Sind wir Menschen wirklich monogam oder machen wir uns gerade etwas vor?

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11 Antworten

Ich finde deine Frage hat nicht viel mit dem Titel zutun. Von Natur aus sind wir Menschen wahrscheinlich nicht monogam. Es geht in der Natur nämlich eigentlich darum, die besten Gene weiterzugeben und wenn man nur einen Partner hat, den man aber liebt, geht das schlecht.

Aber nur weil es nicht 100% natürlich ist, ist es nicht gleich falsch oder schlecht. Ich denke du willst auch nicht auf dein Handy verzichten, auf ein schönes Bett mit Decke, auf ein Zimmer, etc, etc.

Deine Frage geht eher darauf ein, wie viele Menschen fremd gehen. Klar es gibt viele Fremdgeher, aber manche machen das dann auch nur 1 Mal, merken, dass es sche**e war und lassen es ab dem Punkt.

Niemand wird gezwungen monogam zu leben. Es gibt genug andere Beziehungsformen in heutiger Zeit (Poligamie, offene Beziehungen oder gar Poliamorie) und somit kann jeder selbst entscheiden, welche Bezihung er mit einem/mehreren Partnern führen will oder ob er überhaupt Bezihungen haben will.

Fremd zu gehen ist aber immer unverzeilich, weil der Partner natürlich damit nicht einverstanden ist. Wenn man merkt, dass der Partner nicht alle seine Anforderungen erfüllt, sollte man drüber nachdenken mit ihm über eine geregelte offene Beziehung zu sprechen oder sich zu trennen, aber fremd gehen ist nicht.

Wenn du mich fragst, belügen wir uns nicht selbst. Wie gesagt, wenn dir eine monogame Beziehung nicht zusagt, musst du nicht. Du kannst auch mehrere Partner haben, solange alle damit einverstanden sind oder eben gar nichts festes.

Für viele ist es aber einfach nicht vorstellbar, ihren Partner, den sie lieben, mit anderen zu teilen.

Zum Glück leben wir in der Zeit, wo wir selbst entscheiden können, wie wir leben wollen.

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  • Die Begrifflichkeiten sind bei so einem Thema besonders wichtig und leider wird "Monogamie" oftmals laienhaft falsch interpretiert und selbst in der Literatur manchmal mit verschiedenen Bedeutungen unklarer Abgrenzung verwendet.
  • Monogamie im engeren Sinne bedeutet, dass feste Partnerschaften eingegangen werden und zwar genau jeweils ein Männchen und ein Weibchen. Serielle Monogamie ist die korrekte Bezeichnung, wenn solche Partnerschaften enden können und dann neue Partnerschaften eingegangen werden. Dies trifft auf die biologische Veranlagung des Menschen zu.
  • Polygam leben Species, bei denen feste soziale Kontakte zwischen z.B. einem Männchen und mehreren Weibchen eingegangen werden, z.B. bei vielen Raubkatzen-Rudeln. Auch historische Harems mit einem Mann und mehreren Ehefrauen bezeichnet man korrekt als polygam.
  • Eine andere Sache ist das Thema Treue. Störche leben viele Jahre, oft bis der Tod sie scheidet, in einer Zweierbeziehung. Trotzdem weiß man durch genetische Analysen, dass sie doch ab und zu mal fremdgehen. Dies ändert aber nichts an der biologisch monogamen Lebensweise. Treue und Partnerschaft sind zwei verschiedene Dinge.
  • Gewiss ist es den meisten Species, einschließlich des Menschen, gegeben, ab und zu untreu zu sein und weitere Sexualpartner zu begehren. Beim Menschen wird dies überwiegend kulturell und sozial druchgesetzt, der Wille zum Fremdgehen wäre gewiss noch wesentlich öfter vorhanden als er ausgelebt wird.
  • Bedenke zudem, dass Paarbindung ja oft eingegangen wird als Wirtschaftsgemeinschaft und zur Familiengründung. Man kann eben nicht alles gleichzeitig haben und wenn man eine feste Partnerschaft und Familie möchte, dann muss man eben fast immer Treue und Verlässlichkeit bieten.
  • Noch eine Anmerkung zu den Fremdgehportalen: Realistisch zeigt sich, dass 90% aller Teilnehmer Männer sind und die Frauenprofile gefakt sind. Es suchen erheblich weniger Frauen Seitensprünge als Männer und wenn Frauen eine Affäre suchen, dann können sie das spielend leicht ohne Online-Portale und deren Risiken erreichen.
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Ich glaube die Menschen machen sich ehr was vor wenn sie in der Beziehung bleiben obwohl sie eigentlich unglücklich sind. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht. Jetzt hab ich einen neuen Partner und kein verlangen mehr sowas zu tun. Nur das lösen der alten Beziehung war das schwere. Und ich denke deshalb suchen sich menschen Affären weil ihnen was in ihrer Beziehung fehlt was sie denken dadurch zu kompensieren.

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Du surfst sehr am Randbereich des Themas vorbei. Ob die Natur uns monogam angelegt hat oder nicht spielt keine Rolle hinsichtlich dem, was Menschen 2016 in Deutschland bewegt.

Leider kommen bei Deiner Frage auch Wörter wie Ehe, Unterhalt und Kinder nicht vor. Diese müßten unbedingt vorkommen, wenn man dem Thema gerecht werden will.

In aller Kürze: Für ein verheiratetes Paar, z.B. um die 35, das zB. zwei kleine Kinder hat und evtl. in einer Wohnungsfinanzierung steckt, wäre es "verheerend", wenn diese noch Nebenpartner haben. Denn die ziehen Zeit, Geld, Kraft aus der Beziehung, die diese gar nicht übrig hat.

Freilich gibts auch andere Beziehungen, wo es nicht um Renten- Versorgungs - Hauswirtschafts- Finanzierungsgedanken geht und da kann man sowas evtl. lockerer sehen.

Jedenfalls, die ganz konkreten Lebensanforderungen, die ein  Paar zu bewältigen hat, spielen weit mehr Rolle als was in der "Urhorde" mal üblich bzw. praktikabel war.

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Kommentar von thlu1
09.04.2016, 11:27

Ok, man kann in einer Fragestellung immer nur schwer alle Aspekte berücksichtigen. Aber natürlich spielen diese Aspekte auch eine Rolle. Aber das Thema macht hier ja nicht halt. Es gibt ja auch hier nicht wenige, die hier ich sag mal eine Art Ausgleich oder was auch immer suchen. Vielleicht noch eine Zahl: Von den 60 % Fremdgehern lassen sich die wenigsten scheiden. Obwohl viele Affären auffliegen.

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Ich kann dir sagen woran das in vielen Fällen liegt. Nämlich daran, dass entweder zu oberflächlich gedacht wird (nur nach dem Aussehen gehen, dann fehlt einem in der Beziehung etwas, Stichwort: Affäre) oder aber was noch schlimmer ist, zu romantisch.

Das heißt, man verliebt sich, ist eventuell auch anfangs glücklich und irgendwann stellt man fest, dass man sexuell absolut nicht zusammenpasst. Da man den anderen liebt und nicht verlieren will wegen dem angeblich unwichtigen Teil einer Beziehung namens Sex, geht man heimlich fremd. Es geht dabei nicht um Sex als solches, sondern wahrscheinlich um etwas spezielles. Eine Vorliebe o.ä. die der Partner nicht teilt, die einem peinlich ist oder aus anderen (eventuell auch äußerlichen) Gründen nicht erfüllt wird.

Daneben gibt es aber natürlich auch Leute die einfach nicht treu sein können/wollen. Die machen meiner Meinung nach aber einen geringen Teil aus und wechseln den Partner sowieso häufiger.

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Kommentar von thlu1
09.04.2016, 12:07

Mal Hand aufs Herz: Sind wir dann nicht alle oberflächlich? Wer hat sich seinen Partner denn nur nach den inneren Werten ausgesucht? Meistens ist es doch anders. Ich denke beides muss passen, das Äußerliche und das was wir die inneren Werte nennen.

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Wir sind nicht monogam, das versucht uns lediglich das Christentum einzureden. Fast alle Säugetiere sind nicht monogam, von den Gibbons mal abgesehen. Also vergleiche man uns nicht mit den monogamen Schwänen und sonstigen monogamen diversen weiteren Vögeln.

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Kommentar von thlu1
10.04.2016, 21:13

Die Aussage ist so richtig, wie sie falsch ist, denn die Vorstellung von Ehe und Familie die du meinst sind sehr viel älter, als das Christentum. Und auch das Christentum hat dieses nur übernommen. Der Grund hierfür dürfte ein ganz praktischer gewesen sein, da es in den damaligen Familien klare Aufgabenstellungen gab, die die Angehörigen absichern sollten. Manche solcher Gebote galten sogar nur den Männern, wie zum Beispiel, dass man nicht seines nächsten Weib begehren soll. Das Gebot haben die Christen von den Juden übernommen und es galt den freien Menschen, also den Männern, um den Rest der Familie vor der Verarmung zu schützen. Man kann sogar davon ausgehen, dass im ursprünglichen heidnischen Kulturkreis so etwas angelegt war.

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Kommentar von thlu1
11.04.2016, 07:58

Die Wurzeln sind mir ehrlich gesagt egal. Mein Widerspruch ging gegen die Aussage, dass die Kirche der Urheber des ganzen ist. Im Übrigen hat die Kirche ab Mitte des 20. Jahrhunderts ihren Einfluss verloren, insbesondere in den sozialistisch geprägten Ländern. Das hat an der Institution Ehe nicht wirklich etwas verändert. Und auch die Zeit der Aufklärung, die ja stark das freie denken propagierte, hat nicht wirklich der Institution Ehe etwas entgegen gesetzt. Ich glaube aber, dass uns diese Diskussion nicht wirklich voran bringt, da es mir mehr um das hier und heute geht. Um die Veränderung in der Gesellschaft, um ein verändertes Verständnis von Sexualität. Wer ist denn heute noch religiös gebunden. Wir könnten also locker die alten Moralvorstellungen über Bord werfen. Tun es aber nicht. Wir schwören ewige Treue und hintergehen gleichzeitig unsere Partner. Niemand wird gezwungen sich so einen Schwur aufzuerlegen, ist aber mega trendy. Hier geht es um die eigene selbst auferlegte Moral, der wir genauso wenig stand halten, wie jeder anderen.

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Der Eindruck mag entstehen, aber dabei spielt die Relation eine große Rolle. Wenn man auf Epoche Times geht, und die Kommentare liest, ensteht auch der Eindruck, das ganz Deutschland rechts ist...aber was ist mit jenen, die nicht Kommentieren ? 
Tatsache ist, das wir in einem relativ freien Land leben und in dem haben Bedürfnisse, vor allem die Sozialen, Individuellen und die Selbstverwirklichung einen großen Stellenwert. Die Gründe, weshalb diese Leute fremdgehen sind innerhalb dieser Bedürfnisse zu suchen und sind individuell. Langeweile, Geltungsdrang, Einsamkeit...sind nur ein paar davon. 

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Kommentar von thlu1
09.04.2016, 11:59

Ja stimmt, aber mir geht es noch mehr um die Frage, inwieweit die Leute auch ehrlich zu sich selbst sind.

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Die beste Anfrage seit langer Zeit hier!!

Ich vermute, dass jeder insgeheim seine kleinen Affären hat oder gern haette. Wie diese aussehen oder wie ausufernd diese sein sollten ist unterschiedlich. Kopfkino reicht fuer viele schon aus. Monogamie bedeutet auch immer Arbeit an einem selbst ( nicht zweideutig 😊) und die LIEBE zu einem Menschen im Sinne von Partnerschaft ist eigendlich das was zaehlt. Wenn der Filter zwischen Hirn und Hose fehlt oder langweile die Beziehung bestimmt wirds schwierig. Abschließend ja es gibt Treue Partnerschaften und nein leider viel zu selten

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Grundsätzlich währe ich monogam, solange mein Sexleben incl des damit verbundenen Beziehungslebens, in Ordnung ist. Sonst nicht! Gibt es da Einbrüche bin ich nicht bereit auf irgendetwas zu verzichten! Life is to Short ....

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Kommentar von thlu1
22.04.2016, 16:03

Ja, das ist geanu der wunde Punkt in einer monogamen Beziehung. Man wird ja auch nicht jünger ;-)

Das normale Leben innerhalb einer monogamen Beziehung ist eigentlich wirklich nicht zu beanstanden. Es gibt da eben nur diese klitze kleine Nebensache, die so schwer in unserem Leben wirkt.

Ich bin mir jedenfalls nicht sicher, ob ich auf Dauer monogam bin.

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Kommentar von thlu1
22.04.2016, 18:29

Wie war der Spruch? Gelegenheit macht Liebe ;-)

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Kommentar von HalloRossi
22.04.2016, 18:30

Ja genau!

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schätze mal das jeder Mensch ein Verlangen hat und einigen Menschen gelingt es standzuhalten, andere erliegen ihren Versuchungen

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Also ich denke nicht das wir Menschen dazu geboren wurden monogam zu bleiben. Ich finde das wider der Natur. Ich werde jetzt von manchen von euch sehr viele Schelte bekommen für meine Meinung. Aber ich denke das wir uns gerade im Bezug auf die Sexualität etwas vor machen. es ist doch mehr als unrealistisch zu denken das uns unser Partner wirklich alle sexuellen Wünsche erfüllen kann. das mag zwar in einigen wenigen Beziehungen funktionieren, aber in den meisten klappt es eher nicht. Und was passiert ? man beginnt eine Affäre, heimlich still und leise und hat ständig ein schlechtes gewissen. Muss das denn sein ? Ist das wirklich betrug am Partner wenn man sich seine sexuellen Bedürfnisse auch woanders holt ? ich finde nicht. Wir sind meist viel zu egoistisch, viel zu besitzergreifend wenn es um unsere Partner geht. und wenn wir unserem Partner viel mehr sexuelle Freiheiten zugestehen würden dann gäbe es auch viel weniger Probleme sondern ganz einfach viel zufriedenere Menschen. Viele Partner gehen in den Swingerclub, es gibt offene Ehen, das ist die Zukunft.

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Kommentar von thlu1
09.04.2016, 12:51

Ja, ich verstehe was du meinst. Aber dennoch binden wir uns natürlich irgendwo emotional an unseren Partner, weil wir ja auch so etwas wie Sicherheit suchen. Für mich wäre da noch mal wichtig, ob eine solche emotionale Bindung auch losgelöst von unseren sexuellen Bedürfnissen funktioniert, eben weil einer niemals alle dieser Wünsche des anderen befriedigen kann. Und dann wäre natürlich auch die Frage, ob man mit einer solchen emotionalen Bindung den Kopf frei bekommt, wenn man weiß, dass der Partner gerade nicht zum Sport ist, sondern seine Sehnsucht stillt?

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Kommentar von PlueschTiger
15.09.2016, 21:56

Wir sind meist viel zu egoistisch, viel zu besitzergreifend wenn es um unsere Partner geht. und wenn wir unserem Partner viel mehr sexuelle Freiheiten zugestehen würden dann gäbe es auch viel weniger Probleme sondern ganz einfach viel zufriedenere Menschen.

Das was du Egoismus nennst ist wohl schlichte Natur. Gerade für einen Mann war es in den Jahrmillionen und auch heute wichtig das Frau oder halt Weibchen zumindest Sexuell Treu war, denn so war sichergestellt der Nachwuchs ist der eigene. Doch gebe ich dir recht, denn wir sind angeblich die Krone der Schöpfung und sollten in der Lage sein eine Gesellschaft zu entwickeln wo der Partner nicht mehr den Status des Eigentums hat. Dennoch sollte man aber gewisse Grenzen setzen und das die Menschen dadurch Glücklicher wären, ist nicht Garantiert, doch unglücklicher sollte es sie wohl auch nicht gerade machen, sofern man es in der Gesellschaft etabliert hat.

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