Frage von ImanuelKant, 18

Sind Vorurteile vorläufige Urteile, insofern sie als Grundsätze angenommen werden?

Sind Vorurteile vorläufige Urteile, insofern sie als Grundsätze angenommen werden?

Antwort
von Ahzmandius, 4
ohne Prüfung der objektiven Tatsachen voreilig gefasste oder
übernommene, meist von feindseligen Gefühlen gegen jemanden oder etwas
geprägte Meinung

Definition von Voruteil, laut Duden.

Der Unterschied zwischen Vorurteil und vorläufiges Urteil meiner Meinung liegt in dem Unterschieden zwischen vor und vorläufig.

Das vor beschreibt die Urteilsbildung bevor man sich eigenlich mit dem Thema auseinander gesetzt hat.

Vorläufig beschreibt die Urteilsbildung nach dem man sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Dieses Urteil ist jedoch vorläufig, das heißt noch gar nicht gültig. Es ist also nur eine erste Tendenz.

Das heißt ich würde sagen, dass du mit deiner Definition richtig liegst.

Vorurteile, sind Urteile, die ohne ausreichende Kenntniss (unter Umständen sogar gar keiner Kenntniss der Sachlage) entstanden sind und als endgültig angesehen werden.

Antwort
von rolfmengert, 8

Aus heutiger Sicht sind Vorurteile solche Urteile, bei dem derjenige, der dem anderen bescheinigt, dass jener zu einem Sachverhalt lediglich "Vorurteile" geäußert hätte, ausdrücken will, dass er dessen Urteile abwerten will. Immer dann also, wenn ich keine geeigneten Argumente zur Widerlegung der Position eines anderen habe, bezichtige ich ihn, dass er nur Vorurteile anbieten würde. Der Begriff dient folglich als sog. "Killerphrase", weil damit der Dialog abgebrochen wird.

Somit ist in unserer Gesellschaft der Terminus "Vorurteil" völlig unbrauchbar geworden. 

Ursprünglich wurde der Begriff dort eingesetzt, wo ein Sachverhalt unbekannt war, man aber durch Vergleich mit ähnlichen bekannten Sachverhalten in der Vergangenheit eine Hypothese zur Deutung aufstellte, die sich dann aber noch der Prüfung auf Gültigkeit aussetzen musste. Dies war grundsätzlich sinnvoll, weil es natürlich in der Mehrzahl der Fälle für den Menschen vorteilhaft ist, wenn er ein unbekanntes Phänomen zunächst einmal mit ähnlichen bekannten vergleicht und Vermutungen anstellt, ob sich das vergleichbare Phänomen auch entsprechend bewerten lässt. Damit  wird vermeiden, dass man bei jeder neuen Erscheinung völlig naiv alle zeitintensiven Prüfungen durchführt, um zu einem Urteil zu gelangen. Die "Vorurteile" dienen folglich der Arbeitsökonomie und sind ein Beweis für intelligentes Verhalten.

Kommentar von Ahzmandius ,

ohne Prüfung der objektiven Tatsachen voreilig gefasste oder
übernommene, meist von feindseligen Gefühlen gegen jemanden oder etwas
geprägte Meinung

Definition von "Vorurteil" laut Duden.

Ursprünglich

Wann denn genau?

Antwort
von Skoph, 2

Ja; denn ein Ur-Teil ist die Trennung der Bewertung z. B. in gut und böse, richtig und falsch. Das Vor-Ur-Teil ist also ein Gefühl bzw. ein Gedanke durch einen "Auslösereiz" OHNE jegliche Hinterfragung (Reflexion) der emotional-rationalen Wirkung, meist auch noch provokativ dümmlich... Biologisch betrachtet sind Vorurteile spontane Reaktionen zur Vor-Sicht, damit kleine Schritte der Annäherung getan werden... Bestes Beispiel ist wohl derzeit der durch Vorurteile entwickelte Fremdenhass gegenüber Flüchtlingen, in z. B. "veränderungsfeindlichen" Gehirnen manifestiert als Urteile...

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