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soll ich es behalten?

gefragt von pattyliciouspattylicious am 23.01.2008 um 13:39 Uhr

ich bin jetzt 19 jahre alt und vor 2 tagen habe ich erfahren,dass ich in der 7.woche schwanger bin.da mein freund in der ausbildung ist und ich auch keine arbeit habe,weiß ich nicht was ich tun soll.ich möchte nicht vom staat abhängig sein,aber es würde nicht anders gehen.mein freund möchte es auch nicht bekommen,weil er dem kind nichts bieten kann.Ich bin so durcheinander.ich will ihm auch nicht sein leben kaputt machen.seine eltern wollen es auch nicht und stellen mich als die schuldige da!was soll ich denn machen???ich habe mir informationen über eine abtreibung durch gelesen und es war furchtbar!


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bitmap
beantwortet von bitmap am 23. Januar 2008 13:43
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Lass dich beraten ... und zwar nicht von irgendwelchen geschriebenen Infos, sondern von einer Beratungsstelle.

Kommentar von 4a1ce327716e6a4ca4365c30d94d7020smallBirte312 am 23. Januar 2008 15:29

Sehr guter Rat! DH! Tip von mir: Geh doch mal zu Profamilia. Die sollen gut helfen können.


sheela2011
beantwortet von sheela2011 am 23. Januar 2008 13:47
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Höre in Dich hinein und hinterfrage was will ich?

Ich kann Dir nicht raten ob Du abtreiben sollst oder nicht, ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung sagen solltest Du dich für eine Abtreibung entscheiden kommt eine verdammt harte Zeit auf Dich zu.

Ich habe mich zu diesem Schritt vor über dreißig Jahren entschieden, jedes Jahr am errechneten Geburtstermin gehe ich in mich und trauere, weil ich dieses Kind nie kennenlernen durfte, ich war damals noch sehr Jung, meine Mutter hat mich solange unter Druck gesetzt bis ich mich zu diesem Schritt enschlossen habe.

Es ist deine alleinige Entscheidung, die kann Dir keiner abnehmen, ich habe Dir nur meine Empfindungen geschildert, es kann sein das Du auch alles ganz leicht wegsteckst.


manu1979
beantwortet von manu1979 am 23. Januar 2008 13:44
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Das ist wirklich eine schwierige und auch schwerwiegende Entscheidung. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und dass du für dich die beste Entscheidung triffst!! Geh am besten mal zu einer Beratungsstelle, die sind auf so was spezialisiert und wissen auch vorab wo du Hilfe bekommst.


bafti14
beantwortet von bafti14 am 23. Januar 2008 13:44
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Geh zu einer Familienberatungsstelle da bekommst du provesionelle Hilfe ,hier wird dir niemand einen Rat geben wollen ob Abtreiben oder nicht.


Minax
beantwortet von Minax am 23. Januar 2008 14:04
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Ich kann mir vorstellen, wie durcheinander du sein musst. Fühl dich erstmal "virtuell gedrückt".

Ich kann mich den anderen natürlich nur anschließen - du musst schnell zu einer Beratungsstelle. Dort musst du nicht (!) sofort eine Entscheidung treffen, aber du wirst wenigstens weitere, eventuell beruhigende Informationen und Unterstützung erhalten.

Gibt es bei dir eine Profamilia-Beratungsstelle? www.profamilia.de

Auch die AWO ist eine offizielle Beratungsstelle (Schwangerschaftsberatunge gemäß § 218): w w w(punkt)awo.org/pub/frauen/schwanger/index.html

Entscheide überlegt und horche in dich hinein, ob du damit zurecht kommst. Es nutzt nichts, wenn du total überfordert wärst und daran zugrunde gehen würdest. Ich hoffe, du erfährst wenigstens Unterstützung durch deine Eltern oder Freunde?! Gib deinem Freund noch etwas Zeit - er ist mit Sicherheit genauso überrascht und hilflos wie du.

Alles Gute! Glaube an dich und die Kraft der Liebe! :-)


Kommentar von 4ea81da45faf16ff21374dafe79f8409smallMinax am 23. Januar 2008 14:07

Falls du nähere Informationen zum Thema Abtreibung erhalten möchtest, schau mal hier:

http://www.abtreibung-web.de/index.html Eine persönlich gestaltete Seite einer Betroffenen mit vielen Infos!

Das Thema darf nicht tabuisiert werden, auch wenn es ein ganz schreckliches Thema sein mag...

Hier w w w(punkt)fen-net.de/fgz/adress_l.htm findest du noch weitere Hilfeseiten.

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 23. Januar 2008 15:13

Minax, ich mag deine Antworten. Sie sind immer so gut recherchiert und freundlich. Du bist echt eine Bereicherung auf GF!

Kommentar von 4ea81da45faf16ff21374dafe79f8409smallMinax am 23. Januar 2008 15:45

Das ist aber lieb gesagt, Tanzwiesel. Danke! :-)


Butterfly178
beantwortet von Butterfly178 am 23. Januar 2008 14:13
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Also ich würde Dir auch raten (wie die vielen schon vor mir) das Kind zu behalten. Bei mir und meinen Mann ist es so, dass wir gerne Kinder möchten, jedoch keine bekommen können.

Wenn Du das Kind ausgetragen hast und es nicht "haben" willst, kannst Du es immer noch zur adoption freigeben. Es gibt soviele Paare die ein Kind adoptieren wollen und ihm ein schönes zuhause bieten möchten!

Aber wenn Deine familie hinter Dir steht, solltest du dein Fleisch und Blut bei Dir behalten.


Wieselchen1
beantwortet von Wieselchen1 am 23. Januar 2008 14:16
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Ich verstehe deine Situation sehr gut. Bei meinem ersten Kind stand ich in einer ähnlichen Situation. Aber eins sage ich dir sofort:

Was dein Freund meint, was seine Eltern sagen, das darf dich nicht berühren. Freundschaften können zerbrechen, Eltern suchen eh immer die Schuld nicht bei ihren Kindern. Was zählt, ist, was DU willst.

Ich sage dir gleich, ich würde nie abtreiben, dafür gibt es zu viele andere Möglichkeiten, im schlimmsten Fall die Adoption. Aber ich respektiere es, wenn eine Frau sich mit der Situation überfordert fühlt und daher den Wunsch auf eine Schwangerschaftsunterbrechung hat. Schließlich ist es dein Leben, und ich weigere mich immer noch, Frauen ihre Gebärfunktion als Nachteil und Zwang auszulegen. Letztendlich bin ich auch der festen Überzeugung, dass nicht nur eine Abtreibung schlimm für das Kind ist, sondern 40 Wochen in einem Bauch voller Ablehnung gefangen sein, das ist mit Sicherheit der Supergau. Ich bin halt ne Mutti, auch als ich gehofft habe (beim ersten Kind), nicht schwanger zu sein, habe ich mich sehr schnell gefreut, als ich es doch war.

Zwischen den Zeilen lese ich heraus, dass du das Kind gerne behalten würdest? Dann tu es. Es ist dein Leben. Und dein Kind. Wenn du nur die geringsten Zweifel an einer Abtreibung hast, dann bring das Kind zur Welt. Alles andere würdest du bitter bereuen.

L.G. und lass von dir hören

tanzwiesel

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 23. Januar 2008 16:52

Noch etwas: Warum kann dein Freund seinem Kind nichts bieten? Was ist mit Liebe, Zärtlichkeit, Selbstbewusstsein, Bildung, viel Zeit, seine Stärke?

Warum müssen es immer materielle Dinge sein? Stellt euch vor, ihr hättet geheiratet, dein Mann hat einen Job und ihr bekommt ein Kind. Jetzt wird dein Mann auf einmal arbeitslos. Und dann?

Kommentar von 1fc1d76b52aeb1d8185e69eead595073smallpattylicious am 23. Januar 2008 17:03

vielen dank für deine antwort.ich finde auch das es nicht nur materielle dinge gibt.Ich hab nur angst das er dann die ganze zeit unglücklich ist.er möchte ja auch nicht vom staat leben.

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 24. Januar 2008 06:50

Das wollen die wenigsten, pattylicious. Aber für solche Situationen ist die Solidargemeinschaft doch gedacht: Für Menschen, die vorübergehend in Not sind. Ihr bekommt ein Kind. Das ist doch toll! Dein Freund ist in der Ausbildung. Gut, das sind Perspektiven, die andere noch nicht einmal haben. Du hast keinen Job? Macht nichts, einer muss sich ja um das Kind kümmern. Das Geld reicht für eine Familie nicht aus? Das ist schlimm, aber dafür gibt es Hilfen vom Staat.

Ihr lebt ja auch nicht vom Staat, sondern ihr überbrückt eine absehbare Situation. Denn wenn jemand sich da so gegen wehrt wie ihr, wird dein Freund nach der Ausbildung schnell einen Job finden.

Kann er denn damit leben, das sein Kind aus Angst vor finanziellen Sorgen getötet wird? Hast du ihm das mal klar gemacht, dass ihn das vielleicht auch ganz schön unglücklich machen wird?


jens79
beantwortet von jens79 am 23. Januar 2008 13:52
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Abtreibung ist Mord! Wenn es keine medizinischen Gründe gibt, dann gibt es keine Gründe dafür! In Deutschland muss niemand sterben, weil er zu wenig Geld hat. Genau für solche Fälle zahle ich gerne meine Steuern, um Menschen, die in Not geraten damit zu helfen! Wenn dein Freund bzw. seine Eltern das Kind töten wollen, dann sind es Monster, keine Menschen! Eine Ausbildung wird nicht ewig dauern und einem Kleinkind muss man nicht viel bieten, außer Aufmerksamkeit und Liebe! Ein Kind ist eine Bereicherung und kann kein Leben zerstören. Das Kind ein Recht darauf zu leben, es darf nicht getötet werden, weil es ungewollt ist. Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück und am aller meisten Kraft!

Kommentar von 1fc1d76b52aeb1d8185e69eead595073smallpattylicious am 23. Januar 2008 14:01

Ich würde es auch gerne behalten und eine ausbldung kann man hinter her auch noch machen,Das haben andere schon vor mir geschafft.Es ist einfach nur,dass ich meinem freund das leben nicht versauen will.,er will es nicht und wird darunter leiden!

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 23. Januar 2008 14:06

Hat er sich Gedanken um dich und dein Leben gemacht, als er dich geschwängert hat? Es ist deine Entscheidung. Wenn du das Kind behalten willst, dann versaust du nicht deinem Freund das Leben, sondern gibst deinem Kind eine Chance.

Kommentar von 52ee2c8a7dc9c147e38221425a06bc03smalljens79 am 23. Januar 2008 14:15

Damit dein Freund ein unbeschwertes Leben führen kann soll dein Kind sterben und du dein Gewissen belasten? Ich würde die Prioritäten da anders setzten. Du hast deine Antwort schon gegeben: "Du würdest es auch gerne behalten" und du musst dich den Rest deines Lebens fragen wie dein wohl wäre und wie es aussähe, wenn nicht...

Kommentar von 90d403d723aa221c992a7c09d16139aasmallsheela2011 am 23. Januar 2008 14:17

@pattyliciouis, für mich gäbe es in diesem Fall keine Überlegung, ich würde es behalten, glaube mir, entscheidest Du dich gegen dein Kind, wirst Du nie damit fertig, Du wirst dein Leben lang um dieses Kind trauern, der Schmerz wird zwar weniger sobald Du dein erstes Kind in den Armen hälst aber die Trauer wird trotz allem bleiben.

Kommentar von Simple_avatar10smallWatson am 23. Januar 2008 14:36

wenn du es wirklich nur aus dem Grund abtreiben würdest, damit du deinem Freund das leben nicht versaust, dann würde ich es behalten. Wenn er mit dir schlafen kann, muss er im Zweifel auch die Konsequenzen dafür tragen, das Kind kann für die Unreife deines Freundes nichts. Wenn du aber denkst, dass DU das ganze nicht schaffst, dann ist Abtreibung auf jeden Fall eine Überlegung wert, die Entscheidung dazu sollte aber wohl überlegt sein. geh, wie die anderen schon sagen, zu einer Beratungsstelle.

Kommentar von 52ee2c8a7dc9c147e38221425a06bc03smalljens79 am 23. Januar 2008 19:52

Man wächst mit den Aufgaben!


Chris1981
beantwortet von Chris1981 am 23. Januar 2008 14:06
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Als ich mich vor kurzem mit meiner Oma über das Thema Kinder kriegen unterhalten habe hat sie folgenden Satz gesagt, der mich -und jetzt vielleicht auch Dich- sehr nachdenklich gemacht hat: 'Bei uns damals hat es auch nicht gepasst. Den richtigen Zeitpunkt gibt es einfach nicht. Und trotzdem haben wir geschafft alle Kinder groß zu ziehen!' Ich denke Du solltest, wie hier schon gesagt wurde, in Dich hineinhören, Dich gut beraten lassen und dann entscheiden. Ich persönlich würde Dir aber eher von einer Abtreibung abraten. Ganz liebe Grüße, Chris


justika
beantwortet von justika am 23. Januar 2008 14:58
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Sei erstmal ganz lieb gedrückt. Schwere Entscheidungen sollte man nicht innerhalb von 2 Stunden oder Tagen fällen. Es gibt niemals den richtigen Zeitpunkt für ein Kind. Meine eine Großmutter hat 11 Kinder bekommen, meine andere 9. 2 davon sind gestorben, weil sie verhungerten im Krieg. Da hatte sie keinen festen Freund/Mann. Es gab glaube ich schon schlimmere Zeiten als die heutigen, in der man so viel Unterstützung erfahren und beantragen kann. Am Ende muss Dein Herz sprechen. Ich habe vor 9 Jahren ein Kind bekommen (mit Mann) und ziehe es seit 6 Jahren allein auf (aber im Prinzip schon immer). Gestern habe ich das alleinige Sorgerecht bekommen vom Familienrichter. Man kann so viel schaffen, man muss es nur wollen. Meine Mama war damals 2 Tage 18 Jahre alt (vor 37 Jahren), mich wollte niemand außer meine Mama und siehst Du aus mir ist auch was geworden. Heute mögen mich gerade die, die damals am lautesten geschrien haben, meine Mutter solle abtreiben. Meine Oma beispielsweise versorge ich heute... Und die Erde, sie dreht sich weiter und vor allen Dingen mit neuen Kindern. Mit jedem neu geborenen Kind füllt sich die Welt mit neuen Möglichkeiten. Kopf hoch und lass Dein!!!! Herz entscheiden. LG Jana (justika@web.de)

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 23. Januar 2008 15:11

Tolle Antwort! DH!!!

Meine Mutter war damals auch verzweifelt, als mich ich als fünftes Kind anmeldete. Sie hat bei jeder Schwangerschaft immer schlimmeres Hautjucken gehabt, bei meiner Schwester (bei meiner Geburt grade mal 10 Monate alt)hat sie sich schon blutig gekratzt. Aber trotz aller Geld- und Gesundheitssorgen hat sie mich - einmal im Arm - geliebt und ist froh, dass es mich gibt.

Mein Mann war ein absolutes Wunschkind - bis seine Mutter Alkohlikerin wurde. Da schrie sie ihn dann mehrmals am Tag an, dass sie den Tag verfluche, an dem er geboren wurde... soviel zu Wunschkindern und richtigem Timing.

Kommentar von 4ea81da45faf16ff21374dafe79f8409smallMinax am 23. Januar 2008 15:50

Kann mich Tanzwiesel nur anschließen. Ein toller Bericht von dir, justika, der mich sehr berührt hat!

Aber pattylicious darf sich jetzt nicht allzu sehr unter Druck gesetzt fühlen durch "Positivberichte". Wenn sie einfach zum jetzigen Zeitpunkt die Kraft nicht aufwenden kann und daran verzweifelt, sollte jedermann ihre Entscheidung akzeptieren. Aber sie möchte das Kind ja - daher sind die Positivberichte ja doch ganz angebracht. :-)

Ich wünsche dir, pattylicious, zumindest, dass es eine Entscheidung aus dem Herzen und dem Verstand sein wird und du alle Kraft bekommst, die du brauchst. Egal was du tust - DU musst damit leben. Du schaffst es! :-)


martymzee
beantwortet von martymzee am 23. Januar 2008 13:48
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behalt es....


sabrinakimberly
beantwortet von sabrinakimberly am 23. Januar 2008 14:18
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Du bist schon in einer schwierigen Lage. Möchtest du das Baby? Auch wenn alle anderen sagen, du sollst es weg machen, möchtest es aber nicht, dann hör nicht drauf und behalte es. Ich stand auch mal vor der Frage, ob ich es behalten soll oder abtreiben sollte. Ich war 21 und es war meine zweite Schwangerschaft und ich wollte nie zwei Kinder. Ich wollte es abtreiben, das Baby passte nicht in mein Leben. Ich hatte Alpträume wegen dem Abbruch, richtig schlimme. Einen Tag vor der Abtreibung hatte ich im Krankenhaus angerufen und gesagt ich kann das nicht und behalte das Kind. Und heute bin ich froh, die kleine zu haben. Ich wünsche dir viel Glück bei deiner Entscheidung. Höre nicht drauf was andere sagen, höre auf dein Herz!!!


Niklaus
beantwortet von Niklaus am 23. Januar 2008 16:36
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Mit dieser Frage solltestr du zu einer professionellen Beratung gehen. Dies ist sicherlich nicht der richtige Ort für solch ein Frage.-


Luise
beantwortet von Luise am 23. Januar 2008 16:50
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Entscheide ganz alleine für Dich, ob Du das Kind bekommen willst unter den Randbedingungen, frage wieviel Hilfe Du bekommen kannst von Freunden und Familie und mach die Entscheidung nicht von Deinem Freund abhängig. Die musst Du alleine treffen, denn egal, wie Du dich entscheidest, der Entschluss wird - wenn Du dir die Entscheidung abnehmen lässt - immer zwischen Euch stehen. Darüber solltest Du Dir klar sein. Und eine Lebenserfahrung von mir: Es geht immer weiter und meistens nicht mal schlecht. Und Dein Freund muss eh seine Ausbildung fertig machen, ob mit oder ohne Kind.


frederick
beantwortet von frederick am 23. Januar 2008 14:18
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Abtreibungen werden stets maximal furchtbar dargestellt, weil moralisiert wird! Abtreibungen sind verpöhnt, werden als etwas Schlimmes, nein: Böses, hingestellt, und so weiter. Lass Dich von den Moralisierern nicht ins Boxhorn jagen!

Mensch, Du bist noch so jung: Wenn Du oder wenn Ihr das Leben mal fester (ich meine jetzt tatsächlich vor allem materiell) im Griff habt, dann kann der Kinderwunsch ein echter WUNSCH sein – und dann soll es auch sein! Aber nun verbau Dir doch nicht Dein ganzes Leben!

Ja, wenn Du es doch zur Welt bringst, und wenn Du es in den Armen hälst, wirst Du es lieben. Ja. Ja. Ja! Es ist ein Kind! Du kannst es gar nicht verwerfen, wenn es in Deinen Armen liegt. Aber Du wirst es manchmal oder womöglich überwiegend hassen, weil es Dir und Deinem Leben im Wege steht. Und DAS tue dem KIND nicht an! Das ist kein guter Start ins Leben für das KIND! Und das ist auch keine gute Last für das Kind – denn es ist eine Last für ein ganzes Leben!

Nachdem Dir jemand gesagt hat, wie furchtbar die Abtreibung als solche also angeblich ist, mache Dir nun klar, wie es sich auf die Mutter-Kind-Beziehung oder auch auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirkt, wenn immer dieses MUSS zwischen Euch steht, wenn immer dieses "Ach-hätte-ich-doch..." ein Klares JA zum Kind ins Wanken bringt, wenn Ihr um jeden verdammten Euro zwei, drei und vier Mal nachdenken müsst... Und so weiter und so fort...

Ja, ich nehme es für mich heraus und sage Dir: Lass es sein mit diesem Kind. Wähle die Abtreibung. Mache Dir klar, weshalb Du die Abtreibung als DEINEN Weg wählst – und lasse Dir NIIIE und von NIEMANDEM ein schlechtes Gewissen einreden. Dieses ganze verdammte Moralin in dieser Gesellschaft ist nur der Ausdruck der Unfähigkeit ALLER, damit umzugehen - der Ausdruck der Hilflosigkeit. Teile nicht ihre Hilflosigkeit. Eine Abtreibung ist ein operativer Eingriff – nicht mehr und nicht weniger. Hat Dir mal jemand beschrieben, welchen Weg jemand zu durchschreiten hat, der Darmkrebs hat? DAS ist furchtbar. Entschuldige diesen Vergleich - ich hoffe wirklich, Du verstehst mich richtig.

In der Berufsschule zeigte bei dem Thema der Abtreibung am Ende ein junge Frau von 27 Jahren auf und sagte offen: ICH habe zweimal abgetrieben. Das erste mal war o.k. - das zweite Mal würde sie nicht wiederholen. Letzteres hatte wohl auch damit zu tun, dass ihre persönliche Situation bei der zweiten Entscheidung durchaus ein Kind ermöglicht hätte (persönliche Situation meint: ihre Persönlichkeit als auch materielle Aspekte). Und offenbar noch etwas: Die Abtreibung war mit dem zweiten Mal nicht mehr die dringliche Ausnahme (und stellte wohl die absolute Priorität der Geburtenverhütung in Frage). DAS aber war die persönliche Moral dieser jungen Frau – nicht die Moral einer hilflosen Gesellschaft! - Ich war unter knapp 25 Personen der EINZIGE, der diese Frau später darauf angesprochen hat ("Gut, dass Du so offen warst!"). Nicht einmal unter den Frauen (Frauenüberhang in der Klasse!) gab es auch nur eine einzige, die den Mut besaß, ihr Auge in Auge zu diesem Thema gegenüber zu treten.

Entschuldige nochmals, wenn ich mir heraus nehme, einen klaren Rat zu geben: Verbau Dir nicht Dein Leben! Es bleibt am Ende doch am Kinde haften - ob man will oder nicht. LEBEN als So-Sein darf nicht das oberste Gebot sein (aber es ist leider in dieser Gesellschaft das oberste Gebot). LEBEN darf auch und MUSS auch LEBENSQUALITÄT beanspruchen (hier meine ich nicht nur materiell, aber es ist nun einmal eine Tatsache, dass materielle Unmöglichkeiten viele persönliche Möglichkeiten eines Menschen verunmöglichen - und darunter leidet der Mensch dann!).

Wähle das LEBEN! Und sag dieses Mal JA zur Abtreibung.


Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 23. Januar 2008 14:38

Das ist ja fürchterlich!!! Hier wird wieder mal die Kohle und Karriere zum erstrebenswertesten Ziel überhaupt gemacht! Ich will dir mal was sagen, lieber Frederick: Deine Meinung in allen Ehren, aber steckst du im Körper einer Frau? Weisst du, wie es sich anfühlt, diese ganzen Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt? Weißt du, wie eine Frau sich fühlt, wenn dieses Leben auf einmal weg ist? Selbst bei einer normalen Geburt ist dieses Gefühl der Leere erst einmal ein Schock, obwohl du da schnell drüber wegkommst, weil das Leben ja in deinem Arm liegt. Ein Leben zerstören, damit man weiter munter drauf losleben kann? Warum ist ein Leben mit Kind KEIN Leben? Ich habe zwei Kinder bekommen, beide zu den unpassendsten Zeiten meines Lebens. Und wir müssen auch jeden Euro umdrehen. Aber ich bin für jedes dieser Kinder dankbar und bin froh, dass ich mich für das Behalten entschieden habe.

Wenn ich dafür bin, Leben zu bewahren, beweise ich also Moralismus und Hilflosigkeit.... Tötung ist für mich der höchste Ausdruck der Hilflosigkeit! Ich weiß ja nicht, wo du solche Perlen der Weisheit aufgetrieben hast. Zumindest ich fühle mich nicht hilflos, weil ich das Leben ehre. Lebensqualität? Mit einer Tötung eines unschuldigen Kindes als Hintergrund? Sorry, aber du kannst nicht wissen wovon du sprichst. Ich kenne Frauen, die abgetrieben haben. Die es bitter bereuen, trotz allem Wohlstand und "Lebensqualität". Die nun vor den Scherben ihres Lebens stehen und sich selbst nicht verzeihen können.

"Lebensqualität". Sorry, aber auf eine solche Lebenswualität kann ich gut und gerne verzichten.

Kommentar von 90d403d723aa221c992a7c09d16139aasmallsheela2011 am 23. Januar 2008 15:23

Danke Tanzwiesel für deinen Kommentar, wollte auch kommentieren, mir fehlten aber die Worte. Du sprichst mir aus der Seele, vielen Dank. DH.

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 23. Januar 2008 15:27

Sheela, ich habe die Geburt meines zweiten Sohnes (Kaiserschnitt)nur dadurch überstanden, dass er die ersten zwei Tage permanent auf meinem Bauch lag. Nach Aufwachen aus der Narkose habe ich so gezittert, dass ich fast von der OP-Liege fiel und mich erst beruhigt, nachdem ich den Jungen im Arm hielt.

Wenn ich nun aufwachen würde mit dem Bewusstsein, das Kind wäre durch meinen Willen getötet worden... Grauenvoll! Ich könnte mich selbst nicht mehr ertragen!

Aber so was kann ein Mann nicht verstehen, denn er kennt solche Gefühle nicht.

Kommentar von 90d403d723aa221c992a7c09d16139aasmallsheela2011 am 23. Januar 2008 15:40

Genau, ich wurde damals von meiner Mutter zu Abtreibung regelrecht getrieben ( ich war halt noch sehr, sehr jung ) nach meiner Meinung und nach meinem Willen wurde nie gefragt, es wurde nur entschieden über meinen Kopf. Darum habe ich auch heute noch mit zu kämpfen.

Meine Tochter hat 2004 mit 19 Jahren einen gesunden Sohn entbunden ( war aber nie die Diskussion einer Abtreibung im Raum gestanden ). Ich kann mir kaum eine bessere Mutter wie meine Tochter vorstellen, selbst ich habe in ihrem Alter mit meinen Kidis nicht so viel Geduld gehabt wie sie, ich sage Ihr immer wieder wie stolz ich auf sie bin und wie sehr ich sie und den Kleinen liebe.

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 23. Januar 2008 16:01

Ach sheela, lass dich drücken!

Freu dich an deiner Tochter und an ihrem Sohn. Wer weiß, ob du sonst genau dieses Mädchen bekommen hättest und genau diesen Enkel... Es gibt immer einen Grund für solche Geschehnisse. Du machst das schon ganz richtig: lass die Trauer zu, aber lass nicht zu, dass sie dir den Blick auf das Glück in deinem Leben verbaut.

Kommentar von 4ea81da45faf16ff21374dafe79f8409smallMinax am 23. Januar 2008 16:05

Tanzwiesel und Sheela, ich kann euch vollkommen verstehen, das erstmal vorab. Ihr beide sprecht aus "emotionaler Erfahrung", aus dem Herzen, weil ihr Kinder habt und euch vorstellt, wie es wäre, wenn ihr damals...

Das ist vollkommen nachzuvollziehen.

Aber man darf nun nicht pauschal verurteilen, wenn es darum geht, dass ein Mädchen oder eine Frau sich gegen ein Kind entscheidet. Das ist in vielen Fällen auch absolut nachzuvollziehen. Auch wenn in Deutschland niemand verhungern muss (obwohl es vorkommt), kann ein Leben in Deutschland sehr sehr hart und unter der Grenze der Armut sein. Wenn dann auch keine familiäre Unterstützung vorhanden ist, ist dieses Leben nur sehr schwer zu bewältigen, wenn nicht sogar dadurch schwere psychische Erkrankungen und Verzweiflung ausgelöst werden. Das nutzt nun auch niemandem.

Der § 218 ist sehr umstritten und heiss diskutiert - verständlich. Man muss immer den jeweiligen Fall und nicht pauschal bewerten.

Aber okay, die Fragestellerin möchte das Kind ja im Grunde genommen. DAS ist schonmal die beste Vorraussetzung - nur MUSS auch ein einigermaßen festes Netz vorhanden sein, damit sie diese konsequente und u.U. schwere Entscheidung tragen kann. Finanziell und auch psychisch.

Ich denke, frederick hat nicht richtig wahrgenommen, dass sie es möchte. Oder er sieht es einfach zu wenig aus herzlicher, dafür sehr aus "knallharter" Sicht, die auch manchmal angebracht ist.

Kommentar von 4ea81da45faf16ff21374dafe79f8409smallMinax am 23. Januar 2008 16:12

Ich wollte mit meinem letzten Kommentar hier einfach nur verhindern, dass frederick wie der letzte Buhmann hingestellt wird... das täte mir auch leid. Er sieht es halt etwas "neutraler", vielleicht auch, weil er ein Mann ist? ;-)

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 23. Januar 2008 16:18

Sorry, aber ich glaube, dass du mich nicht richtig verstanden hast. Es geht mir nicht darum, dass ich jemanden, der abtreiben will, verurteile. Lies meine Antwort, denn dort steht eindeutig, dass ich das absolut respektiere, wenn eine Frau sich mit der Situation überfordert fühlt und daher den Wunsch auf eine Schwangerschaftsunterbrechung hat. Schließlich ist es ihr Leben, und ich weigere mich immer noch, Frauen ihre Gebärfunktion als Nachteil und Zwang auszulegen. Es steht noch mehr dort, über die Nachteile für das Kind bei einer ungewollten Schwangerschaft.

Ich wehre mich nur dagegen, dass Frederick hier so Stimmung macht gegen Menschen, die sich halt für das Kind entscheiden würden. Ich wehre mich gegen einen solchen einseitigen Rat, der als Pamphlet gegen junge Mutterschaft hier hereingesetzt wird und alle, die für das Kind und die Mutterschaft stimmen, als hilflose Moralisten herabgesetzt werden.

Ich wehre mich dagegen, wenn jemand, der nicht einmal eine Ahnung davon hat, welche Gefühle eine Schwangerschaft und auch ein Schwangerschaftsabbruch hervorrufen, hier für alle, die nicht "wirtschaftlich gesichert" und eine Art "Lebensqualität" vorweisen können einen generellen Schwangerschaftsabbruch verordnet.

Und ich wehre mich dagegen, dass er offensichtlich - was ich schon oft bemängelt habe - nicht richtig gelesen hat. Du nennst es nicht richtig wahrgenommen, ich nenne es nicht richtig gelesen, voreilig seine Schlüsse gezogen, da er offensichtlich ein Verfechter der Abtreibung aus wirtschaftlichen Gründen ist. Solche Menschen machen mich wütend, denn sie lassen in ihrem Rat dem Menschen keine Wahl!

Und es ist nun mal eindeutig nur pattylicious' Entscheidung, was sie tut.

Kommentar von 4ea81da45faf16ff21374dafe79f8409smallMinax am 23. Januar 2008 19:05

Tanzwiesel, ich habe mich nur auf deinen ersten Kommentar hier bei frederick bezogen (nicht auf deine Antwort zur Frage). Und wie gesagt, ich verstehe euch ja. :-)

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 24. Januar 2008 08:04

Minax, meine Antwort auf dich war auch auf meinen ersten Kommentar bezogen. Auch mit diesem Kommentar drücke ich keine Verachtung oder Verurteilung Frauen gegenüber aus, die - aus welchem Grund auch immer - abtreiben wollen. Ich wehre mich nur gegen einen so massiven Angriff auf Lebensbefürworter.

Wie gesagt, es gibt andere Möglichkeiten, das Kind in Pflege geben, Adoption. Es muss nicht immer gleich umgebracht werden. Das hat nichts mit Moralismus zu tun. Ich sehe die Welt trotz meiner 41 Jahre halt noch nicht zynisch. Und ich wehre mich halt gegen solche Pauschalierungen und dagegen, dass jungen Menschen eine solch zynische Haltung als Lebensqualität angepriesen werden soll. Einerseits jammern wir alle über den Werteverfall in unserer Gesellschaft, andererseits wird jungen Menschen, die noch leicht beeinflussbar sind, der schnöde Mammon als wahres Ziel des Lebens angepriesen, zu dessen Erreichung jedes Mittel recht sein soll.

So einseitig kann und darf man so eine Sache nicht darstellen.


marialuisa
beantwortet von marialuisa am 23. Januar 2008 17:42
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...schau mal, wieviele Menschen Anteil an Dir und Deinem Kleinen jetzt schon nehmen. Dir mit Worten versuchen Mut zu machen und Dir beizustehen. Das wird sich nicht ändern, Du wirst sicher Menschen finden, welche Dir zur Seite stehen, ganz sicher..................


frederick
beantwortet von frederick am 24. Januar 2008 08:55
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"Kohle und Karriere zum erstrebenswerten Ziel überhaupt gemacht"? Tanzwiesel, hast Du gelesen, in welcher Situation die Fragestellerin sich befindet? Da kann von "Karriere", ja nur von der Anbahnung einer "Karriere" wohl gar keine Rede sein!

"Weißt Du, wie eine Frau sich fühlt, wenn dieses Leben auf einmal weg ist?" Tanzwiesel, bis vor nun drei Tagen wusste die Fragestellerin nichts von diesem Leben. Sieben Wochen lang wusste sie nichts davon! Und nun ist es so grundsätzlich bestimmend, dass das "Leben" da ist?

"Tötung ist für mich der höchste Akt der Hilflosigkeit!" Tanzwiesel, beobachte die Menschen genau: Der höchste Akt der Hilflosigkeit ist das Treiben-Lassen im Main-Stream!

"Lebensqualität? Mit einer Tötung eines unschuldigen Kindes als Hintergrund?" Tanzwiesel, wie kommt im Zusammenhang mit einem Kind überhaupt der Begriff der "Schuld" oder "Unschuld" in diese Diskussion?

"Ich wurde damals von meiner Mutter zu Abtreibung regelrecht getrieben ... nach meiner Meinung und nach meinem Willen wurde nie gefragt..." Sheela2011, DAS ist nicht der Weg, von dem ich spreche! Aber Willensbestimmung kann von der einen und auch von der anderen Seite und Tendenz her kommen – bis die drei Monate überschritten sind und eine Entscheidung nicht mehr gefragt ist.

"... Frederick hier so Stimmung macht gegen Menschen, die sich halt für das Kind entscheiden würden. ... Pamphlet gegen junge Mutterschaft" Tanzwiesel, die bist nur emotional getroffen. Das ist völliger Unsinn! Junge Mutterschaft ist an sich durchaus gut, im Grundansatz vielleicht das Beste, was beiden Seiten, Mutter und Kind, geschehen kann – aber die persönliche Reife dafür UND das Umfeld müssen stimmen, sonst geht das nicht gut.

"Solche Menschen machen mich wütend, denn sie lassen in ihrem Rat dem Menschen keine Wahl!" Tanzwiesel, welche Wahl lässt DU denn? Die Fragestellerin sucht Meinungen und Außenansichten. Und ganz bestimmt nicht emotionale Tendenz-Erklärungen.

Und am Ende schlägst Du, Tanzwiesel, ADOPTION vor? Jetzt aber lasse es Dir in Kurzform vor Augen führen: Neun Monate lang ein Kind austragen, das im Grunde nicht gewollt ist oder das eigentlich gewollt, aber durch die Ablehnung von Außen wissentlich nicht als das Eigene ausgetragen wird? Es GIBT den Einfluss auf das Ungeborene Kind, das kann ein verständiger Mensch in heutigen Zeiten nicht mehr leugnen. Und das schon wird die erste Last für dieses Kind – eine Last, die es nicht verstehen kann, aber ein Leben lang als tiefe und unerklärliche Not in sich trägt! Dann die Geburt: Und am Ende dieser Geburt steht für die Mutter, das Kind nicht zu Gesicht zu bekommen, damit ihr Herz daran nicht noch mehr bluten möge, als ohnehin schon? Oder soll sie es noch einmal sehen, damit sie ein letztes Mal entscheiden möge, ob sie der Adoption wirklich einwilligen möchte? DAS ist das Höchstmaß an Brutalität, die man einer Mutter antun kann. DAGEGEN ist Abtreibung nichts.

Sag mir, ich sei ein Mann. Sag mir, ich könne es nicht wissen. Ich sage Dir: Ich bin nicht so ahnungslos, wie Du es gern zum Selbstschutz hättest. Sieh Dir die Menschen ohne den vorgeschobenen Filter von Glück und Liebe an, dann wirst auch Du sehen, dass die Menschheit sich mehr, mehr und viel mehr Leid antut, als sie sich Glück und Liebe schenkt. Glückseligkeit und Liebe sind kostbare Perlen im Meer der grauen Steine. Wer das leugnet, hat auch wahre Glückseligkeit, wahre Hingabe, das wahre Gefühl des Angenommenseins und das wahre Gefühl des Annehmens noch nicht empfunden – sondern sich mit Synonymen von Glückseligkeit und Liebe so leidlich durchs Leben geschlagen.

ICH greife Lebensbefürworter an? Nein. Ich greife jene an, die den Wert des Lebens als reines "Dasein auf der Welt" schon zum Wert erheben – zum Lebens-Wert.

Dir, Minax, Dank für Deine Neutralität, die Du dem ganzen Thema entgegen bringst. Danke, dass Du auch die Gefahr für die Fragestellerin siehst, durch die ganzen "Positiv-Berichte" wiederum auf eine bestimmte Weise bedrängt zu werden. Aber, Minax, entschuldige: Ich sehe in der Tat nicht, das die Fragestellerin das Kind austragen möchte. Sondern ich sehe die junge Frau, die mit der Botschaft überfordert ist und Rat sucht – denn schockiert wurde sie von Berichten über die Abtreibung, und verstört wurde sie andererseits von der Ablehnung, die ihr als Schwangere, vielleicht als Mutter entgegen schlägt. Es wäre wohl wenig angebracht, meine Hintergründe, meine Ansichten und Einsichten, meine Erfahrungen, meine Empfindungen, meine Beobachtungen und meine Kenntnisse in Buches Stärke hier auszurollen. Daher nur soviel: Das Leben wird nicht erträglicher, weil man Kinder als Synonym für Glückseligkeit missbraucht. Und DAS genau geschieht viel zu oft in dieser Welt!

Und deshalb sage ich zum "Kind" jetzt in letzter Knappheit nur dieses noch: Die Entscheidung FÜR ein Kind muss ein BEWUSSTES "Ja" sein. Dieses "Ja" darf nicht in Kürze fallen, sondern muss eine langfristig empfundene und auch rational erfasste Befürwortung, das Resultat einer umfassend gestützten Willensbildung sein. Sonst geht das schief. Und wer darunter zu leiden hat, ist genau das KIND – das hier von Tanzwiesel als "unschuldig" bezeichnet wird (Bitte: Weg mit dem SCHULDbegriff, der hat mit den Kind nichts zu tun! Das Kind ist NEUTRAL, wenn es zur Welt kommt – das Kind ist offen, das Kind ist empfänglich, und das Kind ist durch seine totale Abhängigkeit von der Außenwelt zunächst so offen, wie eine blutende Wunde. Da darf kein Salz hinein gestreut werden, sondern nur die völlige, die totale Bereitschaft, auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen. Ein Kinderbettchen, ein Kinderwagen, ein geregeltes Zu-Bett-Legen, ein Abstillen nach "Fahrplan" vermeintlich kompetenter Ärzte, vielleicht das Ausbleiben von Muttermilch (ein Signal der Ablehnung) als Grund für die Entbehrung der Mutterbrust... ach, die Aufzählung könnte so lang werden, um früheste Schädigungen an der offenen Kinderseele anzudeuten... Leid tragend ist das KIND – und der daraus heranwachsende Mensch, der die Verletzungen, Vernachlässigungen, die Traumatisierungen, die Schädigungen an der kindlichen "Seele" aller Art bis hinein ins späte Grab als Lebensbegleitung bei sich behält. Daran ändert auch jede heroisch deklarierte Elternliebe nichts – wenn sie nicht spürbar, fühlbar, empfindbar ist für das Kind als das wahrhaftige Angenommen-Sein.

Liebe Kinder, seid willkommen – aber nur, wenn es wirklich, wirklich von den Eltern ernst gemeint und allertiefst empfunden ist!

Ich bedauere es sehr, wenn ich durch meine Empfänglichkeit für das Leid von Individuen und die Ansichten, die ich von da heraus äußere, andere Menschen kränke – obgleich, ich bin das beinahe gewohnt. Das Resultat auf dieser Seite ist leider eine emotional total überladene Diskussion (Ausnahmen gibt es, die ich jetzt nicht mehr einzeln namentlich hervor heben will). Abschließend hoffe ich, dass der Fragestellerin – Dir, liebe pattylicious – meine Ausführungen die Gesamtproblematik ausleuchten helfen. Die Entscheidung wird dadurch nicht leichter, je mehr unterschiedliche Seiten Du siehst und Ansichten Du hörst. Aber es ist nun einmal keine leichte Entscheidung. Und man darf sie sich nicht leicht machen.

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 27. Januar 2008 23:49

Frederick, ich kann nur von mir und meinen eigenen Gefühlen berichten. Ich tue es auch. Und du? Kannst du über die Gefühle einer werdenden Mutter berichten? Aus erster Hand?

Ich habe zwei Kinder zur Welt gebracht und vom ersten Tag an, wo ich von der Schwangerschaft erfahren habe, beide Kinder abgöttisch geliebt. Das erste Kind, Jan, heute 19, kam mitten in meiner Ausbildung. Die gesicherte Übernahme hin, mein damaliger Freund auch noch in der Ausbildung. Damals haben mir alle mit deinen Argumenten davon abgeraten, das Kind zu bekommen. Ich war unsicher. Wusste nicht weiter. Mein Schwiegervater hat mir sogar angeboten, die Kosten für die Abtreibung zu übernehmen. Als ich nein sagte, haben sie versucht, meinen Freund gegen mich einzunehmen. Sie haben es geschafft, wir waren nur ein Jahr verheiratet. In der damaligen Zeit hat meine Schwester auf Anraten ihrer Ärzte (angeblich sei das Kind in ihr tot) eine Abtreibung vorgenommen. Sie ist seither seelisch krank, nimmt Antidepressiva und verzeiht sich bis heute nicht, lässt ihre Umwelt drunter leiden und führt ein selbstzerstörerisches Leben. Ich hatte das Glück, eine gute Freundin zu haben, die zu mir stand. Die mir half, meine Entscheidung selbst zu treffen, gegen alle Widerstände. Mein Sohn ist trotz gescheiterter Ehe ein wertvoller, selbstbewusster Mensch geworden. Ich musste auf vieles verzichten. Trotzdem bin ich froh, dass ich mich damals - in meiner unsicheren Position - für ihn entschieden habe. Meine Gefühle haben da ganz klar für mich gesprochen, ich war nur unsicher geworden, weil auch die Eltern meines Freundes mich verantwortlich machten und uns eine rabenschwarze Zukunft proohezeiten, weil alle uns davon abrieten.

Meinen zweiten Sohn habe ich mit 39 Jahren bekommen. Wir hatten solche Angst, dass er nicht gesund sein könnte. In meinem Alter kommen solche Überlegungen auf. Jeder Magenkrampf kam mir wie eine Wehe vor, jeden Tag, an dem er ruhiger war, hatte ich Angst, dass er tot sei. Wir hatten uns zehn lange Jahre ein Kind gewünscht, die Hoffnung aufgegeben. Und dann, mit 39. Mein Mann wollte eigentlich kein Kind mehr, hatte Angst, dass er zu alt sei, dem Kind nichts mehr geben könnte, das Toben draußen, Fußballspielen, dass er eher Opa als Pappa sei. Zudem ist bei uns die finanzielle Lage immer noch nicht rosig, weil wir uns für ein Leben entschieden haben, in dem mein Mann zu Hause blieb und sich um unseren Großen gekümmert hat. Nach zwei Tagen und Nächten voller heißer Diskussionen sind wir zu dem Schluss gekommen: Wir behalten das Kind, wir machen keine zusätzlichen Tests, denn selbst wenn es Trisomie21 oder andere Behinderungen hat, werden wir einen Weg finden, es zu betreuen und zu fördern. Gott sei Dank ist Ilias ein gesundes, munteres Kerlchen, ein Sonnenschein, der die ganze Welt liebt und die ganze Welt ihn.

Zwei Kinder. Zweimal Zweifel, wegen des Zeitpunktes, der finanziellen Situation, des Zweifels an unserem Alter. Beides Mal ja gesagt, das Leben beim Schopf gepackt und die Herausforderung angenommen. Es geht.

Kinder haben nichts mit nüchternen Dingen wie materielle Sicherheit zu tun. Kinder kommen meistens dann, wenn man gar nicht über ein Kind nachdenkt. So ist nunmal die Natur. Und wie Jens schon geschrieben hat: Man wächst mit seinen Aufgaben.

Deine Vorbehalte gegenüber der Adoption sind aber doch auch ziemlich extrem, findest du nicht? Es gibt so viele Kinder, die adoptiert wurden und durch die Liebe der Adoptiveltern mehr als entschädigt wurden. Oder willst du nun andeuten, dass alle Adoptivkinder seelisch so geschädigt sind, dass sie nicht lebenswert sind? Jedes Leben, das erhalten wird, birgt eine Unmenge an Chancen in sich. Woher nimmst du dir das Recht, zu bestimmen, welches Leben es wert ist, erhalten zu bleiben und welches nicht? Wenn ich feststelle, dass ich schwanger bin, und beschließe, das Kind nicht zu behalten, dann kann ich das Kind guten Gewissens auf die Welt bringen und dann Eltern anvertrauen, die bereit sind, es zu lieben und zu umsorgen. Das ist nicht so grausam wie es zum Tode zu verurteilen, nur weil es mir grad nicht in den Kram passt.

Und, eine Abtreibung lediglich als chirugischen Eingriff zu verharmlosen, ist für mich der Gipfel. Das war eigentlich das, was für mich den Ausschlag gab, dir überhaupt zu antworten. Du selbst schreibst davon, welchen Einfluss bereits die Empfindungen im Mutterleib auf das Kind haben. Also bist du auch davon überzeugt, dass ein ungeborenes Kind Empfindungen hat. Was, meinst du, wird dieses Kind empfinden, wenn es merkt, dass ihm im geborgensten Teil seines Lebens Gefahr droht, dass der schützende Mutterleib zu einer Todesfalle wird?

Eine Abtreibung ist bedeutend mehr als einen Leberfleck zu entfernen. Du lässt ein hilfloses ungeborenes Leben töten.

Und immer noch betone ich, dass ich Respekt vor der Entscheidung einer jeden Schwangeren habe, die sich ausserstande sieht, aus welchem Grund auch immer die Schwangerschaft auszutragen. Es ist und bleibt die Entscheidung einer jeden einzelnen Frau. Wir sind keine Gebärmaschinen, wir Frauen haben ein Recht auf die eigene Entscheidung, was mit und in unserem Körper geschieht. Die Tochter meiner besten Freundin hat abgetrieben, weil sie sich nicht in der Lage sah, ein Kind zu bekommen. Wir haben darüber gesprochen. Sachlich. Fair. Und ich habe diese Entscheidung akzeptiert, ohne dass ich in irgendeiner Form schlecht von ihr oder ihrer Tochter denke. Wir sind heute noch gut befreundet, und das funktioniert nur, weil ich diese Einstellung habe. Ich könnte nun auch noch von der grauenvollen Erfahrung der Tochter erzählen, aber ich denke, dass ich meinen Standpunkt hinreichend dargelegt habe. Ich bin für Leben. Ich sehe eine Chance in jedem Leben und ich bin ein Befürworter der Geburt eines jeden ungeborenen Lebens. Aber ich bin gegen jede Fremdbestimmung, sei es nun für oder gegen das ungeborene Kind.

Dies sei bitte ganz klar dargestellt.

Kommentar von B43cf7f09ccc873c4150a65c83b6a129smallfrederick am 28. Januar 2008 15:45

Du willst mir nun entgegen halten, dass ich sehr wohl das ungeborene Kind für empfindungsfähig halte? Setze Dich einmal mit der biologischen Entwicklung und den Entwicklungsstufen eines Embryos auseinander. Die 3-Monats-Regelung mag diskutabel sein - aber sie hat schon ihren Hintergrund... Was Deine Toleranz gegenüber jenen Müttern für mich unglaubwürdig macht, ist dass Du den Begriff der TÖTUNG zusammen bringst mit der Abtreibung: DAS genau ist die Scheinmoral dieser Gesellschaft und der Main-Stream GEGEN Abtreibung.

Ich betone hier noch einmal: Ich betrachte die Abtreibung nicht als eine Möglichkeit der Geburtenkontrolle, sondern als dass etwaig letzt zu wählende Mittel!

Ich kenne zahlreiche Beispiele, die ich nur als verheerend bezeichnen kann, in denen die ablehnende Haltung dem Kinde gegenüber von elterlicher Seite praktisch permanent ausgelebt wurde (einmal abgesehen davon, dass stets nach außen die Elternschaft als prächtig repräsentiert wird - ist ja logisch!). Spontan fallen mir zwei Leben ein, die ich viel zu gut kenne und viel zu nah kennen gelernt habe - beide schlagen sich so durch das Leben, die eine erst in Magersucht, später als "Überlebens"-Variante in Bulimie, der andere durchlitt Alkoholismus, hadert heute leidlich mit dem Leben, 20 Jahre "trocken"... Ich kenne viele Fälle des nachhaltigen Zweifels, und einen, in dem es heute ein ganz klares und unzweifelhaftes Bekenntnis gibt, dass es ein Fehler war, sich wahrhaftig beschwatzen zu lassen - FREMDBESTIMMUNG! ohne den Mut, dieser zu widerstehen im Einklang mit der eigenen Überzeugung und dem eigenen Fühlen - und das Kind zur Welt zu bringen (ich kenne die Mutter, die den Fehler eingesteht [nur natürlich der Tochter gegenüber nicht], kenne ihre Bekenntnisse zu all ihren Fehlern, die sie der Tochter gegenüber begangen hat, ich kenne ihre Not, die sie unter dem "Un-Verhältnis" leidet, dass ihre Tochter heute ihr gegenüber empfindet und auch lebt - und ich kenne die Tochter, die der Mutter nun, 16-jährig, wenigstens noch keine Vorwürfe macht). Ich will mich nicht zu weit ausholend äußern über Fälle, die mir noch bekannt sind, wenn auch mit weniger Detailtiefe. Ich will gar nicht diejenigen beschreiben, die sich offenkundig aufgrund tiefster und frühkindlicher Störungen selbst in extremer Weise nur im Wege stehen – deren Biografien ich jedoch nicht aufgelöst habe...

Für mich steht weiterhin zu aller oberst die Frage, ob es eine Chance gibt auf ein Leben in der "seelischen" Reinheit des unzweifelhaften Angenommen-Seins. Denn nur dann wird Leben "geschenkt" – andernfalls wird es zugemutet!

Und nun mögen unsere Meinungen zu diesem Thema dann eben differieren...


schlossgeist
beantwortet von schlossgeist am 25. Januar 2008 19:46
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Du solltest Dich sehr gut beraten lassen. Die endgültige Entscheidung kann Dir niemand abnehmen - so schwer diese auch sein wird.


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