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Sind Privatschulen besser als staatliche Schulen?

gefragt von karlhorst am 02.10.2007 um 17:51 Uhr

Meine Schwester fragte mich um Rat, ob sie ihren 6-jährigen Sohn auf eine staatliche Schule direkt in ihrer Gemeinde einschulen soll oder auf eine Privatschule wie Waldorfschule oder Odenwaldschule schicken soll. Da das Finanzielle bei ihr keine Rolle spielte empfahl ich ihr, ihn auf eine Privatschule zu schicken. Da gibt es keinen Unterrichtsausfall, die Kinder werden intensiver betreut, die musischen Fächer werden stärker gepflegt und auch der Sport kommt nicht zu kurz. Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?


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Wolfgang Foerster
beantwortet von Wolfgang Foerster am 2. Oktober 2007 17:56
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Das kommt auch sehr auf die staatliche Schule an, dort vorallem auf die Schulleitung. Mein Sohn istauf einem staatlichen Gymnasium und die Betreuung und das Engagement der Lehrer/innen könnte besser nicht sein. Aber: Vorher war er auf einer anderen staatlichen Schule und es war eine Katastrophe. Damit will ich sagen: Schaue Dir die möglichen Schulen (privat wie staatlich) genau an und entscheide dann. Ich denke, eine pauschale Aussage kann man bei diesem Thema einfach nicht treffen.


minister
beantwortet von minister am 2. Oktober 2007 18:03
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Die Odenwaldschule hat wirklich einen extrem guten Ruf. Das muss man ihr lassen.

Ich war auch mal eine zeitlang als Lehrer an eine Waldorfschule abgeordnet, dort wird unter anderem auch von den Eltern viel Engagement erwartet.

Wenn man sich mit den Grundsätzen der jeweiligen Schule identifizieren kann, spricht nur wenig gegen eine Privatschule. Andererseits muss man sich bewusst sein, dass man mit dieser Wahl ein Stück sozialer Realität aus dem Leben des Kindes ausblendet.


anonym
beantwortet von Binky am 2. Oktober 2007 20:20
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Als Lehramtstudentin habe ich mich mit dieser Frage oft in Seminaren beschäftigt. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: Es hängt völlig von den jeweiligen Gegebenheiten ab. Privatschulen haben meist eine umfassendere Betreuung und bessere Materialausstattung (was auch auf höheres Schulgeld zurückzuführen ist). In Bezug auf Waldorfschule ist zu warnen: Diese Schule gründet auf (meiner Ansicht nach) verschrobenen anthroposophischen Prinzipien, die der Fantasie eines Einzelnen (Steiner) entsprungen sind. Erfahrungsberichte zeigen, dass der Unterricht nicht sehr abwechslungsreich (viel Frontalunterricht) und wissenschaftlich defizitär ist (da die Lehrer einzelne Fächer nicht an der Uni studiert haben müssen). Die Erfolgsrate beim Abitur ergibt sich bei Waldorfschülern aus einer strengen Auswahl von Schülern, denen man überhaupt empfiehlt, das Abitur zu machen und an deren gewissenhafter und über den Schulunterricht hinausgehender Vorbereitung auf die Abiturprüfung.




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Die Zahl der Privatschulen in Deutschland wächst deutlich. 2006 waren es laut Statistischem Bundesamt 2867 – rund 40 Prozent mehr als nach der Wende. Anders als viele meinen, war nicht der Pisa-Schock Auslöser des Trends. Vielmehr hält er schon seit Beginn der 90er Jahre an – lange vor Veröffentlichung der ersten Pisa-Ergebnisse im Jahr 2001. Die Zahl der Schüler ist seitdem jährlich um rund 22000 angewachsen – auf 656186 im vergangenen Jahr (siehe Grafik), was etwa 6,5 Prozent aller Schüler in Deutschland entspricht.




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