien, sagte man uns 1 Zähler nichts weiter. Also bezog der Verpächter auf unsere Kosten Strom. Er selbst hat das Haus dahinter gebaut...

Ist das nun vorsätzliche Betrug was er da betriebt? zeigen wir ihn an? (Er wohnt seit 15 Jahren dort.... )

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von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 24

Eine Anzeige ist immer so eine Sache. Selbst hat man erst einmal nichts davon, außer zusätzlicher Bürokratie mit Behörden und ob und wie intensiv sie verfolgt wird, weiß man nicht.

Aber vielleicht wäre eine Drohung mit einer Anzeige hilfreich, wenn es darum geht, dass er einen Teil der Kosten übernimmt.

Ich nehme nicht an, dass es vorsätzlicher Betrug war. Wenn er irgendwann selbst die Kneipe betrieben hat und es war verbunden mit dem Privathaus, dann spricht normalerweise nichts dagegen. Beim Verpachten hat er wohl schlicht nicht dran gedacht, dass er seinen Strom selbst bezahlen muss.

Letztendlich geht es darum, dass er nun für den von ihm verbrauchten Strom selbst aufkommen muss. Rauszufinden, wieviel er gebraucht hat, dürfte schwierig sein, jedoch gibt es Anhaltspunkte.

Das Vergleichsportal Verivox geht bei einer Person von 2000 kw/h pro Jahr aus und bei zwei von 3500 kw/h. Ich nehme an, das sind Erfahrungswerte die über sehr viele Nutzerdaten hinweg als Durchschnitt gesammelt wurden.

Ich würde direkt auf ihn zugehen und ihn fragen, wie er sich seine Beteiligung am Stromverbrauch vorstellt. Wenn er ein vernünftiges Angebot macht, ok und wenn nicht, dann einen Gegenvorschlag machen.

Wohnt er allein dort, würde ich die anteilige Grundgebühr und das Geld für 2500 kw/h verlangen und wenn zwei im Haus wohnen, 4000 kw/h. Bei mehr Personen auch entsprechend mehr.

Geht er nicht darauf ein, teile ihm mit, dass Du die Sache Deinem Rechtsanwalt übergibst und überlegst, ihn wegen Stromdiebstahl anzuzeigen. Vielleicht wird er dadurch schon einsichtig und wenn nicht geht es nur noch über den Rechtsanwalt.

Antwort
von LiselotteHerz, 28

Ich würde ihn wegen vorsätzlichen Betruges anzeigen und auf keinen Fall die Stromrechnung bezahlen!

Er wäre verpflichtet gewesen, für Euch einen eigenen Stromzähler setzen zu lassen - wie sonst soll man das abrechnen?

Das hätte Euch eigentlich in diesem Jahr doch mal auffallen müssen, oder schaut ihr nie nach Eurem Stand des Stromzählers?

Ihr müsst davon ausgehen, dass Ihr einen Anwalt braucht. lg Lilo

Kommentar von bwhoch2 ,


Ich würde ihn wegen vorsätzlichen Betruges anzeigen und auf keinen Fall die Stromrechnung bezahlen!


@LiselotteHerz: Das kann man zwar, weil dann irgendwann die Stromversorgung abgeklemmt wird. Parallel dazu wird aber der Lieferant über Inkassomaßnahmen versuchen, an das Geld zu kommen, was möglicherweise einen negativen Eintrag bei Schufa, Creditreform u. a. Auskunfteien verschafft, den man nur sehr schwer wieder los wird. Hier sollte man den Bogen nicht überspannen. Abgesehen davon wird man wohl schon das meiste über Vorauszahlungen bezahlt haben, ob es dann noch soviel bringt, die geforderte Nachzahlung mit dem oben genannten Risiko zurück zu halten? Immerhin war man Vertragspartner.

Antwort
von gerolsteiner06, 43

Tja, das kannst Du machen.

Mindestens kannst Du eine Regressforderung an ihn stellen, bis hin zur Zivilklage auf Schadensersatz.

Antwort
von darkolon, 49

Auf jeden Fall mit dem Anwalt sprechen...sowas geht ja mal gar nicht

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