Frage von Allesisok1, 67

Soll ich Lehramt studieren?

Hallo, und zwar geht es darum, dass ich mir momentan überlege, Lehramt auf Sekundar zu studieren. Ich habe ein Abitur mit 3,1 und würde aufgrund dessen an einer Pädagogischen Hochschule angenommen werden. Meine Wunschfächer wären Englisch, Erdkunde/Geschichte und als Drittfach Religion. In diesen Fächer war ich bereits schon in der Schule sehr gut bzw. gut (Realschule: Englisch 2, Erdkunde 1-2, Geschichte 1-2, Religion 1-2; Oberschule: Noten gleich, bis auf Englisch 3).

So - und nun zu meinem Problem: Ich für mich selbst könnte es mir aus reinem Bauchgefühl gut vorstellen, dass ich die Fächer Englisch, Religion und Erdkunde/Geschichte unterrichte (denn diese Fächer interessieren mich wirklich - ich bin aus Überzeugung nicht interessiert an Betriebswirtschaftlichen Dingen oder irgendetwas, das mit Technik zu tun hat), nur kommen nun Freunde und Bekannte und Verwandte daher und meinen ausdrücklich, dass ich nicht der Typ für Lehrer sei und auch niemals die Autorität dazu besitze, Kinder und Jugendliche zu erziehen und allgemein keine Autorität ausstrahle. Nun sitze ich in einem tiefen Loch, denn ich frage mich: Irgendwas muss doch hinter solchen Worten dahinterstecken, oder etwa nicht? Das macht mich ganz fertig. Ich muss dazusagen: Bis zur 8. Klasse wurde ich oft gehänselt, was eventuell bei Freunden immernoch im Hinterkopf geblieben ist (?). Haben außenstehende Personen Recht mit Ihrer Auffassung? Sogar meine Eltern raten mir unabdinglich davon ab, sie meinen auch: "Du bist nicht der Lehrertyp, du hältst das nicht aus". Zu meiner "beruflichen Geschichte": Ich habe bereits eine Ausbildung als Mechaniker abgebrochen, da mich dieser Beruf einfach depressiv gemacht und ich damit einfach nicht glücklich war und aktuell bin ich in einer kaufmännischen Ausbildung, die mir ebenfalls ganz und gar nicht gefällt. Ich habe einfach kein großes Interesse an diesem betriebswirtschaftlichen Zeug. Jeden Tag bin ich bis 18:30 bei der Arbeit und ich denke mir täglich: in dieser Zeit könntest du eigentlich was sinnvolleres machen, als Rechnungen abzulegen, Zahlen hin- und herzuschieben usw. . Aus diesem Grund bin ich momentan am Überlegen mit dem Lehramtstudium. Info nebenbei: Das mit dem Lehrer werden war bei mir schon immer irgendwie im Hinterkopf, mir hat es in der Schule immer gefallen und habe die Lehrer immer bewundert bzw. ich merkte, dass ihnen ihr Job durchaus Spaß macht.

Haben Freunde, Bekannte, Verwandte usw. Recht oder liegen sie falsch? Was soll ich tun, ich bin VERUNSICHERT !

Antwort
von aida99, 32

Kennst Du irgendwelche Lehrer/innen privat? Also nicht unbedingt Deine Lehrer/innen von früher, sondern andere? Falls nicht, frag doch mal gezielt in Deinem Freundeskreis herum, wer Lehrer kennt - Verwandte, Nachbarn, Freunde, ganz egal.

Wenn Du eine Lehrerin oder einen Lehrer gefunden hast, der bereit ist, mit Dir ein bisschen 'Berufsberatung' zu machen, dann setz Dich mit ihm/ihr hin und stell ganz viele Fragen, die Du vorher am besten aufgeschrieben hast.

Aber die Fragen sollten dann nicht sein: Kann ich das? Bin ich geeignet? Diese Leute kennen Dich nicht, das werden sie also nicht beantworten können.

Du kannst sie aber ausfragen: Was ist das schwierigste an Ihrem Beruf? Was ist das Schönste? Was war Ihr schlimmstes Erlebnis bislang? Wie wichtig ist Autorität, oder kann man das auch lernen? Kann man Tricks und Regeln lernen, wie einen die Schüler/innen respektieren? Was ist der größte Stressfaktor, usw.

Du wirst bei diesem Gespräch eine Menge erfahren, das Du vorher nicht wusstest. Wenn Dein Bekanntenkreis noch mehr Lehrer 'hergibt', dann wiederhole das Experiment.

Ich persönlich finde: Bei solchen Fragen geht nichts über Informationen sammeln. Und die sammelt man nicht immer im Internet oder der Bibliothek, bei manchen Themen muss man mit Menschen sprechen.

Und ganz nebenbei: Vielleicht macht Dir diese Methode ja auch ein bisschen Spaß?

Zum Schluss: Ich finde es gut, dass Du dafür kämpfen willst, einen Job zu machen, der Dir liegt und auf den Du Lust hast. Das ist nicht immer leicht, es ist leichter, 'irgendeinen Quatsch' zu machen, den andere Leute einem einreden. Nur.... diese Leute müssen mit dem Job nicht glücklich werden.

Antwort
von nikachocolate, 24

Zu allererst würde ich dir ein Praktikum empfehlen! Wenn du lieb nachfragst, dann darfst du sicher auch mal eine unterrichtsstunde gestalten, das war bei mir zumindest so. Dadurch erfährt man so stark, ob einem der Beruf liegt, man in dem Umfeld zurechtkommt usw. Ich empfehle aber ein Praktikum von mindestens 3 Wochen, um sich gut Einleben zu können. (Sag ich aus Erfahrung ;))

Oft ist es jedoch so, dass die Eltern mehr über einen Wissen als man denkt. Sie haben dich schließlich aufwachsen sehen. Sie können einen in der Berufswahl durchaus unterstützen.

Ich empfehle dir aber erstmal ein Praktikum:)

LG nikachocolate

Antwort
von grubenschmalz, 28

Da dir dich nicht kennen - kann ich dazu nichts sagen.

Wenn dir das aber jeder sagt, würde ich mir schon Gedanken machen. Der Beruf als Lehrer ist psychisch schon sehr anstrengend.

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