Frage von fehlanzeige, 126

Sofort Medizin studieren, oder doch erst die Ausbildung?

Hallo zusammen. Ich habe eine Frage zum Thema Medizinstudium und hoffe, der Ein oder Andere aus der Community kann mir vielleicht weiter helfen. Ganz kurz zu meiner Lage: Ich habe mich bereits vor knapp 10Monaten auf eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin beworben und einen Ausbildungsplatz bekommen. Beworben habe ich mich seinerzeit eigentlich nur "zur Not", sollte mein Schnitt nicht gut genug für das Medizinstudium sein. Medizin studieren ist immer noch mein absoluter Traum und was das angeht, bin ich mir auch 100%ig sicher. Jedenfalls haben wir jetzt vor kurzem unsere Abiturnoten bekommen und es besteht nun für mich nun doch eine durchaus realistische Chance, dass ich sofort Medizin studieren könnte.

Nun muss ich mich entscheiden, ob ich direkt Medizin studieren möchte, oder doch vorher die (vielleicht verkürzte) Ausbildung anfange. Wie soll ich mich jetzt verhalten? Ausbildungsplatz absagen (das ginge) und direkt studieren, oder doch erst die Ausbildung machen? Die Ausbildung zu machen würde natürlich Sinn ergeben, weil man sich später das Studium finanzieren könnte und man schonmal praktische Erfahrung sammelt und man ein festes Standbein besitzt, falls man das Studium doch abbrechen muss. Auf der anderen Seite habe ich Angst, dass ich dann ja viel älter bin als meine Kommilitonen und irgendwie ein bisschen "Lebenszeit" verschwendet habe. Außerdem würde ich dann ja der Vorteil verloren gehen, dass ich "Neuabiturient" bin. Ich freue mich auf Antworten, nette Grüße und danke fürs Durchlesen! :)

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Antwort
von JuxSinnlos, 39

Wenn du schreibst, dass du die Ausbildung nur als Notlösung geplan hast, um die Wartezeit zu überbrücken, würde ich (wenn möglich) direkt mit dem Studium anfangen.

Für die Ausbildung spricht sicherlich, dass man am Ende einen Beruf gelernt hat, in dem man theoretisch weiter arbeiten kann, und die medizinische Vorerfahrung, die man in das Studium mitnimmt.

Jedoch sollte man das auch nicht überschätzen: Die Inhalte des Studium gehen sehr schnell über das hinaus, was man in der Ausbildung lernt. Somit hat man an einigen wenigen Stellen Vorteile, aber den klaren Nachteil, dass die Schule mit den naturwissenschaftlichen Fächern (Chemie, Physik, Bio) länger zurück liegt. Auch "verlernt man das Lernen" ein Stück weit, wenn zwischen Schule und Uni viel Zeit vergangen ist.

Unterm Strich kann ich ganz klar sagen, dass die Leute, die erst eine Ausbildung gemacht haben, und dann noch mehrere Jahr im Beruf gearbeitet haben (im Schnitt ca. 6 Jahre Wartezeit), deutlich mehr Probleme im Studium hatten als diejenigen, die nach dem Abi/ FSJ etc. direkt angefangen haben. Dennoch haben es alle Leute die ich kenne (und die nicht aus persönlichen oder anderen Gründen abgebrochen haben) letztendlich auch geschafft, man braucht also nicht unbedingt einen Plan B.

Wenn du dagegen wirklich Lust auf die Ausbilung hast und gerne den Pflegeberuf kennen lernen möchtest, mach die Ausbildung, du bist nach 3 Jahren (genauso wie nach 6 Jahren waren) keineswegs zu alt!

Die Lebenserfahrung, die man während der Ausbildung sammelt, ist sicher auch viel Wert und ich habe noch von keinem gehört, dass er/ sie die Ausbilung als "verlorene Lebenszeit" ansieht (auch wenn viele natürlich mangels ausreichendem Abischnitt in die Ausbildung gedrängt wurden).

Dass man als "Neuabiturient" irgendwelche Vorteile hat, wäre mir nicht bekannt. Das einzig mögliche Problem beim Warten sehe ich darin, dass die Anforderungen weiter steigen könnten, auch wenn das derzeit schwer vorstellbar ist. Wenn man also jetzt rein käme und in 3 Jahren dann nicht mehr, wäre das natürlich extrem ärgerlich!

Natürlich kannst du neben dem Studium in der Pflege arbeiten und dir dadurch etwas dazu verdienen. Jedoch ist das Studium bekanntermaßen sehr sehr zeitintensiv, sodass ich niemanden kenne, der nebenbei noch in großem Maße (über 20 %) zum Arbeiten kommt.

Geld verdienen kann man als Student auch ohne vorherige Ausbildung ganz gut, u.A. auch in der Pflege. Zusätzlich bleibt immer die Möglichkeit, BAföG
zu beantragen (jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen unabhängig vom Einkommen der Eltern).

Antwort
von LilApple88, 22

Also wenn du die Möglichkeit hast, sofort mit dem Studium zu beginnen, dann würde ich dir dazu raten das auch zu tun. Es wird ja tendenziell immer schwerer in das Medizinstudium zu kommen. Hinzukommend dauert es ja nun wirklich einige Jahre (wenn auch diese wie im Flug vergehen;) ). Wobei du dir dabei sicherlich keine Sorgen um das Alter machen musst, im Medizinstudium sind nahezu alle Altersklassen vertreten, und Erstis um die 30 Jahre, die sehr lange Wartezeiten hinter sich gebracht haben, sind keine Seltenheit.

Eine Ausbildung im Pflegebereich ist mit Sicherheit keine schlechte Sache, wenn man den Beruf des Arztes anstrebt. Gerade um die Wartezeit zu überbrücken, kann das eine gute Sache sein. Wenn du aber wirklich eine realistische Chance auf sofortigen Zugang zum Studium hast, würde ich das nicht in Erwägung zu ziehen, diese Abzulehnen.

Was die Finanzierung anbelangt, so gibt es neben Bafög, sofern du da berechtigt bist, verschiedenste weitere Möglichkeiten. Ich persönlich habe neben dem Studium immer in mindestens einem Nebenjob gearbeitet. Dies lässt sich zeitlich sehr gut hinbekommen, sowohl in den Semesterferien als auch unterm Semester. Ich denke außerdem nicht, dass man während der Ausbildung zur Krankenschwester allzu viel ansparen kann für das Studium. Das Geld, das man dort verdient, ist ja auch nicht allzu üppig. Also auch kein Argument für eine vorangestellte Ausbildung.

Ich wünsche dir alles Gute :)

Antwort
von turnmami, 69

Wenn du einen Studienplatz bekommst, würde ich sofort Medizin studieren.

Falls nicht, kannst du ja die Ausbildung noch dazwischen schieben.

Ein Medizinstudium dauert eh sehr lange. Warum dann die Zeit vorher nochmals in die Länge ziehen?

Antwort
von Wakeup67, 41

Fang gleich an, wenn du einen Platz hast. Das Studium dauert ewig genug. Ab dem Physikum darfst du sowieso auch im Krankenhaus arbeiten (Nachtwachen z.B.). Außerdrm gibt es genügend andere Gelegenheiten außerhalb des Krankenhauses, wo du dir dein Geld verdienen kannst. Wenn du die Zusage nicht gleich bekommst, dem NC aber nahe bist, kannst du auch ein FSJ als Rettungssanitäter einschieben. Dann musst du keine dreijährige Ausbildung unterbrechen. 

Antwort
von celaenasardotin, 43

Vorher eine Ausbildung zu machen , macht bei fast allen Ausbildungen Sinn. Bei Medizin würde ich allerdings sofort anfangen zu studieren. Je nach Facharztrichtung dauert es schonmal 13 Jahre bis man fertig ist und dann sollte man das ganze doch nicht unnötig verzögern. Schließlich will man ja auch irgendwann richtig arbeiten und mehr Geld verdienen

Antwort
von FeeGoToCof, 47

Es kommt auch ein wenig auf die familiäre Konstellation an.

Eltern sind nur verpflichtet, eine "Erstausbildung" finanziell zu unterstützen.

Würdest Du also direkt in die berufliche Ausbildung starten, fiele also die Unterstützung vermutlich komplett weg, da Du ja eine Ausbildungsvergütung erhieltest.

Schließt Du dann  - nach erfolgreich beendeter - beruflicher Ausbildung ein Studium an, würdest Du dieses NICHT mit Unterstützung der Eltern bestreiten können, sondern Dich um andere "Quellen"  bemühen müssen.

Anders, wenn Du die Angelegenheit genau andersrum angehst:

Du erhältst Unterstützung im Studium von den Eltern (sofern leistungsfähig) und kannst immer noch eine Ausbildung (sofern noch erwünscht und überhaupt nötig) anstreben, in der Du zum Einen vermutlich eine Ausbildungsverkürzung erwirken kannst und eine Ausbildungsvergütung erhältst.


Kommentar von Zumverzweifeln ,

Dass die Eltern die zweite Ausbildung - hier also das Studium - nicht bezahlen müssen stimmt zwar, viele Eltern tun es trotzdem und sogar gerne!

Kommentar von FeeGoToCof ,

Wenige Eltern KÖNNEN dies und die Realität steht nun mal dem Optimum gegenüber. Und zwar schlagend.

Kommentar von Kristall08 ,

Schließt Du dann  - nach erfolgreich beendeter - beruflicher Ausbildung ein Studium an, würdest Du dieses NICHT mit Unterstützung der Eltern bestreiten können, sondern Dich um andere "Quellen"  bemühen müssen.

Das ist nicht richtig.

Wenn das Studium auf der Ausbildung aufbaut, gibt es weiterhin eine Unterhaltspflicht durch die Eltern.

Kommentar von FeeGoToCof ,

@Kristall08...bitte belege die Aussage, durch eine Quellenangabe - Dankeschön. LG, F.

Kommentar von FeeGoToCof ,

DAS habe ich gefunden. Das sind jedoch die EINZIGEN haltbaren Ausnahmen. Die derzeit jedoch nicht zutreffen dürften.

http://www.anwaltonline.com/info/pressemitteilung_anwaltonline_33.pdf

Kommentar von Kristall08 ,

Unter Punkt 2:

http://www.scheidung-online.de/unterhalt/kindesunterhalt/zweitausbildung/unterha...

Ist jetzt eigentlich nicht so schwer zu ergoogeln.

ICH bin mir sicher, wenn ich sowas schreibe.

Kommentar von FeeGoToCof ,

Das ist ja schön für Dich @Kristall08...Du wirst hier mit Sicherheit ein Ausnahme-User sein, was Fach- und Sachkenntnis betrifft. Dankeschön.

Kommentar von Kristall08 ,

;)

Antwort
von Zumverzweifeln, 34

Sag die Ausbildung erst ab, wenn du den Studienplatz sicher hast! 

Kommentar von fehlanzeige ,

Also mein Schnitt liegt jetzt bei 1,0. In Bonn lag der NC des AdH letztes Jahr bei 1,2 und wenn ich die Ausbildung jetzt absage, könnte noch jemand anderes nachrutschen und meinen Platz bekommen. Daher würde ich dann eher die Ausbildung vorher absagen, um jemand anderem noch ne Chance zu geben :)

Kommentar von Carlystern ,

Das kann auch noch später jemand. Man bekommt September bescheid. Ausildung beginnt Oktober.

Antwort
von Carlystern, 20

Vielleicht kommst du auch nicht sofort rein. Maximal beim AdH 1,2. Bewerbe dich einfach bei Hochschulstart wenn du genommen wirst ist gut und dann kannst du immer noch die Ausbildung absagen.


Antwort
von Niggo96, 29

was hat das mit deim alter zu tun???

wenn du gerade abi machst bist du ca. 18 schätz ich.

in meinem studium waren alle über 20. einige sogar schon über 30. von 50 leuten waren nur ca. 5 unter 20. außerdem was ist schlimm daran älter als andere zu sein?????

PS habe kartografie szdiert

Antwort
von Tuerkdeutscher, 46

der nutzen einer ausbildung für ein studium wird überschätzt

das bringt dir am anfang minimale vorteile, aber wenn du die brauchst, kommst du später eh nicht weiter

ich würde auch direkt studieren

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