Frage von Mabur, 203

Sind Pferde die geritten werden oder Pferde, die ihr Leben lang frei sind glücklicher?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 81

es gibt annähernd keine freien pferde mehr - weltweit.

man kann die frage nicht beantworten, da sie stark pauschalisiert ist.

von den pferden in menschenobhut sind mit sicherheit die besser dran, die eine aufgabe unter fachkundigen und rücksichtsvollen fachleuten nachgehen, mit der sie gefordert werden.

pferde in gefangenschaft müssen eine aufgabe haben, da sie sonst geistig nicht gefordert werden. die geistige forderung gehört aber zwingend zur artgerechten haltung.

wobei es ja dutzende weitere "verwendungszwecke" für pferde ausserhalb des reitens gibt (was sich ja auch schon wieder nicht genau definieren lässt, weil es so viele unterschiedliche reitarten und innerhalb dieser diverse klassifizierungen gibt).

ich glaube ausserdem nicht, dass echte wild lebende pferde darüber nachdenken, ob sie glücklich sind oder nicht - sie sind zu sehr mit der nahrungssuche und ihrer sicherheit beschäftigt. sie leben artgerecht.

wobei die artgerechtigkeit auch wieder so eine sache ist.

und - bitte definiere glücklich und gib doch ein kurzes statement über die genaue intention deiner frage.

Kommentar von Mabur ,

Glücklich = möglichst wenig schlechte Erfahrungen

Also in Gefangenschaft ist es bestimmt nicht angenehme für ein Pferd eingeritten zu werden.
In der freien Wildbahn bestimmt nicht angenehm von irgendeinem Raubtier gefressen zu werden. Also sicher keine einfache Frage - aber so ungefähr meine ich sie.

Kommentar von ponyfliege ,

in sachen einreiten - ich habe tatsächlich schon pferde erlebt, die ihre arbeitsleistung regelrecht aufgedrängt haben. als jungpferde - aber auch 30jährige oder ältere pferde zeigen manchmal mehr als deutlich, dass sie nicht auf die rentnerwiese wollen...

manchmal darf man nicht mal den pferdehänger offen lassen, weil sonst plötzlich eins draufsteht und mitwill, das eigentlich daheim bleiben soll.

der stressfaktor in der echten freien wildbahn ist wesentlich höher als der von pferden in menschenobhut.

ein przewalski pferd in der mongolischen steppe wird kaum älter als 14. ein pferd in der namibwüste hat kaum chancen älter zu werden als 8 jahre.... in der namib verdursten sie, in der mongolei sterben sie vermutlich eher an stress.

allerdings sind die namib pferde verwilderte hauspferde (wie die brumbys und mustangs auch). die przewalskys sind echte wildpferde und damit wildtiere - mit dementsprechenden verhaltensmustern und aggressionspotenzial.

der kommentar zeigt mir jedoch überdeutlich, was ich vorher schon vermutet habe: - vorurteilsfrage mit etwas stimmungsmache.

solche fragen gehören auf gf nicht auf die hauptseite, sondern ins forum.

Kommentar von ponyfliege ,

dein denkfehler besteht darin, dass du arbeit grundsätzlich mit negativer erfahrung gleichsetzt...

wenn deine erfahrung ist, leistung ist etwas negatives, solltest daran arbeiten, diese innere einstellung zu überwinden und arbeit als positiv zu erkennen.

auch pferde entwickeln sehr häufig eine menge ehrgeiz und arbeiten sehr gerne.

Kommentar von Mabur ,

Hey warum greifst du mich jetzt an? Nur weil ich gefragt habe, wann es Pferden jetzt besser geht. Auch ist meine Erfahrung nicht das Leistung unbedingt etwas negatives ist - nur können wir uns heutzutage aussuchen welche Arbeit wir machen wollen und möchten - glücklicherweise - Pferde können sich nicht aussuchen, ob sie in Boxen gesperrt werden oder nicht. Andererseits ist das Leben eines Pferdes in der Box sicherlich stressfreier und ja auch ein Pferd kann sicher Spaß dran haben wenn es geritten wird. Aber wenn ich und das kann ich sicher nicht gut mich in ein Pferd hineinversetzte, dann stelle ich mir vor, dass es wenn es in der Herde läuft glücklicher ist, als wenn auf ein Tunier gefahren wird und in einem Pferdeanhänger erstmal ne Strecke zurücklegen muss. Aber irgendwie habe ich das Gefühl du fühlst dich angegriffen, weil du das Gefühl hast - ich will Reiter schlecht machen - habe ich damit ins Schwarze getroffen?

Kommentar von ponyfliege ,

du hast etwa 5 meter vorbeigeschossen.

wir können uns heutzutage nicht aussuchen, welche arbeit wir machen wollen - aber so viel erfahrung scheinst du mit der realität da ja nicht zu haben. es gibt genug leute, die JEDE arbeit machen würden, um eine aufgabe zu haben.

von pferdehaltung und der nutzung oder der arbeit von pferden sind deine vorstellungen auch ziemlich vage. boxenhaltung und turniere... kommt hin und wieder vor - ist aber heute längst nicht mehr pferdealltag. es gibt auch pferde, die gern aufs turnier wollen - oder zum rennen.

wenn ICH mich in ein pferd hineinversetze, dann steht es gewöhnlich vor oder neben mir und erzählt mir selber, was es gerade braucht, um sich wohlzufühlen...

ich mag einfach diese schwarz-weiss-gedachten stimmungsmache fragen nichts.

bisher habe ich immer noch nichts über deine intention erfahren...

persönlich angegriffen habe ich dich auch nicht - lediglich deine beweggründe für die frage ein bisschen in zweifel gezogen und einwände erhoben.

Kommentar von Mabur ,

@Ponyfliege:
der kommentar zeigt mir jedoch überdeutlich, was ich vorher schon vermutet habe: - vorurteilsfrage mit etwas stimmungsmache.

naja das werte ich schon als Angriff, wenn du mir vorwirfst ich wolle nur Stimmung machen - Stimmung wofür? Aber ok Schwamm drüber, es bringt nichts sich jetzt darüber zu streiten, das führt zu nichts. Und das ich die Sache nicht schwarz weiß sehe, wird in meinen Augen schon überdeutlich daran, dass ich abwägen möchten zwischen Vor- und Nachteilen die es immer gibt - also bitte nicht auf mich wütend werden.

Kommentar von Aristella ,

Wieso gehst du davon aus, dass ein gerittenes Pferd in eine Box gesperrt wird? Es gibt heutzutage wohl schon genug Haltungsformen, die so naturnah wie möglich sind.

Ich traue mich zu behaupten, dass mein Pferd ein paradiesisches Leben führt - Unterstand, Sonne, Wald, bissl Grün wenn sie sich streckt, ansonsten so viel Futter dass sie nicht hungrig sein muss, aber auch nicht rollt, ein Bach zum reinstellen und saufen, Freunde, Hasslieben hinterm Zaun zum anblaffen, so gut wie täglich jemand der juckende Mückenstiche am Bauch kratzt und einschmiert und hin und wieder setzt sich dieser Jemand drauf oder befestigt ein Seil an ihrem Kopf und strengt ihr Hirn an. Und wenn sie dann mit leuchtenden Augen vor mir steht und mich anschnobert weil sie grade was neues gelernt hat und stolz ist wie Oscar, geh ich absolut davon aus dass sie nicht tauschen wollen würde.

Ich würde es anmaßend finden, das Leben meines Pferdes gleichzusetzen mit einem, das 23h in der Box steht und 1h in der Halle im Kreis rennt, nur weil beide als "geritten" gelten.

Kommentar von Mabur ,

Hallo Aristella,

da gebe ich dir recht. Ich persönlich kenne nur so große Gebäude mit vielen Boxen drin und möchte nicht dein Pferd mit einem beliebigen gleichsetzen, denn so wie du es beschreibst, scheint es dein Pferd wirklich gut zu haben und vermutlich besser als eines welches in der freien Wildbahn lebt. Und meine persönliche Ansicht die ich ja bislang noch nirgend hingeschrieben habe ist momentan folgende, damit hier nicht weitere Missverständnisse aufkommen:

BuckyBuck gebe ich gefühlt recht das Pferde unter folgenden Bedingungen am glücklichsten sind:


"Ich denke, dass ein Pferd, was vielleicht mit einigen anderen Herden in
einem Reservat lebt und deshalb nicht ständig vor Waldbränden,
Raubtieren oder ähnlichem wegrennen muss, aber auch nicht geritten wird,
am glücklichsten ist."

Dein Pferd würde ich defentiv als glücklicher schätzen als ein Wildpferd und auch als Pferde die in Boxn leben müssen. Bei Wildpferden und Pferden in Boxen mit gutem Halter gehe ich davon aus, dass es dem Pferden mit gutem Halter - vermutlich besser geht, als einem Wildpferd - aber in diesem Punkt bin ich mir noch nicht ganz sicher. Bei schlechter Haltung würde ich davon ausgehen, dass es dem Wildpferd besser geht. Das ist nur meine momentane Meinung und sie ist nicht in Stein gemeißelt aus dem Grund habe ich ja die Frage gestellt.

Kommentar von Sallyvita ,

@mabur - bitte mach Dich mal schlau, wie die Lebensbedingungen für echte Wildpferde heute sind. Ich würde fast vermuten, dass fast jedes von ihnen so manches Mal liebend gerne sogar mit einem Pferd in Boxenhaltung tauschen würde, wenn es das intellektuell begreifen und abwägen könnte.

Und dann bedenke wirklich, dass 99% der Pferdehalter ihre Pferde von Herzen lieben und sich wahnsinnig für sie krumm legen. Manch einer zahlt mehr Boxenmiete als Wohnungsmiete. Zwar gibt es einige, die gut wollen, aber leider schlecht handeln - doch die meisten wollen, dass es ihren Lieblingen gut geht und tun unendlich viel dafür. 

Mach Dir lieber Sorgen um Massentierhaltung, Biogasanlagen und defekte Kernkraftwerke, AfD-Wähler, Erdogan, Isis und Donald Trump.

Kommentar von Mabur ,

Hallo Sallyvita,

lies dir doch meine letzte Antwort durch habe ich dort nicht geschrieben, dass ich vermute das es Pferden in Boxen vermutlich besser geht als Wildpferden? (Nur eben bei schlechter Haltung nicht) Ich hab halt einen Onkel der in Bolivien lebt und der hat mir halt auch von Wildpferden erzählt und wie die in Herden durch das Land ziehen. Alles was ich geschrieben habe ist, dass ich mir noch nicht ganz sicher bin und das kann ich mir doch nicht aussuchen? Aber in diesem Punkt hast du natürlich Recht:
Mach Dir lieber Sorgen um Massentierhaltung, Biogasanlagen und defekte
Kernkraftwerke, AfD-Wähler, Erdogan, Isis und Donald Trump.

Die Punkte sind wichtiger. Der Grund warum ich diese Frage stelle ist einfach meine Neugier und meine kleine Schwester wenn du es genau wissen willst. Meine kleine Schwester ist Vegetarierin aus Überzeugung, aber sie reitet auch gerne und naja da fragte ich mich halt schon damals als kleiner Junge ob es gut oder schlecht für die Pferde ist - habe diese Frage aber nie wirklich beantwortet - das ist der Grund für meine Neugier.

Kommentar von ponyfliege ,

boxenhaltung IST schlechte haltung. in 98%.

das pferd im reservat dürfte es auch nicht besser haben.

diese form der reservatshaltung ist nämlich etwas, das einen gewaltigen haken hat. die unkontrollierte vermehrung.

diese haltung wird mit den dülmenern im merfelder bruch betrieben. die folge ist, dass jährlich in einem riesigen traumatisierenden verfahren die einjährigen hengste vor johlendem publikum rausgefangen werden, indem sich drei bis vier erwachsene männer draufstürzen und das arme tier brutal zu boden schmeissen.

übers jahr laufen bei dem ganzen haufen ganze zwei hengste, die jährlich ausgetauscht werden.

dabei entstehen weder die natürlichen gruppenbindungen noch normales verhalten.

dieses keineswegs artgerechte halten von möglichst vielen pferden mit möglichst wenig aufwand soll eigentlich bloss ein kommerzielles "naturschutzprojekt" decken. es ist einfach tradition und es ist einfach ein riesengeschäft.

das wirkliche wohlergehen der pferde ist den betreibern sch...egal und jedem echten pferdemenschen ein gräuel...

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so wie aristellas pferden geht es mittlerweile vielen pferden, die von erwachsenen gehalten werden.

deswegen sollten mädchen, die mit 14 ein pferd gekauft bekommen, auch pferdeerfahrene eltern haben.

pferde, die bei kindern ohne pferdekundige erwachsene landen, haben es leider meist grottig schlecht. der tierarzt wird nicht rechtzeitig gerufen oder die tiere werden mit leckerlies krank- oder totgefüttert.... kinder ohne unterstützung durch erwachsene können den bedürfnissen eines pferdes nicht gerecht werden...

statt vernünftigem reiten oder vernünftigem fahren wird mit den pferden rumgespielt...

solche pferde haben es aber auch schlecht, wenn sie gar nicht geritten werden.

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nochmal: ausser przewalsky pferden gibt es keine wild lebenden echten wildpferde mehr - und ausser der namib und der mongolei existiert kein platz auf dieser erde mehr, in der die pferde WIRKLICH wild leben können.

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welches pferd ist also glücklicher?

ein artgerecht in menschenobhut gehaltenes und mit individueller arbeit gefordertes pferd oder ein wildpferd, das permanent um sein überleben kämpfen muss?

es juckt mich grade in den fingern, die frage noch mal genau so zu stellen.

Kommentar von Mabur ,

"ein artgerecht in menschenobhut gehaltenes und mit individueller
arbeit gefordertes pferd oder ein wildpferd, das permanent um sein
überleben kämpfen muss?

es juckt mich grade in den fingern, die frage noch mal genau so zu stellen."

Na dann mach es doch. Ich werde dir später nochmal genauer antworten... aber muss jetzt erstmal was schaffen sonst komm ich zu nichts mehr heute.

Kommentar von Mabur ,

Liebe ponyfliege,

also ich kann mir immer noch kein abschliessendes Urteil erlauben. Ja, ich bin skeptisch verzeihe, dass liegt halt an meinem Unwissen und daran das diese Frage natürlich viele Pferdeliebhaber anspricht, die eine eindeutige Sicht haben, die sicher auch stimmen kann.

Wie du allerdings über die "Wildpferde" in Deutschland schreibst scheint ihnen wirkliches einiges verlorgengegangen und wie ich jetzt gelesen habe stammen unsere heutigen Pferde wohl doch nicht von diesen Przewalsky Pferden ab. Und die Przewalsky waren ja auch fast ausgestorben nur noch sehr wenige Exemplare gab es eine zeitlang in Gefangenschaft bevor sie wieder ausgewildert worden... eigentlich viel zu wenige, hoffentlich haben sie keinen großen Schaden genommen.

Folgenden Bericht fand ich ziemlich interessant:

http://www.berliner-zeitung.de/biologen-helfen-zootieren-dabei--sich-in-der-natu...

Ich war ziemlich beeindruckt davon, dass die Leitstute anscheinend geübt hat, um die Pferde auf eine Gefahrensituation vorzubereiten.
Das bringt auf den Punkt was glaube ich der Vorteil von Wildpferden ist - die Freiheit eigene Entscheidungen treffen zu dürfen, irgendwie wiegt die einfach gefühlt bei mir ziemlich hoch.

Dennoch muss ich dir zustimmen, dass in der heutigen Welt die Möglichkeiten für wirklich wildlebende Pferde ziemlich gering ist und es müsste sich auch die Frage gestellt werden, ob die gezüchteten Pferde überhaupt die richtigen Instinkte besitzen würden. Aber weitere Fragen der Art sind eigentlich müssig, denn da es sicher keine Möglichkeit gibt alle Pferde auszuwildern ist es sicher das die Pferdehaltung eine gute Sache ist die Pferden und Reitern zu gute kommt - eine moralische Frage wie sollten wir alle Pferde auswildern kann aufgrund dessen sicher nicht gestellt werden. Solange die Pferde gut behandelt werden, ist es eine gute Sache.

Was die eigentliche Frage anbelangt die jetzt nur meiner Neugier dient, da bin ich mir jetzt nach etwas Überlegung wieder unsicher geworden - da wir aber die Pferde nicht direkt fragen können - hey was gefällt dir besser das Abenteuer auch wenn du dabei widrigen Umständen ausgesetzt bist, oder der ruhige Lebensabend wo du risikofreier dem Menschen ein Freund sein darfst und viele interessante Dinge beigebracht bekommst - sind wir in diesem Punkt wohl ganz auf unsere Vermutung angewiesen und die wird sich vermutlich von Person zu Person unterscheiden. Es ist nicht verwunderlich, dass ich persönlich instinktiv mich für die Freiheit über die Sicherheit entschied, aber andere Menschen und Pferde könnten und können die Sache natürlich anders sehen.

Grüße
Mabur

Kommentar von ponyfliege ,

danke schön für die auszeichnung.

mir würde es nicht viel ausmachen, nie wieder reiten zu dürfen.

allerdings - wenn ich ein pferd frage, ob es mich tragen will... die meisten wollen. manche sofort, manche brauchen zeit - und einen anderen weg, mich zu finden.

wenn ich aber nie wieder pferde beobachten und mit ihnen kommunizieren dürfte - nein. das ginge gar nicht.

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die leitstute ist nicht das ranghöchste tier. nie. die leitstute ist leitstute, weil sie es einfach ist. aufgrund ihrer erfahrung, aufgrund einer ganz besonderen persönlichkeit.

es ist so unglaublich wenig über das natürliche verhalten der pferde bekannt... das was heute gelehrt wird, selbst im natural horsemanship - ist unzureichend und lückenhaft.

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tja - und die abstammung... auch da ist das letzte buch noch nicht geschrieben und das letzte geheimnis noch nicht ergründet.

unsere heutigen hauspferde stammen von vielerlei unterschiedlichen urpferderassen ab. von steppen- gebirgs- und sumpfpferde, von nördlichen und südlichen pferden.

der vorfahre der beiden edelsten pferderassen der welt, des arabers und des achal tekkiners existiert noch. das kaspische pony ist ein echtes urpferd und vorfahre der heutigen edelpferderassen.

dann gab es bis vor wenigen jahrzehnten auch in südspanien noch echte urpferde. vorfahren des pre...

das dartmoor-, das alte connemara- und das exmoorpony, sowie das new forest pferd - echtes urpferd...

und viele weitere. man kann ziemlich pauschal sagen: je anfälliger ein pferd gegenüber "haltungskrankheiten" wie rehe, cushing, metabolischem syndrom etc. ist, desto urpferdnäher ist es.

sie stehen auf unseren weiden und koppeln und in unseren ställen.

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der mensch hat das pferd zähmen können, weil es bereit war, sich dem menschen anzuschliessen.

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 64

Das kommt wohl auf den Reiter an, auf die Haltung und den Umgang mit dem Pferd. Ein Pferd in den falschen Händen hat sicherlich kein schönes Leben und wäre es in der Lage, dieses zu reflektieren, würde es sicherlich auch sagen, dass es unglücklich wäre.

Vielleicht kann man sich das Thema etwas besser veranschaulichen, wenn man das auf Menschen überträgt:

Ein Mensch, der fernab der Zivilisation autark lebt, hat zwar keinen Stress, wie wir ihn kennen. Er braucht keine Designermöbel, will kein Riesen-TV oder die Apple-Watch. Ihn ärgern auch keine Mieterhöhungen oder Sprit-Preis-Erhöhungen - für ihn sind ganz andere Dinge elementar. Schlechtes Wetter, schlechte Ernte, fehlende ärztliche Versorgung, natürliche Feinde, Überlebenskampf - auch das ist Stress, aber eben ein anderer. Dafür hat er sicherlich genau wie der Zivilisationsmensch, schöne Momente - doch entzündet sich ein Zahn, der Blinddarm oder bricht er sich was, kann das tödlich enden.

Wieder zurück auf`s Pferd übertragen - würden auch Wildpferde glückliche Momente haben. Doch ich tippe mal - die sind rarer gesät als bei unseren Haustier-Pferden. Wildpferde in Deutschland gibt es keine mehr. Auch die Dülmener sind keine echten Wildpferde mehr - sie leben in einem eingegrenzten Lebensraum. Frei ist was anderes. Und blickt man so in die Welt - dorthin, wo Pferde noch frei leben, USA zum Beispiel, dann weiß man, dass diese Pferde es ganz nicht wirklich gut haben und im Schnitt sehr jung verenden.

Ich für meinen Teil behaupte einfach mal, dass es viele Haustier-Pferde gibt, die verdammt glücklich sind.

Antwort
von sukueh, 29

Ich bin der Meinung, dass es "Freiheit" im Tierreich heutzutage kaum mehr gibt. Die meisten Wildtiere breiten sich innerhalb des Lebensraums des Menschen aus und "stören" dessen Lebensweise und werden deshalb auch wieder bejagt oder anderweitig aus ihrem natürlichen Lebensraum entfernt.

Siehe den medialen Aufschrei, als sich jetzt der Wolf wieder in Deutschlands Wäldern ansiedelte, der arme Bär, der zuerst freudig begrüßt und dann doch wieder gejagt wurde.

Glaubst du, Pferden ginge es besser, nur weil sie "als nicht gefährlich" eingestuft werden ? Sicherlich nicht !

Dort, wo heutzutage noch Pferde in Freiheit leben (also auch in den so genannten Reservaten) werden Pferde dann doch irgendwann mal eingefangen und unter wesentlich übleren Bedingungen, als das 08/15-Pferd in menschlicher Obhut seines Besitzers/Reiters, eingefangen (oder gar gleich getötet).

Warum ? Weil der Mensch der natürlichen Vermehrung der Pferde und der damit verbundenen Eindringens / Schädigung in den menschlichen Lebensraum Einhalt gebieten will.

Abgesehen davon, dass die Tiere in freier Wildbahn immer um ihr Überlebe kämpfen, glaub ich, dass es die meisten normal gehaltenen Pferde durchaus besser haben. Es liegt ja am Besitzer, mit welchen Mitteln er reitet, wie gut er reitet und wo das Pferd untergebracht ist.

Dass hier nicht immer alles schön ist, darüber braucht man auch nicht zu streiten. Aber immerhin können die meisten Pferde ein relativ sicheres und zufriedenes Leben führen, weil sowohl Futter als auch Sicherheit weitestgehend gewährleistet wird.

Zum Thema "armes Pferd, welches sich reiten lassen muss": hier obliegt es mir als Besitzer/Reiter eines Pferdes so gut wie möglich reiten zu lernen und eben nicht damit zufrieden zu sein, mich lediglich als "Last" vom Pferd spazieren tragen zu lassen - bei einer entsprechenden Ausbildung auch des Pferdes hat man ein wirklich motiviertes und mit Eifer mit dem Menschen "kooperierendes" Pferd.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 18

Ein Pferd das beim Menschen lebt:

  1. Muß kein Futter suchen, kein Wasser, keine Salzlecken.
  2. Muß nicht vor Wildtieren fliehen oder wird von einem Wildtier gefressen.
  3. Hat Schutz und medizinische Versorgung
  4. Wenn es im Offenstall in einer Herde gehalten wird hat es fast alles was es in der Freiheit auch hätte.
  5. Beim Menschen leben sie länger - weil eben keine Feinde.

Ein Pferd das in freier Wildbahn lebt:

  1. Ist ständig auf Futter suche, Wassersuche - eben auf Wanderung.
  2. Kein Futter gefunden - hat man auch nichts gefressen (Winter)
  3. Kein Schutz - bei krankheit kann es schnell sein, das das Tier verendet.
  4. Eine Familie hat es hier wie da - wenn es keinen Partner findet (Hengst) leben die in einer Jungesellengruppe bis sich ein Partner findet.
  5. Sehr gefährlich. Wildtiere, Krankheiten, Geburtsprobleme = Todesurteil
  6. In Freihet leben sie nicht so lang.

Ich würde sagen, da die Pferde die bei uns geboren werden (in unsere Haltung) vermissen nichts - wie auch, sie kennen es ja nicht anders.

Ein Wildpferd das eingefangen wird und dann in unserer Haltung kommt, für dieses ist es schon ein Unterschied. Allerdings haben sich die, die ich kennen gelernt habe alle sehr schnell in unsere Art der Haltung eingefügt.

Antwort
von netflixanddyl, 57

Es gibt kein "glücklicher" dabei. Wie willst du das bitte vergleichen? Da müsstest du schon ein Pferd testen, das sowohl geritten wurde als auch sein ganzes Leben in Freiheit gelebt hat. Kann man das? Nein. Hauptsache den Tieren geht es gut und ihre Bedürfnisse werden erfüllt - dann ist jedes Tier gleich glücklich.

Kommentar von Spinnenfan ,

das ist wohl die beste Antwort. jedes Tier ist glücklich, solange es das hat, was es braucht und die Bedürfnisse erfüllt werden.

Antwort
von AuroraRich, 46

Freie Pferde, auch wenn es kaum noch welche gibt.

Es ist nicht natürlich Pferde zu reiten.

Kommentar von ponyfliege ,

es ist für den menschen auch nicht natürlich auto zu fahren und vor dem pc zu hocken... oder auch nur in festen häusern zu hocken und im winter die heizung aufzudrehen...

und es ist nicht natürlich, im supermarkt einzukaufen.

wie glücklich wärst du, wenn man dich irgendwo im wald fernab jeglicher zivilisation aussetzen würde?

Kommentar von AuroraRich ,

Mit dem Unterschied, dass wir uns das freiwillig antun und nicht dazu gezwungen sind, es also jeder Zeit beenden können.

Pferde werden nicht gefragt ob sie geritten werden wollen oder in einer Box stehen wollen.


Ich wäre sehr glücklich. Ich arbeite darauf hin als Selbstversorge zu leben. Aber das bedeutet in der heutigen Zeit leider ein gewisses Kapital haben zu müssen und das muss ich mir erst erarbeiten. Sonst würde ich längst auf meinem bioveganen-Mischkultur-Gemüsebeet stehen. Und Pferde leben in Herden, und das strebe ich natürlich auch an. Also in meiner Familie zu leben oder mit Gleichgesinnten.


Kommentar von ponyfliege ,

ein immer wieder gern erwähntes gerücht...

das mit dem pferd als herdentier.

pferde leben in familienverbänden.

der biovegane selbstversorgerhof wird schwierig hinsichtlich kleidung... selber gesponnener flachs ist recht kratzig und soll nicht besonders gut wärmen.

übrigens habe ich durchaus damit gerechnet, dass früher oder später in diesem thread irgendwas hinsichtlich vegan und bio auftauchen wird...

Kommentar von AuroraRich ,

Naja eine Familie besteht aus mehreren Tiere = Gemeinschaft = Herde. Also ja, du sagst es ja selbst, sie sind Herdentiere.

Es gibt ja noch mehr Varianten, vielleicht laufe ich dann auch einfach nackt rum. Hat ja auch niemand gesagt, dass ich in Deutschland bleiben will. Und ja, man wird wahrscheinlich nie 100% als Selbstversorger leben, aber so gut es geht ohne dabei anderen zu schaden.

Ja, da es Menschen gibt die biologisch und vegan leben ist das jetzt auch nicht verwunderlich, dass jemand mit dieser Einstellung hier schreibt. GF steht ja für alle Menschen offen.

Kommentar von ponyfliege ,

mehrere tier ist zwar gemeinschaft, aber gemeinschaft ist keine herde. 

da bestehen grosse unterschiede. ich erkläre es mal - zum besseren verständnis.

eine herde ist eine konglomeration vieler tiere. in einem rudel hat nur das ranghöchste tier nachwuchs. ein familienverband besteht hingegen aus entweder einem männlichen und einem oder wenigen weiblichen tieren oder umgekehrt und deren noch nicht geschlechtsreifen jungtieren. geschlechtsreife jungtiere werden bei tierarten geduldet, bei denen im normalfall keine gefahr der inzucht besteht.

somit leben pferde natürlicherweise im familienverband.

die männlichen jungtiere werden ab einem gewissen alter ausgeschlossen und schliessen sich zu "jungesellengruppen" zusammen, die weiblichen tiere verlassen im normalfall kurz nach erreichen der geschlechtsreife die familie und schliessen sich einer anderen familie oder einem starken männlichen jungtier an (und gründen damit eine neue familie).

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konventionell nachhaltig braucht man übrigens seine felder nicht selber zu düngen... ;-))

Kommentar von AuroraRich ,

Duden:

Herde  = Gemeinschaft

Kannst du gern nachschauen, demnach ist meine Aussage natürlich vollkommen richtig.

Konventionell nachhaltig schließt sich aus. Konventionell bedeutet Monokulturen und das ist nie nachhaltig.

Antwort
von Biotexonic, 77

Das kommt doch komplett auf das pferd, die Umstände und vorallem auf den umgang mit den Pferden an. Kann man nicht so sagen. Aber so wie die Tiere heute von den meißten gehalten werden wahrscheinlich eher die frei lebenden

Antwort
von BuckyBuck, 57

Ich denke, dass ein Pferd, was vielleicht mit einigen anderen Herden in einem Reservat lebt und deshalb nicht ständig vor Waldbränden, Raubtieren oder ähnlichem wegrennen muss, aber auch nicht geritten wird, am glücklichsten ist.

Sprich ein Pferd, dass genug Futter und Wasser hat (natürliches), genug Sozielkonz´takte zu anderen wilden Pferden und ansonsten in Ruhe gelassen wird...

LG, BuckyBuck

Kommentar von Mabur ,

Danke deine Antwort scheint mir sehr plausibel.

Kommentar von BuckyBuck ,

Immer gerne!

Antwort
von Michel2015, 5

Da ich der Meinung bin, dass jedes Lebewesen ob Hund, Katze oder Pferd eine Seele irgendwelcher Art besitzt, ist es dem Umgang mit dem Wesen geschuldet ob es sich wohl fühlt oder nicht.

Das Thema Freiheit hat in Mitteleuropa seine Grenzen.

Antwort
von priesterlein, 66

Das ist den Pferden egal, die brauchen keine solchen Vergleiche. Die leben ihr Leben und suchen nicht krampfhaft nach Gründen, ein anderes Leben zu wollen.

In Gesellschaft und mit genug Dreck auf dem Fell sind sie zufrieden. Insofern: Dass Reitpferde immer geputzt werden, könnte sie unzufrieden machen.

Kommentar von extrabreita ,

das kannst du nicht wissen....warum müssen Pferde denn eingeritten werden,weil sie nicht wollen das wer auf ihren Rücken sitzt...ein Pferd gewöhnt sich dran...aber ob es ihnen egal ist...????

Kommentar von priesterlein ,

Es geht in der Frage ja nicht um die Übergänge vom Gewohnten zum Ungewohnten.

Kommentar von Mabur ,

ne nur darum wo es den Pferden im Schnitt besser geht, ob die Vorteile der Sicherheit und Obhut überwiegen - oder das komplette Ausleben der normalen Pferdenatur

Kommentar von ponyfliege ,

das wägen, wie in der antwort erwähnt, pferde nicht ab.

Kommentar von Aristella ,

Nachdem ein Pferd mangels Selbstbewusstsein, medialer Erreichbarkeit und Verständnis nicht weiß, wie es sein könnte wenn es denn anders wäre...

Antwort
von Falkenpost, 59

Hi,

ich denke nicht, dass ein Pferd primär von der Natur erschaffen wurde, um den Menschen zu tragen. Daher ist es "natürlicher", ein Pferd zu halten, ohne es zu reiten.

Gruß
Falke

Kommentar von ponyfliege ,

nein. wenn das pferd keine aufgabe bekommt, ist es natürlicher, KEINS zu halten.

ein menschenkind, das nur gewickelt und gefüttert wird, stirbt...

Kommentar von Falkenpost ,

Es geht aber nicht darum, ein Pferd auf 2 m² einzusperren. In der freien Natur hat das Pferd auch keinen Menschen, von welchem es "Aufgaben bekommt".

Es geht darum, dass ein fremdes Wesen auf seinem Rücken sitzt. Und dies braucht kein Pferd.

Kommentar von ponyfliege ,

in der freien natur (spich - in der mongolei und in der namib) hat das pferd aufgaben genug, um überhaupt zu überleben.

in der gefangenschaft braucht es geistige anregungen und körperliche herausforderungen. anders ist keine artgerechte haltung möglich.

Kommentar von Falkenpost ,

Die sehe ich aber nicht im reiten! Wenn das Pferd die Wahl hätte, "geistige anregungen und körperliche Herausforderung" zu haben, ohne 80 kg auf den Rücken und ein Gebiss im Maul, würde es sich sicherlich für die erste Variante entscheiden. Daher bleibe ich bei meiner Meinung, dass es dem Pferd ohne Reiter(!!!) - und darum geht es - besser geht.

Kommentar von Sallyvita ,

@falkenpost

Da wird Dir wohl kaum ein Reiter zustimmen bei dieser These.;-)))

Nachvollziehen kann ich durchaus, was Du meinst - aber im tagtäglichen Erleben weiß ich, dass es durchaus anders ist. Wenn ein Pferd sich nicht reiten wollen lassen würde, dann würde es auch genau das tun. 600 - 800 kg Pferd können sich ganz gut zur Wehr setzen. 

Wir haben bei uns am Reitstall eine Stute, die hat beschlossen, dass sie kein Reitpferd ist und jeder, der bis jetzt versucht hat, sie vom Gegenteil zu überzeugen, ist grandios gescheitert. Sie ist jung, sie gesund und hat einfach überhaupt keinen Bock darauf geritten zu werden.

Doch das Gros der Pferde hat selber Spaß an der Arbeit. Ich kann das mit Bestimmtheit sagen, weil ich seit letztem Herbst wieder ein junges Pferdes habe und mit jedem Mal mehr merke, wie viel Spaß er daran hat, Neues zu lernen, gefordert zu sein und geritten zu werden. Und obwohl er den Großteil des Tages mit seiner Herde auf der Weide steht, brauche ich ihn nur zu rufen und er kommt aus der letzten Ecke angaloppiert. Hätte er keine Lust auf mich, bräuchte er das ja nicht zu tun.

Antwort
von Kroesemaja, 58

Wenn sie frei nicht gestört werden, sicherlich, sicherlich in der Freiheit!

Antwort
von Chefelektriker, 37

In Freiheit ist jedes Tier glücklicher.

Kommentar von sukueh ,

Wo findet das Tier heute noch eine derartige Freiheit ?

Sobald sich Wildtiere wieder in freier Wildbahn zeigen und vermehren, wird doch sofort wieder versucht, den Lebensraum einzuschränken, weil das Tier in der Regel dem menschlichen Lebensraum "verletzt" oder "schädigt" oder als "gefährlich" eingestuft wird.

Wo ist dann also die grandiose Freiheit ?

Kommentar von Tenebrae0815 ,

auch die gefressen oder verhungerten Tiere? sind die auch glücklicher?

Kommentar von Chefelektriker ,

@Tenebrae0815


"auch die gefressen oder verhungerten Tiere? sind die auch glücklicher?"

Bevor Du so ein Blödsinn schreibst, solltest Du besser mal nachdenken.


Du glaubst doch nicht etwa das gerittende Pferde glücklicher sind, wenn so ein Hirni mit Sporen drauf sitzt und sie benutzt oder ein Typ mit >150kg.

Beim Rennen mit der Peitsche bearbeitet werden, schwere Lasten ziehen oder tragen müssen.

Nein, Wildpferde sind eindeutig glücklicher und die verhungern auch nicht. Fressen und gefressen werden ist nunmal Fakt in der Natur oder sollen die Raubtiere verhungern?






Kommentar von Tenebrae0815 ,

Ich weiß ja nicht mit wievielen Pferden du zu tuen hast, aber ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass mein Pferdchen glücklicher ist als ein Wildpferd, ohne Lebensraum heut zu Tage.

Kommentar von Chefelektriker ,

Dein Hottehü ist nicht glücklicher, Du meinst es wäre glücklich, weil Du so empfindest.Wildpferde haben Lebensraum, wenn der Mensch es ihnen nicht nehmen würde, sie zwingen die Menschen zu tragen, ihnen zu Willen sein usw.

Jedes Wildtier ist glücklicher, als ein domestiertes Zwangshaustier.

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