Sind links und rechts beide schlechte Seiten für die Politik oder gibt es überhaupt eine richtige Politik?

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19 Antworten

Die Bezeichnung links oder rechts kommt von der Sitzordnung der Parteien. Das war schon in der Weimarer Republik so. In der Mitte saß die Zentrumspartei, der Vorläufer der CDU, daneben die SPD. Alles was dann rechts saß, war mehr oder weniger nationalfixiert, NPD, DVU usw.  links von der SPD, sozialistisch, kommunistisch. Da gabs ja viel mehr Parteien als heute und die konnten sich schon damals nicht leiden, weshalb sie vllt. deshalb so weit voneinander saßen. Rechts und links sind eben beide extrem in ihren Ansichten und beide taugen nichts als alleinige Regierungspartei.    

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Kommentar von ArbeitsFreude
16.11.2016, 22:50

So ist es - Nur: Um zu ergänzen: Die "Original"-Sitzordnung kommt aus der Frankfurter Paulskirche nach der deutschen Revolution 1848 - DA wurde zum ersten Mal "links" und "rechts" gedacht und gesessen...

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Kommentar von Unsinkable2
16.11.2016, 23:01

Alles was dann rechts saß, war mehr oder weniger nationalfixiert, NPD, DVU usw. 

Auch die Vorläufer-CDU (Zentrum) und die Vorläufer-CSU (Bayerische Volkspartei) stimmten dem Ermächtigungsgesetz zu und hievten Adolf Hitler auf den Thron seiner Diktatur. 

Konservativismus und Nationalismus trennt nur ein schmaler Grat.

Das war schon in der Weimarer Republik so.

Das war schon seit der Französischen Nationalversammlung so; hat aber heute längst nicht mehr die Aussagekraft, die es einst hatte.

Im Deutschen Bundestag ist die Sitzordnung auch nur grob abgezeichnet und unterliegt einzig den Vorschlägen der Bundestagsverwaltung. So sitzt etwa die SPD - trotz neoliberalerer Politik, als die CDU sie macht - derzeit nicht etwa zwischen CSU und CDU, wo sie ihrer politischen Orientierung nach sitzen müsste, sondern sogar noch links von den GRÜNEN...

Da gabs ja viel mehr Parteien als heute und die konnten sich schon damals nicht leiden, weshalb sie vllt. deshalb so weit voneinander saßen. 

Da sie aus Redner-Perspektive ausgerichtet sind, ist offensichtlich, wozu es diente: Diese Sitzordnung sollte es dem Redner erleichtern, die richtige Zielgruppe anzusprechen.

Dass Links und Rechts so weit auseinander sitzen, ergab sich aus der einfachen Tatsache, dass ihre politische Meinung so weit auseinander liegt...

Rechts und links sind eben beide extrem in ihren Ansichten und beide taugen nichts als alleinige Regierungspartei.    

Genau! Es braucht wieder Konservative und Liberale, die einen Führer wählen!

Wusstest du, dass ohne die Stimmen der Zentrum-Koalition Hitler nie die Macht bekommen hätte, eine Diktatur zu errichten? Und wusstest du, dass die FDP zwei Mal kurz vor einem Verbot durch die Alliierten stand, weil selbst denen die Nazi-Umtriebe in der Partei zu bunt wurden? Und wusstest du, dass es die SPD war, die den deutschen Arbeitern ermöglichte, für den Kaiser sterben zu dürfen? Ohne sie wäre Deutschland nicht in den ersten Weltkrieg gezogen --- und der Zweite Weltkrieg, zumindest aber ein wesentlicher Kriegsgrund, wäre dem Land dann auch erspart geblieben. 

... Wahrlich, SOLCHE Parteien "taugen" hervorragend als Regierungsparteien, nicht wahr?!

Immerhin gelingt es ihnen gerade in hervorragender Weise, die AfD immer weiter hochzupushen. Die Leute sind unzufrieden mit der Politik? Dann beschimpfe sie als "Pack!" und "Gesindel!"; das hat Hitler auch schon sehr erfolgreich gemacht. Wen interessiert die Demokratie? Wen interessiert das Recht, seine Meinung sagen zu dürfen? Sie richten sich gegen die Führer des Volkes. Das ist genug, um sie zu diskreditieren!

So handeln wahre "demokratische Volksparteien", nicht wahr?! ... Schließlich sind sie bei Hitler in die Lehre gegangen.

Und nein: Nicht alle AfD- oder Pegida-Anhänger sind zwingend Nazis. Genauso wenig, wie alle Hitler-Gegner zwingend Ultra-Kommunisten waren. 

Doch wozu Augenmaß? Unter Hitler ist ihnen doch schon einmal ein erfolgreicher Coup gelungen - zum Wohle des ganzen Volkes! Um Thälmann (den Sozi) zu verhindern, hat man Hitler gewählt!

... NUR SOWAS ist "regierungstauglich"! 

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Links und rechts sind in der Politik (nicht nur in Deutschland) zwei verschiedene Sichten auf die gleiche Frage.

Die "Linken" stellen die Fürsorgeverantwortung des Staates in den Vordergrund und kümmern sich eher um die Schwachen in der Gesellschaft.

Die "Rechten" stellen die Selbstverantwortung des Einzelnen in den Vordergrund und kümmern sich eher um die Starken in der Gesellschaft.

Die "richtige" Politik ist dann ein immer wieder neu zu findender Kompromiss zwischen diesen beiden Sichtweisen.

Offensichtlich gibt es in vielen westlichen Ländern (wie auch in Deutschland) eine große Gruppe in der Gesellschaft, (meiner Meinung nach ca. 20%) die sich von allen etablierten Parteien vernachlässigt fühlt und deshalb wütend oder sauer ist. Aus der Wut heraus neigt man schon auch zu heftigen beleidigenden Äußerungen.

Die Vernachlässigung kann man z.B. daran erkennen, dass in den letzten 20 Jahren im Zuge der Globalisierung die Einkommen wesentlicher Teile der Mittelschicht (z.B. Handwerker, Facharbeiter) nicht gestiegen, sondern eher gesunken sind, während andere sich die Taschen vollgestopft haben.

Der Niedriglohnsektor ist gewachsen, von einer 40-Stunden-Woche können immer mehr Menschen nicht mehr leben. Ganze Landstriche verarmen oder bluten aus - und die Politik unternimmt nichts dagegen.

Eigentlich wären die linken Parteien die Interessenvertreter dieser Menschen - aber die etablierten linken Parteien haben ja auch bei dem bösen Spiel mitgemacht (ein Beispiel unter vielen: SPD und Agenda 2010).

Also wählt man, wenn überhaupt, die einzigen, die diesen Laden mal so richtig aufmischen - in der Hoffnung, dass sich dann etwas bessert.

Dieser Hoffnung werden aber meiner Meinung nach die Populisten (AfD, Front National, Geert Wilders, Donald Trump, u.a.) nicht gerecht werden, weil sie außer markigen Sprüchen kein halbwegs realistisches Konzept haben, wie sie den von der bisherigen Politik benachteiligten Menschen wirksam helfen wollen.

Im Gegenteil - die Populisten werden vieles zerstören, wenn sie mal an der Macht sind. Das kann man heute schon in Ungarn, in Polen und in der Türkei beobachten. Schauen wir mal, was Trump in den USA alles zerstören wird...

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Das Schlimmste an der Sache ist die Unterteilung in links und rechts. Links und rechts sind Wegrichtungen, keine politischen Standpunkte. Was bitte soll links sein? Was soll rechts sein?
Da kommt relativ schnell das Schubladendenken. Links sind die Kommunisten unter Stalin, rechts die Nazis unter Hitler. Dass man so keine politische Diskussion führen kann ist klar. Viel besser wäre es, tatsächliche politische Richtungen zu nennen, etwa progressiv und konservativ.

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Kommentar von perfectingday
16.11.2016, 20:53

Danke für diese wunderschöne ausführliche Erklärung. :)

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Kommentar von fiwaldi
16.11.2016, 22:06

Das zeugt etwas von von historischer Vergesslichkeit

Im alten Reichstag saßen die Bürgerlichen, Konservativen rechts und die "Roten" links, Zentrum in der Mitte.

Das hat mit Wegen oder Himmelsrichtungen nichts zu tun. Diese Sitzordnung wurde bis zur Stunde beibehalten und wird zur Einordnung der politischen Orientierung weiterhin verwendet. Bisher klappte das mit diesen Schubladen ziemlich gut.

Die Roten fingen als Rote an, bevor sie ihren Sitzplatz bekamen  und sind der Farbe treu gebleben. Die Anderen zeigten in ihrer Laufbahn bunten Einfallsreichtum. Nicht mal die Braunen waren braun. Also farbtreu sind derzeit nur die Roten und die Grünen.

Politische Richtungen zu nennen ist relativ kompliziert, da manche Parteien nicht mal der eigenen Richtung treu bleiben, sondern die Fähnchen jeglicher Farbe in den Wind hängen.

Je nach Tagesform fühlen sich alle Parteien mal progressiv, mal konservativ oder beides gleichzeitig. Also auch ein untaugliches Merkmal.

Mit Links und Rechts kann ich mich ziemlich verständlich ausdrücken ... und ich werde sogar einwandfrei verstanden.

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Sind links und rechts beide schlechte Seiten für die Politik oder gibt es überhaupt eine richtige Politik?

In einer rein von Logik und Verstand getragenen Demokratie braucht es ALLE Stimmen; ganz egal, ob sie von rechts oder links kommen. Nur so kann ein sinnvoller Konsens erarbeitet werden.

Ironischerweise leben wir aber nicht in einer Welt, die von Logik und Verstand getragen wird. Vielmehr leben wir immer noch im tiefsten mentalen Mittelalter: Fehlende Bildung, mangelnde Bereitschaft zum selbständigen Denken und tief religiöse Weltauffassungen diktieren das Geschehen.

Und wie in jeder Religion werden auch erbitterte Stellungs-Kriege ausgetragen; die ihrerseits vom Nebel der Propaganda überschattet werden. 

Dann gibt es noch einige, die anfangen andere deswegen zu beleidigen. Da frage ich mich überhaupt ob das noch Meinungen sind und warum nicht mehr so vernünftig über Politik diskutiert wird? Was ist nur passiert?

Es geht um ganze Weltbilder, die es zu schützen gilt. Sowas gibt Mensch nicht freiwillig auf. Das wird erbittert und "bis zur letzten Patrone verteidigt". (O-Ton Seehofer)

Sind die Menschen etwa so sauer und verhasst auf die Politik geworden, das ihnen diese Sichtweisen nicht mehr der Realität entsprechen oder haben die Menschen vor etwas Angst das sie etwa hier in Deutschland bald nicht mehr richtig leben können?

Sowohl als auch. Die Hintergründe sind vielschichtig, lassen sich aber abstrahieren:

  • Seit Jahrzehnten werden die Menschen entpolitisiert. Sie sollen sich nicht für die Politik interessieren, denn das garantiert den herrschenden Parteien das "Durchregieren". ... Zumindest hofften das die Parteien, doch nach Jahrzehnten der friedlichen Stille und des halbwegs steten Wachstums häufen sich nun die Krisen des Kapitalismus. 
  • Die etablierte Politik hat keine Antworten auf die Fragen des Lebens, die die Menschen bewegen. Die allermeisten Menschen wollen nur eines: In Ruhe und Frieden vor sich hinvegetieren. Doch die zunehmenden Krisen des Kapitalismus rauben ihnen das Vertrauen in die Zukunft. Und die Politik ist nicht nur ratlos (man hat wirklich ALLES ausprobiert, was einem einfiel); sie ist auch selbst völlig irritiert, hielten sich doch die etablierten Spitzenpolitiker stets für fähige Manager des Volkes.
  • Die Propaganda wirkt. Seit dem Aufkommen der Linken predigt man aus allen Rohren: "Wählt alles, nur nicht die Linken!" Zahlreiche zahlungskräftige Interessenverbände - darunter auch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, deren Kuratoriumsvorsitzender ein Sozialdemokrat ist - geben ungeheure Mengen aus, um den Menschen ins Hirn zu prügeln: "Alles dürft ihr! Betrügen, Lügen und Heucheln. Doch wählt nicht Links!" schallt es aus allen Medien. ... Und natürlich glauben die Menschen das, wenn sie es nur oft genug hören.

Doch damit stehen die Menschen jetzt vor einem Dilemma: 

  • Sie sind entpolitisiert und außerstande, ihre Meinungen und Absichten "politisch zu beschreiben". (Stelle dir vor, niemand würde dir beibringen, wie man schreibt. Und dann würde man von dir verlangen, einen Brief zu schreiben, wenn du ein Anliegen hast.) 
  • Sie sind ratlos, weil sie wissen, dass es so nicht weitergehen kann. Aber die Politik gibt ihnen keine Antworten auf ihre Fragen. Nur Stammeln ... und Beleidigungen bekommen die Leute als Antwort: "Pack!" nennt man sie, und "Gesindel!".
  • Und sie haben ein Meinungsverbot, das sich in ihren Hirnen tief verankert hat: "Links ist falsch! Alles, nur nicht links!"

Daraus folgt, was du heute erlebst: Die Menschen suchen sich ihre Antworten zunehmend selbst, weil die Politik sie ihnen verweigert. Doch die Politik verweigert sie nicht, weil sie gerade "Lust zum Verweigern" hat, sondern weil sie KEINE ANTWORT KENNT, die nicht das gesamte bisherige Weltbild in Frage stellen und zerschmettern würde...

Also klammert man sich - immer verzweifelter und verzweifelter - an das alte Weltbild. Nicht nur die Politik. Auch die Menschen, die runde vier Jahrzehnte lang fest glaubten, erleuchtet zu sein und den Heiligen Gral zu besitzen...

Ja, ich bin ja auch mit vielem in der Politik nicht einverstanden, aber ist das ein Grund so mit den Menschen zu kommunzieren, wie ich es oben erwähnt habe? 

Ratlosigkeit und Verzweiflung machen die Menschen immer lauter. Und je ratloser und verzweifelter sie werden, desto lauter werden sie. Man könnte das als "Naturgesetz" bezeichnen.

Immer mehr habe ich die Sorge das es noch wegen dem viel viel schlimmer wird in Deutschland. 

Man muss kein Prophet sein, um sagen zu können: Das ist erst der Anfang. 

Die Politik hat keine Antworten. Deshalb flüchtet sie sich zunehmend in Ablenkung und Krieg. 

Wir haben Angst vor 420 Salafisten in Deutschland (das ist die offizielle Zahl); die - nimmt man durchschnittliche Anschlagszahlen - rund 2.000 Menschen (einschließlich sich selbst) töten könnten; wenn sie denn dazu kämen, denn mehr als die Hälfte von ihnen sitzt im Knast und der Rest wird rund um die Uhr beobachtet. 

Aber 19.000 Tote jedes Jahr wegen ärztlicher Kunstfehler, die oft wegen völliger Überlastung entstehen, heben uns nicht an. Da fordern wir nicht: "Mehr Ärzte & Krankenschwestern! Aber zackig, meine Volksvertreter!"

Wir zittern vor 800k mehrheitlich moslemischen Asyl-Suchenden. Und die meisten "Zitterer" wissen nicht einmal fundamentalstes über das Asylgesetz oder etwa die Tatsache, dass wir es selbst sind, die diese "Asyl-Schwemme" verursachen. ... Doch auf wen zeigen wir mit dem Finger? Auf Volksvertreter Gabriel (SPD), der tonnenweise Rüstungsgüter an den IS verschiffen lässt? Oder doch eher auf die Jud ... (moslemischen) Durchschnittsleute, die vor dem dadurch verursachten Krieg flüchten? Wir wollen die Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie (übrigens gerade einmal rund 200.000) um jeden Preis weiterhin behalten; aber wir wollen mit den Folgen dieser Arbeit nicht leben. 

... (Hier könnten Hunderte ähnlicher Beispiele stehen.)

Und ganz oben schlägt die Politik drauf: Sie hetzt Arbeitende gegen Arbeitslose, Rentner gegen Junge; Junge gegen Rentner, und alle auf die Asyl-Suchenden. ...

Ich sagte es oben schon: Es ist schon unter idealen Bedingungen praktisch unmöglich, einen klaren Kopf zu bewahren. In diesem Sumpf aus gegenseitiger Aufstachelung, Hilflosigkeit, immer wilder und ungezügelter werdender Propaganda, Perspektivlosigkeit und immer lauterem Säbelrasseln ist das um Welten schwerer...

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Kommentar von Wapiti201264
17.11.2016, 08:59

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. :)

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Politik beschränkt sich nicht nur auf links und rechts und ausländerfeindlich oder ausländerfreundlich. 

Wem die Entscheidung schwer fällt sich dort das für ihn Richtige auszuwählen, sollte andere Kriterien verwenden. Unter dem Strich geht es nur darum, sich dahin zu orientieren, wo die eigenen Interessen am besten gestärkt werden. Für viele ist z. B. Familienpolitik sehr viel interessanter.

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Rechts und links sind politische Ausrichtungen mit einer gewaltigen Spannbreite.

Es gibt die rechts/links mittigen und die Extremisten. Dazwischen ist jede Menge Luft.

Extremismus ist immer etwas, was uns schadet. Es ist einfach falsch Asylheime mit Hakenkreuze zu beschmieren. Es ist ebenso falsch AfD-Sitze zu beschmieren.

Zwischen linken und rechten Randalierer auf Demos ist m.E. nicht viel Unterschied. Da dient die Politik nur als Ausrede für Gewalt.

Rechts zu sein ist nicht gleichbedeutend ein Nazi zu sein. Der Nazi ist ein rechter Extremist. Jemand, der politisch rechts orientiert ist, aber nicht. Rechts zu sein bedeutet noch lange nicht, dass man bereit ist auf das Köpfchen zu drücken und das Gas in die Duschen rein zu lassen.

So, nun zur Frage, warum die Menschen so sauer sind:

Unser Leben hängt fest. Auf der einen Seite bekommen wir suggeriert, dass wir das neueste Auto, das neueste Handy haben müssen und dass man diese Dinge leicht bekommen kann. Auf der andereen Seite wird nicht mehr verdient und die Fixkosten wie wohnen, heizen und Strom steigen ständig. Tatsächlich wurde ein Niedriglohnsektor geschaffen, bei dem die Menschen vielleicht mal das Existenzminimum verdienen.

Dazu kommen gesellschaftliche Veränderungen, die den Menschen einfanch Angst macht. Bei manchen älteren Menschen habe ich das Gefühl, dass auch viel Verbitterung spricht, wenn man vorgebetet bekommt, wie denn das eigene Leben auszusehen hat, weil man das so macht. Da bekommt man das Gefühl, dass die eigenen Wünsche und Ziele hinten angestellt wurden, um sich dem gesellschaftlichen Druck zu beugen.Denn letzten Endes müssen sie auch ihren eigenen Lebensstil in Frage stellen und sich fragen, ob es das Richtige war.

Ein weiterer Punkt ist die Ahnungslosigkeit was Politik und Medien betrifft. Bei der Politik kann man sich nicht auf Dauer wie ein Kleinkind aufführen, das alle beleidigt, wenn man nicht zustimmt. Man muss diplomatisch vorgehen. Man muss das Mögliche machen, die das Budget erlauben oder die anderen Politiker mitsipielen.

Und bei Medien fehlt die Kompetenz zu erkennen, dass unterschiedliche Zeitungen unterschiedliche Ansichten bringen und lesen von mehreren Zeitungen ein gerundetes Bild ergibt.

Zudem sollte man auch wissen, dass Facebook kein Nachrichtenportal ist!

Dazu kommt eine gewisse Verrohung hinzu. Anfangs betrifft es nur die Sprache, dann kommt die Gewalt ins Leben.

Aber wenn du diese Entwicklung betrachtest, sind nicht nur wir davon betroffen. Es betrifft die ganze Welt.

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Politik sollte ausgeglichen sein. Sobald es nicht mehr im Lot ist kommt es zu spannungen und du kannst sagen, je weiter links oder rechts dsto beklopter sind die leute.

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ich habe weiss gott wenig mit rechtsorientierter politik am hut, aber ich finde es mehr als bedenklich, wenn alles, was von rechts kommt, ohne ausnahme den stempel "nazi" aufgedrueckt bekommt. 

eine funktionierende demokratie ist fuer ALLE offen und hat alle seiten zu beruecksichtigen. sollte die AfD (um beim beispiel zu bleiben) bei der naechsten bundestagswahl ins parlament gewaehlt werden, dann ist das ein zeichen dafuer, dass ausreichend deutsche waehler mit der grundrichtung der derzertigen regierung nicht mehr einverstanden sind und sich veraenderungen nach rechts wuenschen. 

ob die veraenderungen sich durchsetzen, ob sie ueberhaupt machbar sind und den effekt haben, den sie haben sollen, zeigt sich dann im laufe der jahre. ebenfalls im laufe der jahre zeigt sich, ob denn tatsaechlich so viele waehler mit der neuen richtung der politik einverstanden sind, oder ob da wieder mehr nach links korrigiert werden muss.

das ist alles gut und richtig.

eine regierung ist ein verdammt schwerfaelliges "ding", so dass es ohne putsch oder gewaltigtaetige revolution nicht realistisch ist, grosse veraenderungen innerhalb kurzer zeit zu erwarten. das ist auch der grund, warum die etablierten parteien sich gar nicht so sehr in ihren programmen unterscheiden.

es ist in meinen augen wichtiger als alles andere, dass leute unterschiedlicher gesinnung miteinander reden und diskutieren, gern auch mal heftig. ich begruesse fragen gerade von juengeren, die wissen moechten, warum so viele leute gegen die AfD sind. das sind berechtigte fragen, die man vernuenftig besprechen und beantworten kann.

neu gegruendete parteien egal welcher ausrichtung haben haeufig den nachteil, dass ihnen der blick fuers "ganze" fehlt. das heisst, dass sie sich insbesondere im wahlkampf an einzelnen problemen abarbeiten, die einem grossen teil der bevoelkerung gerade auf den naegeln brennen, dabei aber das gesamtbild aus den augen verlieren. und das fuehrt dazu, dass ihr politisches programm voller loecher ist und die partei wahlversprechen mit hoher wahrscheinlichkeit gar nicht einhalten kann.

ein land ist eine maschine in bewegung, die in bewegung gehalten werden muss und das waehrend man sie veraendert und repariert. und das bedeutet, dass gleichzeitig an mehr als einer stelle ununterbrochen gearbeitet werden muss und dabei sicher gestellt bleibt, dass die maschine nicht gestoppt wird und keine wichtigen teile abfallen. 

das zu erreichen, ist ein komplizierter jonglage akt, der mit viel erfahrung und bedacht durchgefuehrt werden muss, um zu gelingen. 

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Links und Rechts sind beide schlecht, da mit Gewalt regieren an sich verwerflich ist, auch dann wenn eine Mehrheit das gut findet, jeder hat das Recht so unbehellig von Menschen mit denen er sich nicht beschäftigen will und deren Ansichten zu leben wie möglich, kein Mensch hat das Recht sich in das Leben und die Privatsspähe eines anderen Menschen zu drägen erst recht nicht mit Gewalt und doch tut der Staat das jeden Tag

Der einzig richtig Weg ist libertär und das Ziel sollte sein den Staat und alle unnötigen Gesetzte Stück für Stück abzubauen bis es Anarchie gibt, als erstes muss der Lobbyismus weg, dann wird es sofort mehr soziale Gerechtigkeit geben

Am Ende bleiben nur die wirklich nötigen Gesetze übrig nämlich alles was aus dem einen Grundsatz der Anarchie das niemand Gewalt gegen jemand anderen anfangen darf zurückführen lässt und von dem Staat bleibt erstmal für einen Übergangszeit nur eine kleine Wächterorganisation übrig an die man sich wenden kann wenn es Gewalt gibt und die im Gegenzug eine kleine Menge Steuern bekommt, später kann auch das von Vereinen übernommen werden

Die Linken können sich dann gerne auf freiwilliger Basis einen kleinen Kommunismus aufbauen und die rechten sich einen König oder Kaiser unterwerfen, die die Demokratie wollen könnten ihren Demokratie Verein haben, eine funktionierende stabile Anarchie kann jedem das seine bieten

Für mich ist das die einzig gerechte Politik

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Otto von Bismarck hat formuliert "Politik ist die Kunst des Möglichen".

Dem könnte man entgegenhalten "Nicht alles was Möglich ist muss auch richtig sein".

Die Frage ist aber "was ist möglich und was ist richtig?"

Das Problem ist, beides kann nicht eindeutig beantwortet werden.

Sicher ist aber, dass es in einem Gemeinwesen sehr viele Verbände und Gruppierungen gibt, die unterschiedliche Interessen verfolgen, die sich oftmals gegenseitig widersprechen.

Wenn es also der Politik gelingt, zwischen allen unterschiedlichen Interessen einen ausgewogenen Ausgleich zu schaffen und dadurch eine Lösung für die gesamte Gesellschaft zu finden, die mehr Vorteile als Nachteile in sich birgt hat nach meinem Verständnis die Politik ihr Ziel erreicht.

Das bedfeutet aber auch, dass Einzelne durchaus Vorteile oder Nachteile haben können.

Ich hoffe, Du kannst mit dieser Erklärung etwas anfangen, obwohl ich die Schubladen "Rechts" und "Links" mit voller Absicht vermieden habe.

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politik hat den sinn, egoistische gruppierungen von menschen zur einigung zu bringen.

das ist der richtige sinn von politik

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Ich denke das liegt daran, dass niemand nichts genaues weiß. Also jeder GLAUBT nur in etwa die richtige Politik im Sinn zu haben. Und viele GLAUBEN nur mögliche Lösungen für die Probleme zu kennen. Naja, und beim Glauben ist es ja so, dass man ihn verteidigen muss und den Gegner nach Möglickeit verbrennen sollte - zumindes haben es ja die Kirchen in den letzten 2000 Jahren so vorgemacht.

Links, Rechts, das wird noch einige Male hin und her pendeln bevor sich wirklich etwas verbessert.


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Kommentar von soprahin
17.11.2016, 12:14

Hoffentlich bist du gut untergebracht

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Das Problem in Deutschland ist nicht, daß es unterschiedliche Meinungen gibt. Das sollte nämlich der Normalfall der Demokratie sein, in der Demokratie gibt es keine "guten" und "schlechten" Meinungen, sondern das Ringen um die beste Lösung im Spannungsfeld der vorhandenen Meinungen.

Was dagegen Deutschland zunehmend spaltet, ist die immer stärkere Verweigerung eines Diskurses verschiedener Meinungen. Es gibt Weigerungen, sich einer Diskussion mit Leuten zu stellen, denen man "keine Bühne bereiten" will, es werden willkürlich Tabus aufgestellt und "rote Linien" gezogen, es werden Distanzierungen eingefordert und mit unsachlichen Äußerungen Diskussionen abgewürgt.

Inzwischen ist die Abkehr von demokratischen Prinzipien schon soweit fortgeschritten, daß teilweise sogar Straftaten, die die Unterdrückung von Meinungsbekundungen zum Ziel haben, geduldet oder gar als Ausübung der Meinungfreiheit gedeckt werden.

Dazu paßt, daß sich die Regierung immer weniger in der Rolle des aktiven Gestalters von Politik sieht, sondern lediglich als "Erklärbär" für "alternativlose" Entscheidungen. Da stören eben Ansichten, die die Erklärungen in Zweifel ziehen.

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Ich persönlich tendiere zwar immer etwas nach links, und denke eine Mitte wäre eigentlich das Ideal, aber um deine Frage objektiv zu beantworten:

Ja, es gibt Politik und links und rechts sind beides keine 'schlechten' Seiten, Probleme gibt es immer nur dann, wenn jemand sie ins Extreme treibt, wie die AfD oder... dunno, unsere linken Parteien müssen erst noch debatieren, wer von ihnen jetzt extrem sein will.

Ein Freund von mir sagte einst, die Rechten kommen in die Hölle (Nicht meine Meinung!) und die Linken bleiben zwischen Himmel und Hölle stehen und debattieren die Vorteile beider locations, bis die Welt untergeht.

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Kommentar von pasixundy
20.01.2017, 00:32

und die Parteien in der "Mitte" halten direkt auf die Hölle zu...

Da wählt man doch lieber die "Mitte", da  weiß man ja wos hingeht.  

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Ist mir auch schon aufgefallen, in Erd-/Gemeinschaftskunde wird bei mir 'rechts' immer als unsozial und rassistisch dargestellt, während 'links' der heilige Pfad sein soll. Könnte kotzen, Schule ist nurnoch Staatspropaganda, der beste Beweis war der Gymnasiallehrer, welcher aufgrund seiner Sympathie zur AfD gekündigt wurde. Ekelhaft, mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun, widerspricht auch komplett Art. 3 des Grundgesetzes "Niemand solle aufgrund seiner politischen Anschaaung ausgegrenzt werden"

Er bringt das gut auf den Punkt

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Kommentar von perfectingday
16.11.2016, 21:53

Habe ich mir heute auch schon angeguckt und ist sehr gut erklärt. :)

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Kommentar von OlliBjoern
16.11.2016, 22:29

Es gibt aber einen geschichtlichen Grund (ich weiß, es wird dir nicht gefallen): rechte Politik hat Europa schon einmal in den Abgrund geführt. "Mittige" Politik jedoch nicht.

Ganz linke Politik finde ich auch nicht gut (und der Sozialismus der UdSSR war auch eine ziemliche Katastrophe, das muss man auch sagen).

Warum der Begriff Mitte so selten verwendet wird, und warum er in einem so schlechten Licht dasteht, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht weil Menschen nur schwarz/weiß denken.

Ich will damit nicht sagen, dass heutige rechte und heutige linke Politik immer deckungsgleich seien mit den obigen Extremfällen. Aber die Abneigung gegen rechts kann ich im Hinblick auf unsere deutsche Geschichte vollkommen verstehen.

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Kommentar von pasixundy
20.01.2017, 00:45

Das Video ist totat schlecht, denn zu behaupten, dass die Politik in den letzten Jahren links gewesen sein soll, und damit sozial, ist total irre. Auf so vielene Ebenen ist das Falsch. Agenda 2010, Hartz IV, Private Rente/Versicherung, Ceta/TTIP, die "Schwarze Null Politik" alles neoliberaler ****** und total gestört. Dann unser Verhalten gegenüber Griechenland und all den anderen Südlichen Eurostaaten. Unser Verhalten bei der Flüchtlingskrise(an der wir nicht unschuldig sind und immer noch verschlimmern statt verbessern), als wir erst um solidarisches Handeln in der Eu gefordert haben, als sie vor unserer Haustür standen...

Die Linke ist die einzige Partei die Überhaupt noch für Soziale Gerechtigkeit kämpft, alle anderen sind neolibale Parteien, die sich erst dann um Soziale zielen kümmern würden, wenn Leute endlich mal für ihre eigenen Intressen wählen würden.  

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Was eine "richtige" Politik ist, hängt auch davon ab, welchen sozioökonomischen Status du hast. Ein Bourgeois z.b. hat andere Bedürfnisse und Vorstellungen, als ein Lohnabhängiger, ein Prekarisierter wieder andere usw.

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Abgesehen von einigen recht guten Antworten hier fehlt mir ein Aspekt:

Letztendlich werden wir vom Kapital (Industrie) regiert, da wir im Kapitalismus leben.

Daher ist das Wahlkampf-Säbelgerassel (immerhin ist es nächstes Jahr wieder soweit) relativ uninteressant.

Noch ein Aspekt, den bisher niemand erwähnte: Schon oft haben Politiker/innen vor der Wahl Versprechen gemacht - nach der Wahl stellte sich dann aber heraus, dass sie sich "versprochen" hatten.

Schon deshalb weiss kaum jemand über 40 noch, was man glauben kann, und die Jüngeren müssen ja komplett verwirrt sein.

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Es gibt keine Politik, die es Allen rechtmachen kann. Diejenigen die die AfD wählen und sich ständig über Dinge beschweren, die würden sich auch beschweren, wenn die AfD an die Macht käme. Es gibt in Deutschland nunmal viele Menschen, die immer etwas zum meckern brauchen. Das ist die deutsche Leidkultur.

Zu weit rechts ist Gift für eine Demokratie. Und zu weit links ebenfalls.

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Kommentar von perfectingday
16.11.2016, 20:47

Gut erklärt. :)

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Kommentar von pasixundy
20.01.2017, 00:35

trifft soweit zu, man muss aber die Positionen aller Parteien richtig einorden...  

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"Was ist mit den Deutschen los", fragst du? Nun, welche Deutsche meinst du eigentlich, Krupp oder Krause, Besitzende oder Besitzlose, also welche nun?

Links ist für Besitzende eine schlechte Sache. Rechts ist für Besitzlose eine schlechte Sache.

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