Frage von sportyLB98, 146

Soll ich die Tripleosteotomie machen lassen, obwohl meine Mutter dagegen ist?

Hallo Leute, ich habe mal wieder eine Frage zu der Tripleosteotomie des Beckens, bzw. nicht direkt dazu, aber im Allgemeinen zu diesem Thema. Ich habe mich in letzter Zeit genauer mit dieser OP beschäftigt, da der Arzt vor 2 Jahren sagte, dass, wenn ich Schmerzen habe, ich diese OP benötige, da es sein kann, dass ich sonst noch bevor ich 40 Jahre alt bin, eine Hüftprothese brauche, und ich habe Schmerzen. Natürlich habe ich auch mit meiner Mutter darüber gesprochen, doch diese ist absolut dagegen. Sie ist Physiotherapeutin und hat schon oft die Nachbehandlung solcher Patienten durchgeführt, die manchmal auch mit Komplikationen verbunden war. Sie sieht nur die Nachteile, also v.a. die lange Ausfallzeit und die Narben. Dass meine Lebensqualität erheblich verbessert wird (also keine Schmerzen mehr und wieder regelmäßig Sport machen) und die Arthrose vielleicht sogar dadurch verhindert werden kann, beachtet sie überhaupt nicht. Ich bin jetzt noch 17 und möchte die OP erst nach dem Abitur machen lassen, falls diese nötig wäre, also wenn ich volljährig bin. Jedoch habe ich Angst, dass ich dann, wenn es soweit ist, komplett allein da stehe, da ich noch single bin und meine Mutter sich dagegen komplett sperrt. Mein Plan ist bis jetzt, nach der Schule zu Hause wohnen zu bleiben, aber ich habe trotzdem Angst, dass ich das alles allein packen muss. Meine Geschwister denken eh nur, dass ich diese OP unbedingt will, damit ich Gehstützen bekomme, weil ich das früher immer wollte und nie bekommen habe, aber mir ist schon bewusst, was da alles auf mich zukommt (6 Wochen nicht sitzen,...).

Ich weiß, dass es wenig bringt, sich jetzt schon darüber Gedanken zu machen, aber ich möchte auf alles vorbereitet sein. Eventuell hat sich meine Hüftgeschichte nicht verschlechtert und ich benötige überhaupt keine OP, aber falls doch, bin ich hoffentlich nicht so schockiert. Habt ihr vielleicht Tipps, wie ich mich bis zum Sommer (Kontrollröntgen und Wiedervorstellung beim Arzt) gegenüber meiner Mutter verhalten soll, was dieses Thema anbetrifft?! Sie ist nur noch genervt, wenn ich sie darauf anspreche, weil sie genug andere Sorgen hat (meine kranke Schwester, mein Vater, der Probleme hat, mein Bruder, der operiert wird und natürlich ihre eigenen Probleme). Soll ich sie bis zum nächsten Mal gar nicht mehr darauf ansprechen oder was soll ich machen? Ich hoffe, ihr könnt mir einen Rat geben. LG, sportyLB98

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SireToby, 123

Hallo Sporty,

dies sollten wir mal in Ruhe besprechen-Wenn Sie wollen, kann ich auch gerne mal den Kontakt zu einer unserer Patientinnen herstellen, die Ihnen aus Patientensicht erzählen kann, wie es so nach der OP läuft.

Wenn Sie schon jetzt Schmerzen in der Hüfte haben und die Dysplasie nachgewiesen ist-dann ist die Operation für eine Verzögerung oder Vermeidung einer Arthrose in jedem Fall sinnvoll.

Wegen der Komplikationen: Wir operieren seit einigen Jahren (wieder) Triple-Osteotomien, und haben bislang KEINE schwerwiegende Komplikation mehr gesehen. Dies ist keine Garantie, aber doch eine gewisse Sicherheit.

Wann und wo hat Ihre Mutter denn Triples nachbehandelt?

Grüße aus der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau,

Tobias Radebold

Kommentar von sportyLB98 ,

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Meine Mutter war in Augsburg, in der sie ihre Ausbildung gemacht hat und anschließend in Tübingen. In beiden wurde die Triple durchgeführt, aber wie ich bereits erwähnt habe, manchmal mit auftretenden Komplikationen. Ich denke aber eher, dass die Narben meine Mutter abschrecken, weil diese direkt nach der OP natürlich nicht so schön sind. ;)

LG, sportyLB98

Kommentar von SireToby ,

Ich finde die Narben nicht schlimm.

Aber mit dem Aussehen ist es so eine Sache-wenn man vorher zufrieden war, wird man es hinterher auch sein.

Umgekehrt genauso-schöner wird man durch die OP auch nicht.

Allerdings hat sich die OP-Technik in den letzten 10 Jahren auch nochmal verbessert-auch wir haben mit deutlich größeren Schnitten angefangen und sind jetzt viel kleiner.

Wenn Sie mit einer Triplepatientin sprechen möchten-schicken Sie mit mal ne Telefonnumer per mail-das möchte ich nicht übers Forum machen (Telefonnummer im Netz zu veröffentlichen ist eher sportlich...) Dann würde ich die Nummer z.B. an den Katrin weitergeben.

Grüße und schönen Abend, TR  

Kommentar von sportyLB98 ,

Ok, vielen Dank. Ich denke auch, dass Schmerzfreiheit um einiges mehr wert ist als solche Narben. Sie haben natürlich absolut recht, was die OP-Techniken angeht...

Sobald das Thema OP bei mir aktuell wird, werde ich auf Ihr Angebot zurückkommen.

Antwort
von akplayer87, 91

hallo sporty,

vorweg, ich habe noch nie hier einen beitrag geschrieben und hoffe das passt  so , wie ich es mache, aber ich wollte mich doch gerne zu dieser frage äußern. sorry, wenn manches evtl. schon beantwortet ist, ich schreibe einfach meine meinung...

zuerst zu den aussagen deiner mutter: natürlich hat man nie eine 100% garantie, das eine op erfolg hat, aber letzlich muss man das für sich selber entscheiden ob man es machen lässt oder nicht, da es das eigene leben ist und man selber damit klar kommen muss, deswegen würde ich nicht darauf verzichten, nur weil jemand anderes dagegen ist! und es gibt ja wohl medizinische gründe, die einen eingriff dieser art evtl. erforderlich macht! vllt. kann deine mutter ja mal mit zu dem arzttermin kommen und mit dem arzt über ihre vorbehalte sprechen! zum anderen würde ich sie mal fragen, wieviele pat. sie tatsächlich schon mit diesem krankheitsbild behandelt hat und um welche arten von komplikationen es sich gehandelt hat - wenn sie nicht in einer speziellen reha arbeitet, die viel damit zu tun haben, werden es wohl nicht so viele sein - und das ist jetzt keine unterstellung, sondern ich bin selber physiotherapeutin und kenne mich ein bisschen damit aus!

jetzt zu der op an sich - ich habe diesen eingriff vor 5 1/2 wochen selber                  " durchgemacht " und versuche mal ein bisschen zu berichten! die erste woche im kh war wirklich hart, das muss ich sagen, aber auch das kann man aushalten. ich durfte sofort nach der op sitzen und muss für  6 wochen mit 20 kg teilbelasten! danach belastungsaufbau! ich war eine woche im kh und bin danach direkt in reha gekommen, da war ich jetzt vier wochen und bin seit mittwoch wieder zu hause :-) ich wohne alleine und bin ledig, aber das ist eig. kein problem - zu hause komme ich gut klar und wenn man ein paar freunde hat, die einem helfen, dann geht das auch! ich habe vor der op unzählige erfahrumgsberichte zu diesem eingriff gelesen und das schreckt schon ab, z.b. 6 wochen nicht sitzen, im liegen nach hause transportiert, krankenbett zu hause,... aber manche operateure haben die technik weiterentwickelt und dementsprechend auch andere nachbehandlungen!

wenn sich bei der nächsten kontrolle herausstellt, das dieser eingeiff notwendig sein soll, dann würde ich auf jeden fall drüber nachdenken, denn mit mitte 30 ein künstliches hg ist auch keine option, denn auch bei dieser op kann was schief gehen ( hab ich schon oft behandelt ) und es hält nicht ewig - und endlos ausstauschen kann man künstliche gelenke aktuell auch noch nicht - das sollte man bedenken... es gibt natürlich immer außnahmen, aber es ist halt nicht die regel...

ich weiß nicht wo du wohnst, aber eine evtl. zweitmeinung ist vllt. nicht schlecht, da es bei diesem op-verfahren tatsächlich wichtig ist, jemanden zu haben, der erfahrung damit hat, da es nicht so viele kliniken gibt, die das machen - ravensburg und pforzheim sind da gute adressen...

ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen!

lg

akplayer5987

Antwort
von FrauStressfrei, 102

Ich würde dir raten , eher mit 40 das neue Hüftgelenk in Kauf zu nehmen. Googel dich durchs netzt, dann wirst du a) erleben das die meisten/ alle doch ein neues Gelenk brauchten b) die Operation wirklich dramatisch ist! C) ein neues Hüftgelenk eine ziemlich kleine OP ist im Vergleich 

Kommentar von sportyLB98 ,

Ja, schon. Die OP der künstlichen Hüftprothese ist nichts im Gegensatz zur Triple, aber ich kann mir ja nicht mehr als 2 Mal eine neue Hüfte einsetzen lassen, d.h. ich kann mit spätestens 65 nicht mehr laufen (laut Statistik)! Hast du Erfahrungen mit beiden OPs oder kennst du Leute die diese OPs erlebt haben und dementsprechend auch die Nachbehandlung erfahren haben?

Kommentar von FrauStressfrei ,

Das ist völlig veraltet, 1. die neuen Hüften halten eher  20 Jahre 2) man kann sie auch häufiger wechseln. Ich kenne selbst welche mit 25 die eine neue Hüfte haben

Kommentar von sportyLB98 ,

Ok, gut zu wissen. Im Sommer weiß ich mehr, es kann ja auch sein, dass er mir heute von der Triple abrät.

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