Frage von beBerlin, 26

Soll ich der Bearbeitung von Bilder nach der Kalibrierung Kelvin 5000 am Monitor einstellen, wenn ich bei SaalDigital bestellen will?

Ich habe vor einen Eizo Monitor zu kaufen, bei dem man die Kelvin Werte genau einstellen kann. Bei der Kalibrierung mit Spyder5Pro soll doch 6500 Kelvin eingestellt werden. SaalDigital schreibt aber 5000 vor. http://www.saal-digital.de/support/article/monitorkalibrierung/ Soll ich also nach der Kalibrierung Kelvin 5000 am Monitor einstellen?

Antwort
von alexbeckphoto, 25

5000 Kelvin ist der Standard für die Betrachtung von Aufsicht-Vorlagen. In der Druck-Vorstufe wird aussliesslich mit 5000Kelvin gearbeitet.

Bei der Kalibrierung mit Spyder5Pro soll doch 6500 Kelvin eingestellt werden.

Nein, das ist Unsinn. Welche Farbtemperatur "eingestellt" werden soll ist keine Frage des verwendeten Geräts, sondern des Zweckes, wofür man deinen Bildschirm kalibriert! 6500 Kelvin ist der Standard für Internet und Bildschirm-Verwendung. Wenn du also ein Bild bearbeitest, das für die Verwendung ausschliesslich im Internet verwendet werden soll oder wenn du im Film-Bereich arbeitest, dann solltest du den Bildschirm auf 6500 Kelvin kalibrieren. Wenn du Bilder für gedruckte Vorlagen bearbeitest, dann sollte der Bildschirm auf 5000K kalibriert werden.

Die Farbtemperatur ist dabei aber nur ein Wert, für eine richtige Kalibrierung muss man aber natürlich auch noch das Gamma des Arbeits-Farbraums berücksichtigen und nicht zuletzt auch die Helligkeit/Leuchtdichte für den geplanten Zweck.

Zudem musst du für gutes Farb-Management natürlich auch deine Datei richtig profilieren und im von der Druckerei gewünschten Farbraum abgeben um "richtige" Ergebnisse zu bekommen, denn sonst bringt dir natürlich auch der Beste Monitor und die beste Kalibrierung nichts.

Apropos Monitor: es reicht natürlich auch nicht "irgendeinen" Bildschirm zu kaufen, auch wenn an diesen "einstellen" kann, denn um die Farben auch richtih sehen und beurteilen zu können muss der Bildschirm natürlich auch in der Lage sein, diese überhaupt darzustellen! Einfachere sRGB Bildschirme zeigen nur etwa 70% des AdobeRGB Farbraums an, das heisst dass man 30% der möglichen Farben des Bildes am Monitor gar nicht sehen kann, ebenso kann man auch Bildfehler evtl. nicht erkennen, wenn diese in einem Farb-Bereich passieren, den der Monitor nicht anzeigt. Ein sRGB Monitor reicht also nur dann aus, wenn man auch ausschliesslich in diesem Bereich arbeitet, also nur Bilder für die Anzeige auf Bildschirmen bearbeitet. Wenn man Bilder für einen späteren Druck bearbeiten will braucht man also einen Wide-Gamut Bildschirm, der mindestens 97% AdobeRGB abdecken sollte um verlässliche Ergebnisse anzeigen zu können.

Farb-Management ist ein sehr komplexes Thema bei dem selbst Experten manchmal verzweifeln können... nicht umsonst gibt es Bücher mit mehreren hundert Seiten darüber.

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