Frage von Jersey11, 216

Sind "Nationalmannschaften" eine Illusion?

Die Frage ist wirklich ernst gemeint.

Mein Kumpel ist felsenfest davon überzeugt, dass Nationalmannschaften eine Illusion sind, weil die Spieler nicht für das Land, sondern für einen Verband spielen. In diesem Fall für den DFB. Die Spieler müssen zwar die entsprechende Staatsbürgerschaft besitzen, aber trotzdem spielen die nicht direkt für das Land, sondern für einen Verband.

Wo ist sein Logikfehler?

Antwort
von Maxieu, 20

Wortjongliererei.

Zunächst spielen sie für sich selbst, das Geld und den "Ruhm", der u. a. wiederum Geld bedeutet. Auswahl- bzw. Nationalspieler zu sein, steigert den Marktwert.

Dabei können sie dann nicht anders, als für eine Mannschaft zu spielen, ggf. die DFB-Auswahl, deren Erfolge wiederum prämiert werden.

Vor den Spielen der Nationalelf wird aber keine DFB-Hymne gespielt, sondern die Nationalhymne, was zeigt, dass der DFB und seine Mannschaften eine Rückbindung an eine Nation haben. Sonst wäre es ja auch inkonsequent, die deutsche Staatsbürgerschaft zur Voraussetzung zu machen.

Eine Alternative wäre ja, Spieler, die lediglich im DFB organisiert sein müssen, etwa eine Bundesliga-Auswahl, antreten zu lassen. Das ist aber nicht zulässig.

Dein Freund hat also recht und unrecht zugleich. Sein etwas albernes Wortgefecht bestreitet er mit dem Wörtchen "direkt".

Denn, was könnte das heißen - "direkt"?

Dass die Bundesregierung einen Nationaltrainer einsetzt und dass die Nationalspieler Staatsangestellte würden mit festem Gehalt, Kündigungsschutz und Personalrat ?

Ein bisschen abwegig, oder?

Kommentar von Sabotaz ,

verbeamteter Fußballer... Der Trainer für Tor und Defensive ist dann der Verteidigungsminister...

Ich finde, man kann ganz einfach nicht Freizeitsport und Politik so vermischen, dass es wortwörtlich eine Nationalmannschaft ist.

Die Diskussion ist sinnlos und klingt nach einem Fundament für Verschwörungstheoretiker die auf dem Firmengelände der BRD GmbH leben... ;)

Antwort
von eventhelfer, 32

Nationalmannschaften sind zunächst keine Illusion, die gibt es wirklich. Und die Spieler werden bei den Länderspielen vom DFB eingesetzt, da sich die Strukturen im internationalen Fußball insofern entwickelt haben, dass Nationalverbände (wie der DFB) den Fußball pro Land verwalten, "quasi" stellvertretend für das "Land".

Alternativ könnte auch eine staatliche Behörde den Spielbetrieb organisieren.

Antwort
von dandy100, 23

Ach, das ist doch nur ein Streit um Worte; natürlich ist der Sinn jeder Nationalmannschaft, dass diese sich auch tatsächlich aus Spielern der jeweiligen Nation zusammensetzt - und nicht aus zusammengekauften Spielern der Verbände, denen man dann mal eben per Sonderrecht die Staatsbürgerschaft verschafft, damit das Ganze auch passt.

Es will doch kein Mensch wissen, welche Verband sich die besten Spieler leisten kann sondern ob z.B Isländer genauso Fußball spielen wie Spanier.

Nicht umsonst sind Aussenseitermannschaften so beliebt, wie eben z.B. Island bei der letzten EM, weil man da endlich echte Isländer spielen sah und nicht ein zusammengekauftes Team - dafür haben die in Island kein Geld übrig und waren genau deshalb umso symphatischer.

Leider gehts im Sport nur noch ums Geschäft, das macht ihn allerdings deshalb auch immer reizloser. Was habe ich davon, mir ein Fußballspiel Dusburg gegen Schalke anzusehen (früher als der MSV Duisburg noch nicht nicht untergegangen war), wenn da kein einziger Duisburger mitspielt.

Dein Freund hat völlig recht, das ist alles nur noch eine Illusion

Kommentar von TokTokeinEi1 ,

Im Sinne ist Fußball nur noch ein Geschäft auch sind viele Menschen in Vereinen beschäftig.

Der Beste spielt egal wo der herkommt.

Kommentar von dandy100 ,

Der Beste spielt egal wo der herkommt. - sorry, aber das ist für mich nicht nachvollziehbar.

Dann können ja besser die Verbände gegeneinander spielen und nicht z.B. England gegen Frankreich - aber genau das ist ja das Interessante, nämlich zu sehen, wie in den verschiedenen Ländern Fußball gespielt wird und welcher Spielerpersönlichkeiten es dort gibt.

Wenn es überhaupt keine Identifikation mehr mit dem Land für das gespielt wird gibt, sondern nur noch mit dem Verband, dann hat die Sache ihren Reiz verloren.

Antwort
von GoodFella2306, 20

Der Deutsche Fußballbund ist die oberste Instanz für den Fußball in Deutschland, und somit verantwortlich für die Aufstellung und den Unterhalt der deutschen Nationalmannschaft. So gesehen also eine staatliche Institution.

Antwort
von RhoMalV, 20

Fußball-Idealisten gibt es kontinuierlich weniger.

Spätestens seit den 90ern gibt es schon deutlich weniger Spieler, die sich mit ihrem Verein voll identifizieren und dafür alles geben, unabhängig von Gehalt oder Tabellenplatz.

Seit der Jahrtausendwende war es auch mit dem selbstverständlichen Idealismus in der Nationalelf dahin, wie man es auch an der EM 2000 sehen konnte, als mindestens 3 deutsche Spieler gegen den eigenen Trainer gespielt haben.

Normalerweise sollte es für jeden Profisportler eine besondere Ehre sein, sein eigenes Land im Sport vertreten zu dürfen, egal ob er/sie nun dafür Geld bekommt oder nicht.

Aber diese Haltung scheint bei immer wenigen tatsächlich vorhanden zu sein.

So habe ich manchmal auch das Gefühl gehabt, dass manche Spieler sich für die deutsche Nationalmannschaft entschieden haben, weil es mehr ihrer Karriere dient, auch wenn sie sich innerlich weiterhin als Pole oder Türke oder einer anderen Nationalität zugehörig fühlen.

Definitv haben auf dem Platz alle an einem Strang gezogen und ihre Leistungen gebracht, sonst wären wir nicht Weltmeister geworden.

Doch wenn ich mich für ein anderes Land als das eigene entscheide, gehört für mich auch dazu, dessen Nationalhymne mitzusingen.

Das würde ich selber auch tun, wenn ich mich in einem anderen Land meiner Wahl einbürgern lassen würde.

Man kann zwar niemanden dazu zwingen, die Nationalhymne mitzusingen. Aber wer das Gefühl hat, dies nicht aus voller Überzeugung tun zu können, müsste eigentlich seine Entscheidung hinterfragen.

Die Zuschauer wollen eben sehen, dass die Spieler nicht nur mit vollem Körpereinsatz, sondern auch mit dem vollen Herzen bei der Sache sind.

So wie heutzutage manchmal Spieler sogar für Nationalmannschaften angeworben und abgeworben werden, erinnert das schon sehr stark an das, was auf Vereinsebene seit Jahrzehnten Gang und Gäbe ist.

Nur dass bei den Nationalmannschaften die Entscheidung etwas endgültiges ist.

Und Spieler, die nur ihrer eigenen Karriere wegen für eine Nationalmannschaft auflaufen gibt es genügend und ich glaube in fast allen favorisierten Nationalteams.

Ich persönlich finds schade.

Kommentar von TUrabbIT ,

Naja die Nationalhymne haben schon früher als nur deutschstämmige Spieler gespielt haben nicht alle mitgesungen.

Kommentar von RhoMalV ,

Das stimmt allerdings auch wieder. Das war damals nur unter Beckenbauer verpflichtend.

Antwort
von atzef, 10

Entsprechende Verbände haben ja auch nur eine begrenzte Organisationsreichweite, die mit dem Staatsterritorium übereinstimmt.

So ist das folglich nur geltungssüchtige und aufgeblasene Rechthaberei von deinem Kumpel.

Antwort
von sepki, 18

Im Prinzip ist es das gleiche...

Die Mannschaft wird vom DFB organisiert und aufgestellt.

Der DFB stellt aber die höchste Instanz in Fußball-Deutschland dar.

Man spielt also für den DFB und damit auch für Deutschland.

Antwort
von RobertLiebling, 14

Zumindest für Deutschland hat diese Unterscheidung keine praktische Relevanz.

Anders ist die Sache dagegen in UK, wo es "National"mannschaften von Wales, Schottland, England, Nordirland gibt.

Antwort
von Lachlan, 3

Der Verband steht als Organisation stellvertretend für die deutsche Nation, also für Deutschland. Und das ist bei jeder Sportart so, bei der es Europa- und Weltmeisterschaften gibt, vom Kegeln bis zum Schachspiel. Was soll denn diese Wortglauberei.

Und wenn man die Nationalität daran aufhängt, ob die Spieler laut die Nationalhymne mitsingen oder nicht, dann sollte man sich die früheren Spiele der Nationalmannschaft ansehen, da haben auch nie alle mitgesungen. Ich singe auch nicht laut mit und viele andere tun das auch nicht. Das hat nichts mit Nationalität oder Nationalstolz oder Nationalzugehörigkeit zu tun. Ich singe grundsätzlich nicht, weder Weihnachts- noch Kinderlieder, noch sonstige Lieder. Und so wird es auch anderen Deutschen gehen.

Der Logikfehler bei Deinem Kumpel liegt wahrscheinlich darin, dass er nicht logisch denken kann. :-)

Antwort
von erobine, 20

Zunächst hat Dein Kumpel Recht, aber jeder Nationalspieler spielt zunächst für sich selbst. Er kann seinen eigenen Marktwert evtl. steigern und somit in anderen Vereinen mehr verdienen!!!

Antwort
von TomBeerens, 16

Ich würde sagen, dass dein Kumpel recht hat. Bei Welt und Europameisterschaften spielen die Spieler für den DFB (Verband). Deshalb tragen sie das DFB Trikot. Bei Olympia tragen die Fußballer das Deutschland (oder deutsches Olympia) Trikot, da sie für Deutschland antreten.

Antwort
von gromio, 3

Der VERBAND - in diesem Fall der DFB - repräsentiert ebenso Deutschland wie auch die Spielerauswahl.

Denn der Verband ist ja nur ein organisatorisches
Hilfsmittel für das Land, Deutschland.

DA liegt der Logikfehler.

Cheerio

Antwort
von asdf1604, 10

Deutscher Fußball Bund=DFB, sogesehen hat er Recht. Wenn du allerdings einen Nationalspieler fragen würdest, ob er für den DFB oder für Deutschland spielt, so fällt die Antwort wahrscheinlich immer auf zweiteres.

Antwort
von ThadMiller, 21

Der DFB ist der zuständige Bund dafür. So wie in fast jeder Sportart. Ich sehe hier keine Unklarheiten oder Widersprüche.

Antwort
von ultraDo, 23

dein Kumpel hat recht!

Antwort
von Nunuhueper, 20

Ja, wenn ein Fußballer nicht die deutsche Nationalhymne singt, zeigt er, dass er nicht für Deutschland, sondern für Geld spielt.

Kommentar von DerBalkaner ,

Du spielst auf Özil aus wie ich richtig lese. Aber eben nicht.

Kommentar von TokTokeinEi1 ,

Andere können auch nicht singen die murmeln sich was eins.

Natürlich ist Geld heute das A und O eines jeden Fußballer.

Kommentar von whabifan ,

Aber doch nicht in der Nati. Die Spieler verdienen Geld beim Verein. In der Nationalmammschaft gibts nicht viel Geld. Selbst bei grossen Turnieren sind die Siegesprämiem für die Spieler kaum der Rede wert.

Kommentar von TokTokeinEi1 ,

Also ich kenn da einen sehr gut , der hatte für den Brasilien Aufenthalt 600 000 Euro Prämie geschenkt bekommen.

Kaum der Rede wert gell :-))

Kommentar von AalFred2 ,

Krude Logik.

Kommentar von Nunuhueper ,

Richtig, nur mit Deiner Logik kann wirklich niemand standhalten.

Kommentar von AalFred2 ,

Nana, für dich ist sie zu hoch. Für die meisten anderen eher nicht.

Kommentar von ultraDo ,

warum spielt denn dann özil für Deutschland?

Kommentar von Nunuhueper ,

Für Knete.

Kommentar von AalFred2 ,

Seit wann gibt es da für einen Profifussballer relevante Beträge?

Kommentar von Maxieu ,

Weil er als erfolgreicher Teilnehmer an internationalen Großturnieren "Titel holen" und seinen Marktwert steigern kann.

Kommentar von eleteroj3 ,

das gibts, und zwar in bar, nicht in Briefmarken:

Erst bei Erreichen des Viertelfinales bekommt jeder Spieler 50.000 Euro, für den Halbfinaleinzug 100.000 Euro und für die Endspielteilnahme 150.000 Euro.

Sollte die deutsche Mannschaft nach 1972, 1980 und 1996 zum vierten Mal in der Geschichte Europameister werden, würde
jeder Nationalspieler für den Titelgewinn 300.000 Euro erhalten.

http://www.vermoegenmagazin.de/deutsche-fussball-nationalmannschaft-verdienst-un...

Kommentar von AalFred2 ,

Ja, und das sind inwiefern relevante Beträge, vor allen Dingen wenn man dabei noch Freundschafts- und Qualifikationsspiele betrachtet?

Kommentar von Nunuhueper ,

Das ist relevant, oder ab wann beginnt für Dich die Relevanz von Geld? 

Kommentar von AalFred2 ,

Nachdem man das wohl im Verhältnis zum Einkommen und den Erfolgschance sehen muss, ist das wohl eher nicht relevant. toni Kroos beispielsweise verdient ca. 400.000€ die Woche.

Antwort
von xLyriczZ2, 12

Warum sollten sie nicht für ein Land spielen ?

Unsere Nationalmannschaft vertritt unser Land (Deutschland) bei Internationalen Turnieren. Somit spielen sie für uns, ( eine Interpretation) 

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