Frage von Pescatori, 7

Sind „postfaktische Zeiten“ „ präfaschistische Zeiten“?

Auch nach dem Ende des Naziterrors wurden immer wieder Bestrebungen staatlich legitimierter Menschenrechtsverletzungen in vielen Staaten von großen Anteilen der Bevölkerung mitgetragen.

Ein Beispiel, dass nach der jüngsten Präsidentschaftswahl in den USA besonders nachdenklich stimmt, ist die Rede von George Wallace aus dem Jahre 1963, in der er die „Rassentrennung für immer“ forderte. Die fanatische Begeisterung der Anhänger des offen rassistischen Vertreters der Demokraten (!) macht nach dem jüngsten Wahlsieg frieren. Die Anhänger des gewählten Präsidenten applaudierten ähnlich frenetisch wie einst die Anhänger des „demokratischen“ Rassisten.

https://www.google.de/?gfe_rd=cr&ei=M3E9WKHXA4nN8geDgoPwBw&gws_rd=ssl#q=...

Die CHECKS AND BALANCES (die wechselseitige Kontrolle der staatstragenden Institutionen) hat die Entstehung eines offen faschistischen Regimes d.h. „nach einem Führerprinzip organisierte, undemokratische, rassistische, nationalistische …. Staatsform“ (Wikipedia) bisher in den USA verhindert.

Die sog. postfaktischen Tendenzen in Europa, im Nahen Osten, in den USA .., wecken aber bei mir Zweifel, ob eine vernunftgesteuerte, demokratische, auf soziale Gerechtigkeit ausgerichtete Politik noch eine Zukunft hat, oder ob die“ postfaktischen“ Orientierungen einem neuen Faschismus den Boden bereiten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GanMar, 6

Es muß nicht zwangsläufig ein faschistisches Regime sein, auch andere extremistische Tendenzen nehmen zu.

Ich erinnere an einen Text von Sascha Lobo: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/post-truth-politics-sascha-lobo-ueber-die-lue...

Antwort
von Maimaier, 5

Das Verdrehen der Wahrheit und totalitäre Herrschaft hängen zusammen. Siehe das Buch "1984" von George Orwell, hier gibt es eine Sprache "Neusprech", die es möglichst verhindern soll überhaupt kritisch zu denken.

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