Frage von JFreed, 71

Situation: Mutter schwanger und Hartz IV, Vater Kleingewerbe, beide leben getrennt, was muss er nach Vaterschaftsanerkennung zahlen?

Hallo zusammen, mal eine Frage..

Eine Freundin von mir ist schwanger und bezieht Hartz IV Leistungen. Sie und der Freund von ihr sind zusammen aber leben nicht in einer gemeinsamen Whg.

Wenn er jetzt die Vaterschaft anerkennt, wozu er auch gerne bereit ist. Selber aber nur ein Kleingewerbe hat momentan.

Was und wie viel ungefähr muss er zahlen, nur für das Kind den Unterhalt oder auch für die Mutter ? Das haben wir noch nicht ganz verstanden ?

Haben gegoogelt aber nicht wirklich was passendes gefunden.

Antwort
von DFgen, 24

Ab Anerkennung der Vaterschaft ist der Mann vorrangig für sein Kind unterhaltspflichtig.

Die Höhe des Unterhaltes für das Kind 

  • errechnet sich anhand seines  "unterhaltsrelevanten Einkommens" - also seines durchschnittlichen Nettoeinkommens der vergangenen 12 Monate (bei Selbständigen ggf. der letzten 36 Monate...) abzüglich anrechenbarer Beträge...
  • und orientiert sich an der "Düsseldorfer Tabelle".

Der Mindestunterhalt für ein Kind von 0 - 6 Jahren beträgt derzeit 240 Euro (dabei ist sein anteiliges Kindergeld bereits angerechnet, also abgezogen...)

Sein "Selbstbehalt" (das ,was ihm für seinen eigenen Lebensunterhalt verbleiben muss) liegt derzeit bei 1080 Euro gegenüber minderjährigen Kindern.

Sollte der Mann über den Kindesunterhalt hinaus noch "leistungsfähig" sein, müsste er auch der Mutter des Kindes ggf. noch "Betreuungsunterhalt" zahlen. 

  • Das wäre der Fall, wenn ihm nach Abzug des Kindesunterhaltes noch mehr als 1200 Euro (Selbstbehalt gegenüber Kindsmutter) von seinen Einkommen verbleiben würden.
  • Die Höhe des Betreuungsunterhaltes ist u. a. vom Einkommen der Kindsmutter vor der Schwangerschaft abgängig....

Sobald das Kind geboren ist, muss die Frau also zuerst einmal den bzw. die Unterhalt(e) vom Kindsvater einfordern, bevor ihr - falls der Kindsvater nachweislich nicht "leistungsfähig" sein sollte - weiterhin staatliche Unterstützung zuteil wird.

Ggf. ist der Mann der Frau bereits mit Beginn des Mutterschutzes unterhaltspflichtig  - der Unterhalt hätte dann Vorrang vor ALGII-Leistungen - müsste also vorrangig eingefordert werden...

(Ab der Geburt des Kindes hat dann der Kindesunterhalt  Vorrang vor dem Betreuungsunterhalt für die Mutter....)

Antwort
von Shilja, 52

Wenn sie in einer intakten Beziehung zueinander sind dann ist er nicht gezwungen Unterhalt/Alimente zu zahlen so fern er sich an den Kosten freiwillig beteiligt und das von den beiden so gewollt ist und untereinander vereinbar ist.
Sonst ist es ein gewisser Prozentsatz des Einkommens vom Vater - am besten in eurer zuständigen Stelle nachfragen wie viel das wäre.

Kommentar von DFgen ,

Wenn sie in einer intakten Beziehung zueinander sind dann ist er nicht gezwungen Unterhalt/Alimente zu zahlen so fern er sich an den Kosten freiwillig beteiligt und das von den beiden so gewollt ist

Das trifft zu, wenn die Frau dann keinerlei staatliche Unterstützung mehr beansprucht. 

Falls sie aber weiterhin ALGII-Leistungen beanspruchen muss, werden die gesetzlich vorgeschrieben Unterhaltsbeiträge des Mannes entsprechend seiner "Leistungsfähigkeit" darauf angerechnet...

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