Frage von BillDill, 162

Sind Psychotherapeuten dazu verpflichtet ihre Behandlungsmethoden offenzulegen?

Hallo,

ich möchte gerne wissen, ob Psychotherapeuten dazu verpflichtet sind , ihre Behandlungsmethoden offenzulegen? Ich stellte meiner ehemaligen Psychotherapeutin wiederholt ganz konkrete, situationsbezogene Fragen zu ihrem Verhalten mir gegenüber, ich habe ihr erklärt, dass ich den therapeutischen Hintergrund verstehen möchte. Ist meine ehemalige Therapeutin nicht dazu verpflichtet mir ihre Behaundlungsmethoden zu meiner Person offenzulegen? Kann ich notfalls über die zuständige Psychotherapeuten Kammer eine Offenlegung ihrer Behandlungsmethoden erzwingen, wie würden da die Chancen aussehen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dahika, 98

Es kommt darauf an. Wichtiger fände ich es, mit dir darüber zu reden, was dir die Antwort bringen soll.

Was nützt dir das, wenn du ihre Behandlungsmethoden weißt? Da ist allerdings nichts Geheimes bei. Esoterik und Geisterbeschwörung wird sie kaum machen. 

Du kannst dich ja erkundigen, bei welchem Institut sie ihre Ausbildung gemacht hat und dann besorgst du dir Lehrbücher darüber. Verstehen wirst du sie nicht, aber wenn du es nützlich findest....achselzuck.

Behandlungsmethode.... eine Psychotherapie ist keine medizinische Methode, wo man etwas "macht" oder ein MRT bekommt oder Spritzen. Von daher hat sie zwar ihren Beruf erlernt, aber eine spezielle Methode... kann sie dir nur ganz allgemein sagen. Und da wirst du nicht viel mit anfangen können.

Angenommen, du fragst sie und sie antwortet: ich arbeite nach der ungarischen Psychoanalyse von Ferency. Macht dich das schlauer? Oder nach der Individualtherapie von Adler.

Ich würde dir die Antwort nicht verweigern, warum auch, aber viel wichtiger wäre es, wenn du darüber nachdenkst, was die Frage mit dir zu tun hat. Zu verbergen hat die Therapeutin  nichts. Ich würde als Therapeutin eher über dein MIsstrauen ihr gegenüber reden, über deine Angst, die Kontrolle zu verlieren.

Ich glaube ja kaum, dass du bei ihr eine Lehrtherapie machst.

Kommentar von BillDill ,

Es ist komplizierter, ich fragte meine ehemalige Therapeutin ob ihr Verhalten mir gegenüber einen therapeutischen oder einen privaten Hintergrund hatte. Ich habe darauf keine Antworten erhalten.Ich wollte und will gerne wissen, welchen therapeutischen Hintergrund ihr Handeln mir gegeüber hatte. Meiner Meinung nach steht es mir zu, dass ich erfahre ob ihr Verhalten mir gegenüber einen therapeutischen Hintergrung hatte, und wenn ja , welchen?

Kommentar von Dahika ,

es kommt darauf an, was du mit privatem HIntergrund meinst. Wenn sie versucht hat, dich zu verführen, dann wird das ein Fall für die Psychotherapeutenkammer sein. Aber das hat dann auf keinen Fall etwas mit einer psychotherapeutischen Methode zu tun. Ansonsten weiß ich halt nicht, was du mit "privatem HIntergrund" meinst.
Keine Intervention eines Psychotherapeuten sollte einen privaten Hintergrund haben. Also weder etwas Sexuelles, das schon gar nicht, aber er/sie sollte dich auch nicht zum Babysitten engagieren oder für den Ölwechsel. Er/sie kann dich, wenn du IT FAchmann bist, mal fragen, warum wohl der PC sich dauernd aufhängt, aber mehr auch nicht.

Wie gesagt: die Frage ist: was meinst du mit "privat". Privates hat eigentlich keinen Platz in der Psychotherapie.

Kommentar von BillDill ,

Sie umarmte mich zb. mehrmals von sich aus, obwohl sie wusste dass ich in sie verliebt bin. Ich wollte und will wissen, ob diese Umarmungen einen therapeutischen oder einen privaten Hintergrund hatten, sie verweigert mir die Beantwortung meiner Fragen. Ich möchte halt wissen, welchen therapeutischen Hintergrund diese Umarmungen hatten. Sie flirtete auch mit mir, auch da die Frage --therapeutischer Hintegrund, und wenn ja, dann welcher? Kann ich Antworten durch die Kammer einfordern?

Kommentar von Dahika ,

Nein, das kannst du nicht. Antworten kann man nicht einfordern. Zudem stellt sich die Frage: hat sie mit dir geflirtet oder hast du es so aufgefasst?  Das ist ein Unterschied. Wie oft habe ich meinem damaligen Lehrtherapeuten unterstellt: Sie gucken so böse, Sie können mich nicht leiden.

Das ist dann aber immer aufgelöst worden, aber nicht, indem der Therapeut sich rechtfertigte, etwas erklärte, etc.. sondern indem er mir verhalf zu hinterfragen, was mich dazu trieb, mich abgelehnt zu fühlen.

Ja, manche Therapeuten umarmen ihre Patienten. Das hat bei einem sorgfältig arbeitenden Therapeuten nie einen privaten Hintergrund, dann täten sie es nämlich nicht" Umarmen kann ein Therapeut seine/n Klienten/in nur dann, wenn die Angelegenheit ganz klar ist. Wenn der Therapeut aber nur im geringsten ahnt, dass er selbst z.B. den/die Klientin attraktiv findet, wird er nicht umarmen.  (Besonders attraktive Patientinnen werden also vermutlich weniger umarmt als normal aussehende Frauen. ;-)

Umarmen hat meist einen tröstenden Hintergrund.

Aber die Therapeutenkammer hat damit nichts zu tun. Du hättest das mit der Therapeutin klären müssen! Aber das machst du, indem  du von dir selbst sprichst: wenn Sie mich umarmen, fühle ich... frage ich mich... bin ich unsicher,... bin ich wütend.... etc....

Kommentar von BillDill ,

die Therapie war in Niedersachsen, die zuständige Kammer hier hat eine Schlichtungsstelle, an die würde ich mich halt gerne wenden. Ich brauchte ganz gewiss keinen Trost von meiner Therapeutin. Ich denke auch, dass meine Therapeutin mich attraktiv findet, sie machte mir ja ein Kompliment zu meinem Aussehen. Ich wollte nach der Therapie eine private Beziehung mit der Therapeutin, hatte ihr das auch deutlich gesagt, hiernach umarmte sie mich von sich aus, machte mir ein Kompliment zu meinem Aussehen, flirtete auch offensichtlich mit mir. Sagte dann aber, dass die Klinik keinen Kontakt mehr zwischen ihr und mir wünscht. Jetzt möchte ich halt gerne wissen, ob ihr Verhalten einen therapeutischen Hintergrund hatte, und wenn ja, dann welchen?

Kommentar von BillDill ,

Ich komme bei vielen attraktiven Frauen gut an. In meiner Jugend hatte ich immer die hübschesten Mädchen aus der Schule zur Freundin. Meine letzte Partnerin gewann mehrere überregionale Schönheitswettbewerbe zb. Meine T

Antwort
von Seanna, 50

Nein, kannst du bei einer beendeten Therapie nicht.

Auch nicht durch erzwungene Einsicht in die Dokumentation.

Und schon gar nicht über die Psychotherapeutenkammer, die ggf einen Missbrauch prüft, jedoch in keinem Fall Antworten zu Interventionen innerhalb dieser Therapie liefert, es sei denn der Fall wäre eindeutig missbräuchlich - also sexuelle Anzüglichkeiten, Berührungen mit Folgen für den Klienten, beweisbar!!

Keinesfalls sind die zur Befriedigung deiner Neugierde oder Bestätigung deines Egos da. Und darum scheint es zu gehen, du wirkst nicht wie ein Geschädigter.

Kommentar von BillDill ,

Ich habe bei der Psychotherapeuten Kammer angerufen und mein Anliegen dargelegt, nach Ansicht der Kammer ist dies durchaus ein Fall für die Schlichtungsstelle, mir wurde auch eine Beschwerde nahegelegt, das will ich aber nicht, mir geht es um Klarheit und nicht um Bestrafung. Das Problem ist, meine ehemalige Therapeutin ist nicht bei der Kammer gelistet.

Kommentar von Seanna ,

Eben drum ist es kein Fall für die Kammer - da es nicht um Fehlverhalten und Beschwerde geht sondern Befriedigung deiner Neugierde oder Streicheleinheiten für dein Ego.

Kommentar von BillDill ,

Das sieht die Kammer selbst aber anders, die “Unabhängige Patientenberatung“ übrigens auch. Aus biografischen Gründen, die ich hier nicht ausführen möchte, ist es für mich unerlässlich, Klarheit zu haben in für mich wichtigen Fragen. Eine eindeutige Beziehungsklärung zu wichtigen Bezugspersonen, ist für mich elementar wichtig. Diese eindeutige Beziehungsklärung wird mir vehement verweigert. Zur eindeutigen Beziehungsklärung müssen meine situationsbezogene Fragen beantwortet werden, das sehen Kammer und “Unabhängige Patientenberatung“ auch so. Die fehlende Klarheit ist sehr belastend für mich, dies wird auch von der Therapeutin aus der ambulanten Therapie so gesehen. Die Weigerung auf Antworten wirkt meinem seelischen Genesungsprozess entgegen, ein Rückfall in alte Verhaltensmuster wird dadurch angeregt. Es ist für mich sehr wichtig offene Gespräche zu suchen, das “Aushalten“ von ungelösten Problemen und offenen Fragen ist aufgrund meiner Biografie absolut kontraproduktiv. Ich soll und muss das offene Gespräch zu suchen, ich will das jetzt hier aber nicht näher ausführen.

Ich finde es auch anmaßend von dir, ohne jegliche Hintergrundinformationen, mir zu unterstellen es würde um mein Ego gehen, das kannst du doch gar nicht beurteilen. Wie gesagt, die Kammer sieht es nicht wie du, die Kammer hat aber auch mehrere Informationen erhalten, die dir nicht bekannt sind.

Kommentar von BillDill ,

Ein Fehlverhalten liegt ja eben hier vor. Ich will jedoch dieses Fehlverhalten nicht ahnden, ich will dieses Fehlverhalten erklärt bekommen, um endlich zur Ruhe zu kommen.Ein Fehlverhalten liegt definitiv vor. Der Umgang mir gegenüber war grenzwertig bezüglich der auferlegten Abstinenz für Psychotherapeuten.Das hat mir zumindest die Kammer so erklärt.

Antwort
von schloh80, 63

Nein. Das wird auch kaum möglich sein.

Letztlich ist dies nur in der Verhaltenstherapie ein Bestandteil der Behandlung. 

Wenn ein Analytiker jedesmal sagen würde, "Ich klarifiziere jetzt", "ich konfrontiere", "ich deute", was soll das bitte bringen? Außerdem macht der Therapeut nichts mit dir, sondern DU sollst in der Therapie arbeiten, was zumeist über dein Reflektieren geschieht. Wenn das nicht geht: Wechsel zur Verhaltenstherapie und fertig.

Kommentar von BillDill ,

Ich danke dir für deine Antwort. Ich habe deine Antwort aber nicht richtig verstanden.

Muss eine Therapeutin , auf Wunsch des Klienten, ihr Verhalten gegenüber dem Klienten, erklären, wenn dieses Verhalten dem Klienten geschadet hat? Muss die Therapeutin dem Klienten ihre Behandlungsmethoden offenlegen, wenn der Klient sich das wünscht und darauf pocht?

Ist es sinnvoll bei fehlender Klarheit die Schlichtungsstelle der Psychotherapeuten Kammer um Vermittlung einzuschalten?

Die Therapeutin und die Klinik verweigern mir vehement Antworten zum Verhalten meiner Therapeutin mir gegenüber, ich erhalte nicht einmal eine Antwort darauf, ob dieses Verhalten einen therapeutischen oder einen privaten Hintergrund hatte.

Meine ehemalige Therapeutin ist übrigens Verhaltenstherapeutin.

Kommentar von schloh80 ,

Das Problem dürfte sein, dass im Therapeutenverhalten neben Interventionen (die in der Verhaltenstherapie transparent erläutert werden) einfach auch menschliches Verhalten auftritt. Ersteres kann man sicher Kollegen (z.B. der Kammer) erklären, letzteres sicher nicht vollständig sondern nur in Ansätzen. 

Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen neigen dazu,. aus letzterem ein riesiges Fass zu konstruieren. Nicht selten müssen sich  Therapeuten und Kliniken dann am Ende mit einstweiligen Verfügungen und Strafanzeigen schützen. 

Kommentar von BillDill ,

Was für einen “ die Konstruktion eines riesigen Fasses“ ist, das kann für jemand anderen, aufgund seiner Biografie, ein sehr belastendes Problem darstellen. Die Erzeugung des “riesigen Fasses“ hat in diesem Fall, seine Wurzeln in der Weigerung , das Verhalten transparent offenzulegen.

Die mangelnde Transparenz ist das Problem. Ich machte in der Vergangenheit mehrfach darauf aufmerksam, dass ich aufgrund meiner Biografie, nicht ohne Antworten dastehen kann, und solange das offene, transparente Gespräch suchen werde, bis ich es erhalte, oder bis es zu Anzeigen kommt, die dann natürlich beidseitig wären.

Also ist meine ehemalige Therapeutin schon grundsätzlich dazu verpflichtet ihr Verhalten und ihre Behandlungsmethoden offenzulegen?

Kommentar von schloh80 ,

Nein. Therapeuten sind dazu da, dich zu unterstützen, dass du deine Probleme, wie z.B. biografisch bedingt nicht ohne Antwort dazustehen, angehen und diese bearbeiten kannst. Sie sind ganz sicher nicht dazu da, auf diese Rücksicht zu nehmen, im Gegenteil, genau dies wäre ein klagbarer Kunstfehler.

Kommentar von BillDill ,

So rum kann man es sicherlich auch sehen.Andererseits sollten Therapeuten mit ihrem Verhalten nicht Einfluss nehmen auf die Gefühle von Klienten. Einen verliebten Klienten mehrfach zu umarmen, ihm Komplimente zu seinem Aussehen zu machen, doppeldeutige Körbe zu geben , wie “ Hätten wir uns vielleicht unter anderen Umständen kennengelernt“ ,mit ihm offensichtlich zu flirten und zig andere doppeldeutige Signale.....das ist eine eindeutige Förderung, beziehungsweise Intensivierung der Gefühle des Klienten.

Die Therapeutin wusste stets dabei, dass der Patient verliebt ist. Hat ein Patient dann nicht ein Anrecht darauf zu erfahren, ob dieses Verhalten einen therapeutischen Hintergrund hatte, und wenn ja, dann welchen? 

Ist das nicht ein Fall für die Schlichtungsstelle der Psychotherapeuten Kammer?

Kommentar von Seanna ,

Nein, solang die die Therapie beendet ist und die Gefahr eines Missbrauchs des Klienten nicht mehr besteht, hat er dieses Recht nicht. Und schon gar nicht ist das ein Fall für die Therapeutenkammer! Die wäre höchstens zuständig, einen Missbrauch zu prüfen - aber nicht, dir Antworten zu liefern.

Kommentar von BillDill ,

Zur Info : Psychotherapeuten Kammer und “Unabhängige Patientenberatung“(ich führte ein detailliertes Gespräch mit einem Psychotherapeuten) sind der Auffassung, dass mir Antworten gegeben werden sollten, beide Stellen legten mir zudem nahe eine Beschwerde einzureichen, das Verhalten der Therapeutin wurde mit Erstaunen aufgenommen, für noch mehr Verwunderung sorgte die Weigerung auf meine Fragen zu antworten, diese seien absolut berechtigt. Der Psychotherapeut von der “Unabhängigen Patientenberatung“ erklärt sich das Verhalten und die Weigerung auf Antworten der Therapeutin damit, dass sie Gefühle für mich entwickelte, anders konnte er sich einige von mir geschilderten Situationen nicht erklären. Das Verhalten der Therapeutin war unprofessionell , weil ambivalent, und nicht transparent im Nachhinein.

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