Frage von teletobbi, 54

Sind politische Kommentare im Internet soziales Engagement?

Guten Tag, in den sozialen Netzwerke schreibe ich - täglich - viel GEGEN Rechtsextremisten, Islamhasser, Verschwörungstheoretiker etc. leiste kurzgesagt liberale Aufklärung und verteidige, wo es geht, Minderheiten, das Friedensprojekt der Europäischen Union und die Werte, die uns erst zu einem geeinten, freien und unabhängigen Deutschland gemacht haben - werde dementsprechend auch genug von zahlreichen Neonazis und AfDlern beschimpft und bedroht. Eines Tages kam ein anderer Kommentator und lobte mich für mein soziales Engagment im Internet. Kann man mein alltägliches Bloggen wirklich als soziales Engagement bezeichnen?

Antwort
von kiwikiwitt, 25

Ich weiß nun nicht, ob es ein soziales Engagement ist, glaub schon. Ein Engagement ist es in jedem Fall. Ich engagiere mich in der Weise, wie du das oben beschreibst oft für die Themen Natur und Rettung unseres Lebensraumes. Auch ich kenne das, belächelt oder beschimpft zu werden. Doch denke ich mir meist, dass das von Seiten kommt, die nicht wirklich klar denken und handeln können, warum auch immer. 

Ich denk allerdings auch selten darüber nach, ob das von mir jetzt ein soziales Engagement ist und es hat mir so auch noch niemand gesagt.

Es ist mir einfach ein Bedürnis, gewisse Dinge zu schreiben. Meine Meinung zu vertreten, eine Stimme zu haben. Ob sie gehört wird, das ist was anderes.
ABER: ich HAB durch die sozialen Netzwerke und das Internet wenigstens die Möglichkeite meine Stimme kund zu tun und es GIBT die Möglichkeit, dass andere das lesen und es GIBT die Möglichkeit, dass es beim ein oder anderen auch was bewirken könnte.

Genauso, wenn ich hier auf gesundheitliche Fragen antworte oder auf welche auch immer, dem ein oder anderen mag das helfen.

Ich zähle nun auch nicht, ob das "genug" ist. Ich bin mir bewußt, dass ich die große Masse so nicht erreichen kann. Doch es ist MEINE Stimme und ich habe so eine Stimme, das fühlt sich so viel besser an als stumm bleiben zu müssen. Und es zeigt anderen, die sich noch stumm und ohne Möglichkeiten glauben, dass auch SIE die Möglichkeit hätten, IHRE (einzelne) Stimme mit hineinzubringen. Ob sie es tun, liegt nur an ihnen.

Antwort
von Dxmklvw, 16

Es sind Meinungsäußerungen und sehr oft die Beschreibung persönlicher Ismen. Jede Menge gequirlte Sch..... kommt dabei ebenso zum Vorschein, und erschwerend wirkt, daß es auch noch sehr unterschiedliche Ansichten dazu gibt, was gequirlte Sch..... ist oder auch nicht ist.

Natürlich ist jedes Tun und damit auch das Äußern von Meinungen, wenn es irgendwie sozial wirksam wird, auch soziales Engagement.

Soziales Engagement bemesse ich aber zusätzlich an dem, was es tatsächlich bewirkt, und das ist meiner Ansicht nach viel weniger, als es die meisten vermuten.

Sachlich und salongerecht wirkt auf andere eher nichtssagend, genauer erklärt wirkt auf viele als zu kompliziert, und was deftig ausgedrückt ist, um Beachtung zu finden, fällt sehr oft einer Nettikette zum Opfer.

Dennoch bleiben einige Wirkanteile zurück, die man dann auch zu recht als funktionierendes soziales Engagement bezeichnen kann.

Doch unter dem Strich bleibt überwiegend doch nur übrig, eben mal ein an einem von Trollen dominiertem Geplänkel teilgenommen zu haben.

Ein Bereich politischer Kommentare sind die Kommentarspalten in Internet-Zeitungen. Diese haben jedoch den Nachteil, zum erheblichen Teil auf verlagskonforme Gesinnung getrimmt zu sein, wobei gelegentlich sogar der Eindruck entsteht, als wären die Kommentare schon vor dem Klick auf "senden" zensiert worden.

Soziale Netzwerke sind oberflächlich betrachtet die bessere Plattform, um etwas zu bewirken. Doch schon die große Anzahl solcher Netzwerke zersplittet vieles zur Bedeutungslosigkeit, und wo andere Plattformen eine riesige Anzahl an Teilnehmern haben, da läuft das Troll-Unwesen oftmals schon in die Richtung von hauptberuflichen Diplom-Trollen.

Aus allen diesen Gründen schreibe ich solchen Dingen eher eine Pseuo-Brauchbarkeit zu bzw. ich halte es mehr für verschwendetes soziales Engagement.

Für deutlich nützlicher halte ich soziales Engagement allgemein und auch in politischer Hinsicht dort, wo es aktives Tun umfaßt. Nichts wirkt stärker, als wenn es Menschen gibt, die aktiv und direkt (im Gegensatz zur Anonymität des Internet) etwas vorleben und auf diese Art zum lebenden Beweis dafür werden, daß es auch funktioniert.

Antwort
von ancanei, 7

Sozial beinhaltet ein Miteinander, Asozial ein Gegeneinander.
In deinem Fall ist es soziales Engagement, weil du dich FÜR Menschen und Menschengruppen einsetzt.
Und in Fällen, in denen jemand gegen Menschen bzw. Menschengruppen anrennt, ist es eher asoziales Engagement.

Antwort
von Berny96, 24

Natürlich! Es gibt absolut keinen Grund das Gegenteil zu behaupten!

Die Frage stellt sich natürlich ob eine persönliche Aufklärung vielleicht wirksamer wäre. Selbst wenn, deine Kommentare im Internet stehen dort für immer und werden auch in Zukunft von vielen gesehen, weit aus mehr als man auf der Straße erreichen könnte.

Antwort
von Bildschirm99, 28

Aus meiner Sicht: Nein, obwohl ich es gut finde was du machst 👍🔝. Doch du bewegst damit wenig. Die rechten werden weiterhin (fast fanatisch) an ihre Meinung festhalten. Den Minderheiten hilft das auch wenig. Dennoch: Mach weiter so!
LG vom CDU-Anhänger Bildschirm99 :D

Antwort
von mulugulu91, 18

Teletobbi, als Demokrat darf ich dir an dieser Stelle schon mal herzlich dafür danken. Diejenigen, die dem allgemeinen Demokratieverständnis in der Vergangenheit den Rücken gekehrt haben, bekommt man durch Dialoge und gute Argumente wieder zurück. Auf jeden Fall würde ich sagen, dass du  im Rahmen deiner Möglichkeiten deinen Teil zu einer besseren Gesellschaft beiträgst, deswegen ja! Das ist soziales Engagement in den "neuen" Sozialen Medien, die auf gar keinen Fall vernachlässigt werden dürgen.

Antwort
von xxphx, 26

Das würde ich abhängig davon machen wo du das hinschreiben willst. In ne Bewerbung würde ich das jetzt nicht schreiben, aber an sich spricht für mich nichts gegen die Bezeichnung soziales Engagement.

Antwort
von Jona29, 18

Auf jeden Fall. 

Antwort
von karapus001, 8

Natürlich,

umgekehrt ist es aber auch genauso ein soziales Engagement, die anderer Meinung sind, als du, die auch oft bloggen.

Antwort
von teddy1202, 17

Dass du das machst, ist toll. Aber deine Kommentare erreichen eh nur die, die deiner Meinung sind - oder schreibst du auf AfD- oder Neonazi-Seiten.

Also nett gemeint - aber daneben gegangen.

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