Katinka T. am 06.08.2007 um 11:12 Uhr
Über 3 Mio. Arbeitslose, die Politiker sprechen über Fachkräftemangel und wollen ausländische Arbeiter holen. Stellen die uns nicht alle für bescheuert und unqualifiziert dar?
Genau besehen, stellen sie sich selbst als unqualifiziert und blöde dar, weil vorausschauende Politik, besonders im Arbeitsmarktsektor, hierzulande noch nie sehr gefragt war.

Das Problem ist, dass bei den 3 Mio. Arbeitslosen nur wenige Facharbeiter sind. Leider werden sie auch nicht oder nur wenig geschult und gefördert, so dass aus ihnen Facharbeiter werden könnten. Da nimmt man dann lieber bereits vorhandene Facharbeiter aus dem Ausland.
fourseasons am 6. August 2007 11:28 ...ob die dann besser sind? Meistens aber motivierter und williger!
Katzentatze am 6. August 2007 11:32 Das stimmt. Hierzulande hat ja jeder 2. Maurer oder Installateur was mit der Bandscheibe oder Compputerfachleute haben ständig Migräne. Eigenartigerweise haben das Ausländer so gut wie nie.;-)
Katinka T. am 6. August 2007 11:35 @Katzenauge: wenn ich zentnersäcke tragen müsste, würde ich es auch mit der bandscheibe bekommen. die medaille hat immer zwei seiten!
Katzentatze am 6. August 2007 11:39 Ich kenne Bauarbeiter, die diesen Job ohne Probleme schon viele Jahre machen. Ich kenne aber auch welche, die gar keine Lust mehr haben, sich diese Arbeit anzutun und da sind Rückenschmerzen ja eine tolle Ausrede. Klar gibt es auch sehr wenige, die wirklich "krank" sind, aber bei weitem nicht so viele, wie es sagen.
Katinka T. am 6. August 2007 11:33 man sollte doch lieber im eigenen land anfangen etwas zu verändern. man kann ja schlecht 3 mio. "NICHTQUALIFIZIERTE" links liegen lassen
Katzentatze am 6. August 2007 11:35 Das wäre aber fürs Land zu teuer. Also überläßt man das schön den Firmen. Und die fördern nicht, sondern suchen sich die, die es können.
Nein bescheuert und unqualifizert nicht, aber vielleicht "falsch" qualifiziert, nämlich dass die jetzt gefragten Qualifikationen nicht so sehr vertreten sind und umgekehrt viele der vorhandenen Qualifikationen nicht (mehr) gefragt sind. Das ist aber dann nicht das Versäumnis des Einzelnen, sondern z.T. wegen falscher Unternehmensplanungen etc.
Mir schwillt der Hals, wenn ich so etwas höre!!! Klar, holen wir noch mehr rein!! Deutschland ist doch Gastfreundlich! Nee, mal im Ernst: ich finde das unmöglich. Es gibt im eigenen Land genug qualifizierte Arbeitnehmer, die gerne arbeiten möchten. Aber sie sind den meisten Firmen zu alt u. somit zu teuer. Da holen sie sich lieber preiswerte Fachkräfte aus dem Ausland. Zu blöd sind wir ganz sicher nur in einer Beziehung, nämlich das wir uns alles gefallen lassen u. nicht endlich mal an einem Strang ziehen u. auf die Barikaden gehen.
Katinka T. am 6. August 2007 11:24 ich sehe das auch so, abgesehen von den ausländischen arbeitern, finde ich es werden größtenteils die falschen gefördert. da gibt es resozialisierungsmaßnahmen für leute ohne schulabschluss oder straftätige und ich...ich schreibe fast 100 bewerbeungen in nicht mal einem halben jahr, bettel beim amt nach einer weiterbildungsmaßnahme und bekomme zu hören "wir fördern nur die, bei denen wir galuben das es lohnenswert ist!".
Genau so ist es. Ich habe nichts gegen Ausländer, vor allem nicht gegen die, die seit Generationen hier sind, die als Gastarbeiter nach dem Krieg nach Deutschland gekommen sind. Die haben sich meiner Erfahrung nach alle gut integriert u. sind auch fleissig.Ich meine hier hauptsächlich diejenigen die mit der Vorstellung nach Deutschland kommen, hier würden die gebratenen Hähnchen auf den Bäumen wachsen.
10x DH!
ich denke, dass viele ausländische kräfte eingestellt werden, da sie niedrigere lohnforderungen haben als deutsche. das ist schade, aber ein fehler von arbeitgebern und den politikern '(die keine mindestlöhne einführen wollen). man sollte die ausländischen arbeiter nicht dafür verantwortlich machen.
Katinka T. am 6. August 2007 11:38 nein, die mach ich ja nicht verantwortlich, um gottes willen, ich mach die politiker verantwortlich, die glauben, immer den einfachsten weg zu gehen und bestehende probleme einfach in den schatten zu stellen.
Es ist nun einmal eine Tatsache, dass wir jetzt schon einen großen Mangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern haben! Die besten davon gehen zudem noch ins Ausland, weil sie dort besser bezahlt werden! Da können wir doch froh sein, wenn hochqualifizierte ausländische Ingenieure bei uns die Lücken schließen. Sonst droht Deutschland ein Abstieg in die 2. oder sogar 3. Liga. Dass wir versäumt hatte, die jungen Leute für die Ingenieurwissenschaften zu begeistern und auszubilden steht auf einem anderen Blatt.
Das kann aber doch so auch nicht richtig sein, kürzlich habe ich mich mit dem Lehrer meines Sohnes unterhalten. Er hat ursprünglich Elektrotechnik studiert, ist Ingenieur.Er hat den Beruf an den Nagel gehängt, weil er nicht mit einer Familie vereinbar( monatelange, teilweise jahrelange Auslandsaufenthalte) war u. ist dann Lehrer geworden.
Als Lehrer hat er ja auch eine wichtige Funktion! Zum Beispiel kann er viele Schüler für das Technische- und Naturwissenschaftliche Studium begeistern und so für den Ingenieurnachwuchs beitragen! Wäre super, wenn mehr Lehrer eine Ingenieurausbildung hätten!
...dieser Abstieg in die 2., 3. oder 4. Liga ist bereits unumkehrbar am rutschen und voll in der Bewegung nach unten !!!
Dieses Thema artet zum Reizthema aus. Ich bin mir sicher, das die deutschen Arbeitgeber, die jetzt händeringennd nach Ingenieuren ( nur ein Beispiel) suchen, sich diese Suppe selber eingelöffelt haben, weil sie diese Leute vor ein paar Jahren aus " wirtschaftlichen " freigesetzt haben. Jetzt hätten diese gerne wieder qualifizierte Fachkräfte, aber nach Möglichkeit jung,billig und willig aus dem Ausland. Eigentlich skandalös. Ich hoffe nur das unsere Politiker hier hart bleiben und Flagge zeigen und sich nicht wieder von den Arbeitgebern " erpressen " lassen. Es kann nicht sein, das bestimmt 100000( um nur eine Zahl zu nennen. ) qualifizierte deutsche Fachkräfte arbeitslos bleiben, dafür aber " qualifizierte " ausländische, junge ins Land kommen. Habe ganz sicher nichts gegen ausländische Fachkräfte, aber hier muss die Verhältnissmässigkeit gewahrt werden.

Es geht, denke ich, für die Wirtschaft nicht um QUALIFIZIERTE Arbeitskräfte, sondern um BILLIGE qualfizierte Arbeitskräfte.
Es ist doch so, dass der gut ausgebildete polnische Ingenieur (oder sonstwo aus dieser Gegend) hier für ganz kleines Geld arbeiten kann, weil er hier in einem Wohncontainer und wohnt und in Polen so geringe Kosten hat, dass er von einem deutschen unterdurchschnittlichen Einkommen in Polen (noch!) wie ein König leben kann.
Konsequenz 1: Irgendwann gleichen sich die Lebenshaltungskosten in Polen auch an uns an, dann muss auch dieser Ingenieur mehr verlangen.
Konsequenz 2: Dann wird die EU wieder "Gaaanz Dringend!!!" neue (Billig-)Länder einverleiben, wenn die Machtverhältnisse bleiben, wie sie sind. Beispiel gefällig? Vor kurzem Osterweiterung der EU (Polen u.a.) und jetzt haben wir schon fest Bulgarien und Rumänien im Blick, Korruption, Rechtsunsicherheit etc. hin oder her.
Polnische Ingenieure gehen nicht nach Deutschland sondern nach USA oder andere Länder, wo sie mehr als in Deutschland verdienen und zudem viel willkommener sind! In den Wohncontainern leben die polnischen Spargelstecher!!!

Das ist leider das traurige Resultat jahrelanger nicht getätigter Investitionen in eigene fundierte Ausbildung...
Da haben die Unternehmen schlichtweg gepennt..
...ist das nicht bekannt:" Beim Kopf fängt der Fisch..." ???
Da schämt sich niemand mehr dass es so ist.
Am nächsten 1. gibt es automatisierte Kontofüllung und das reicht.
Wer hat sich um die seit 40 Jahren bekannte Demographie Eintwicklung gekümmert ?

Nur 3Mio.?! Ich vermute damit liegst Du weit unter den Tatsachen.
Katinka T. am 6. August 2007 16:31 die betonung liegt bei dem wörtchen ÜBER
Einzel Kämpfer am 6. August 2007 17:57 Wenn die Zahl darüber gering wäre, hätte ich ja nichts gesagt.