Frage von Ever8deen, 38

Soll ich es ansprechen oder dulden und schweigen?

Ich bin auf einer Psychosomatischen Reha seit 5 Wochen. In der Gruppe haben wir eine (33) die sagt ihr Problem wäre, es allen gefallen zu wollen, sich zum Mäuschen macht und das sie sich von anderen abhängig und auch selbst zum Opfer macht. Ihrer eigenen Einschätzung habe sie schon alte Wunden überwunden, bräuchte jetzt aber noch einen Weg wie es schneller nach vorne gehen kann, sie habe keine Geduld.

Allerdings krieg ich in Gruppengesprächen mit, wie sie ständig JA sagt und dem Therapeuten gefallen will, ihm deswegen immer zustimmt, sich aber gleichzeitig wieder in die Opferrolle bringt, da sie etwas trauriges von sich erzählt und dabei auch gleich eine Schnute zieht. Beim Kaffeetrinken wird sie dann noch offener und erzählt ALLES von sich und gibt uns Ratschläge wie wir es meistern könnten, obwohl sie es hasst, wenn wir kurz erwähnen, das wir ihre Situation bei uns kennen, andersrum wärs aber ok (wenn sie das bei uns machen würde). Quasi sie darf klugscheißern, wir nicht.

Egal was wir vorschlagen, sie macht es irgendwie mies. Z.B. heute: 4 Personen dachten an ein letztes gemeinsames Essen beim Kroaten. Sie schnappt die Idee auf, präsentiert sie der restlichen Mannschaft (bevor wir sie überhaupt ansprechen konnten) und entscheidet für den Italiener. Tut dann so, als wäre es ihr Plan gewesen. Italiener deswegen, weil IHR das Essen besser schmeckt. Die meisten in der Gruppe bemerken dieses Zwiespaltige Verhalten überhaupt nicht.

Ich bin wegen sehr starker Empathie und Burnout hier. Empfange zu viele Gefühle anderer, die mich fertig machen. Und dieses Verhalten von ihr finde ich dermaßen falsch, hinterfotzig und nervig. Frage von oben

Antwort
von AndreasSieg, 15

So eine Gruppensitzung ist doch ideal für eine Konfliktlösung. Ich würde versuchen, den Mut zusammen zu nehmen und es ansprechen. So hart es ist, für andere ist es auch wichtig, welches Bild sie nach außen haben. Du eröffnest damit also nicht nur Dir Chancen damit einen neuen Umgang zu finden.

Antwort
von Serenity23, 14

Wenn Du Dich stark genug fühlst, dann konfrontiere sie direkt in einer Gruppensitzung, da hast du die Rückendeckung des Therapeuten. Oder spreche erst allein mit Deinem Therapeuten und frage ihn, ob eine Konfrontation hilfreich wäre. Es geht auf keinen Fall, dass eine einzelne Person deinen Therapieaufenthalt negativ beeinflusst. Ich weiss nicht wie die Ärzte dort arbeiten, aber ihnen müsste schon wichtig sein, dass die Patienten sich wohl fühlen. Solltest nur Du diese Person als so negativ empfinden, dann arbeite mit denem Therapeuten heraus warum das so ist. Egal wie, kommunizire! Viel Erfolg!

Antwort
von Lumpazi77, 16

Das Verhalten ist wirklich falsch usw., jedoch rate ich Dir, nichts zu sagen und Deine übergroße Empathie damit zu überwinden.

Du solltest lernen, Dich gegen solche Personen abzuschotten !

Antwort
von Kaeempferherz, 17

Ich würde es ansprechen.
Wie ich sehe, macht es dich ja fertig und es nimmt dich mit.
Solltest du allerdings Angst haben, wie sie reagiert, zieh dir einen Therapeuten dazu und sage ihm, was dich bedrückt.

Antwort
von Tamtamy, 20

Wenn du Mut hast, bekennst du dich - in der Gruppensitzung - zu deinen Gefühlsreaktionen.
Es wird dann natürlich auch die Frage im Raum stehen, welcher 'sensible Nerv'' (sprich: welches persönliche psychische Thema) bei dir angesprochen wird.

Das kann für dich ein guter (und erkenntnisreicher) Schritt sein!


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