Frage von LebenderToter, 65

Sind Libertäre im Grundsatz Sozialdarwinisten?

Nach dem Motto:

Wer ökonomisch erfolgreicher ist, ist auch wertvollerer Mensch.

Antwort
von Hamburger02, 28

Habe zu dem Thema neulich einen Vortrag von Carl Friedrich von Weizsäcker gehört.

Der hat anhand von Beispielen überzeugend dargelegt, dass die Eliten in den USA dem Sozialdarwinismus anhängen und genau deswegen auch den Neoliberalismus bzw. den Raubtierkapitalismus vertreten und alles als sozialistisch ablehnen, was zu einem sozialen Ausgleich führt.

Zudem versuchen diese Eliten ihre Denkweise in der ganzen Welt zu verbreiten, z.B. über das TTIP.

Antwort
von Askomat, 39

Ich würde sagen, das ist sehr nah beieinander." Der freie Markt ermöglicht, dass alle konkurrieren und sich der stärkste durchsetzt". So ungefähr ist es doch. Die stärksten sind im Kapitalismus die mit dem meisten Kapital und der Rest bleibt in Abhängigkeit wie die Bauern dem Fürsten verpflichtet sind. Sozialdarwinismus ist menschenfeindlich.

Antwort
von MrHilfestellung, 44

Libertäre gehen ja nicht davon aus, dass man mit mehr Geld ein besserer Mensch ist.

Ich gehe davon aus, dass du mit "libertär" den rechten Libertarismus, also quasi ungezügelten Kapitalismus meinst. Auch hier geht man nicht davon, aus dass reiche Menschen bessere Menschen sind, aber man nimmt natürlich Einkommensunterschiede und Verelendung von Menschen in Kauf.

Die biologische Kompenente des Sozialdarwinismus fehlt aber komplett.

Kommentar von LebenderToter ,

In libertären Communitys lese ich immer wieder wie dämlich Menschen sind, die Geisteswissenschaften studieren oder Menschen die sich in einfachen Kreisen bewegen. Dass arme Menschen alle selbst daran Schuld sind und deren Eltern Versager sind.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Das ist natürlich menschenverachtender Quatsch, aber so wie ich das sehe kein Sozialdarwinismus.

Kommentar von felsenroller ,

Was ist die biologische Komponente im Sozialdarwinismus?

Kommentar von MrHilfestellung ,

Die ersten Sätze beschreiben das ganz gut: https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdarwinismus

Antwort
von barfussjim, 18

Eher nicht, Libertäre propagieren Selbstverantwortung ohne anderen zur Last zu fallen oder nach dem Staat zu schreien. In etwa nach dem Motto: "Jeder ist seines Glückes Schmied".

Somit lebt auch ein Einsiedler, Landstreicher, Selbstversorger oder "Lebenskünstler", wenn er seine Lebensführung aus eigener Kraft bestreiten kann, nicht weniger nach libertären Grundsätzen als ein Unternehmer oder Millionär. Es gibt demnach viele Wege um glücklich und in Selbstverantwortung zu leben.

Antwort
von berkersheim, 16

Hoppla! Was hat der Satz: "Wer ökonomisch erfolgreicher ist, ist auch wertvollerer Mensch." mit einer libertären Grundeinstellung zu tun? Woher stammt denn diese Behauptung? Die erste Frage wäre, wertvoller in Bezug auf wen oder was? Nur "wertvollerer" ist eine offene, nicht zugeordnete Aussage und daher wertlos. Auch die Qualität "ökonomisch erfolgreich" ist so in den Raum gestellt ziemlich dürftig. Wie wird gemessen? Was wird bewertet? Es gibt keine Aussage, ob erfolgreich im Rahmen der Gesetze oder unter Missachtung der Gesetze. Der von Dir zitierte Satz ist Krampf, purer Krampf, der eher an eine politisch diffamierende Kampagnenaussage erinnert. Mit Libertären hat er nichts zu tun. Das ist doch eine etwas komplexere Einstellung. Woher hast Du das denn?

Antwort
von atzef, 31

"Libertäre" ist ein Synonym für "Anarchisten" ud nicht mit "Liberalen" zu verwechseln. Insofern reden wir hier über ein extrem nischiges Phänomen, das Ausprägungsformen auch in dieser Richtung haben könnte.

"Sozialdarwinisten" wiederum sind immer Ahnungslose, die nichts von Darwins Evolutionstheorie verstanden haben und präziser eigentlich Sozial-Lamarckisten heißen müssten...:-)

Kommentar von LebenderToter ,

Sorry, war undeutlich definiert. Ich meine natürlich rechte Libertäre / AnCaps / Anarchokapitalisten in dem Fall.

Kommentar von atzef ,

Auch das ist so nischig, dass man dort ebenfalls solche Ausgestaltungen finden könnte. Ein notwendiger, automatischer Zusammenhang besteht aber nicht. Ich sehe den jedenfalls nicht.

Antwort
von Patriotundso, 25

Nein. Libertäre gehen dem Grundsatz nach: Tu was du willst, solange du niemand anderem schadest! Das bedeuted Legalisierung von Marihuana, Gleichberechtigung von Schwulen und uneingeschränkte Waffengesetze. Sie ehren über allem die persönliche Freiheit und wollen den Einfluss der Regierung im Alltag minimieren. Im wirtschaftlichen Sinne mag das jetzt linksradikalen Hartz 4 Empfängern als schrecklich vorkommen, da mit weniger Staatsgewalt auch weniger Staatslöhne gemeint sind. Im Sinne der Libertären soll nähmlich der Staat auch nicht in die geschäftlichen Angelegenheiten eines Individuums einmischen. Der ideologische Grundsatz bei der Arbeit im Lertarismus ist, arbeite hart und werde belont, arbeite wenig und werde bestraft.

Antwort
von Geraldianer, 13

Ich halte Libertäre eher für eine Art Sekte. Die haben ihre teilweise doch sehr merkwürdigen Vorstellungen und meiden jeden Kontakt mit der Realität.

Beispielsweise wird in der englischsprachigen Wikipedia der Hinweis auf den Sektencharakter der Anhänger von Ayn Rand immer wieder von den Anhängern gelöscht.

http://www.zeit.de/1992/44/im-zeichen-des-dollars/seite-3

Antwort
von soissesPDF, 11

Das ist die Sorte Neoliberale, das sind Sozialdarwinisten.
Ganz nebenbei ist diese Ideologie gar verfassungswidrig.
Im Grundgesetz steht das Recht auf Arbeit, von Pflicht steht da kein Wort.

Weshalb das Bundesverfassungsgericht über HartzIV Urteilte, im Feburar 2010: "Der Staat hat das Existenzminimum jederzeit zu sichern und Teilhabe zu ermöglichen."

Um es kurz zu machen: neoliberal ist asozial!

Antwort
von Numinos2, 30

Versuche nicht ein Erfolgreicher, sondern sein wertvoller Mensch zu sein.

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