Frage von Tamajoschi07, 117

Sohn (8) verbeult Auto während er mit der SPFH einen Ausflug macht. Wer muss das Zahlen?

Hallo,
Mein Sohn (8) war heute mit seiner sozialpädagogische Familienhilfe, deren Kollegen und anderen Kindern unterwegs, um einen Ausflug ohne Eltern zu machen.
Mein Sohn hatte aufgrund seines psychischen Zustands dann mit anderen Kinder, die ihn wohl profitierten, Streit.
Deshalb flippte er völlig aus, schlug und trat um sich, beschimpfte und bedrohte andere verbal. Er hat dann auch seine SPFH geschlagen und getreten. Einen dicken Stein geworfen und in das Auto ihrer Kollegin eine Beule getreten.

Jetzt halt meine Frage, wer muss den Schaden bezahlen?

Die Familienhilfe hatte ja die Aufsichtspflicht.  Wir Eltern waren gar nicht dabei. Sind die über ihren AG dann für solche Schäden versichert?
Oder kommt meine Versicherung für sowas auf?
Ich hab nämlich privat absolut kein Geld um da sowas zu bezahlen, bin froh, wenn wir so über die Runden kommen.

Antwort
von kevin1905, 40

Jetzt halt meine Frage, wer muss den Schaden bezahlen?

Die Vollkasko des Geschädigten vor allem.

Ob ein Regressanspruch besteht ist fraglich.

  • Dich trifft keine Schuld, da du deine Aufsichtspflicht nicht verletzt hast. Die war übertragen.
  • Kinder im Staßenverkehr sind erst mit 10 deliktfähig. Ob hier eine Situation des Straßenverkehrs vorlag ist nicht ganz klar, ansonsten grundsätzlich mit 7.
  • Bleibt die Frage ob dem Personal, welches die Aufsichtspflicht hatte, eine Verletzung vorzuwerfen und nachzuweisen wäre.
Kommentar von PolluxHH ,

Steine werfen und gegen ein KFZ treten fällt nicht unter Unfall, besonders dann nicht, wenn das beschädigte Fahrzeug zudem stand und sich keine Person im KFZ befand, doch § 828 Abs. 2 BGB spricht eindeutig von einem Unfall:

Wer das siebente, aber nicht das zehnte Lebensjahr vollendet hat, ist für den Schaden, den er bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug, einer Schienenbahn oder einer Schwebebahn einem anderen zufügt, nicht verantwortlich. Dies gilt nicht, wenn er die Verletzung vorsätzlich herbeigeführt hat.

Deshalb ist dieser Fall m.E. auszuschließen, ohne zuvor den Begriff "Straßenverkehr" zu analysieren.

Antwort
von PolluxHH, 46

Der Fall ist heikel, denn grundsätzlich ist Dein Sohn bedingt deliktfähig. Die Aufsichtspflicht oblag der SPFH, somit bist auch Du eindeutig direkt aus der Sache raus.

Es blieben also zwei Fragenkreise, der erste betrifft Deinen Sohn. Grundsätzlich zählt Treten und das Werfen mit einem Stein zu Dingen, dessen Folgen von einem achtjährigen überblickt werden kann, von daher ist Deliktfähigkeit anzunehmen, die Frage ist, ob er sich in einem Zustand der temporären Unzurechnungsfähigkeit befand, was ihn dann deliktunfähig werden ließe.

Nun zur Aufsichtspflicht. Die Aufsichtspflicht wird nicht verletzt, wenn man der Aufsichtspflicht hinreichend nachgekommen ist oder aber durch eine ordnungsgemäße Aufsicht der Schaden nicht hätte vermieden werden können. Damit hätten wir vier Fälle:

1. Keine Verletzung der Aufsichtspflicht bei Deliktfähigkeit

In dem Fall hätte Dein Sohn vorsätzlich gehandelt, wäre also selber haftpflichtig, die Haftpflichtversicherung ist nicht verpflichtet, den Schaden zu regulieren, Du als Mutter ebenfalls nicht. Hier könnte es zu einem Titel gegen einen Minderjährigen kommen.

2. Verletzung der Aufsichtspflicht, Deliktfähig

Hier wäre wohl die SPFH haftpflichtig.

3. Keine Verletzung der Aufsichtspflicht, nicht deliktfähig

Hier haben die Geschädigten das Nachsehen.

4. Verletzung der Aufsichtspflicht, nicht deliktfähig

Da wäre wieder die SPHF dran.

So jedenfalls meine Einschätzung "en passant" und ohne Literaturstudium.

Kommentar von Tamajoschi07 ,

Da er eine fehlende Impulskontrolle aufgrund von psychischen Syndromen hat und eine bereits manifestierte seelische Behinderung von einer Klinik nachgewiesen wurde, und die SPFH meinte, er wäre gar nicht ansprechbar gewesen und die Augen waren glasig und leer, war es wohl eine Situation, in der er nicht wirklich zurechnungsfähig war.

(Solche Situationen haben wir häufig, bis jetzt hat er aber immer "nur" zu Hause Dinge ernsthaft demoliert {Glasvitrine, Tisch, Türe, Tapeten, Schränke, Spielzeug und andere Kleinteile} daher hatte ich das noch nie der Versicherung gemeldet, weil es ja unser Eigentum war, in der Schule konnte der Hausmeister das meiste Reparieren)

Kommentar von PolluxHH ,

Mit festgestelltem Syndrom und der Aussage über den Zustand ist davon auszugehen, daß er nicht deliktfähig war, und es läuft auf die Frage mit der Aufsichtspflicht hinaus.

Hier ist die Sache mit dem Streit nicht unbeachtlich, denn die SPHF wußte um das Syndrom, wußte, daß ein Streit mit Provokationen auslösend wirken kann, so daß die Frage im Raum steht, ob hier angemessen und rechtzeitig eingegriffen wurde.

Du bist raus, Dein Sohn ist raus, jetzt ist es an SPHF und Geschädigten, "Schwarzer Peter" zu spielen.

Antwort
von schleudermaxe, 44

... für solche Fälle leisten sich doch die Eltern eine PH und die ordnet und ich fürchte, er wird nicht haften müssen.

Antwort
von Goodnight, 16

Die Familienhilfe, bzw. deren Arbeitgeber müsste dafür eine Versicherung haben.

Deine Haftpflichtversicherung ist dein Ansprechpartner, die wehrt auch ungerechtfertigte Forderungen ab oder einigt sich mit der gegnerischen Versicherung oder dem Arbeitgeber der Familienhelferin.

Antwort
von BenniXYZ, 14

Vermutlich keiner. Ist die Frage: willst du, daß deine PHV diesen Schaden bezahlt, oder willst du, daß sie nicht bezahlt? Hast du überhaupt diese Option mit versichert? Schau in deine Police.

Auf jeden Fall solltest du deine Privathaftpflicht einbinden. Entweder sie zahlen, oder sie wehren die Ansprüche für dich ab.

Antwort
von herja, 42

Hi,

du hast ja schon selber festgestellt, dass die Sache mit dir gar nichts zu tun hat, also muss deine Versicherung oder du dafür auch nichts bezahlen.

Die Familienhilfe hatte ja die Aufsichtspflicht.

Daher wird auch alles von ihr geregelt werden.

Antwort
von Gimpelchen, 36

Du hattest in dem Moment keine Aufsichtspflicht ,sondern hast die Aufsichtspflicht über den Betreuungsvertrag an diese pädagogische Familienhilfe übergeben.

. Also müsste meines Erachtens auch die Betreuer zur Verantwortung gezogen werden. Du aber auf gar keinen Fall ,da du ja dein Kind mit allen Rechten und Pflichten der Organisation übergeben hast.

Am Besten Du erkundigst dich mal bei deine Haftpflichtversicherung!

Antwort
von crazycatwoman, 38

ich würde mal sagen, deine haftpflichtversicherung kommt für den schaden auf (das war jedenfalls bei der - recht teuren - brille einer klassenkameradin so, die ihr mein sohn mit einem schneeball von der nase geschossen hatte) 

Kommentar von PolluxHH ,

Hier ist auch der Fall klar (mit Kindern über 7), denn es lag kein mutmaßlicher Vorsatz vor, sondern es war fahrlässig. Dann ist die PHV-Frage auch recht eindeutig (fahrlässig entstandener Schaden bei Deliktfähigkeit und ohne Verletzung der Aufsichtspflicht).

Antwort
von NkyyNinetyNine, 37

Dich trifft keine Schuld, du hast deine Aufsichtspflicht nicht verletzt. Wenn die Familienhilfe Aufsicht hatte, dann müssen die für den Schaden aufkommen.

Kommentar von Tamajoschi07 ,

Die meinte halt, das ihr Arbeitgeber nicht dafür aufkommt. Aber ich sehe das eigentlich auch eher so, dass es nicht wir sondern die bezahlen müssen, da ich ihr das Kind ja für den Ausflug zur Aufsicht gegeben hab

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten