In unserer Nachbarschaft kam die Diskussion auf, aufgrund der steigenden Energiepreise etc. auf ein Passivhaus umzusiedeln. Passivhäuser werden wohl auch als Null-Heizenergie-Häuser betitelt und sind hochgedämmt, um Energiekosten einzusparen. Sind Passivhäuser eine mögliche Alternative zu unseren herkömmlichen Immobilien? Immerhin könnte ich damit doch eine Menge Geld sparen oder gibt es auch Nachteile zu bedenken?
Passivhäuser machen sehr viel Sinn. Es gibt auch günstige Konzepte, bei denen man selber leicht den Rohbau erstellen kann. Du kannst davon ausgehen das der Haustyp, der heute Passivhaus genannt wird in einigen Jahren oder Jahrzehnten der Standard sein wird. Im prinzip ist es ja ein ganz normales Haus, nur besser gedämmt und energetisch etwas optimiert. Speziell in Sachen Dämmung wird der Staat mit der Zeit immer strengere Richtlinien erlassen, wie wir ja in der Vergangenheit schon sehen konnte.
Übrigens ein Passivhaus ist kein Nullenergiehaus. Ein Passivhaus darf noch einen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m² und Jahr haben. Siehe hier: http://www.dieeinsparinfos.de/schlaues-heizen/einsparen-im-passivhaus/
Ein Nullenergiehaus darf dabei gar keine zusätzliche Energie benötigen.
Das Passiv-Haus ist eine sehr gute Alternative. Künftig wird es Häuser geben, die ihren gesamten Energiebedarf selbst erzeugen und dabei noch Überschüsse bereitstellen werden.
Einen Teil der höheren Baukosten eines Passivhauses kann man doch durch Förderprogramme oder zinsvergünstige Darlehen wieder reinholen (übrigens nicht nur in Deutschland, wie der Ratgeber auf http://www.online-kredite.com/ratgeber/passivhaus-foerderungen.html zeigt). Und nicht immer ist es angebracht, angesichts der CO2-Bilanz mit höheren Kosten zu winken. Über die Jahre hinweg und bei stetig steigenden Energiekosten rechnet sich ein Passivhaus immer.

Die Passivhäuser sind eine mögliche in der Zukunft. Man muss aber erinnern dass kein Raum warm sein kann wenn keine Wärme dorthin geleitet wird. Passivhäuser müssen also auch einen Heizungsanlage haben, das kann Solarzelle oder Windmühle sein. Aber Heizung von ausserhalb haben die nicht.

Du musst jedoch bedenken dass der Energieaufwand (Strom) und die Wartungskosten (Filter ect.) für die Lüftungsanlage so hoch sind wie einem gut gedämmten Gebäude die Heizkosten.
Das wird wohl die Zukunft sein im Hausbau, denn einmal sind die Energiepreise nicht mehr zu bezahlen und zum anderen sollte man aus Umweltgründen Energie sparen.

schau mal wie die energiekosten in den letzten jahren angestiegen sind. habe vor drei jahren eine komplette heizungsanlage mit solar eingebaut, vor zwei jahren mein haus innen und aussen neu isoliert, frag nicht was ich gezahlt habe um in zukunft energirkosten zu sparen. ich weine deshalb immer noch ;-)

Nachteile Passivhaus
Immenser Mehraufwand beim Bau Erheblich teurere Außenwände, Fenster und Anlagentechnik Aufwändige Regulierung der Warmluftströme für einzelne Räume Deutliche Temperaturgradienten in mehrgeschossigen Wohnungen und Häusern Niedrige relative Luftfeuchte in den Zulufträumen Schnelles Aufheizen im Sommer oder bei Gästen im Haus Langsames Aufheizen im Winter Stromausfall bewirkt den Stillstand der Lüftungsanlage
Und Du meinst nicht das die Lüftungsanlage beim normalen Haus auch beim Stromausfall stillsteht? Und wenn im Winter das Aufheizen zu lange dauert künnte es an der falschen Dimensionierung der Heizung liegen. Die klimatischen Bedingungen in einem Passivhaus sind um längen besser als bei einem KFW 60 Haus. Wenn bei einer Gasheizung die Zuleitung platzt wirds in dem Haus auch ziemlich kalt.
Passivhäuse sind halt geringfügig teurer. Und wenn man eine 100% Finanzierung machen möchte ist es schon ein Unterschied ob man 250K für ein normales KFW 60 Haus oder 350 bis 400K für ein Passivhaus ausgeben muß. Ansonsten hast Du recht für die Zukunft rentiert sich das.

Natürlich sind sie eine Alternative, sonst würden niemand sowas bauen
Bei den Passiv Häusern ist es so, wie im Schlafsack im Zelt. Vom Prinzip her gesehen.
Die eigene Wärme der Person bringt schon die Temperatur, aber auch die Feuchtigkeit. Deshalb ist man im schlecht gelüfteten Schlafsack schnell warm - und morgens pitschnass.
Das PH hat dafür die Lüftung. Das ist alles sehr kompliziert und von Theorien gestützt. Die müssen meiner Meinung nach erst einmal langfristig bewiesen werden. Es gibt manches Beispiel dafür, dass sich trotz erhöhter Dämmung der Energieverbrauch nicht reduziert hat. Der Bedarf an warmer, frischer Luft ist einfach immer da. Egal wie der Raum gedämmt ist muss dafür Wärme irgendwo her. Das geht auch mit aufwändigen Luft Wärmetauschersystemen. Wenn auch die hygenischen Faktoren berücksichtigen sind sie sehr teuer und bedürfen auch der intensiven Wartung.
Ob das alles zusammen genommen wirklich vorteilhaft ist, wird sich zeigen. Ich glaube das bisher nicht.