Frage von Rapunzel1,

Sohn kündigt Mutter (78) lt. Mietvertrag die Wohnung ("Altersitz"). Gibt es ein Bleiberecht?

Mein Mann und ich verließen vor vier Jahren unser langjähriges Domizil, weil unser Sohn die gemeinsame Immobilie verkaufen wollte. Als finanziellen Ausgleich mietete er unter seinem Namen eine Stadtwohnung im selben Haus, in dem er eine Eigentumswohnung bewohnt. Nun aber ist seit drei Jahren seine Lebensgefährtin und Mutter meines dreijährigen Enkels zu ihm gezogen. Seither spitzt sich der Zoff zwischen ihr uns uns (keine Ahnung warum) derart zu, dass mein Sohn uns nun zum Jahresende diese Wohnung gekündigt hat. Mein Mann und ich können den Mietzins von unserer kleinen Rente nicht aufbringen, auch keine Plattenbaumiete, für die wir aufgrund unseres geringen Einkommens einen Wohnbgerechtigungsschein genehmigt wurde.Wir haben auch keine Rücklagen für Mietkaution, Umzug und Kücheneinrichtng (in dieser Stadt sind Küchen nur mit Herd und Wasserstelle ausgerüstet). Alle Esparnisse sind innerhalb der früheren Jahre in besagte Immobilie geflossen, in der wir uns auch in Eigenbau ein "Altenteil"geschaffen haben. Und bis zum Jahresende schaffen wir es auch nicht, unser Mobiliar zu verkaufen. Die ARAG sieht die Situation nicht als Mietsache an, weil wir nicht der Vertragspartner sind. Wer weiß einen rechtlichenb Ausweg??

Antwort von taigafee,
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wenn euer sohn für die miete aufkommt, kann ich euch ziemlich genau sagen, weshalb der zoff sich zugespitzt hat. da spielt es auch keine rolle, ob er vorher kassiert hat oder nicht.

sich so abhängig vom wohlwollen einer person abhängig zu machen, ist nie gut. ich wünsche viel kraft für den akt, der nun folgt!!

Antwort von DerHans,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Als erstes bleibt euch ein Gang zum Amtsgericht nicht erspart. Ihr müsst PROZESSKOSTENHILFE BEANTRAGEN. Dann muss ein Anwalt die Sache in die Hand nehmen. Vorab müsst ihr Grundsicherung im Alter beantragen. Das sind die gleichen Sätze wie Hartz IV. Also die Übernahme der iete für eine Wohnung bis 60 qm. Außerdem müssen euch 626,00 € zum Leben bleiben. Dann könnt ihr auch eine Mindestausstattung für eine Küche beantragen.

Wenn ihr jetzt Sozialleistung beantragt, wird der Grundstücksvertrag rückabgewickelt, da ja noch keine 10 Jahre vergangen sind.

Antwort von Teddyle,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Verstehe ich das richtig:

Euer Sohn verkauft mit Eurer Einwilligung Euer Haus, steckt sich das Geld ein und mietet für Euch eine Wohnung, die er jetzt nach nur vier Jahren kündigt? Ohne Ersatz???

Oder hat er sein Haus verkauft, in dem Ihr für Euch ein Altenteil gebaut hattet, das Euch ja nun auch nicht mehr zur Verfügung steht?

Da steht wohl ein sehr ernstes Gespräch mit Eurem Sohn an und wenn er noch einen Funken Anstand im Leib hat, ist es das Mindeste, das er Euch in Bezug auf Umzug, Kaution, Miete und passende Möbel unterstützt.

Da Ihr sicherlich über die Wohnung vertraglich nichts geregelt habt (wer als Eltern würde so etwas schon machen), habt Ihr leider kein Bleiberecht. Aber wenn es eine Schenkung war, könnt Ihr die rückgängig machen.

Ich wünsche Euch, das alles gut wird.

Kommentar von Rapunzel1,

Dank Dir für die schnelle Antwort! Ja, Teddyle, Du verstehst ganz richtig, aber das Haus - übrigens ein riesiger Resthof mit mehreren von uns ausgebauten Wohnungen (und acht Jahre langem hohen Hypothekenabtrag - war nicht "unser" Haus, sondern der "gemeinsame" Resthof, dessen Erlös bei Verkauf geteilt werden sollte. Der Hof ist jetzt zwar verkauft, aber statt der Hälfte des Erlöses hat unser Sohn eben die genannt Wohnung bei sich im Haus gemietet. Sie war gedacht als Domizil für den nicht eben langen Rest unseres Lebens.

Antwort von Teddyle,
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Hallo Rapunzel1, so ungefähr wie Du Eure persönliche Lage schilderst, habe ich es mir fast gedacht. Ich wollte aber nicht in Wunden wühlen (Enkelchen). Aber bei Euch hängt ja noch viel mehr dran.

Von dem Verkauf stünde Euch also die Hälfte des Erlöses zu. Fordert die abzüglich der bisherigen Miete von Eurem Sohn ein. (Eine Schenkung -wenn es eine solche war- kann innerhalb von zehn Jahren rückgängig gemacht werden.) Was meinst Du, wie rasch Dein Sohn umschwenkt und alles beim Alten lässt.

Macht er das wider Erwarten nicht, gehe den Weg, den DerHans vorgeschlagen hat. Es gibt auch im privaten Bereich sittenwidriges Verhalten.

Ich wünsche Euch starke Nerven und viel Freude an dem Kleinen!

Antwort von WetWilly,
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Den besten Ansatz würde ich über die erfolgte Schenkung von 3 Jahren sehen, rückgängig machen wegen "Undank" bzw. Verstoß gegen Nebenabrede (schwierig bei Immobiliengeschäften).

Dazu bedarf es aber einer genaueren anwaltlichen Prüfung.

Kommentar von DerHans,

Sobald Solzialleistungen beantragt wertden, wird das von Amts wegen rückabgewickelt.

Kommentar von WetWilly,

Korrekt, das wäre auch ein Weg. Sinnvollerweise würde man es aber nicht so weit kommen lassen. Ich glaube nicht, dass die Fragestellerin Lust hat, umzuziehen. Ich gehe davon aus, dass der Sohn sofort einen Rückzieher macht, wenn eine Rückabwicklung im Raum steht.

Kommentar von Brigitta270755,

Das wär mir dann aber auch egal. Wenn unser Sohn sich sowas mit uns erlauben würde, wär es vorbei mit der Freundschaft. Ich wünsche der Frasgestellerin von ganzem Herzen, dass sie die Kraft hat, "zurückzubeißen" !

Antwort von Igitta,

Entschuldigung bitte sehr, ich verstehe nur noch Bahnhof. Wendet euch doch an die unentgeltlich Rechtsauskunft der Gemeinde. Die können euch gratis und professionell weiter helfen. LG Igitta

Antwort von Rapunzel1,

Klar, WetWilly, das könnte auch ein Ansatz sein. Danke. Und Du liegst richtig, dass ich in der Tat keinen großen Bock habe, nun schon wieder umziehen zu müssen. Das hat viele praktische Gründe, die im Alter wichtig werden, (ohne Auto zur Post, Ärzte, Kliniken, sonstige Hilfen und fußläufige Versorgungsmöglichkeiten alles gegenüber oder um die Ecke), ABER DER WICHTIGSTE IST, DASS UNSER SONNENSCHEIN, UNSER KLEINER ENKEL MARIUS NUR DREI STOCKWERKE UNTER UNS WOHNT! Verstehst Du das??

Antwort von Rapunzel1,

Danke, WetWilly, für Deinen Kommentar. Ja, wenn man alles im voraus wüsste! Und richtig ist, dass ich auch wirklich wenig Bock habe auszuziehen! Erstens fühlen wir uns sehr wohl in dieser Wohnung, alles ist hier nur ein paar Schritte vor der Tür, jede Versorgung, alle Ärzte, Apotheken (selbst Unfallrettungsstelle!) Man braucht kein Auto mehr, und wegen gesundheitlicher Einschränkungen in unserem Alter haben wir auch inzwischen Angst zu fahren. Alle diese Vorteile fallen am Stadtrand weg, weite Wege, schlechte Verkehrsanbindung etc.Das kennen wir alles nocgh aus Schleswig-Holstein. ABER DAS ALLERWICHTIGSTE IST, DREI TREPPEN UNTER UNS WOHNT UNSER KLEINER SONNENSCHEIN, UNSER ENKEL MARIUS! Dafür würde ich alles auf mich nehmen. Verstehst Du das??

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