Frage von Fragendino, 50

Soll ich die zur Zeit der Eheschließung angesparte Bausparsumme als Anfangsvermögen bei der Scheidung angeben?

Vor der Ehe hatte ich einen Bausparvertrag über 14 500 €. Wir haben 2007 geheiratet. Zu dieser Zeit betrug die eingesparte Summe ca. 6.600 €. 2012 wurdemir die komplette Summe ausgezahlt, aber es wurde schon längst aufgebraucht. Muss ich zu der Zeit der Eheschließung Angesparte Summe als Anfangsvermögen angeben? Muss ich ´den bis 2012 angesparten Betrag mit meinem Mann teilen?

Antwort
von DFgen, 8

Alles, was du vor der Ehe besessen hast (oder der Geldwert dessen) gehört dir auch nach der Ehe allein..., genauso verhält es sich mit dem, was dein Mann vor der Ehe besessen hat.

Nur das, was während der Ehe hinzugekommen ist (auch gemeinsame Schulden) muss beim Zugewinnausgleich tatsächlich geteilt werden... dabei spielt es keine Rolle, wie viel jeder von Beiden zum Zugewinn beigetragen hat.....

Beispiele:

  • Wenn du vor der Ehe 6000 € hattest (bereits eingezahlte Bausparsumme), der Mann 8000 € hatte und nun alles restlos ausgegeben ist, nur noch ein paar Möbel da sind, die ihr teilt..., so beträgt euer "Endvermögen" -14000 €, wovon jedem dann -7000 € "zustünden"... - du müsstest dann 1000 € an den Mann auszahlen...
  • Hast du mit dem Bausparvertrag 6000 € in die Ehe eingebracht, der Mann überhaupt nichts... und nun ist alles, auch die hinzugekommene Ansparsumme aufgebraucht, beträgt das "Endvermögen" - 6000 €, also für jeden -3000 €. Abzüglich deines Anfangsvermögens (6000 €) müsste der Mann dir also 3000 € auszahlen.....
Antwort
von Havenari, 18

Du musst gar nichts als dein Anfangsvermögen angeben - aber es wäre unklug, es nicht zu tun, weil sonst die von dir mit in die Ehe gebrachte Summe so behandelt würde, als hättet ihr sie in der Ehe gemeinsam erwirtschaftet.

Was während der Ehe finanziell wann passiert ist, spielt praktisch keine Rolle - es geht lediglich um die Frage, welches Vermögen du bzw. dein Mann am Anfang und am Ende der Ehe hattet/habt.

Kommentar von Fragendino ,

So weiß ich auch, aber ich mache mir nur deswegen Sorgen, weil das ein Bausparvertrag war und vielleicht gibt es irgendwelche besondere Regelungen in diesem Zusammenhang.

Antwort
von Ursusmaritimus, 28

In aller Regel ist es so das der Betrag von 6600€ deinem Anfangsvermögen zugerechnet wird (ohne wirtschaftliche Zuleistung des Ehepartners) und der zugesparte Betrag von 2007-2012 von 7900€ mit deinem Ehemann zu teilen ist da er gemeinsam erwirtschaftet wurde.

Kommentar von Fragendino ,

Ja, aber von diesen gemeinsam erwirtschafteten 7900 € ist gar nichts mehr da.
Im Laufe der letzten 4 Jahre habe ich es für unser gemeinsames Leben (Miete, Wurst, Käse, etc. :-) ) ausgegeben.
Muss ich trotzdem die Hälfte (3950 €) von irgendwo herzaubern und ihm auszahlen?
Ich mache mir Sorgen, weil das ein Bausparvertrag war (obwohl mein eigener).

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Nein, die 6600€ war dein Anfangsvermögen, das kannst du fordern. Die 7900 habt ihr gemeinsam erspart und verlebt, hier gibt es keine Forderungen gegen dich.

Kommentar von Detlef32 ,

So ist es. 

Gemeinsam gespartes und ausgegebenes Geld ist einfach verbraucht und wird nicht berücksichtigt. Gemeinsam gespartes Geld (und ist noch da) wird geteilt und Anfangsvermögen gehört dem jeweiligen Partner.

Antwort
von FrankAutor, 28

Ich würde es angeben. Lediglich die Summe, die danach noch angespart wurde, wurde im Laufe der Ehe gespart. 

Antwort
von TheDanzinger, 23

Hallo Fragendino!

Nach §81 Z3 sind Ersparnisse die WÄHREND der Ehe angehäuft wurden zur Verteilung hinzuzuziehen. Jedoch betrifft das nur das Geld, welches nach dem Ehevertrag hinzugekommen ist. 

D.h. die 14.500 € gehören NICHT dazu. Die angesparten 6.600€ fallen jedoch in die Verteilung (falls ich das richtig verstanden habe, dass die 6.600€ während der Ehe entstanden sind). Gleichzeitig sind Dinge die dem persönlichen Gebrauch oder der Berufsausübung davon ausgenommen, diese Regel kann auch auf Geld angewendet werden. Für was hast du denn das Geld ausgegeben?

-D

Kommentar von Fragendino ,

Nein, andersrum, die 6600 € habe ich mit in die Ehe eingebracht und nach der Eheschließung die restlichen 7900 € wirklich alleine eingezahlt, aber das kann ich doch nicht beweisen.
Von diesen 7900 € ist nichts mehr da.

Du fragst mich für was ich das Geld ausgegeben habe?
- Für Miete, Wurst, Käse etc. :-) 

Und ich mache mir Sorgen, dass ich trotzdem die Hälfte davon ihm auszahlen muss.

Antwort
von TheAllisons, 25

Es wäre da sicher besser, wen du da einen Anwalt fragen würdest, der kann dir da sicher besser Auskunft geben.

Antwort
von ratatoesk, 26

Der Vertrag wurde vor der Ehe geschlossen und solange Du diesen von Deinem Geld bezahlt hast,sollte er demnach ganz rausfallen,,aber mach Dich diesbezüglich bei einem Anwalt schlau.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Der Vertrag wurde nach der Hochtzeit mit ehegemeinschaftlichen Erwerbseinkommen bespart.

Kommentar von ratatoesk ,

Woas?

Wenn sie es mit ihrem Geld bezahlt hat,bleibt es ihr eigenes,auch in einer Zugewinngemeinschaft.

Auch der Gewinn eines Aktienpaketes nach Hochzeit ,bleibt beim Eigentümer des Paketes und zählt nicht dazu.

Aber wie gesagt,ein Anwalt hilft da mehr,da auch zB. seit 2009 etwa,Schulden von vor der Hochzeit,vom zuteilenden Zugewinn abgezogen werden können ect.

Da hat sich viel geändert.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Nach der Eheschließung wurde der Vertrag (bei Zugewinngemeinschaft) weiter mit ehegemeinschaftlichem Vermögen bespart. Damit ist der Wertzuwachs des Vertrages nach Hochzeit (ggf. abzüglich Zinsen aus Anfangsvermögen) dem Ehepaar gemeinsam zuzuordnen.

Kommentar von ratatoesk ,

Du verwechselst  ,meiner Meinung nach, die Zugewinngemeinschaft mit der Gütergemeinschaft,denn nur dort gibt es das sogennannte ,,eheg. Vermögen.

Aber sei es drumm, sie soll selber zum Anwalt gehen.

Antwort
von josef050153, 8

Natürlich, sonst musst du das Geld ja teilen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten