Frage von Franek, 29

Slopestyler als AllMountain benutzen?

Hallo zusammen!

Da ich bereits seit einigen Jahren ein (Super)Enduro mit flachem Lenkwinkel und langen Kettenstreben besitze und nebenbei ein Dirtbike (Speci P.2 2006) weiß ich nun, was ich am Enduro vermisse: Die Agilität, die Verspieltheit auf Trampelpfaden zwischen zwei Forstautobahnen. Am P.2 vermisse ich die Hinterradfederung und die Übersetzungsbandbreite..

Nun habe ich dieses Bike hier gesehen und auf den ersten Blick verbindet es Vollfederung mit Dirtbike-Allüren (Agilität und kein Kettenspanner notwendig). Außerdem ist es nicht so horrend teuer wie ein Enduro und vom Gewicht her geht es auch, finde ich.

https://www.canyon.com/gravity/stitched/stitched-720.html

Mein Ihr, dass man dieses Bike mit einer Rohloff Getriebenabe und größeren Bremsscheiben versehen auch als AllMountain benutzen kann (ein wenig Kompromissbereitschaft meinerseits vorausgesetzt; mir ist klar, dass das nicht dem Sinne des Erfinders entspricht). Notfalls mit einer absenkbaren Gabel dran, um auch recht steile Passagen zu schaffen?

Was meint Ihr?

26" Räder, Vollfederung, ordentlich haltbar (wie Dirtbikes nunmal sind), waagerechte Ausfallenden (Rohloff-Nabe geht also).

Ich fahre gern bergauf und bergab, bin aber eher Wanderer auf einem Fahrrad, also kein Downhiller oder Freerider. Ich muss es nicht "krachen" lassen oder wunders wie weit oder tief springen, habe aber gern haltbares Material unter'm Allerwertesten. Nicht nur, weil ich gerade leider 100kg wiege, sondern auch weil ich kein Geld für Neuschrott / zweimal kaufen übrig habe.

Vielen Dank schonmal für Eure Denkanstöße (egal in welche Richtung),

Franek :-)

Antwort
von treppensteiger, 11

Ich fürchte, wenn du diesen Rahmen als Tour-Rahmen nutzen willst, hebelt dir die Sattelstütze, die ja ganz schön lang sein muss, bei deinem Gewicht den Rahmen kaputt, wenn denn die Stütze hält. Auch lässt sich die Stütze wahrscheinlich bloß 10-15cm absenken, das ist auf dem Bild nicht eindeutig erkennbar.

Ansonsten finde ich deine Gedanken gar nicht so abwegig, kenn mich aber bei Fullys auch nicht so aus.

Das mit dem Hinterbau und der Rohloff-Nabe, geht das wirklich??

Kommentar von Franek ,

Ich befürchte, mit der (fehlenden) Einstecktiefe hast Du recht :-/

Mir ist auch irgendwann aufgefallen, dass das Sattelrohr in der Praxis recht kurz ist (in der Theorie reicht es ja vom Tretlager bis zur Sattelrohroberkante).
Ich habe deshalb eine Anfrage an Canyon laufen, befürchte aber, dass das das K.O.-Kriterium für diese Idee sein wird, denn selbst Variostützen haben eine Mindesteinstecktiefe und wenn das Sattelrohr so kurz ist, kann man auch keine lange Variostütze montieren :-(
Dann würde sich meine Idee höchstens für sehr kleine Fahrer(innen?) verwirklichen lassen, denn ich habe natürlich nicht vor, den Rahmen mit einer langen Sattelstütze kaputt zu machen.

Ich weiß auch nicht, wie sich der Hinterbau beim Pedalieren so schlagen würde (viel wippen, vielleicht? Dem könnte man evtl. mit einem Dämpfer mit "Climb Switch" entgegenwirken).

Aber ein Fully der Kategorie 5* in kurz und wendig ohne Schaltwerk und Kettenspanner, DAS wär's einmal! :-)))

Klar, offene Ausfallenden waren bis vor kurzem sogar eine Grundvoraussetzung für eine Rohloff Getriebenabe! :-) (und dann auch noch diese end-geilen Kettenspanner in den Kettenstreben *sabba*

Es gibt jetzt ganz neu noch ein weiteres Modell von Rohloff, das auch mit Steckachsen (zumindest ganz bestimmten) kompatibel ist.

Bei diesem Bike müsste man die Drehmomentabstützung (der Getriebenabe) am Bremssattel realisieren. Sowas gibt es (weiß aber nicht, ob in Eigenregie gebaut oder bei Rohloff erhältlich).

Canyon hat (automatisch) geantwortet, dass es mitunter ein paar Tage dauern kann, ehe sie sich zurückmelden, da im Augenblick eine große Menge Anfragen hereinkommt.
Vielleicht melde ich mich nochmal, wenn ich etwas von denen höre :-)

*
"BIKEKLASSIFIKATION: Diese Nutzungsart steht für sehr anspruchvolles, stark verblocktes und extrem steiles Gelände, welches nur von technisch geübten und sehr gut trainierten Fahrern bewältigt werden kann. Größere Sprünge bei sehr hohen Geschwindigkeiten sowie die intensive Nutzung von ausgewiesenen Bikeparks oder Downhillstrecken sind typisch für diese Kategorie. Bei diesen Bikes ist unbedingt darauf zu achten, dass nach jeder Fahrt eine intensive Prüfung auf mögliche Beschädigungen stattfindet. Vorschädigungen können bei deutlich geringeren weiteren Beanspruchungen zu einem Versagen führen. Auch sollte ein regelmäßiger Austausch von Sicherheitsrelevanten Bauteilen berücksichtigt werden. Das Tragen von speziellen Protektoren wird unbedingt empfohlen.
Vollgefederte Bikes mit langen Federwegen, aber auch Dirtbikes zeichnen diese Kategorie aus."

Quelle: Canyon.com

Kommentar von Franek ,

Die Antwoert von Canyon bzgl. der max. möglichen Einstecktiefe steht noch aus.

Aber ich habe dieses "Leckerchen" hier gefunden, bei dem der o.g. Umbau aufgrund der anders gearteten Rahmenkonstruktion kein Problem darstellen sollte:

http://ns-bikes.com/soda-slope,1418,pl.htm

Und die Farben sagen mir für ein MTB, das hauptsächlich im Grünen bewegt werden soll, sehr zu :-)
(das war echt ein Wermutstropfen beim Canyon, dass es so "grell" ist, obwohl das natürlich auch wieder sehr edel 'rüberkommt)

Kommentar von treppensteiger ,

Ja, das Rad irgendwie passender aus. Und was bestimmt auch sehr sinnvoll ist, das der Dämpfer vom Dreck weit weg ist.

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