palmananda am 10.10.2007 um 8:45 Uhr
Mir faellt auf, dass es geradezu verpoent zu sein scheint, im Theater (im Feuileton usw.) nicht gegen Religion zu wettern. Sind das noch die Auswirkungen der sog. Aufklaerung? Hat das antike Weltbild "ihren" Thalia-Tempel noch im Griff? Immerhin gab es doch Lessing (Ringparabel), und Goethe und Schelling waren, trotz aller freidenekerischen bzw. naturreligioesen Tendenzen, muslimisch orientiert. Wird moderne Kunst und Religion heute in unserer Gesellschaft als Widerspruch empfunden? Kann mich da mal jemand aufklaeren?
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Ich getraue mich fast nicht populär hier auf diese "geschwollene" Frage zu antworten! Ich denke schon, dass es dem Zeitgeist entspricht, nicht mehr religiös zu sein! Die sog. Künstler wollen sich da sowieso vom gemeinen Fussvolk abheben und "in" sein! Ich lasse sie leben und denke mir meinen Teil. Gruss Solf
Das Theater, die Kunstausübenden und die Behandlung kultureller Ereignisse im Feuilleton (Berichterstattung und Kommentierung) sind nicht durchgängig gegen Religion oder befassen sich aus Agnostizismus nicht mit ihr. Beim Papstbesuch oder dem evangelische Kirchentag kamen durchaus Stimmen, die der Religion Bedeutung gerade in der heutigen Welt gaben. Tatsächlich herscht eine große Vielfalt. Richtig scheint mir die Beobachtung, daß viele keine feste Überzeugung in Fragen der grundlegenden geistigen Orientierung haben. Dies betrifft aber auch rationale Weltanschauungen und kann daher nicht einem ungebrochenen Nachwirken der Aufklärung aus dem 18. Jahrhundert zugeschrieben werden. Oft sind eher Neigungen zu irrationalen Anschauungen und dekonstruktivistischen Ansätzen zu beobachten.
In der griechisch-römischen Antike hat es nicht einfach nur ein Weltbild gegeben. Neben dem (agnostizistischen) Skeptizismus gab es. Z. B. den Platonismus (Idee des Guten als das Eine und Göttliche als höchstes Prinzip) und die Stoa (göttliche Vernunft durchwirkt den Kosmos).
palmananda am 10. Oktober 2007 09:50 Aber der Papstbesuch war schliesslich auch keine Oper...
Immerhin kamen dazu Artikel im Kulturteil von Zeitungen.
Es gibt aber auch moderne Opern mit religiöser Thematik: In Prag ist z. B. 2003 die Oper "Orac a smrt" (Der Ackermann und der Tod) des zeitgenössischen Komponisten Emil Viklicky uraufgeführt worden (http://www.radio.cz/de/artikel/36653).
Wir sind alle Agnostiker, aber die Theisten würden das niemals zugeben.
palmananda am 10. Oktober 2007 09:35 wer ist "wir"?
Die Menschheit.
palmananda am 10. Oktober 2007 09:52 Aha. Dann bist Du also der einzige Gnostiker (weil Du es ja schliesslich weisst), weisst es bloß nicht? p.s. I like your nickname
'Alle' schließt mich selbstverständlich ein. Ich bin schon (mindestens) der 2. der weiß, dass er nichts weiß :-)
p.s. Thank you.
Sehr vernünftig Solf!
Tachauch..:-))
Ich wünsche dir einen wunderschönen Morgen! :-))
find ich echt gut, das de dich doch getraut hast