Frage von Monsta007, 99

sind pillen gegen depressionen- wirklich hilfreich?

der beste kumpel meines burders hat seit einiger zeit depressionen und hat vom artzt pillen verschrieben bekommen aber ich frage mich ob das wirklich die richtige lösung ist, denn die pillen helfen ja nur wenn man sie ständig nimmt und am ende kann man davon ja auch abhängig werden. also was bringt das? depressionen sind doch eine reine kopfsache, dass muss man doch anders lösen oder? pillen können doch nicht die lösung dafür sein

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Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 31

Ich gebe dir mal eine medizinische (nach wissenschaftlichen Studien) und keine sozialgesellschaftliche Antwort:

- Rund 30% aller Menschen mit Depressionen reagieren ausreichend auf ihre Erstmedikation (das erste Medikament, welches ihnen verabreicht wird) mit Antidepressiva.

- Rund weitere 40% reagieren ausreichend nachdem sie mehrere Medikamente probiert und z.T. in Kombinationen eingenommen haben.

- Rund 30% der Menschen mit Depressionen reagieren nicht oder nur stark unzureichend auf Medikamente, auch nach mehrmaligen Wechseln und Kombinationen.

Zudem hängt der Erfolg der Medikation von der stärke der Depression ab. Während die Medikamente bei leicht depressiven Patienten wenig bewirken (z.T. sogar weniger als ausreichend Sport), bewirken sie bei Patienten mit mittelschweren und schweren Depressionen deutlich mehr.

Medikamente können also Symptome von Depressionen im Idealfall unterdrücken, jedoch heilen sie die Ursachen der Depression nicht. Dies kann nur eine Psychotherapie.

Zu denen weiteren Fragen:

- Wirkliche Depressionen sind nicht nur eine Kopfsache, sondern eine sehr ernstzunehmende Erkrankung. Sie haben primär mit einem Mangel an Botenstoffen (Hormonen) im Gehirn zu tun. Allem voran die Botenstoffe Serotonin, Noradreanalin, jedoch auch Dopamin und Glutamat. Dieser Mangel kann nicht einfach durch positives Denken wieder aufgehoben werden. Eine Depression wird dadurch ausgezeichnet, dass sie eben nicht durch blosen willen gebessert werden kann.

- Antidepressiva müssen täglich eingenommen werden, ansonsten helfen diese nichts. Dies hat damit zu tun, dass das Gehrin erst einen Spiegel des enstprechenden Hormons aufbauen muss.

- Antidepressiva machen nicht abhängig. Es gibt jedoch Medikamente, welche teilweise bei Depressionen als Notfallbehandlung eingesetzt werden, die abhänig machen. Allen voran Benzodiazepine (z.B. Lorazepam, Alprazolam, Diazepam etc.).

Fazit: Medikamente bringen nur etwas, wenn sie dringend benötigt werden. Antidepressiva sind keine Glückspillen. Sie sind oft mit starken Nebenwirkungen verbunden. Benzodiazpine dienen nur als Notfallmedikation, wirken jedoch bereits 20-40min nach ihrer einmaligen Einnahme.

hoffe konnte weiterhelfen...

Antwort
von muschmuschiii, 53

Ja, Pillen sind hilfreich: sie erhöhen den Serotoninspiegel. Nein, Pillen muss man nicht ewig nehmen: Depressionen können durchaus wieder verschwinden

In der Regel begleiten diese Pillen eine Gesprächstherapie.

Kommentar von FrAnziN ,

depressionen sind aber nicht heilbar, man lernt nur mit ihnen umzugehen. .. sagt zumindest ne ehemalige freundin von mir xD

Kommentar von muschmuschiii ,

Die Aussage deiner ehemaligen Freundin steht aber in gewaltigem Widerspruch zu vielen, die bedeutend mehr Ahnung haben. Sie hat sich da ihre persönliche Wahrheit zurecht gezimmert, die für sie gelten mag und das ist auch ok. Das gilt aber nicht zwingend auch für den großen Rest der Betroffenen.

Antwort
von Caballero14, 44

Nur auf medi setzten bringts nicht natürlich muss selbst auch was getan werden es soll ja nur unterstützend wirken... abhängig zu werden ist heut zu tage nicht mehr ganz sooo stark wie früher genauso wie mit antidepressiva direkt tod oder ins koma...
Es kommt auch immer darauf an nicht immer ist gleich die erste die die hilft ich musste vier verschiedene ausprobieren -bevor alles abgebrochen wurde weils nicht mehr ging- es dauert natürlich auch immer seine zeit da vergeht schon mal ne zeit bis man was merkt und wenn was -bei vielen ist eine Nebenwirkung dass in den ersten zwei Wochen suizidgedanken häufiger vorkommen können was natürlich auch länger anhalten kann oder man merkt gar nichts kommt halt immer drauf an aber wenn iwann solls ja mit den Tabletten stimmungsaufhellend wirken also dauerts schon mal n paar Wochen!!-
Wenn man medis nimmt -vorallem am Anfang- hat man ja -wenn man nur ambulant ist- immer wieder "meditermine" -zusätzlich oder mit inbegriffen kommt drauf an- zu den therapiestunden und stationär ja ist es ja eh kein Problem da man ja eh immer unter Beobachtung steht bei der mediausgabe/medieinnahme

Also kurz gefasst medi ist nur Unterstützung und Therapie sollte weiterhin gemacht werden

Antwort
von moonchild1972, 41

Hallo Monsta007,

Chemie für das Gehirn ist nicht ganz harmlos und Deine Sorge ist berechtigt.

Ich hatte jahrelang mit der Psychiatrie zu tun und ich kenne viele Menschen, die durch eine einfache Krise angefangen haben, Antidepressiva, bzw. Neuroleptika und andere Psychopharmaka einzunehmen.

Nicht nur, dass diese Mittel die Gehirntätigkeit beeinflussen, was nicht immer positiv ist, sondern es besteht die Gefahr der "Abhängigkeit" in diesem Sinne, dass der Körper es nach längerer Einnahme als körpereigenen Baustein sieht, der für ihn, wenn er ihm plötzlich fehlt, genau die Krankheit auslöst, gegen die diese Psychopharmaka gedacht sind. Wenn man eines der besagten Mittel ausschleicht, können Ängste, Trauer, Aggressionen, Apathie, Verwirrtheit und andere psychische Handicaps danach noch viel stärker empfunden werden.

Vorsicht bei solchen Mitteln.

Es gibt sanftere Möglichkeiten, eine Depression zu behandeln:

http://was-hilft-bei-depressionen.de/?gclid=COSW_pjMm8sCFcSRGwodhkwHmg

Sonnenlicht tut gut. Bewegung. Kreativer, musikalischer Ausdruck. Ein guter Freund zum Reden. Sich ein Ziel setzen.

Das Mittel hier ist gut und rein natürlich, ohne dass es abhängig macht:

Pascoflair 425mg aus Passionsblüten Extrakt. Ist aber nicht billig.

Antwort
von Tragosso, 43

Deshalb nimmt man solche Medikamente ja auch 'ergänzend' zu einer Therapie. Medikamente alleine nützen natürlich nichts, bzw. nur für den Moment aber nicht auf lange Sicht.

Antwort
von tiergartennbg, 20

Ich wurde von einer Neurologin sehr gut mit 2 Medikamenten eingestellt und seit über 15 jahren Beschwerde frei. 

Antwort
von Pharaonin, 24

Nur mit Begleitung

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