UlfDunkel am 03.05.2007 um 11:14 Uhr
Wenn Menschen aus Österreich bei mir was bestellen und dafür ihre Daten in einem Bestellformular eintragen, ist mir aufgefallen, dass sie wesentlich öfter als Deutsche oder Schweizer irgendwelche Titel mit angeben.
Sind neben Dr. und Prof. in Österreich noch andere Titel so lebenswichtig, dass sie ständig mit angegeben werden wollen? Oder sind Titel dort mehr als hier Statussymbol? Oder welche anderen Gründe gibt es?
Vielleicht liege ich mit meinen Beobachtungen ja auch völlig daneben. Dann würde ich mich ebenfalls über Kommentare freuen.

Bestimmt sind sie das die lieben Nachbarn. Allerdings gibt es da geografisch riesige Unterschiede. Man kann durchaus sagen, je östlicher umso titelgeiler... !

Vielleicht liegt es einfach daran, daß die Leute aus Österreich, die bei dir bestellen, eben Titel haben und die aus Deutschland und der Schweiz nicht! Ich bin sicher, daß es regional keine Unterschiede gibt von wegen "titelgeil" oder so - oder man könnte im gleichen Atemzug die Frage stellen, warum etliche Deutsche so wild darauf sind sich Adelstitel aus Österreich oder sonst wo zu kaufen???

Köstlich. 819 Titel scheint's in tu felix austria zu geben...man sehe und staune:
http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,379407,00.html
UlfDunkel am 3. Mai 2007 11:52 Klasse! Danke fürs Suchen, Kabark.
In Österreich sind Titel wie "Kommerzialrat", "Hofrat" noch durchaus verbreitet

Vielleicht liegt es daran, dass es in Österreich sog. Berufstitel gibt. Berufstitel sind Auszeichnungen für besondere Leistungen und werden vom Bundespräsidenten an Personen, die sich in langjähriger Ausübung ihres Berufes Verdienste um die Republik Österreich erworben haben, verliehen. Der Titel Professor wird z.B. an Personen, die auf dem Gebiet der Kunst oder Wissenschaft tätig sind, verliehen. Typische Anwendungsfälle: Angehörige führender Orchester (Wiener Philharmoniker, Wiener Symphoniker usw.), Präsidenten von bedeutenden wissenschaftlichen oder kulturellen Vereinigungen, Instituten usw. (hier ist ein positives Gutachten der entsprechenden Universität entscheidend). http://de.wikipedia.org/wiki/Berufstitel

Na, sie sind doch geradezu berühmt dafür. Obwohl ich glaube, das sie bei dem exzessiven Gebrauch sich selbst darüber amüsieren (viele jedenfalls).

Nachdem ich einmal in Salzburg über den Freidhof gegangen war und dort sogar eine "Postbeamtenwitwe" und ähnlich lustige Dinge gefunden hatte, kann ich Deine Frage nur mit einem deutlichen "JA" beantworten.
mokinys am 2. September 2007 14:25 Dann schau mal in der Oberpfalz vorbei. War dort in Vilseck auf einem Friedhof und musste herzlich grinsen, als ich die Inschrift einer "Oberbezirksschornsteinmeisterwitwe " gesehen habe.
Vielleicht liegt es daran, daß man in Österreich die Adelstitel abgeschafft hat.
Dieses TITELGEIL hängt auch im Wesentlichen mit der OBRGKEITSGLÄUBIGKEIT in den 3 Staaten zusammen. Meine Reihenfolge, geschichtlich durch Kaiserreiche und andere Reiche bedingt lautet D,A,CH. Wir Schweizer lassen uns nicht gerne knechten oder ins Chaos führen. Wir glauben weniger an die Titel, sind aufmüpfig und bekämpfen oder stürzen sowohl in den vergangenen Jahrhunderten als auch heute die "Titelgeilen"; so haben unsere Vorfahren auch die Habsburger rausgeschmissen.
Die Unterschiede sind nicht geografischer Natur, sondern MENSCHlicher - und an solf1: wirf nicht alle in einen Topf ;-))
... und solf hat doch recht.
Danke gnädiger Herr oder Frau Magister
Küss die Hand...
Aber bitte nur östlich von Tirol
Ich nehme an, du bist Tiroler und/oder westlich/südlich/nördlich davon zu Hause? Schönen Gruß aus Wien
;-)