Frage von eddi2102, 29

Soll ich in meiner Schwangerschaft einen Aufhebungsvertrag von meinem 400 Euro Job unterschreiben?

Hallo,

ich habe einige Fragen und wäre dankbar, wenn ihr mir diese beantworten könntet. Hat ein Aufhebungsvertrag von einem Minijob Auswirkung auf die Höhe des Elterngeldes oder ALG II? Und besteht bei einer geringfügigen Beschäftigung Anspruch auf Mutterschaftsgeld?

Sachverhalt: Ich bin Studentin und übe nebenbei eine Beschäftigung auf 400,-€ aus um mein BaföG aufzubessern. Ich bin schwanger und werde zwei Urlaubssemster einlegen und Elternzeit beantragen. In dieser Zeit habe ich keinen Anspruch auf BaföG, aber wahrscheinlich auf ALG II.

Mein AG (aus dem Freundeskreis) ist über die Schwangerschaft nicht sonderlich begeistert, er würde mir einen Aufhebungsvertrag vorschlagen, damit er nicht während des Mutterschutzes und der Elternzeit die Kosten dafür zahlen muss, da ich ja dann nicht zur Verfügung stehe.

Er hat doch in dieser Zeit meiner Abwesenheit keine Kosten, die er zahlen muss oder? Wenn ich diesen unterzeichnen würde, würden mir Nachteile entstehen?

Ich freue mich auf Ihre hilfreichen Antworten und bedanke mich im voraus.

Antwort
von isomatte, 4

Auf keinen Fall unterschreiben,dass käme einer Eigenkündigung gleich,er hätte dich gerne los,kann dir aber nicht kündigen,also schön sein lassen !

Dazu käme noch dein Freibetrag beim ALG - 2 Bezug,denn selbst wenn du durch deine 400 € Einkommen nur auf die Höhe des staatlichen Mindestelterngeldes von 300 € kommen kommen wirst,hast du dann dank deines Jobs einen höheren Freibetrag.

Denn sonst hättest du auf das Elterngeld nur einen Freibetrag von 30 € Versicherungspauschale,auf so genanntes sonstiges Einkommen,wenn du aber angenommen deinen Job schon min. 12 Monate hast,dann wird dein Elterngeld aus diesem durchschnittlichen Einkommen berechnet,davon stehen dir dann min.60 % vom durchschnittlichen Netto zu.

Da du wie gesagt nicht auf die 300 € kommen wirst,bekommst du aber zumindest diese 300 € gezahlt,auch wenn bei der Berechnung angenommen nur 240 € raus kämen,diese 240 € sind aber dann wichtig beim ALG - 2 Bezug.

Denn wenn dein Elterngeld aus einer vorherigen Beschäftigung berechnet wurde,dann kannst du einen monatlichen Freibetrag von max. 300 € geltend machen,wenn du also angenommen 240 € laut Berechnung bekommen würdest,dann kannst du diese 240 € als Freibetrag geltend machen,die werden dann also von deinen 300 € Elterngeld dann theoretisch abgezogen.

Es bleiben dann angenommen nur noch 60 € an anrechenbarem Elterngeld ( Einkommen ) übrig,was man dann auf deinen / euren Bedarf anrechnen dürfte.

Dazu kommt das dein Arbeitgeber dir im Mutterschutz deinen Lohn weiter zahlen muss,der beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und geht bis 8 Wochen nach der Geburt und das möchtest du dir sicher auch nicht entgehen lassen.

Du hättest dann auch noch die Möglichkeit dein Elterngeld auf 2 Jahre zu verteilen,dann würde sich der genannte max. Freibetrag von 300 € auf 150 € pro Monat verringern und das Elterngeld natürlich auch,dann läge dein Freibetrag dann angenommen nicht mehr bei 240 €.sondern nur noch bei 120€ pro Monat.


Antwort
von MaraMiez, 4

Er würde dich gerne Kündigen, kann das aber nicht, also versucht er dich dazu zu bringen, das selbst zu tun. Ein Aufhebungsvertrag wird vom Jobcenter aber wie eine Kündigung gewertet, was Sperre bedeutet.

Mutterschaftsgeld bekommt man nur, wenn man zum Zeiptukt des Mutterschaftsurlaubs in einer Anstellung ist. Hächstens 13€/Tag von der Krankenkasse, die Differenz muss dann der Arbeitgeber zahlen, damit man am Ende aufs volle Gehalt kommt.

Elterngeld berechnet sich aus dem durchschnittlichen Gehalt der letzten 12 Monate vor der Geburt. Mindestens aber 300€ auch wenn man davor nicht gearbeitet hat.

Alles in Allem: nicht unterschreiben. Das hat nur Nachteile für dich, muss ja nicht sein. Du bist ja vermutlich nur befristet angestellt. Rechne damit, dass du danach, wenn die Befristung abläuft, nicht weiter eingestellt wirst.

Antwort
von GoodFella2306, 5

Ist natürlich an dieser Stelle ein zweischneidiges Schwert. Zum einen hast du aufgrund des Mutterschutzes entsprechende Rechte wie zum Beispiel, dass dir der Arbeitsplatz erhalten bleibt beziehungsweise dass du nach deinem Mutterschutz wieder auf die Stelle zurück kannst. Bis dahin muss dir ein Arbeitgeber im Mutterschutz eine Stelle bereithalten.

Jetzt sieht es bei dir aber so aus, dass der Arbeitgeber aus deinem Freundeskreis stammt. Und mit Freunden will man es sich natürlich nicht verderben. Insofern ist es jetzt wirklich schwierig, da eindeutig zu sagen dass du dich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten sollst. Du musst halt abwägen was dir wichtiger ist. 450 € Stellen sind ja nun recht einfach zu bekommen, insofern würde ich nicht zwingend auf auf dem Recht beharren, dass er dir die Stelle frei hält. Da wäre mir persönlich die Freundschaft wichtiger. Denn eine 450 € Stelle findest du nach Ende deiner Mutter Zeit recht schnell wieder

Antwort
von AnnaStark, 6

natürlich keinen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Du hast Kündigungsschutz und der Arbeitsplatz bleibt Dir erhalten für später.

Der AG möchte vorsorgen, weil eine Arbeitnehmerin mit Kleinkind immer Risiken bringt, Kind krank etc.

Antwort
von Fairy21, 6

Der "Aufhebeungsvertrag" ist, damit er dich auf gut deutsch gesagt los wird, weil er dich dann auf Grund des Mutterschutzgesetzes nicht einfach rauswerfen kann.

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