Frage von mulano, 63

Sind Prämissen ein Dogma?

Bei vielem was man wissenschaftlich hinterfragt stößt man irgendwann an eine Grenze wo man nicht mehr weiter weiss und sagt das ist einfach so. Die Prämisse ist demnach also eine Grundvorraussetzung die nicht weiter hinterfragt werden kann oder werden soll. Basiert die ganze Wissenschaft dann auf einem Dogma, was ja oft den Religionen nachgesagt wird?

Antwort
von grtgrt, 29

Wo Wissenschaft von der Richtigkeit einer Aussage ausgeht, die man nicht beweisen kann, nennt man sie ein Axiom (um klar darauf hinzuweisen, dass man diese Aussage als wahr voraussetzt, ohne ihre Wahrheit beweisen zu können).

Wo von einem Dogma die Rede ist, befindet man sich außerhalb jeder Wissenschaft. 

Antwort
von Giustolisi, 23

Dogmen sind Glaubensinhalte, die nicht hinterfragt werden dürfen.
Eine Prämisse ist kein Dogma, denn sie kann ruhig hinterfragt werden.
Prämissen die zu einem Schluss führen sind im besten Falle belegt. Je mehr unbelegte Prämissen man für einen Schluss braucht, desto unwahrscheinlicher ist es, dass der Schluss wahr ist.
Nur weil du an einem bestimmten Punkt nicht weißer weißt bedeutet das nicht, dass es nicht weiter geht.

Antwort
von AaronMose3, 48

Basiert die ganze Wissenschaft dann auf einem Dogma, was ja oft den Religionen nachgesagt wird?

Nein.

Gibt es Beweise die gegen geläufige Meinungen oder Theorien sprechen, werden diese geprüft (wenn sie haltbar sind), übernommen und ins Weltbild intrigiert.

Ein Dogma besitzt diese Möglichkeit nicht, da sie keine anderen Sichten zulässt. 

Das habe aber sowohl ich, als auch schon einige andere User dir bereits etliche mal erklärt. 

Leider verstehst du weiterhin nicht, wie wissenschaftliche Arbeit funktioniert. 

Und Argumente gegen die Wissenschaft zu besitzen macht die Religion übrigens nicht wahrer - Nur mal so am Rande.

Kommentar von mulano ,

Wissenschaftler, aber z.B. suchen immer nach Erklärungen die ohne Gott auskommen. Am Ende gehen sie deshalb immer von einer Hypothese aus, nämlich der Hypothese das alles natürlich erklärbar ist.

Die Hypothese ist nichts anderes als eine Prämisse bzw. die Gott-gibt-es-nicht-Hypothese von Wissenschaftlern sehe ich somit als eine Art Dogma an.
Möchtest du mir da nicht zustimmen?

Kommentar von AaronMose3 ,

Es ist kein Dogma, weil du nicht verstehst welche Vorraussetzungen ein Dogma erfüllen muss, um als Dogma zu gelten. 

Außerdem hast du ein sehr veraltetes "Wissenschaft ist der Feind der Religion" Bild, das alles andere als tatsächlich real ist.

Wenn Wissenschaftler die Natur erforschen spielt Gott keine Rolle. Das ist aber nicht der Fall, weil sie denken alles sei ohne ihn Erklärbar, sondern zu 99% geht es um den simple Fakt, das Gott in den jeweiligen Erforschungsgebieten einfach nicht relevant ist.

Wissenschaftler des 21. Jahrhunderts haben absolut keinen Grund Gott miteinzubeziehen, sie könnten genauso gut sagen, dass ein pinkes riesen Einhorn für das unerklärliche verantwortlich ist, ihre Arbeit haben sie damit aber nicht gemacht.

Kommentar von mulano ,

Du als Buddhist glaubst ja auch nicht an Gott, oder doch?

Kommentar von AaronMose3 ,


Du als Buddhist glaubst ja auch nicht an Gott, oder doch?

Buddhisten verneinen einen Schöpfergott. Er ist nicht vereinbar mit der Lehre des Buddha Shakyamuni.

Ich wüsste aber nicht, was das jetzt damit zu tun hat. 

Kommentar von Dxmklvw ,

Das Spinat extrem eisenhaltig ist, war ehemals eine wissenschaftlich erwiesene Erkenntnis. Später war es eine mathematisch erwiesene Erkenntnis, daß sich da jemand mit der Kommastelle vertan hat. Heute ist es eine wissenschaftlich erwiesene Erkenntnis, daß eine seinerzeit bestandene wissenschaftliche Erkenntnis jahrzehntelang zu einem Dogma entartet war.

Definiert man Gott als die logisch zwingende Ursache dafür, daß es alles übrige gibt, und daß diese Erstursache keine vorhergehende Ursache haben kann, dann bleibt der Streit um die Existenz Gottes lediglich ein Streit darüber, ob eine Ursache der Grund für eine Wirkung ist oder nicht.

Wenn es viele Wissenschaftler gibt, die die Existenz eines Gottes abstreiten, gleichzeitig aber erklären, das alles, was ist, auch eine Ursache haben muß, dann erklären solche Wissenschaftler damit ihre Definition von Wissenschaftlichkeit zum Paradoxum.

Wenn aber andere Wissenschaftler einen Gottesglauben haben, wie ernst soll man sie dann nehmen, wenn solcher Glaube tastsächlich nur reine Fantasterei wäre?

Ist es in der Realität nicht eher so, daß jemand, der fest glaubt, daß 1+1=5 sei, weder ein brauchbarer Buchprüfer noch ein brauchbarer Mathematikprofessor wäre?

Kommentar von Susanne88 ,

"Definiert man Gott als die logisch zwingende Ursache dafür, daß es alles übrige gibt..."

WENN man ihn so definiert!

"Wenn es viele Wissenschaftler gibt, die die Existenz eines Gottes abstreiten, gleichzeitig aber erklären, das alles, was ist, auch eine Ursache haben muß, dann..."

Ja dann, aber sie müßten Gott (aktiv) "abstreiten". Wissneschaftler suchen nicht nach Gott, sondern nach Erklärungen. Wenn für diese Erklärungen kein Gott nötig ist, nehmen sie auch keinen Gott als notwendig an.

"gleichzeitig aber erklären, das alles, was ist, auch eine Ursache haben muß"  Hm, welche Wissenschaftler erklären das gleichzeitig? Vor allem, das alles Existierende eine Ursache haben muss? Siehe etwa Quantenmechanik, wo dies nicht der Fall sein muss!?
"dann erklären solche Wissenschaftler damit ihre Definition von Wissenschaftlichkeit zum Paradoxum."   Ja, dann - da sind vorher aber viele wenn

"Ist es in der Realität nicht eher so, daß jemand, der fest glaubt, daß 1+1=5 sei, weder ein brauchbarer Buchprüfer noch ein brauchbarer Mathematikprofessor wäre?"  Ja, Zustimmung. Aber er könnte immer noch ein brauchbarer Internetkommentarschreiber sein. Da ist so vieles möglich....

Kommentar von AaronMose3 ,

Wissenschaftler suchen nicht nach Gott, sondern nach Erklärungen. 

Das Argument ist sowieso hinfällig, da man keine Wissenschaft bräuchte, wenn man sich mit der Gottes Erklärung abfindet.

Deshalb warne ich immer davor sich derart Blind diesen Schriften zu unterwerfen. Man tut nichts anderes als einen mittelalterlichen Zustand im 21.Jahrhundert zu kreieren.

Vor allem, das alles Existierende eine Ursache haben muss?

Ich halte die Argumentation für legitim, solange es sich wirklich noch um die Kausalität handelt und nicht um die "Ursache"  im Sinne von etwas übernatürlichem wie Gott.

Diese Erklärung zieht man nämlich nur als Lückenfüller heran.

Kommentar von mulano ,

Siehe etwa Quantenmechanik, wo dies nicht der Fall sein muss!?

In der Quantenmechanik soll es also keine Ursache benötigen um eine Reaktion (Wirkung) zu erzeugen? Wie kommt man auf so etwas? Das ist doch eher ein geistiges Konstrukt als eine belegte Tatsache, wie man auch an deinen Satzzeichen erkennen kann.

Dann erkläre mir mal wie man zu so einer Annahme kommt, kurz und bündig und leicht verständlich.

Kommentar von DarkSepia ,

Wissenschaftler, aber z.B. suchen immer nach Erklärungen die ohne Gott auskommen.

Falsch. Wissenschaft kann theoretisch einen Gott als Erklärung postulieren, allerdings war dies bisher nicht nötig.

Am Ende gehen sie deshalb immer von einer Hypothese aus, nämlich der Hypothese das alles natürlich erklärbar ist.

Falsch. Wissenschaft muss weder davon ausgehen, dass alles erklärbar ist, noch davon, dass alles erklärbare durch natürliche Ursachen erklärbar ist.

Antwort
von dompfeifer, 5

Da verwechselst Du ganz unterschiedliche Begriffe.

Als Prämisse bezeichnen wir in der Logik eine Voraussetzung oder Annahme. Sie ist eine Aussage, aus der eine logische Schlussfolgerung gezogen wird. Beispiel:

Aus „Alle Menschen sind Lügner“ und „Alle Griechen sind Menschen“

folgt „Alle Griechen sind Lügner“.

Die beiden erstgenannten Aussagen sind dabei die Prämissen, die letztgenannte Aussage ist die Konklusion oder Schlussfolgerung. Das Verhältnis von Prämisse zur Wahrheit ist rein formal und nicht inhaltlich. In der formalen Logik interessiert sich niemand für den Wahrheitsgehalt der Prämisse, hier z.B. für den tatsächlichen Charakter der Griechen.

Unter einem Dogma dagegen verstehen wir eine unumstößliche Lehraussage, für die ohne inhaltliche Begründung blinder Glauben gefordert wird, gewöhnlich in Verbindung mit Gehorsam.

In der redlichen Wissenschaft lassen sich alle Aussagen nach den Regeln der formalen Logik auf grundlegende Prämissen zurückführen, die auf allgemeine Erfahrungen gründen und bislang allgemein unwidersprochen sind, wie z.B. das Gravitationsgesetz.

Antwort
von Susanne88, 17

Nein, Prämissen sind Annahmen in der logischen Argumentation.

"Die Prämisse ist demnach also eine Grundvorraussetzung die nicht weiter hinterfragt werden kann..." Nein, Das ist ein Axiom!

Und ein Dogma ist wieder was anderes...


Antwort
von DarkSepia, 24

Nein. Erstens ist es falsch, dass alles auf unhinterfragbare Prämissen zurückgeführt werden müsse. Es gibt die Alternative eines Holismus, wo jede Prämisse hinterfragt werden kann.

Zweitens ist ein Dogma nicht dasselbe wie eine unhinterfragbare Prämisse. Ein Dogma wird aus irrationalen Gründen nicht hinterfragt.

Antwort
von Skeeve1, 34

Dogma: "Das ist so! Wehe, das zweifelt einer an! Das hat ihm dann der Teufel gesagt! Den mache ich fertig! Ahhhhrglll!"

Prämisse: "Sagen wir mal, das da ist so, dann gilt das hier. Wie, das ist gar nicht so? Du hast Beweise dafür? Laß man sehen, dann ändert sich ja einiges! Das wird spannend!"

Kommentar von mulano ,

Wenn wir etwas betrachten was die Farbe Rot hat. Dann sagt die Wissenschaft, das wir das rot sehen liegt an den Zäpfchen und der Wellenlänge des Lichts und so weiter... Das ist aber im Prinzip nur die Vorrasusetzung das wir es Rot sehen, erklärt aber nicht das Warum wir es Rot sehen.

Kommentar von Skeeve1 ,

Und? Was hat das mit dem Gegensatz von Dogma und Prämisse zu tun?

Kommentar von DarkSepia ,

Wie kann etwas eine Voraussetzung dafür, dass wir etwas sehen, sein und nicht erklären, warum wir etwas sehen? Die Erklärung wäre ja "Weil die Voraussetzung da ist."

Antwort
von Patrickson, 13

Auf den ersten blick scheint ein dogma eine sturere Sache zu sein, wie eine prämisse. Wer im religiösen einem dogma widerspricht gilt als ketzer und soll, wenn möglich, auf den scheiterhaufen kommen und verbrannt werden. Prämissen sind heimtückischer. Prämissen berufen sich auf den Humanismus, da Wissenschaft in etwa paralell zum Humanismus entstanden sind. Unter Humanisten gilt es als unschicklich anderstgläubige zu verbrennen. Da man sie also nicht verbrennen kann, sucht man nach anderen mitteln um sie zu vernichten. Prämisse sind das selbe wie dogmen, kommen aber netter daher. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community