Frage von sweetmelonxx3, 45

Sinnfrage : Lieber einen Job mit Guten Gehalt den man nicht mag oder einen erfüllenden Job ohne gute Chancen?

Hey, Ich stehe vor diesem Problem. Und wenn ihr meint, mach doch den Mittelweg, ja würde ich gerne, aber es deprimiert mich seit Jahren, das das bei mir einfach nicht hinhaut, wenn man sich für Kultur, Gesellschaft, Medien, Design und ähnliches interessiert.

Antwort
von Kampinho22, 34

Mache lieber das wo dir mehr Spaß macht, denn Geld ist nicht alles im Leben. Außerdem macht es dich innerlich kaputt wenn du irgendwo arbeitest wo du nicht klar kommst. Ich würde auf das Geld verzichten. Klar ist es besser wenn man nicht immer auf das Geld achten muss, aber du musst für dich selbst entscheiden was das beste ist.

Kommentar von Jerne79 ,

Ich würde auf das Geld verzichten

Und wovon ernährst du dich dann?

Meist ist das Problem in den fraglichen Bereichen nicht, dass man wenig verdient, sondern dass man gar keine Stelle findet. DAS ist der Dreh- und Angelpunkt, darauf muss man sich vorbereiten, wenn man sich für solche Fächer interessiert.

Kommentar von Kampinho22 ,

Es ist ja nicht so das du überhaupt nichts bekommst. Ich selbst zum Beispiel bekomme im Monat auch nur 1200 Euro im Handwerk. Man muss zwar immer auf das Geld achten, aber gestorben bin ich noch immer nicht.

Kommentar von Jerne79 ,

Es gibt da leider deutliche Unterschiede zwischen dem Handwerk und einer Geisteswissenschaft.

Antwort
von Tiger500, 25

Man kann doch Mediendesign und so Sachen sogar studieren. Ich denk schon dass es da ganz gut verdienende Jobs gibt.
Ansonsten: Natürlich solltest du was machen, dass dir auch Spaß macht, aber auf ewig zu wenig Geld zu verdienen, macht auch nicht gerade glücklich, ich denk auf Dauer würde dich das ziemlich nerven.

LG, Tiger

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Habe lange genau das machen wollen, wurde mir aber von zu ziemlich allen Leuten, die damit Erfahrung haben abgeraten. Zu wenig Geld und zu viel Konkurrenz.

Antwort
von Jerne79, 16

wenn man sich für Kultur, Gesellschaft, Medien, Design und ähnliches interessiert. 

Das kann durchaus hinhauen. Der Haken ist, dass man sich erst mächtig reinknien muss, um überhaupt eine Chance zu haben und dann flexibel bleiben und im Zweifelsfall einen Plan B in der Tasche haben muss. Und Plan B kann eben auch etwas sein, dass einen zwar ernährt, aber kein steter Quell der Freude ist.

Das Problem ist, dass viele Leute blauäugig Fächer studieren, in denen es hinterher kaum Stellen gibt, sich aber in keinster Weise auf diese Situation vorbereiten. Davon kann man wirklich nur abraten. Auch vom Hauruck-Optimismus "das wird schon irgendwie".

Übrigens sind auch die wenigsten auf den ersten Blick so interessanten Fällen dauerhaft ein Zuckerschlecken. Auch die werden irgendwann Routine.

Eine Alternative kann auch durchaus sein, seine Erfüllung in Hobbies zu suchen.

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ja das sagen einige, aber wann hat man denn Zeit dafür, wenn man bis 5 arbeitet. Ich stelle mir den Job einfach wie mein ganzes Leben vor, da für mich nach 5 keine große Sause mehr geht und das WE ist ja auch sehr begrenzt. Ich finde z.b. auch Sozialwissenschaft /Soziologie interessant, aber jeder meint auch wieder hol dir den Hartz 4 Antrag gleich nach Abschluss. Jetzt bin ich in BWL und ja , es wird Jobs geben aber werde ich es richtig mögen? nein. Mit SoWi hätte ich in die Meinungsforschung gewollt, oder gleich richtig Forschung, aber es soll nur wenige Plätze geben. LG.

Kommentar von Jerne79 ,

Selbst wenn der Job einen großen Teil deines Lebens einnimmt, brauchst du trotzdem Hobbies und Abwechslung. Vielleicht nicht am Anfang, aber spätestens dann, wenn sich Routine einstellt und nicht mehr alles neu, spannend und rosig ist. Und dann schaffst du dir Zeit für deinen Ausgleich, egal, wie der aussieht. Ob abends oder am Wochenende oder blockweise im Urlaub, das findet sich dann.

Probieren wir es mal anders: Ich bin Archäologin. Das ist nun wirklich ein Orchideenfach, in dem es kaum Stellen gibt. Ich bin freiberuflich tätig, war nie einen Tag arbeitslos, mein Fach ist mir sehr wichtig, auch wenn es sehr anstrengend ist und mir einige Opfer abverlangt hat.

Trotzdem brauche ich Hobbies zum Ausgleich. Aus ganz verschiedenen Gründen, und auch die sind mir wichtig. Weil ich auch abschalten und auf andere Gedanken kommen muss, weil ich etwas herstellen möchte statt zu überlegen, was es mit dem kaputten Etwas vor mir auf sich hat, weil´s sauber statt sandig sein soll, weil es noch da sein soll, wenn der Rechner runtergefahren ist usw.

Dein Orchideenfach soll also SoWi sein. Gut, nicht meine Baustelle, aber probieren wir es mal neutral: Was reizt dich daran? Welche Betätigungsfelder gibt es? Kannst du dir vorstellen, einen Bereich innerhalb des Faches zu wählen, der nicht der Wunschvorstellung Meinungsforschung oder Forschung entspricht? Gibt es solche Bereiche? Gibt es Nischen, die andere scheuen? Kannst du durch Zusatzqualifikation Nischen schaffen?

Oder sind diese Nischen dann genauso unattraktiv wie BWL? Gibt es eine Möglichkeit, BWL mit SoWi zu kombinieren? So vielleicht sogar eine Nische zu finden? Kannst du mit einem unsicheren Ausgang leben oder brauchst du mehr Sicherheit, willst du nicht etwas studieren, das du hinterher vielleicht gar nicht ausüben kannst? Dann bringt das alles nichts, dann bleib bei BWL und such dir ein paar schöne Hobbies.

Das sind wohlgemerkt alles keine Fragen, die du mir beantworten musst, sondern die du mit dir selbst abklären musst. Und im Zweifelsfall vielleicht auch nur, um dich in deiner bereits getroffenen Entscheidung zu bestätigen, aber ab jetzt besser mit ihr leben zu können.


Antwort
von Stellwerk, 36

Meine Erfahrung: der gut bezahlte Job, den man nicht mag, macht auf Dauer unglücklich und krank und dann nützt einem das ganze Geld auch nichts. Vielleicht als Übergang, um sich ein paar Jahre was zur Seite zu legen. Oder als Teilzeitoption, um ein bisschen Grundstock zu haben.

Antwort
von triopasi, 25

Mach das was dir Spaß macht!!! Sonst wirst du nie glücklich.

Expertenantwort
von Kristall08, Community-Experte für Studium, 9

Warum machst du dir Gedanken über ungelegte Eier?

In deinen Fragen liest sich immer wieder, was andere Leute gesagt oder wozu sie dir geraten haben. Meine Güte, mach doch mal Erfahrungen selber.

Mach was und dann sieh, was sich daraus entwickelt. Kultur u.ä. kann man auch als Hobby betreiben.

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ich weiß, aber klar halte ich mich an Leute die schon mehr Erfahrung haben als an meine eigenen Wunschvorstellungen. Leider habe ich in meinen jungen Jahren schon viele Entscheidungen getroffen, die mir das weitermachen deutlich erschwerten, nur weil ich immer unsicher war. Ich kann mir einfach nicht erlauben, wieder falsch zu liegen, wenn es doch so wichtig ist.

Kommentar von Jerne79 ,

Das hat nichts mit richtig und falsch liegen zu tun, sondern schlicht mit Perspektiven. Wenn du dir Unsicherheiten nicht erlauben kannst, wirst du wohl einen Weg finden müssen, auch als BWLer ein erfülltes Leben zu führen. Denn Sicherheiten kann dir in deinem Wunschfach niemand versprechen. Vermutlich willst du das nicht hören oder akzeptieren. Vielleicht ist das der Knackpunkt.

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