Frage von pejopejo, 102

Sofort freiwillig raus aus Hartz 4, KEIN Geld vom Staat, dafür "als Dank" unverschämt hoher Beitrag zur freiwilligen Krankenversicherung ?

Ich will weg von Hartz 4 und zwar jetzt, SOFORT! Auch keine fxck Sozialhilfe von diesem verlogenen, lächerlichen schxxß "Sozial"staat, weil ich es leid bin, das ewig bettelnde Hündchen zu sein, dass sich ständig für alles und jedes vor "seinem Herrchen Sachbearbeiter" rechtfertigen muß. Ich will meine Kontoauszüge AUF DEN MÜLL schmeißen "dürfen", wie andere Leute auch und will wieder M E N S C H sein!!!!

Meine paar Euronen, die ich brauche, verdiene ich auf der Straße, Flohmärkte, etc. schnorre mal was von guten Freunden, helfe denen dafür was, usw. Wo ich wohnen werde und ob das was kostet, geht NIEMANDEN was an!!

Rente? Habe ich einen momentanen Anspruch auf 180.- Euros, weil ich ein Leben lang Tag und Nacht als Künstler und Stagehand für extrem wenig Geld gearbeitet habe. Kommt also definitiv nicht in Frage. Ich bin jetzt 58 und werde arbeiten bis ich umfalle.

Nun will und muss ich mich natürlich krankenversichern. Jetzt der Schock: Bei einer "freiwilligen" Weiterversicherung wird von einem MINDESTEINKOMMEN VON 960,- EURO ausgegangen, was einen Mindestbetrag von etwa 180.- Euro bedeutet, völlig egal, wie wenig ich tatsächlich verdiene!!

Hat jemand eine Ahnung, ob das auch billiger geht? Falls nein, dann sieht man mal wieder, wie erschreckend DÄMLICH unser Staat ist. Lieber zahlt er einen riesen Haufen Geld an Hartz und Sozialhilfe, als das sich einer wie ich selbst kümmert mit extrem wenig Geld zu überleben. Dann auf einmal gibt es ein rechnerisches "Mindesteinkommen", um den Krankenversicherungsbeitrag künstlich hoch zu setzen.

Vielen Dank schonmal.

Expertenantwort
von Konrad Huber, Experte für Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung, 37

Hallo pejopejo,

Sie schreiben unter anderem:

Sofort freiwillig raus aus Hartz 4, KEIN Geld vom Staat, dafür "als Dank" unverschämt hoher Beitrag zur freiwilligen Krankenversicherung ?

Antwort:

Niemand zwingt Sie dazu, Hartz4 zu beziehen und niemand hier hat Ihre aktuelle Situation herbeigeführt!

Wer soziale Leistungen beziehen will, der hat eine gesetzlich begründete Mitwirkungspflicht und diese gilt für Alle!

Wenn Sie auf Ihre Hartz4-Zahlungen verzichten wollen, ist das allein Ihre Sache!

Selbstverständlich müßen Sie sich dann um Ihre Krankenversicherung eigenverantwortlich kümmern!

http://www.finanztip.de/gkv/freiwillig-versichert/#c15138

Auszug:

Der Berechnung des Beitrags für freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung liegt das tatsächlich erzielte Einkommen zugrunde. Dabei geben die Krankenkassen aber eine bestimmte Untergrenze vor. Ist das tatsächliche Einkommen des Versicherten niedriger als die Untergrenze, wird diese als fiktives Mindesteinkommen zur Berechnung des Krankenkassenbeitrags angesetzt.

Für 2016 beträgt die Mindestbemessungsgrundlage für freiwillig in der GKV Versicherte 968,33 Euro. Wenn Ihr tatsächliches Einkommen geringer ist, werden Sie von der Krankenkasse so eingestuft, als würden Sie 968,33 Euro pro Monat verdienen. Das ergibt bei einem Beitragssatz von 14,6 Prozent mit Krankengeldanspruch einen Monatsbeitrag von 141,38 Euro. Außerdem kommt noch der Zusatzbeitrag der Krankenkasse drauf, der derzeit im Durchschnitt 1,1 Prozent beträgt. Das Mindesteinkommen ist meist bei denjenigen maßgeblich, die wenig oder gar nichts verdienen. 

Fazit:

Günstiger als über Hartz4 werden Sie in Deutschland keine Absicherung für Krankheit und Pflege erhalten!

Wenn Sie aus diesem sozialen Netz raus wollen, weil Sie Meldepflichten einhalten müßen, so ist das Ihr Privatvergnügen!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 27

Was versrehst du an dem Wort "Mindestbeitrag" nicht?

Niemand zwingt dich auf die Leistung des JobCenters zu verzichten. Wenn du das aus freien Stücken trotzdem tust, gelten für dich trotzdem die Gesetze weiter. Und Krankenversicherung ist nun mal gesetzlich vorgeschrieben.

Da haben viele Leute lange für gekämpft.

Antwort
von kevin1905, 64

Als Selbständiger unterliegst du der Buchführungspflicht und musst sämtliche Unterlagen auch 10 Jahre aufbewahren.

Ferner sollten Kontoauszüge mind. 13 Jahre lang aufbewahrt werden, da für sog. Verbraucherdarlehensgeschäfte u.U. eine 10-jährige Verjährungshemmung gilt.

Falls es mal Ärger wegen eines Dispos etc. gibt hast du ohne Auszüge wenig Beweise in der Hand.

Wo ich wohnen werde und ob das was kostet, geht NIEMANDEN was an!!

Wer vom Geld des Steuerzahlers lebt muss diesem nun mal Rechenschaft ablegen und seine Bedürftigkeit nachweisen.

Hat jemand eine Ahnung, ob das auch billiger geht?

Geht nicht billiger. Im Gegenteil. Als hauptberuflich Selbständiger sind es eigentlich 1.452,50 € Mindesteinkommen.

Kommentar von pejopejo ,

Jo, "hauptsächlich Selbständiger". Haha. 

Kommentar von kevin1905 ,

hauptberuflich*

Antwort
von FordPrefect, 40

Ich will weg von Hartz 4 und zwar jetzt, SOFORT! Auch keine fxck Sozialhilfe

Sehr schön. Niemand zwingt dich, Leistungen aus der Staatskasse einzufordern.

Nun will und muss ich mich natürlich krankenversichern. Jetzt der
Schock: Bei einer "freiwilligen" Weiterversicherung wird von einem
MINDESTEINKOMMEN VON 960,- EURO ausgegangen, was einen Mindestbetrag von etwa 180.- Euro bedeutet, völlig egal, wie wenig ich tatsächlich verdiene!!

Ja, das ist richtig. Geregelt in § 240 SGB V.

Hat jemand eine Ahnung, ob das auch billiger geht?

Nein, das ist berreits der Mindestbetrag in der GKV, der zudem auch nur dann greift, wenn der Versicherte seiner KK gegenüber entsprechend niedriges Einkommen regelmäßig nachweist. Ansonsten ist die KK verpflichtet, dem Versicherten den Höchstbeitrag in Rechnung zu stellen. Hier bleibt nur, mehr Einkünfte zu generieren, oder eben doch weiter Leistungen des "schxxß "Sozial"staat" in Anspruch zu nehmen - etwa eben aufstockendes ALG2.

Antwort
von MiaMaraLara, 67

Nein günstiger geht nicht. Entweder willst du Sozialleistungen oder nicht. Musst dich halt entscheiden. Und die Beitragszahlung durch das Jobcenter bei Bezug von ALG II ist genauso eine Sozialleistung wie ALG II selbst. Deine Wahl. Wenn du kein ALG II willst trotz Anspruch, dann musst du den Beitrag wohl zahlen. 

Antwort
von MiaMaraLara, 39

Nebenbei diese ca. 170 Euro Beitrag und die Mindesteinnahmegrenze gilt nur wenn du auch der Krankenkasse dein Einkommen nachweist. Sonst darfst du Höchstbeiträge (über 700 Euro im Monat) zahlen.

Antwort
von Laury95, 25

Nein, aber ist ja auch richtig so, wenn du z.B. monatelang Therapien machst oder oft zum Arzt gehst, kommen da Unmengen an Geld auf die Krankenkasse zu. Wer soll das denn sonst bezahlen?

Natürlich ist 180 Euro viel, wenn man nichts verdient, aber wenig, wenn man bedenkt, was für Leistungen man bekommt.

Antwort
von KaeteK, 58

Du wirst leider keine günstigere Krankenversicherung bekommen. Bedenke, wenn du mal richtig krank wirst, mit einer OP z.B, dann sind 180 € gar nichts.

Von daher würde ich mir das nochmal gut überlegen, ob du wirklich auf Hartz IV verzichten möchtest. lg

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