Frage von Aktionaer0010, 80

Soll ich im Geschäft bleiben?

Hallo,

Ich komme aus der Schweiz und habe zurzeit meine Lehrabschlussprüfungen. Nach der Lehre habe ich vor eine Weiterbildung zu machen, die allerdings teuer ist. Mein Chef hat mir Angeboten, es zu finanzieren wenn ich mich dann für 6 Jahre verpflichte.

Das Problem: Ich würde dann monatlich nur 4300 verdienen, andere Firmen zahlen 4800+ und das ist schon ein unterschied. Die Weiterbildung selber finanzieren wird schwer, da sie insgesamt fast 50000.- kostet.

Was würdet ihr tun, 6 Jahre für 500.- monatlich weniger arbeiten, oder sich verpflichte und die Weiterbildung finanzieren lassen?

Antwort
von LordofDark, 6

Hi,

ich würde das Ganze mal ganzheitlich betrachten und mir folgende Fragen stellen:

1. Komme ich auch mit dem etwas niedrigeren Verdienst im Alltag klar, kann meine laufenden Kosten bezahlen und muss nicht auf für mich wichtige Dinge verzichten?

2. Fühle ich mich in den Betrieb insgesamt wohl und komme mit der täglichen Arbeit zurecht?

3. Wie warscheinlich ist es, dass in einem anderen Betrieb die Weiterbildung - neben dem beruflichen Alltag - nicht zu Problemen führt? (Es ist ja durchaus so, dass ein Unternehmen, was eine Weiterbildung für dich bezahlt auch daran Interesse hat, dass du das Bildungsziel erreichst - ergo: Es dürfte um einiges leichter sein, mal einen freien Tag zu erhalten wenn man lernen will oder eine Prüfung hat.)

4. Wie sicher ist deine Anstellung im Allgemeinen? Die 6-jährige Bindung gilt ja gemeinhin für beide Seiten, sodass du dir die 6 Jahre auch keinen Stress mit einer Jobsuche antun musst

5. Ist das regelmäßige Gehalt über die 6 Jahre fix oder kann man hier vielleicht später nachverhandeln - insbesondere nach Abschluss der Weiterbildung?

Meiner Meinung nach ist Geld im Job ja auch nicht alles. Man verbringt am Arbeitsplatz und mit den Kollegen ja durchaus mehr Zeit als zu Hause mit seinem Partner/seinen Freunden. Wenn im Job alles passt ist das Thema Geld zwar nicht aus der Welt, aber wenn man mit dem was man im Monat zur Verfügung hat gut zurecht kommt weiß man was man hat, aber nicht unbedingt was man bei einem Anstellungswechsel bekommt. 

Und: kommt am Ende nicht das Selbe heraus, wenn du die Weiterbildungskosten mal auf die 6 Jahre umrechnest?

Liebe Grüße,

Matze

Antwort
von X3rr0S, 53

Mir fällt das etwas schwer abzuschätzen da es ja mit euren Franken doch nochmal ganz anders läuft als in deutschland mit den Euros (mein Vater lebt in der Schweitz, daher hab ich den hauch einer Ahnung) Aber ich denke bei eurem Steuersystem sind jetzt 500 franken nicht sooo viel weniger weswegen ich für weniger arbeiten würde. Ich hoffe ich konnte dir damit etwas helfen

Kommentar von Aktionaer0010 ,

Naja 500 im Monat sind schon ne Menge.. Je nach Geschäft könnte es auch 600 oder sogar 700 mehr sein und das merkt man natürlich schon..

Kommentar von X3rr0S ,

ja ich versuchs nur dauernd in relation zu sehen wie viele Euros das bei mir wären Netto. Und ja merken wirst du es aber ich denke es ist billiger wie die teure weiterbildung

Kommentar von Aktionaer0010 ,

Bei euch werden die Steuern ja monatlich abgezogen, bei uns zahlt man einmal im Jahr. Jeden Monat z.b. 500 Franken mehr wären ca (je nach Steuerkategorie) ca 800 Franken mehr Steuern im Jahr

Kommentar von X3rr0S ,

Achso ihr zahlt jährlich Oo naja dennoch denke ich das du billiger kommst wenn du die weiterbildung nicht machst. Matzeee 12345 hat ja auch shcon gerechnet :-)

Antwort
von Goodnight, 31

Eher bleiben, ins Militär musst du ja auch noch. So einfach ist es nicht als Neuling eine Stelle zu finden, wenn du das Militär noch vor dir hast.

Sehr fair scheint mir das Angebot deines Chefs nicht zu sein. 6 Jahre Verpflichtung und weniger Lohn als üblich.. Spätestens nach abgeschlossener Weiterbildung müsstest du ja wesentlich mehr verdienen.

Etwas stimmt nicht, du hast nicht alles richtig verstanden oder dein Chef versucht dich über den Tisch zu ziehen.

Wäre der Lohn so tief, weil du während der Arbeitszeit in die Schule gehen müsstest.

Wenn du mit der Weiterbildung warten kannst, kannst du es auf später verschieben. Du kannst dir etwas ansparen und ein neuer Arbeitgeber finanziert deine Ausbildung ja vielleicht auch.

Das alles musst du klären, bevor du eine gute Entscheidung treffen kannst.

Kommentar von Aktionaer0010 ,

Ins Militär muss ich nicht, da ich Ausländer bin. Das mit den 4300 ist schon üblich wenn man im Geschäft bleibt wo man seine Lehre gemacht hat, da man in den Augen vom Chef immer noch der Azubi ist, ist also keine Seltenheit..

Kommentar von Goodnight ,

Aber keine 500.- das halte ich für ein Vorurteil. Firmen zahlen für Neulinge Standards. Aber versuch dein Glück, ob du an einem anderen Ort mehr bekommst.

Kommentar von Aktionaer0010 ,

Nein ist kein Vorurteil, das ist so. Kenne viele die in ihrem Betrieb geblieben sind und 4300-4500 verdienen. 

Kenne einen anderen, der hat nach der Lehre sofort das Geschäft gewechselt und sofort mit 5000.- angefangen, der Glückliche..

Antwort
von FragoDrago, 42

Hallo aktionaer0100

Ich würde mich verpflichten. Vorausgesetzt die Weiterbildung sorgt für eine spürbar höhere Qualifikation. Und das merkt man nunmal nicht nur am gehalt.
Wenn du dich verpflichten lässt hast du doch auch 6 jahre einen sicheren job. Das wäre also positiv. Oder etwa nicht?

Gruß... FragoDrago :)

Kommentar von Aktionaer0010 ,

Es wäre eine Höhere Fachschule (Techniker HF Elektrotechnik) und je nach dem kann man mit diesem Diplom am Anfang 5500-6000.- verlangen..

Kommentar von FragoDrago ,

wie lange geht die Weiterbildung?

Kommentar von Aktionaer0010 ,

3,5 Jahre. Also dann müsste ich fast 10 Jahre im Geschäft bleiben, 3,5 + 6 Jahre verpflichten. Dazu kommt, dass ich in den 3,5 Jahren nur 80% arbeite.

Kommentar von Goodnight ,

Ja hier liegt der Grund doch, du arbeitest nur 80%

Du kannst nicht erwarten, dass dir die Firma die Ausbildung bezahlt und den Arbeitsausfall. Bei 3,5 Jahren Ausbildung ist insgesamt 6 Jahre bleiben sehr ok. Der Lohn muss aber deutlich steigen wenn du den Abschluss hast. 

Kommentar von FragoDrago ,

Ja. Aber dafür bist du hinterher Qualifizierter und verdienst auch noch gut. Zudem hast du dann sogar schon nach der Weiterbildung einen festen platz wo du das gelernte umsetzen kannst. Ich würde es machen. Das klingt eig. echt gut. Viel Erfolg :) Gruß FragoDrago :)

Antwort
von xo0ox, 12

Andere Arbeitsgeber anfragen ob sie die Weiterbildung ebenfalls mitfinanzieren, wer weiss evtl. gibt es Arbeitsgeber die 4800 zahlen und auch noch die Weiterbildung bezahlen.

Antwort
von Matzeee12345, 33

12x6x500= 36000 hast dir damit 14000 noch dazu gespart. Nach den 6 Jahren kannst immernoch wechseln wenn keine lohn Erhöhung drin is

Antwort
von swissss, 13

Wenn du eine Job findest mit 500 mehr im Monat und dort 80% arbeiten kannst um die Ausbildung zu machen, SOFORT wechseln.

Du musst dir einfach bewusst sein, dass du die nächsten 3.5 Jahre wie jeder arme Student leben musst mit etwa 2000 Franken netto nach Abzug der Weiterbildungskosten. Das ist hart, aber jeder Student aus nicht reichem Haus kann das auch. Steuern zahlst du keine, da du sehr viele Abzüge machen kannst ( Ausbildungskosten, Berufskosten usw ) .

Nach 3.5 Jahren bist du ungebunden und kannst mit 6000 bis 7000 einsteigen und kannst ab SOFORT gut leben

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