Sind politische Diskussionen im Ausland auch so verkrampft und mit Tabus durchsetzt wie in Deutschland?

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8 Antworten

Ich habe mir seit einiger Zeit angewöhnt, bei Bedarf mal so eine Live-Übertragung aus einem anderen europäischen Staat anzusehen. 

Nö. Brauchst keine Sprachkenntnisse, um Deine Frage beantworten zu können. 

Ich erinnere mich dann gerne an jene Zeiten, als es in deutschen Parlamenten noch anders zuging. 

Nun gut. 

Wir Deutschen haben uns nach dem Krieg entschieden, das Bruttosozialprodukt zu steigern. - Das Lied stammt tatsächlich aus einem Film der frühen 1960-iger Jahre.)

Da störte dann politischer Diskurs. Zudem

Es wurde wirklich langweilig, immer wieder diese Verbalattacken zwischen Wehner und Strauss - vor allen Dingen - anzuhören. Keine der beiden Personen wollte uns darüber informieren - und ihre Parteien schon mal gar nicht - dass wir auf Parteien in diesem Staat. tatsächlich laut Grundgesetz. nicht angewiesen sind. 

Und dann war der erste sogenannte Wohlstand erarbeitet. Und den wollte die Mehrheit jetzt erst mal genießen, müde von Krieg und Wiederaufbau. 

Nötig wäre schon damals viele Psychotherapeuten gewesen, die die Mehrheit der Bevölkerung bei der Aufarbeitung und Überwindung nichtstofflicher Schäden begleitet hätten. 

ABER

Die dazu notwendige Therapie war erst 1997 so weit ausgereift, dass sie genutzt werden konnten

Politische Parteien haben von Natur aus kein Interesse an einer aufgeklärten verantwortungsbereiten Bevölkerung

Der Deutsche Bundestag bestimmt, wie viele Ärzte und andere Fachkräfte des Gesundheitswesens - außer sogenannten Hilfskräften inklusive Pflegepersonal - auf wie viele Menschen in diesem Staat vorhanden sein dürfen. 

Schaust Du nun mal nach den Statistiken der Krankenkassen Bund, so wirst Du einen hohen Anteil psychisch erkrankter Deutscher dort ausmachen können. 

Es liegt an uns.

Ob wir aber unbedingt darauf Wert legen sollten, politische Diskussionen so zu führen, dass sich damit ein umfangreicher Wortschatz an Schimpfworten aneignen lassen lässt

oder ob wir uns die Mühe wert sein wollen, zu lernen, den Solarplexus treffen zu können und gleichzeitig den Zuständigen richtig Feuer unter dem Hintern zu machen

kann jeder Mensch für sich selbst entscheiden. 

Denn doch, ja. Letzteres ist möglich. Sagt meine Lebenserfahrung. Setzt aber Faktenwissen voraus und die Erarbeitung umsetzbarer Forderungen. 

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Gute Frage!

Jein - mir stellt es mittlerweile die Haare auf wenn ich auf der einen Seite "linkslink", "Gutmensch", "Willkommensklatscher" oder auf der anderen Seite "Nazi", "Mimimimi", "Schlechtmensch" hoere.

Mein Bekanntenkreis ist hauptsaechlich Mitte-Links. Als Oesterreicherin kann ich mich bei der Bundespraesidenten-Wahl zwischen Herrn Van der Bellen und Herrn Hofer entscheiden. Ich finde beide nicht ideal - trotzdem ist es einfach: Van der Bellen! Das "kleiner Uebel" (noch so etwas das ich nicht mehr hoeren kann). Meine 'Links-aussen-Freunde' finden Herrn Van der Bellen toll, sind mir aber nicht boese dass er fuer mich nur das kleiner Uebel ist. In meinem Bekanntenkreis gibt es sicher auch Hofer-Waehler. Ob die automatisch 'ungebildete Nazis' sind wage ich zu bezweifeln. Vielleicht weniger Weltoffen. Sicher empfaenglicher fuer die Panikmache der Medien. Sind sie deshalb alle Schlechtmenschen? Nein. Das glaube ich nicht.

Leider nutzen Rechtspopulisten die Fluechtlingswelle fuer Angstmache und Hetze. Links wehrt sich. Es sieht aus als gebe es nur noch schwarz oder weiss. Man darf nicht sagen was man denkt ohne in Schubladen gesteckt zu werden. In null komma nichts ist man ein "Bahnhofsklatscher" oder eben "brauner Abschaum".

Trotzdem muss ich sagen: In einer niveau-vollen politischen Diskussion sollte es nicht verkrampft oder Taboo durchsetzt zugehen. Solange kein Extremismus populiert wird kann man das doch hinbekommen!

Nochmal zur Frage. Wie gesagt - meine Antwort waere Jein. Allerdings kann ich sagen in den USA ist alles weniger verkrampft, weniger Tabus. Die meisten meiner Freunde hier waren erst fuer Sanders, jetzt wahrscheinlich 3rd party. Keiner - aber auch wirklich keiner - ist Clinton oder Trump fan. Trotzdem wollen sich so manche fuer das "kleinere Uebel" entscheiden. Manche glauben das waere Clinton, andere Trump. Wen auch immer man waehlt - es wird nicht diffamiert oder gestritten. In meinem weiter ausgeholtem Bekanntenkreis (fluechtige Bekannte, Kollegen, Nachbarn) gibt es sowohl "Hardcore" Trump als auch Clinton Fans. Man begegnet sich trotzdem respektvoll ;)

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Du müsstest erstmal erläutern, was für dich "verkrampfte" Diskussionen sind.

Ebenso müsstest du mal benennen, welche "Tabus" Diskussionen in Deutschland auszeichnen.

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Kommentar von Philippus1990
21.09.2016, 13:48

Dir fallen in Deutschland also keine offensichtlichen Tabus auf?

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In Schweden ist es noch schlimmer. In Österreich nicht ganz schlimm wie in D. In GB wird offener diskutiert, es wird dort nicht alle so moralisierend etikettiert.

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Hallo,

ich denke nicht. Die deutschen Wissen alle vom 2.Weltkrieg, wollen sich aber nicht darüber unterhalten, weil es dann die Bilder aus Reportagen, Dokumenattionen und Geschichtsbüchern hervorruft.

Bei der Politik gilt jeder, der die EU auch nur asnatzweise kritisiert, als Nazi, obwohl viele die Korruption und das Demokratiedefizit anprangern.

MfG

Steven Armstrong

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Deutschland? Hier traut keiner sich etwas bzw in europa alle schüchtern nur im internet immer rasstisch gegenüber islam usw. im ausland kriegste dreckt eine gedrückt!

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Welche Tabus denn?

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Kommentar von Philippus1990
19.09.2016, 22:43

Welche Tabus? Es gibt unzählige Themen an denen man sich den Mund verbrennen kann: Nationalsozialismus im allgemeinen und Holocaust im besonderen, Feminismus, Einwanderung, Abtreibung usw.

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Vielleicht kennst ja nur du selber verkrampfte politische Diskussionen? Ich erfahre das ganz anders. Und mit deinen Tabus ... weißt du, du brauchst nicht so schüchtern zu sein.

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