Frage von FlowerGirl7, 59

Soll ich meinem Vater erzählen das ich depressiv bin und wenn ja wie?

Von ca. Drei Jahren hat es angefangen das ich immer  depressiver geworden bin, ich habe mich selbstverletzt und bin nicht mehr in die Schule gegangen.
Meine Mutter ist dann mit mir zu meinem Hausarzt gegangen der mich von ca. einem Jahr dann zu einem Psychiater geschickt hat, nachdem ich ihm erzählt habe wie ich mich fühle.

Meine Eltern sind getrennt, deswegen hat mein Vater das ganze nicht so wirklich mitbekommen, als er dann aber erfahren hat das ich zu einem Psychiater muss meinte er immer ob ich da wirklich hin möchte und das ich das doch gar nicht brauchen würde.
Irgendwie hat mich das total fertig gemacht, da ich angefangen habe mich dafür vor ihm zu schämen, ich wollte nicht das er mich für verrückt hält.

Ich habe ihm dann nicht mehr erzählt das ich zu diesem Psychiater gehe, habe ihm nicht erzählt das ich Tabletten gegen Depressionen nehmen muss.
Habe ihm nie gesagt wie schlecht es mir geht und das ich so gerne sterben würde ( das mit dem Sterben habe ich aber noch niemandem erzählt, nicht mal dem Psychiater, ich habe immer Angst das die Leute mich dann für total krank halten)

Auf jeden Fall macht mich das ganze total fertig, dass ich mich nicht traue ihm zu sagen wie schlecht es mir geht.
Er versteht vieles nicht was ich mache, wie z.B. Wieso ich so oft in der Schule fehle oder auch jedes Mal wenn ich ihn besuche habe ich eine andere Ausrede um nicht zum Baden mit zu gehen, da er nichts von meinen Narben weiß.
Mich belastet das wirklich sehr stark da ich meine Familie wirklich sehr liebe und sie so sehr brauche, aber auf der anderen Seite möchte ich sie auch nicht enttäuschen und ich glaube einfach wenn er erfährt das ich mich selbstverletz würde ihn das sehr enttäuschen.

Ich wollte mal das meine Mutter ihm das ganze erzählt, aber manchmal habe ich das Gefühl das meine Mutter und meine Schwester das ganze als nicht so wichtig ansehen, denn irgendwie hat sie es nie gemacht.
Ich hab auch schon überlegt ob ich es meinem Psychiater erzählen soll, aber zu dem habe ich kein großes Vertrauen.

Hat vielleicht irgendwer von euch eine Ahnung wie ich ihm das ganze sagen soll ohne das es ihn zu sehr schockt,  oder ob ich es ihm überhaupt sagen soll?

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Antwort
von CataleyaDavis, 20

 Zunächst mal wäre es gut, wenn du ein besseres Verhältnis zu deinem Psychiater hättest. Schließlich ist er jemand, der professionell gelernt hat, wie dir am besten zu helfen sein dürfte.  Und es ist auch wichtig, dass du ihm alles sagst. Nur so kann er deine Situation richtig einschätzen und die wirklich helfen. Du brauchst dich vor ihm zumindest nicht zu schämen, da er sowieso an die Schweigepflicht gebunden ist. 

 Möglich, dass dein Vater das nur sagt, weil er die Situation nicht richtig einschätzen kann. Wenn er getrennt von deiner Mutter lebt, dann hat er wahrscheinlich wenig Ahnung wie es dir geht. Und wenn du mit ihm nicht darüber redest, dann wird er diese Ahnung auch nie bekommen.  wenn du dich schämst oder wenn du dir nicht zutraust, mit ihm darüber zu sprechen, dann kannst du ihm auch einfach schreiben wie es dir geht, seit wann das so ist und was du dagegen tust.  In Form eines Briefes vielleicht. Wenn er ihn liest, hat er vielleicht eine Ahnung was du durchmachst. 

 Du kannst aber auch deine Mutter mal sagen, dass du dir von ihr mehr Verständnis und Rückhalt wünschen würdest. Ich bin sicher, das würde dir in deiner Situation sehr gut tun. Vielleicht weiß sie aber auch einfach nicht wie sie sich verhalten soll. Das ist für die Angehörigen ja meist auch sehr schwierig,  Weil es einiges an Fingerspitzengefühl erfordert. 

 Wichtig ist aber, dass du nicht alles in dich Hereinfrist  und Dinge verschweigst, die  Von Bedeutung für deinen Gemütszustand sind.  Versuch mit den Leuten, die ohnehin schon Bescheid wissen, offener zu reden. Sie werden dich dann sicher besser verstehen oder dir besser helfen können. Und das ist doch eigentlich was du willst oder? 

Antwort
von Fuchs95, 9

Hallo FlowerGirl7

Ich kann dir sehr gut nachempfinden, denn habe das selber auf ähnliche Weise durchgemacht, ausser dass ich meine Eltern immer ins Bild gesetzt habe, weil sie mein einziger Halt waren. Aber da geht jeder anders mit um.

Das Erste ist: Ein Psychiater ist da um dir zu helfen und helfen kann er dir nur wenn du ihm das mit den Suizidgedanken (die ich übrigens auch hatte) mitteilst. Wenn du nun kein Vertrauen zu ihm hast ist es sehr wichtig, dass du ihn wechselst, denn Vertrauen ist die Basis des Ganzen.

Allerdings ist es auch so, dass ich es wichtig finde als Ausgleich mit einer Person zu reden, die das kennen und verstehen. Am Besten eine Fremde Person die dich überhaupt nicht kennt und wo du keine Angst haben musst das zu äussern - Natürlich dann anonym. Und du merkst auch schnell ob die Person das wirklich erlebt hat. Ich fange dann immer mit meiner Geschichte an um der Person aufzuzeigen, dass die Hilfe ernst gemeint ist.

Das Zweite ist: Du kannst deinen Eltern, denke ich, wirklich alles erzählen. Sie wollen nur das Beste für dich und dass es dir gut geht. Auch dein Vater. Klar ist das sehr schwierig. Aber ist die Hürde mal überwunden fällt dir ein riesiger Stein vom Herzen.

Das Dritte: Dass deine Mutter nicht mit ihm geredet hat vermute ich ist deshalb, dass sie sich ohnmächtig fühlt. Du bist ihr Kind und sie liebt dich. Sie will das Beste für dich. Aber die Situation überfordert sie und sie weiss einfach nicht was sie tun soll. So meine Vermutung.

So - Etwas viel Text - Aber ich hoffe gedient zu haben.

Ganz Liebe Grüsse Fuchs95

Antwort
von TroubleSpy, 3

Wer depressiv ist, ist nicht gleich verrückt. Und es gibt sehr viele Menschen, die die gleichen Probleme haben wie du. Suche dir den passenden Moment aus, um es deinem Vater zu sagen was in dir vorgeht. Außerdem ist er dein Vater und er liebt dich und alle Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Erzähle ihm alles in Ruhe und fange am Besten da an, wo bei dir alles begonnen hat. Dein Vater wird bestimmt Verständnis zeigen. Natürlich wird ihn das schocken, aber ich glaube nicht, dass er dich in die nächst beste Klapse stecken wird.

Ich wünsche dir alles Gute und bleibe Stark, denn es gibt Dinge im Leben, z.B wie die Familie, für die sich das kämpfen lohnt.

TroubleSpy

Antwort
von Piratin2000, 13

Zuerst einmal, du musst dich nicht dafür schämen, zum Psychiater zu gehen.

Wenn du dich dann besser fühlst, sag es ihm, aber fall nicht mit der Tür ins Haus. Fang langsam an, mach vielleicht Andeutungen - wenn dir seine Reaktion nicht gefällt, kannst du es dann noch immer lassen. Er wäre wahrscheinlich nicht enttäuscht, warum sollte er denn enttäuscht sein? Das ist doch nicht deine Schuld, dass du depressiv bist. Es könnte allerdings sein, dass er sich Vorwürfe macht (für das vorherige Unverständnis und Bedrängen).

Falls er dich doch als "verrückt" oder "psycho" abstempelt, brich den Kontakt mit ihm ab. Du brauchst niemanden, der nicht damit klarkommt, dass du momentan krank bist und dir einredet du bräuchtest keine Behandlung deiner Krankheit.

Außerdem solltest du vielleicht überlegen, den Psychiater zu wechseln falls möglich, wenn du kein Vertrauen zu ihm hast. Viel Glück!

Antwort
von moments12, 23

Ich würde es ihm auf alle Fälle sagen, meine Idee wäre es, dass du deinem Psychiater sagst, dass du gerne zusammen mit deinem Vater einmal in eine Sprechstunde kommen würdest, damit ihr euch gemeinsam unterhalten könnt. Ich denke, so wie du die Situation beschreibst, wäre das wohl die am besten zu handhabende Lösung.

Ich wünsche dir gute Besserung und hoffe für dich, dass es dir wieder besser gehen wird mit der Zeit.

Antwort
von Herpor, 14

Ob du es deinem Vater erzählst, ist nicht so wichtig.

Aber zu deinem Psychologen solltest du schon völlig ehrlich sein. Sonst kannst du deiner Krankenkasse das Geld sparen.

Wenn du mit deinem Vater über deine Erkrankung nur deshalb reden willst, damit er dich ernst nimmt, dann kannst du es bleiben lassen.

Die Angehörigen reden sich oft Dinge schön, weil sie nicht verantwortlich sein wollen.

Also: Tu was du willst, aber sei ehrlich zu deinem Therapeuten. Und: du musst ihn nicht heiraten. Er ist nur deinTherapeut. Und er weiß, dass du krank bist. Also versteck dich nicht vor ihm!

Antwort
von Apfelbirnbaum, 6

Hallo, Dein Brief ist traurig. Deine ganze Familie nimmt Deine Situation nicht ernst. Sei nicht verzagt: Das geht vielen anderen auch so. Sie können sich schlecht reinfühlen und Deinen Zustand objektiv beurteilen. Du redest ja auch nichts mehr. 

Warum hast Du zu Deinem Psychiater kein Vertrauen ? Ist er der Richtige für Dich ? Du musst einem Psychiater a l l e s  sagen können, sonst kann er Dir nicht helfen. Versuch es einfach mal. Vielleicht wäre auch eine stationäre Unterbringung in der Psychiatrie für Dich sinnvoll.

Viel Glück

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