Sind Trumps Chancen durch Clintons Schwächeanfall gestiegen?

... komplette Frage anzeigen

12 Antworten

Kommt drauf an, wie er die Situation ausschlachtet. Wenn er sich zurückhält, wie er es bisher überraschenderweise tut, dann könnte er dadurch "automatisch" Pluspunkte sammeln.

Beruft er stattdessen eine Versammlung ein, auf der er sich 4 Stunden lang über Clintons Gesundheit lustig macht, würde ihm das eher schaden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Sind Trumps Chancen durch Clintons Schwächeanfall gestiegen?

Die Ironie ist: Es ist nicht der "Schwächeanfall" (tatsächlich ist es wohl eine - eventuell chronische - Lungenentzündung), sondern die Lügen Clintons, die Trump erneut nutzen.

Die Amerikaner haben eine grundsätzlich andere Vorstellung von ihrer "hohen Politik", als die Deutschen. Sie sehen im Grunde nur im Präsidenten selbst einen eigenen Vertreter, der sich gegen Senat und Kongress, die beide von Lobbys und Millionären besetzt gehalten werden, behaupten können muss.

Dazu muss er - auch gesundheitlich - stark sein. Er muss aber auch vertrauenswürdig sein, denn er ist "der einzige echte Vertreter des gesamten Volkes". 

... tja, und hier fallen ihr ihre ständigen Lügen auf die Füße: Immer weniger Amerikaner glauben ihr noch, wenn sie sagt: "Ich habe es geheim gehalten, weil ich nicht dachte, dass das so ein großes Ding ist." Immer mehr glauben hingegen, dass sie wieder einmal lügt und eventuell sogar eine chronische Lungenentzündung hat. Und eine derartige chronische Erkrankung würde sie in ihren Augen als Präsidentin deutlich untauglicher machen.

----------------------------------

Um also deine Frage zu beantworten: Ja, Trump profitiert davon. Allerdings nur indirekt und bei Weitem nicht so, wie er könnte, wenn er selbst ein "besserer Kandidat" wäre. Den Amerikanern wird seit Monaten immer klarer (nicht verwechseln mit "bewusster"), dass sie dieses Mal im Hinblick auf die Vorwahlen nicht gerade das große Los gezogen haben.

Tatsächlich ist als potentieller Ersatz-Kandidat für Clinton sogar schon Joe Biden im Gespräch. Und DAS könnte dann der letzte Wahlkampfhelfer für Trump sein. Er ist zwar beliebter als Frau Clinton; aber seine Nominierung würde zugleich die Vorwahlen ad absurdum führen. Und die sind den Amerikanern genauso heilig, wie die Gesundheit ihres Präsidenten...

Aktueller Stand: Clinton (43%) - Trump (41%)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Cr33p
13.09.2016, 16:43

seine Nominierung würde zugleich die Vorwahlen ad absurdum führen. Und
die sind den Amerikanern genauso heilig, wie die Gesundheit ihres
Präsidenten...

Nicht nur das, es könnte vom amerikanischen Volk auch als eine Uneinigkeit innerhalb der Partei bzw. instabile Partei aufgenommen werden. Es würde viele Wähler verunsichern und einige würden denken "Wenn diese Partei nicht in der Lage ist, von Anfang an den richtigen Kandidaten aufzustellen, sondern sich kurz vorher umentscheidet, weiß ich nicht, was mich erwarten wird, nachdem ich diese Partei gewählt habe".

Es geht stark um Vertrauen.

0

ich befürchte: JA !

Trump ist gut beraten, den Glücksfall nicht auszuschlachten, da sind die Amerikaner auch so sehr sensibel, wenn es darum geht, ob der Präsident voll belastbar und einsatzfähig ist. Ausserdem ist er selbst sogar noch älter, das Alter will er sicher nicht wirklich zum Thema machen. Dass man mit 70 nicht mehr so belastbar ist wie mit 30 und auch nicht wie mit 50 (Obama war beim Amtantritt 47) dürfte jedem klar sein. 

Ob das wirklich so wichtig ist, ist eine andere Frage, um die Richtlinien der Politik zu bestimmen, muss man ja nicht unbedingt 16h am Tag Termin machen, wie das bei vielen so üblich ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von earnest
13.09.2016, 15:25

Na, er wird bei der ersten TV-Debatte wohl süffisant fragen: "Everything O.K. with you now?" ("Na? Gut erholt?")

0

Könnte sein,

aber bei allen beiden Kandidaten hat man die Wahl zwischen Not und Elend...

Clinton wird ihre Lobbyisten stärken und Trump,der finanziell etwas unabhängiger ist,dreht sich wie ein Fähnchen im Wind.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Jein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja, das ist sehr wahrscheinlich. Ein Präsident sollte nicht schwach sein, aber genau dieses Bild verbreitet sich dadurch

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Bis zur Präsidentschaftswahl im Novemeber sind noch knappe zwei Monate Zeit, wo sie bis dahin wieder genesen kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja sicher. Was denn sonst?

Es war aber nicht nur der Schwächeanfall, "schlimmer" war ihr Umgang mit der Sache.

War das nicht: "I feel great. "It's a wonderful day in New York"?

Und das von einer sichtlich angeschlagenen Hillary Clinton ...

Gruß, earnest


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich denke mal, es ist vorerst verfrüht, darüber befinden zu wollen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von LessThanThree
13.09.2016, 14:11

Und wann ist es nicht mehr verfrüht? Nach der Wahl?

0

Nein.

Clinton hatte eine Lungenentzündug. Körperliche Fitness zum Wahkampfthema zu machen, ist für einen 70-jährigen eher kontraproduktiv.

Man versucht wohl auch eher aus dem Umstand Nektar zu ziehen, dass Clinton ihre Lungenentzündng nicht sofort publiziert hat und daraus eine "Lüge" zu konstruieren.

Kann man mit diesem Quatsch bei den AMi-Wählern punkten? So doof sind die doch auch wieder nicht...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von earnest
13.09.2016, 15:20

Doch, ich fürchte, "so doof" sind sie.

Wie sonst käme Trump über 40% in den Umfragen?

1
Kommentar von LessThanThree
13.09.2016, 15:42

Achso. Mein letzter Stand ist, dass Clinton verweigert ihre komplette Krankenakte offenzulegen, was Obama und Biden beispielsweise taten ^^ und womit auch Trump kein Problem hätte.

0

Ich würde eher mal abwarten, wie die Krankheit verläuft. Lungenentzündung ist keine Pappenstiel. Es ist durchaus möglich, dass Clinton ihre Kandidatur zurück ziehen muss – weil sie sonst Hops geht.

Aber ich will jetzt keine Verschwörungstheorien bitte, weil es so "praktisch" für Trump käme. >:-)))

Allerdings schätze ich die Chancen schon lange zu Gunsten Trumps ein. Aber nicht, weil ich ihn so toll finde – [WÜRG] –, sondern weil ihn zu viele Amerikaner so toll finden.

Hinzu kommt, dass – wenn mich jetzt nicht alles täuscht – Republikaner und Demokraten sich ständig bei der Präsidentschaft abwechselten. Das ist wohl so ein Ding der Amis, dass die irgendwann die Nase voll haben vom aktuellen Präsidenten, so dass dann das andere Lager gewählt wird.

Wie hat Falco in seinem Song "Cowboys & Indians" noch gesagt:

"Wir cremen uns lieber ein!"

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Unsinkable2
13.09.2016, 14:02

... sondern weil ihn zu viele Amerikaner so toll finden.



Hier täuschst du dich: Es gibt zwar aus den unterschiedlichsten Gründen einen großen Befürworter-Kreis für Trump; doch ein nicht unerheblicher (und in der aktuellen Situation letztlich wahl-entscheidender) Teil seiner Wähler entscheidet sich nur "für das aus ihrer Sicht kleinere Übel".

Will sagen: Bei einer besseren Kandidaten-Auswahl (etwa, wenn Frau Clinton nicht bei den Vorwahlen betrogen hätte), würde die Situation für Trump jetzt ganz anders aussehen...

0
Kommentar von MarkusGenervt
13.09.2016, 16:31

Ich muss meine Aussage zum ständigen Lager-Wechsel im Amt des US-Präsidenten relativieren:

Es fand jeweils kein Wechsel statt, wenn sich die USA in einem heißen (Truman, Johnson) oder kriseligen kalten Krieg (Bush sen.) befanden oder wenn der vorherige abtreten musste (Ford) oder wurde (Johnson).

Derzeit trifft aber nichts davon zu.

0