Frage von BrilleHN, 68

Soll- oder Ist-Versteuerung - was ist besser?

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wäre die Ist-Versteuerung in Bezug auf die Umsatzsteuervoranmeldung für den Verkäufer blöd, wenn jemand etwas am Monatsende per Vorkasse kauft und das Geld am 30./31. auf dem Konto des Verkäufers eintrifft und der Verkäufer die Rechnung dann erst am 1. oder 2. des Folgemonats schreibt.

Mit der Soll-Versteuerung müsste es doch möglich sein, dass der Zeitraum für den man seine Voranmeldung abgibt, deckungsgleich mit dem Monat ist, in dem die Ausgangs-Rechnungen geschrieben wurden.

Aber wie ist das mit den Eingangsrechnungen? Wenn ich z.B. am 2. Februar eine Rechnung erhalte die am 30. Januar erstellt wurde und die Rechnung am 5. Februar bezahle, in welchem Monat kann ich bei der Sollversteuerung die Vorsteuer für die Rechnung geltend machen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von 123dieanni, 28

Soweit ich weiß hat die Frage der Ist- oder Sollbesteuerung nichts mit dem Vorsteuerabzug zu tun! Sondern eher mit der abzuführenden Umsatzsteuer!!!! Nachzulesen in § 16 UStG. 

Antwort
von lolonana, 48

Ich verstehe deine Frage nicht ganz, aber falls es dir hilft, du kannst negative belastungen grundsätzich nur für den Monat angeben, in dem dus bezahlt hast.

Kommentar von BrilleHN ,

Nach intensiver Suche habe ich eine Antwort gefunden - die in Eingangsrechungen ausgewiesene Umsatzsteuer kann man in dem Voranmeldezeitraum als Vorsteuer abziehen in dem man die Rechnung erhalten hat und zwar unabhängig davon wann man sie bezahlt hat.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 28

Autsch.Ich habe wie andere Dir hier schon einige Fragen beantwortet. Nicht nur ich haben Dir geraten die Buchführungsarbeiten für den Bekannten nicht weiter zu machen.

Es fehlt an allen Ecken und Kanten! Ich verkaufe keine Brillen. Warum wohl nicht. Weil ich davon keine Ahnung habe. Ich will Dir nicht erklären warum ich Internetverkauf von Brillen für einen Angriff auf die Gesundheit halte.

Deine Schäden, die durch Deine Unkenntnis angerichtet werden können dem Kumpel die wirtschaftliche Existenz zerstören.

Wie ich meine Verantwortung wahr nehme und auch in Zukunft keine Brillen verkaufe, so solltest Du Dich aus dem Bereich raus halte.

Kommentar von BrilleHN ,

Ich habe eine abgeschlossene Kaufmännische Berufsausbildung auf dieser Grundlage kann man sich das ggf fehlende Wissen für eine ordnungsgemäße Buchführung durchaus selbst aneignen.

Wenn man deiner Logik folgt, dann dürften sich nur Steuerberater selbständig machen und alle anderen müssten zu einem Steuerberater gehen. 

Davon abgesehen mache ich keine Steuererklärung für meinen Bekannten sondern ich richte nur seine Wawi ein und ordne/erfasse seine Belege. Mit dem Datev-Export der erfassten (nicht buchten) Belege geht er dann zu seinem Steuerberater - lt. Rückmeldung von diesem war beim letzten mal alles in Ordnung.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Klar war alles in Ordnung. Logisch. Nur welche Wahlrechte richtig und welche falsch ausgeübt wurden, dass war nicht Teil der Prüfung.

Ich habe ein ganz schlechtes Namensgedächtnis. Aber ich konnte mich sofort an einen Haufen Fragen erinnern.

Eine kaufmännische Ausbildung ist die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann auch. Ebenso zum Groß- und Außenhandelskaufmann usw. Das bedeutet nicht, dass man in der Lage ist auch wirklich eine korrekte Kontierung zu leisten. Die Praxis beweist einfach das Gegenteil - Nicht nur bei Dir.

Eine Ausbildung vermittelt Grundlagen. Selbst die Beschäftigung als SachbearbeiterIn vertieft nur bedingt dieses Wissen. Egal in welchen Bereichen. Man kann dann zwar auf Grundlage der betriebsinternen Weisungen korrekt arbeiten, aber was passiert weiter damit?

Meine Kommentare kommen aus einer doch ziemlich breiten Erfahrung vieler Jahre in der direkten Arbeit mit Steuerpflichtigen und ihren gerade im kaufmännischen Bereich eingesetzten MitarbeiterInnen.

Man kann einfaches auch so einfach in Stufen abbilden. Alle machen wir Fehler. Steuerberater, Steuerfachgehilfen, gut ausgebildete KaufmannsgehilfInnen, interessierte Laien und andere.

Und genau in dieser Abstufung hat man dann auch die Qualität der Vorarbeiten gefunden. Berater verzichten oft auf die Kommentierung der Vorarbeit - So lange der Aufwand nicht zu groß ist.

Lese mal das Testat zur Gewinnermittlung. Da steht bestimmt etwas wie: Aufgrund eingereichter Unterlagen und Wertansätze, eine Prüfung war nicht Gegenstand des Auftrages.

Das schreiben viele auch dann, wenn lediglich Grundaufzeichnungen durch den Unternehmer erstellt wurden. Da heißt es aber nur: Wir haben nicht geguckt, ob es sich bei den Rechnungen um Scheinrechnungen handelt. Wir haben keine Anzeichen für einen offensichtlichen Betrugsversuch erkennen können.

Aber in so einem Fall wie bei Dir kann man das Testat ganz wörtlich nehmen. Da gucken viele Berater tatsächlich nur: Wurden die Waren und andere Aufwendungen im Soll gebucht? Stimmen die Kasse- und Bank-Konten im Schlussbestand mit den Belegen überein?

Fehlbuchungen werden - soweit auf Grundlage der Buchungen in den Konten erkennbar - korrigiert. Ob allerdings ein Wirtschaftsgut auf dem Pool-Konto gebucht werden musste oder ob es vorher schon anders hätte gebucht werden müssen - Darum kümmert man sich nicht mehr. Erst recht nicht, wenn hier nämlich ein Wahlrecht ausgeübt wurde. Dieses Wahlrecht wurde ggf. korrekt ausgeübt, ob Vorteil oder Nachteil ist uninteressant und wird nicht diskutiert.

Auch bei anderen Sachen wird keinerlei Beratung mehr unternommen. Kauf eines Pkw ergibt die 1%-Regelung. Wenn da große Aufkleber drauf sind, ändert sich da schon was. Oder vollständig bei Montagewagen. Das kann man nur ganz oft nicht erkennen. Aber mit dem Kauf war doch alles in Ordnung. Weil das Du darauf achtest, dass der Berater in solchen Fällen direkt angesprochen wird ist abgemacht.

Aber auch diese Regelungen kennst Du nicht, Dir ist wahrscheinlich auch die Existenz bisher unbekannt gewesen.

Von wegen ich mach da nur was mit dem Warenwirtschaftssystem. Die Buchungen sind weg und werden wie gesagt nur auf grobe Fehler kontrolliert. Sonst müsste man nämlich sämtliche Belege ziehen. Das bezahlt aber niemand, der ja 'alles fertig' seinem Steuerberater gibt.

Eine pointierte Aussage von mir, die hat eine Eigenheit: Es stehen jede Menge Inhalte, Erfahrungen und eingetretene mir bekannte Risiken dahinter. Aus vielen Bereichen, Branchen usw.

Kommentar von BrilleHN ,

Bei einem meiner ehemaligen AGs war mal ein Unternehmensberater, der hat alle Mitarbeiter interviewt und dann für ca. 10.000,- DM eine Expertise erstellt in der nur stand was mein AG vorher auch schon wusste.

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