Frage von Kristallzwerg, 119

Sohn spricht nicht mehr nach Tod seines Vaters?

Seit dem Tod meines Ex-Mannes vor einer Woche hat unser jüngster Sohn (der aber auch schon 16 ist) so gut wie kein Wort mehr gesprochen. Er war schon immer ein ruhiger, eher verschlossener Typ, der nicht mehr sagt als nötig. Aber das er nun gar nichts mehr sagt ist ungewöhnlich. Er möchte trotzdem am Montag nach den Ferien wieder in die Schule gehen. Aber wie soll das gehen, wenn er nicht spricht? Ich mach mir große Sorgen. Sollte ich mit ihm zu einem Psychologen oder so etwas in der Art gehen? Oder ist das noch zu früh? Der Tod ist ja grad mal eine Woche her und der Schock ist noch frisch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das normal ist, dass er nichts spricht. Kann ich ihn so in die Schule schicken, wenn er es doch unbedingt will? Hat jemand Erfahrungen mit so etwas? Ich bin etwas überfordert.

Antwort
von Wonnepoppen, 42

Laß ihn ruhig in die Schule gehen, das lenkt ihn ab. 

Setze dich mit den Lehrkräften in Verbindung, damit die Bescheid wissen.

Ich denke, sie werden eine Lösung finden?

Ja, ich kann mir gut vorstellen, daß er noch unter Schock steht, also vorerst mal noch abwarten!

Antwort
von Goodnight, 28

Doch das ist normal, fast alles ist normal, wenn man einen Menschen verliert. Sei einfach nett zu ihm und versuch Verständnis zu haben, dass er nicht spricht. Nimm ihm ab was er gerade nicht kann, egal wie banal es ist. Er braucht jetzt Fürsorge und Schutz.

In die Normalität zu gehen ist meistens das Beste. Bis die Schule anfängt sind es noch ein paar Tage. LG

Antwort
von brennspiritus, 61

Wenn er unbedingt möchte, dann schicke ihn in die Schule. Sag dem Klassenlehrer Bescheid, auch von seiner Sprachlosigkeit. Evtl. findet der Vertrauenslehrer Zugang zu ihm.

Antwort
von 19hundert9, 39

Du solltest ihm noch ein wenig Zeit geben, bevor du mit einem Psychologen ankommst. Ich war 13 als meine Mutter starb und mir wurde auch vorgeschlagen mit professionellen Personen darüber zu reden, aber ich wollte nicht, weil ich es einfach noch nicht verstanden habe was da passiert ist. Ich wollte nicht über meine Mutter reden oder darüber was passiert ist, sondern einfach mein Leben weiterleben. Bei mir war es auch direkt vor einer Ferienwoche, aber ich ging dann ganz normal weiter in die Schule. Irgendwann hab ich es dann begriffen und mir viel es nicht mehr schwer darüber zu reden oder an ihr Grab zu gehen.

Dein Sohn ist zwar älter als ich es war, aber lass ihm Zeit. Wenn er in die Schule will dann lass ihn auch wenn er nicht viel spricht, vl lenken ihn seine Freunde ab. 

Antwort
von kordely, 13

Du solltest mit den LeherInnen reden, dass er nicht sprechen kann. Befragen ihn nur schriftlich.

Du kannst ihm das Gebärdensprache empfehlen. Wenn er will, dann kann es lernen. Auch am Internet kann er neue Freunde schaffen.

Auch es würde Wert sein, ihn nach ein(e) Psychologe zu schicken.

Antwort
von torallo, 17

Vielleicht ist das der einzige Weg, seiner Trauerarbeit. Hast du ihm schon mal Fragen gestellt? Und welche Fragen? Nur mit Fragen kann man einen Menschen öffen und herausfinden, was in ihm vorgeht. Aber auch durch verständnisvolle Äußerungen wie z.B. "...ich kann dich verstehenen usw...."

Antwort
von FailOverflow, 45

Das ist wahrscheinlich eine posttraumatische Belastungsstörung. Aber so genau weiß ich das nicht. Solltest trotzdem mal einen Pschyologen aufsuchen

Antwort
von beangato, 49

Jeder Mensch geht anders mit Trauer um - Dein Sohn eben so.

Dringe nicht in ihn, ich denke, er kommt von selbst auf Dich zu.

Und lass ihn ruhig in die Schule gehen, das lenkt ab.

Zeig ihm, dass Du immer für ihn da bist - egal, wie er sich gerade verhält.

Antwort
von hanoj1, 14

Lass ihn in die Schule gehen daslenkt ab und wenn er mal nicht redet nicht so schlimm nur sollte das nicht zu lang so gehen

Antwort
von Hexe121967, 38

jeder trauert auf seine weise, dein sohn scheinbar in dem er sich zurück zieht. lass ihm einfach zeit und dräng ihn nicht. wenn er von sich aus zur schule möchte, lass ihn gehen. für einen psychologen ist es bestimmt noch zu früh - es sei denn, dein sohn war in den tod des vaters irgendwie involviert (z.b. beifahrer beim autounfall etc.)

Antwort
von ichweisnetwas, 61

Mein kleiner bruder war da ähnlich. Sein vater (mein stiefvater) drehte irgendwann abends durch und ging auf unsere mum los. Mein kleiner bruder und ich mussten den alten mit gewalt davon abhalten. Sind dann mit der mutter damals dort ausgezogen und 2 tage später bekamen wir die nachricht das sich der stiefvater umgebracht hat.

Mein kleiner bruder war daraufhin stumm. Und das ging bei ihm ca 2 jahre so.

Irgendwann redete er wieder aber NUR mit mir oder meiner mutter. Sonst mit niemandem.

Er bekommt heute soziale hilfe da er quasi unfähig ist irgendwas zu machen.

Also ja wenn du mich fragst solltest du aktuell noch etwas abwarten ob es sich lockert aber falls nicht dann sollte man dort in eine behandlung.

Auch wenn das bei meinem kleinen bro etwas schwieriger war da er sich quasi noch die schuld daran gibt mehr oder weniger.

Naja alles gute

Antwort
von pilot350, 34

Deine Frage ist berechtigt und es ist empfehlenswert psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen da Dein Sohn offenbar traumatisiert wurde durch den tragischen Verlust.

Antwort
von SerenaEvans, 44

Lass ihm erst mal Zeit. Sowas verarbeitet man nicht in einer Woche. Ihr werdet doch dann sehen, wie es in der Schule läuft, wieso machst du dich jetzt unnötig kirre damit?

Antwort
von Annabell2014, 37

Ja! Schick ihn in die Schule. Jede Art von Ablenkung wird ihm gut tun - und der Alltag muss weiter gehen. Lass deinem Sohn Zeit und versuche trotz allem so gut es geht für ihn da zu sein.

Antwort
von lupoklick, 26

Er MUSS nicht "sprechen..."

Gefühl liegt nun einmal nicht auf der Zunge.

Die Schule kann ihm die Trauer ein wenig erleichtern, ohne daß jemand "spricht :-((( "

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