Frage von Len98, 110

Sind solche Aufgabenstellungen in Klausuren erlaubt?

Hallo,

ich habe heute meine 6-stündige Matheklausur geschrieben und naja... Es war eine Katastrophe. Nur bin ich mit dieser Meinung nicht alleine. Es gab welche im Kurs, die die Klausur nach kurzer Zeit abgeben haben, lediglich mit ein paar Kreisen drauf (--> Wer nichts weiß, malt 'nen Kreis). Es gab niemanden, der diese Klausur verstanden hat.

Der Grund: Unserer Lehrer hat uns vorher Aufgaben zum Üben gegeben. Aufgaben dieser Art sollten auch ähnlich in der Arbeit vorkommen. Natürlich hat man alles gelernt, aber ich z.B. habe wie viele andere sehr viel Wert darauf gelegt, gerade diese Aufgaben zu können.

Nun ist die Klausur allerdings so abgelaufen, dass kaum Aufgabenstellungen dran kamen, wie wir sie bis jetzt hatten. Nicht nur auf dem Arbeitsblatt, sondern im gesamten Unterricht. Wir sollten Dinge berechnen, obwohl wir noch nicht mal Ansatzweise jemals im Unterricht besprochen wie man sowas macht.

Die Klausur war deswegen auch der reinste Horror und ich frage mich, ob man irgendwie dagegen vorgehen kann. Natürlich wollen wir mir unserem Lehrer nochmal darüber reden, allerdings wird er wohl kaum die Klausur abändern.

Ich weiß, dass es im Abitur anders aussieht, aber ich denke bis zum Abitur, kann man ja wohl noch was gegen die Klausuren sagen. Wie seht ihr das?

MfG Len98

P.S.: Und bitte keine "wütenden Lehrer-Kommentare".

Antwort
von danacos, 31

Auf jeden Fall mit dem Lehrer reden. Wahrscheinlich war es gut gemeint, da der Lehrer euch auf ein schweres Abitur vorbereiten will, aber es geht natürlich nicht, dass Sachen drankommen, die gar nicht gemacht wurden.

Bei einer 6-stündigen Klausur ist es wahrscheinlich schwierig, sie zu wiederholen. Ihr könnt aber trotzdem sagen, dass ihr sie am liebsten wiederholen würdet - vielleicht könnt ihr ja erreichen, dass die Note aus dieser Klausur weniger zählt oder es eine weitere lange Klausur gibt.

Ich weiß nicht, wie dein Lehrer benotet, aber bei schweren Klausuren ist es fair, den Notenschlüssel anzupassen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, alle mit dem Ergebnis, dass man auch mit weniger Punkten noch eine gute Note kriegen kann. Wenn euer Lehrer die Noten so macht, dass ein Durchschnitt von z.B. 3,0 rauskommt, seid ihr vielleicht zufrieden - das könnt ihr ihm ja mal vorschlagen.

Wichtig ist auch, dass ihr als Kurs geschlossen auftretet. Es wird wahrscheinlich Leute geben, die in der Klausur gut waren und kein Interesse daran haben, sie zu wiederholen. Da müsst ihr mit allen reden und einen Vorschlag machen, mit dem alle zufrieden sind. Sonst habt ihr nur Streit innerhalb des Kurses und der Lehrer macht gar nix.

Und ihr müsst irgendwie auf den Lehrer zugehen. Nicht nur auf ihn sauer sein, sondern auch erklären, was das Problem war und was da schief gelaufen ist. Und eben vorher mit dem Kurs reden, dass sich dann nicht einer meldet und sagt "Also ich fand die Klausur leicht".

Antwort
von dandy100, 38

Grundsätzlich darf in einer Klausur nichts drankommen, was überhaupt nicht durchgenommen worden ist, deshalb muss jeder Lehrer den Unterichtsstoff jeder einzelnen Stunde in seinen Unterlagen dokumentieren - es ist also ganz klar nachweisbar, was im Unterricht besprochen wurde und was nicht. Dass man sich auf den Rat des Lehrers nur auf bestimmte Aufgaben vorbereitet, die dann gar nicht drankommen, ist natürlich nicht fair, aber dagegen kann man nichts machen - ein Lehrer kann sich in solchen Fällen immer damit rechtfertigen, dass zu den empfohlenen Übungen eben auch eine gewisse Transferleistung erforderlich ist, die er durchaus verlangen kann. Da diese Arbeit aber für euren ganzen Kurs ein Desaster war, würde ich das nicht einfach so hinnehmen; Klausuren, deren Durchschnitt extrem schlecht sind, müssen von der Schulleitung genehmigt werden, insofern habt ihr duchaus eine Chance, etwas zu erreichen.

Kommentar von Len98 ,

Es sei denn, in der Klausur gibt es Zusatzinformationen, um eben solche Aufgaben zu verstehen oder? (Die gab es allerdings auch nicht)

Ja das stimmt schon. Wir haben natürlich auch alles gelernt, aber diese Aufgaben waren eben nie im Unterricht.

Kann man auch nach der Genehmigung noch einmal Einspruch erheben?

Kommentar von dandy100 ,

Nein, wenn die Schulleitung eine Klausur genehmigt hat, kann man erstmal nichts mehr machen; die nächsthöhere Instanz ist das Schulamt des jeweiligen Bundeslandes, das sich aber erst dann einschalten würde, wenn mehrfach hintereinander sowas passiert, bzw. ein Lehrer besonders auffällt, was die Anzahl der genehmigungspflichtigen Klausuren angeht. Versucht erst mal von Mensch zu Mensch mit ihm zu reden - vielleicht ist er ja einsichtig - und macht es beim nächsten Mal wieder gut....

Eigenlich haben Lehrer nämlich kein Interesse daran, dass ihre Kurse durch schlechte Leistungen auffallen, das fällt letztendlich ja auf sie zurück und macht einen sehr schlechten Eindruck bei der Schulleitung.

Expertenantwort
von DepravedGirl, Community-Experte für Mathematik, 26

Das kenne ich aus meiner eigenen Schulzeit am Gymnasium.

In vielen Fächern waren die Aufgaben in den Klausuren ganz anders, als die Aufgaben die wir im Unterricht hatten.

Auf Nachfragen bekamen wir in etwa diese Art Antwort -->

"Ihr habt im Unterricht das notwendige Wissen erhalten, um diese Art von Aufgaben lösen zu können. Es geht darum, vorhandenes Wissen auf neue Aufgabenstellungen anzuwenden und nicht darum, alte, euch bekannte Aufgabenstellungen, immer und immer wieder zu wiederholen und wiederzukäuen. Nur dadurch kann man wirklich feststellen, ob ihr alles auch wirklich verstanden habt."

Manche Lehrer haben es allerdings etwas übertrieben und man musste um zig Ecken herumdenken, um die neuen Aufgabenstellungen lösen zu können, und die Zeit während der Klausur lief und lief.

Lehrer haben allerdings Narrenfreiheit und dürfen so unfair sein wie sie wollen.

Antwort
von JonasV, 24

Kannst du mal eine besipielaufgabe aus dem kopf formulieren? :-/

Kommentar von Len98 ,

Ne, das wäre alles nur extrem ungenau. Schließlich habe ich nicht verstanden wie diese Aufgaben gehen und andere angefangen. :/

Antwort
von becks2594, 36

Wie sahen die Aufgaben denn aus und was habt ihr eigentlich im Unterricht durchgenommen?

Kommentar von Len98 ,

Naja, die Klausur war eine Mischung aus An*lysis, geometrische An*lysis (warum auch immer An*lysis als vulgäres Wort gilt :D), Integralen, Funktionsscharen, ... Alles was man bis zur 12. Klasse so gelernt haben sollte.

Das gröbste haben wir auch im Unterricht gemacht, aber die Aufgaben haben viel mehr gefordert.

Das war so, als würde man jemandem beibringen was Vektoren sind und will dann aus dem Wissen wissen, wie man den Winkel zwischen Vektoren berechnet. (Theoretisch, natürlich wissen wir, wie man den Winkel berechnet, aber ich hoffe du verstehst mein Beispiel)

Von dem einen Schritt zum anderen Schritt fehlt eben viel Wissen.

Kommentar von becks2594 ,

War das eine Vorabi-Klausur? Stoff, der vor der Klausur noch nicht erarbeitet worden ist, kann normalerweise nicht mit in die Klausur einbezogen werden; höchstens vielleicht als Zusatzaufgabe, um mehr Punkte zu sammeln. Hat euer Kurs dem Lehrer schon mitgeteilt, dass die Klausur problematisch war? Notfalls, bei sehr schlechten Ergebnissen, kann diese ja nochmal geschrieben werden, wenn der Direktor dem zustimmt. Trotzdem ist die Situation natürlich sehr ärgerlich, wenn man sich gut vorbereitet hat.

Kommentar von Len98 ,

Ja, war die Vorabi-Klausur.

Nein, wurde ja heute erst geschrieben. Wird gegebenfalls nächste Woche gemacht.

Kommentar von becks2594 ,

Würde ich dringend empfehlen. Die Noten sind ja schließlich nicht unwichtig.

Antwort
von koziac, 48

Er hat sie selbst erstellt? Dann kann man es nicht verstehen, dass er Sachen mit reinnimmt, die ihr noch nie hattet

Kommentar von Len98 ,

Ich befürchte, dass er sie selbst erstellt hat, da es im Internet zu keiner Aufgabe eine Lösung gibt.

Ja wir wissen auch nicht warum er das macht. Er behauptet sowieso immer, dass wir das ja "alles können" (was nicht stimmt). Ich nehme an er wollte uns nur fordern oder so.

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